Friedrich Koch (geboren 25. Dezember 1859 in Kappeln; gestorben 13. Januar 1947 in Großenwieden) war ein deutscher Kunstmaler. Er trat vor allem durch die Ausmalung zahlreicher Gebäude hervor, darunter als Kirchenmaler für 30 Kirchen.Manfred Koenig: Der Maler Carl Wiederhold. Anmerkungen zur Biographie und zum Werk. in: Hannoversche Geschichtsblätter, Neue Folge Bd. 59, Hannover 2005, S. 63–82, hier: S. 65 Zudem wirkte er als Illustrator und Restaurator.Stefanie Lindemeier: Die ausführenden Kunst- und Kirchenmaler, sowie Kurzbiographie Koch, Friedrich, in dies.: Studien zur Restaurierungsgeschichte mittelalterlicher Gewölbe – und Wandmalereien im Gebiet des heutigen Niedersachsen : Darstellung von historischen Methoden, Technikem und Materialien, Dissertation 2009 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Band 2 (Textband), passim, v. a. S. 313–314; Digitalisat der Hochschule für Bildende Künste Dresden

Leben und Wirken Friedrich Koch besuchte die Gewerbeschule Hannover und war im letzten Fünftel des 19. Jahrhunderts zwischen 1881 und 1899 mehrfach und mit Unterbrechungen mit Wohnsitz in Hannover gemeldet. In diesem Zeitraum war er 1883 bis 1885 und erneut 1887 an der Technischen Hochschule Hannover für die Fächer Aktzeichnen und Modellieren immatrikuliert. 1883 bis 1886 war er Schüler des Hofmalers Friedrich Kaulbach.

Ab 1886 wirkte Koch als selbständiger Kirchenmaler in Hannover. Dort malte er in Zusammenarbeit mit dem Architekten Eduard Wendebourg zahlreiche Privathäuser und Kirchen aus, insgesamt rund 30 von Wendebourg errichtete Kirchen im Zeitraum von 1902 bis 1915.

Koch heiratete Alwine; ein Datum der Hochzeit ließ sich bisher nicht ermitteln.

Von 1895 bis 1908 verzeichnete das Adreßbuch, Stadt und Geschäfts-Handbuch der Königlichen Haupt- und Residenzstadt Hannover und der Stadt Linden Friedrich Koch als Kunstmaler, der in der Firma Koch & Wiederhold mit Sitz im Hause Königstraße 53 tätig war.

mini|„Das Straßencafé“; 1908 von Koch signiert und datiert

Am 27. April 1900 wurde Koch, ähnlich auch sein Freund Carl Wiederhold, als Altgeselle in der von Conrad Wilhelm Hase gegründeten Bauhütte zum weißen Blatt in Hannover aufgenommen, der bereits Gustav Schönermark angehörte. 1905 wurden Koch und Wiederhold zu Ehrenmitgliedern der Bauhütte ernannt. Die beiden Freunde wohnten von 1901 bis 1916 und möglicherweise darüber hinaus im selben Haus in Hannover, zeitweilig in der Emilienstraße 2 II – die Straße wurde später in Wildermuthweg umbenannt – seit 1910 in der Ostermannstraße 9. Trotz seines Schaffens war Koch „Nichtmitglied“ der Allgemeinen Deutsche Kunstgenossenschaft (A.d.K.G.).

Insbesondere in den 1910er Jahren arbeitete Koch erfolgreich als Illustrator. Nach dem Ersten Weltkrieg schuf er zwischen 1919 und 1921 zahlreiche Linoleumschnitte.

In den 1920er Jahren wurde Koch freischaffend für das preußische Provinzialmuseum Hannover tätig. Zur Vorbereitung auf diese Tätigkeit besuchte er eine sechs Wochen andauernde Kurzausbildung in der Restaurierungs-Werkstatt der Berliner Museen bei dem Hofmaler und Restaurator Alois Hauser. Im Museumsauftrag restaurierte Koch schließlich zahlreiche Holzbildwerke und Gemälde.

1930 wurde Koch zum Ehrenmitglied der hannoverschen Bauhütte zum weißen Blatt ernannt.

1936 schied Koch aus dem Museumsdienst aus.

Mitten im Zweiten Weltkrieg verzog Friedrich Koch 1941 nach Großenwieden. Er war ein Schwager des Bückeburger Hof-Malermeisters Carl Schramm. Dessen Töchter Anna und Carla nahmen – nachdem durch die Luftangriffe auf Hannover 1943 das Atelier und die Wohnung Wiederholds zerstört worden waren – den Maler Wiederhold in ihrem Haus in der Trompeterstraße 28 in Bückeburg auf.

Zu Kochs Schülern gehörte Ferdy Horrmeyer. Sein Nachlass der Jahre 1886–1923 wird im Landeskirchlichen Archiv Hannover unter N 117 aufbewahrt.

Werke (Auswahl) Neben der Ausmalung zahlreicher Villen und Schlösser sind insbesondere folgende Arbeiten Kochs bekannt: 1894–1895: Ausmalung der Kirche St. Alexander in Willershausen 1899–1901: Ausmalung des Hauses Mohrmann in Hannover 1901: auf Leinen gemalter Fries im Versammlungsraum der Bauhütte zum weißen Blatt 1902: Entwurf eines Grabdenkmals im Rahmen eines Wettbewerbes der Bauhütte zum weißen Blatt 1902: Kirche von Wendebourg in Rheden 1903: Kirche von Wendebourg in Wrisbergholzen 1903: Kirche von Wendebourg in Moringen 1903: Gestaltung der 1903 von der Bauhütte zum weißen Blatt verliehenen Ernennungsurkunde zum Altgesellen Friedrich Schönermark 1903–1904: Wandmalereien in der Michaeliskirche in Ronnenberg wohl um 1903–1904: Wandmalereien in der Bartholomäuskapelle in der Marienburg im seinerzeitigen Westpreußen 1905: Restaurierung des Altars in der St.-Johannes-Kirche in Dahlenburg, Kreis Bleckede; die Predella ist erhalten Auf der Website der Gemeinde Dahlenburg, abgerufen am 26. September 2014. 1905: Kirche von Wendebourg in Wahrenholz 1905: Kirche von Wendebourg in Scharzfeld 1907: Kirche von Wendebourg in Hannover-Kirchrode 1907: St.-Pankratius-Kirche in Hattorf 1907: Restaurierung der Wandmalereien im Chor der Kirche in Mandelsloh bei Neustadt am Rübenberge; die in St. Osdag verwendeten Bindemittel erwiesen sich jedoch als minderwertig erwiesen und sind nicht erhaltenUlfrid Müller: Die St. Osdag-Kirche in Neustadt-Mandelsloh: ein repräsentativer Sakralbau aus frühstaufischer Zeit. Schnell + Steiner, Regensburg 2004, S. 210. ohne Datum: Wandmalereien – möglicherweise eine Restaurierung – in der Kirche von Riede 1908: Kirche von Wendebourg in Bispingen 1908: Entwurf für die Kirche von Wendebourg in Bennigsen 1908: Ausmalung der von Wendebourg entworfenen Johanniskirche in Soltau 1909: Ausmalung der von Wendebourg entworfenen Kirche in Ronnenberg 1909: Friedhofskapelle von Wendebourg in Burgdorf 1909: Wendebourgs Kapelle in Riessen 1909: Wendebourgs Kapelle in Asendorf 1910: Ausmalung der von Wendebourg entworfenen Kapelle in Bodenwerder 1910: Ausmalung von Wendebourgs Kapelle in Apensen 1910: Ausmalung von Wendebourgs Kapelle in Hannover-Limmer 1911: Ausmalung von Wendebourgs Sakralbau in Wülfel; die Matthäikirche wurde jedoch 1943 durch eine Bombe zerstörtErnst Wehr: Auf der Website der Matthäikirchengemeinde Hannover-Wülfel, abgerufen am 26. September 2014. 1911: Ausmalung der Lutherkirche in Soltau; die Arbeiten wurden jedoch 1958 bei einer Innenrenovierung beseitigtHannoversche Geschichtsblätter, Bände 35–38, 1981, S. 210. zwischen 1911 und 1913: Ausmalung der Kirche in Deiensen 1912: Kirche in Römstedt 1913: Kirche in Hoyel 1913: Kirche in Salzderhelden 1913: Kirche in Wittingen 1914: Egestorf am Deister bei Barsinghausen 1914: Binnen 1914: Laatzen 1915: Kapelle in Rethen

Kochs Malereien in St. Alexander in Willershausen (Kalefeld) sind erhalten.Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bremen Niedersachsen. Deutscher Kunstverlag, München 1992, S. 1375.

Literatur Stefanie Lindemeier: Die ausführenden Kunst- und Kirchenmaler, sowie Kurzbiographie Koch, Friedrich, in dies.: Studien zur Restaurierungsgeschichte mittelalterlicher Gewölbe – und Wandmalereien im Gebiet des heutigen Niedersachsen : Darstellung von historischen Methoden, Technikem und Materialien, Dissertation 2009 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden, Band 2 (Textband), passim, v. a. S. 313–314; Digitalisat der Hochschule für Bildende Künste Dresden

Weblinks

Einzelnachweise

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