Johannes Müller (* 22. März 1969 in Dresden; † 20. Mai 2026) war ein deutscher Politiker (NPD, Freie Sachsen) und Arzt.

Leben Nach dem Abitur 1987 absolvierte Müller bis 1989 den Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee (NVA). Er studierte von 1989 bis 1995 Humanmedizin an der Humboldt-Universität zu Berlin und der Medizinischen Fakultät der TU Dresden. Nach der Zeit als Arzt im Praktikum wurde er 1997 als Arzt appbrobiert. 2003 wurde Müller promoviert. Er wurde 2006 Facharzt für Innere Medizin und Allgemeinmedizin und war ab 2010 in Niederlassung in Sebnitz tätig.

Politische Karriere Von 1988 bis 1992 war er Mitglied der CDUD bzw. ab 1990 der CDU,Die Welt: Herr Müller von der NPD, 25. September 2004, abgerufen am 1. Juli 2022. 1998 schloss er sich der NPD an. Seit 1999 war Müller für die NPD Kreisvorsitzender in der Sächsischen Schweiz, Mitglied im Stadtrat von Sebnitz sowie Fraktionsvorsitzender der Fraktion im Kreisrat Sächsische Schweiz. Von 2004 bis 2014 war Müller Mitglied sowie stellvertretender NPD-Fraktionsvorsitzender im sächsischen Landtag. Nach dem Unfalltod von Uwe Leichsenring übernahm er zusätzlich dessen Funktion als Parlamentarischer Geschäftsführer.

Am 21. Januar 2005 verließ Müller zusammen mit der gesamten NPD-Fraktion den sächsischen Landtag, um nicht an einer Gedenkminute für die Opfer des nationalsozialistischen Terrors teilnehmen zu müssen.

Müller kandidierte im Mai 2008 nach dem Rücktritt von Georg Milbradt für das Amt des sächsischen Ministerpräsidenten. Er erhielt elf Stimmen und damit drei mehr als die NPD-Fraktion Sitze hatte, möglicherweise von jenen drei ehemaligen NPD-Abgeordneten, die zum Zeitpunkt der Abstimmung parteilos waren. Müller war 2009, 2010 und 2012 Mitglied der Bundesversammlung.Die Bundesversammlungen seit 1949 – Dokumentation, Website des Deutschen Bundestages, abgerufen am 7. Januar 2019.

Nach dem Rücktritt von Holger Apfel als Fraktionsvorsitzender übernahm Müller kommissarisch den Vorsitz der NPD-Fraktion.Holger Apfel vom Fraktionsvorsitz zugerückgetreten vom 19. Dezember 2013. Mit dem Ausscheiden der NPD aus dem Landtag bei der Landtagswahl in Sachsen 2014 verlor er sein Abgeordnetenmandat.

Nach eigenen Angaben verließ Müller 2018 die Partei und kandidierte 2019 als parteiloser Direktkandidat ohne Erfolg für den Wahlkreis 51 (Sächsische Schweiz) des sächsischen Landtags.

Bei den Kommunalwahlen in Sachsen 2024 kandidierte Johannes Müller im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge für die rechtsextremen Freien Sachsen. Er erlangte eines von drei Mandaten der Freien Sachsen im Kreistag. Bis zu seinem Tod am 20. Mai 2026 im Alter von 57 Jahren war er zudem Stadtrat in Sebnitz.

Literatur Andreas Holzapfel (Hrsg.): Sächsischer Landtag: 5. Wahlperiode 2009-2014 (Volkshandbuch), 2. Auflage, Stand 10. März 2012, Neue Darmstädter Verlagsanstalt, Rheinbreitbach 2012, ISBN 978-3-87576-704-9, S. 104.

Weblinks

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Einzelnachweise

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