mini|Kriegerdenkmal Burgbernheim (1925) mini|Pfarrkirche St. Sebaldus (1935) mini|hochkant|Rathaus Greding (um 1700, 1937) mini|Pfarrhaus St. Bonifaz, Bad Windsheim (1939) mini|Pellerhaus (1957) mini|Mehrfamilienhaus Frommannstraße 1 (1958) Fritz Mayer (* 17. April 1889 in Windsheim; † 30. November 1964 in Nürnberg) war ein deutscher Architekt und Fachschullehrer.
Leben Nach einer Steinmetzlehre und anschließenden Wanderjahren studierte Mayer an der Baugewerkschule Augsburg und der Bauschule des Technikums Nürnberg, 1913 bestand er die Abschlussprüfung in Nürnberg. An der Nachfolgerin der Nürnberger Bauschule, der Höheren Technischen Staatslehranstalt Nürnberg, hatte er später von 1919 bis 1924 einen Lehrauftrag.
Seit 1925 arbeitete er als freischaffender Architekt in Nürnberg. Mayer errichtete zahlreiche Kirchen und Profanbauten in Nürnberg und Umgebung. Bis auf die erste Kirche St. Anna in Haig, die er als Einraumkirche modern gestaltete, sind seine Bauten mit ihren konservativen Formen zum großen Teil dem Heimatschutzstil zuzuordnen. Als bedeutsam gilt insbesondere die Ehrenhalle Fritz Mayers für die im Ersten Weltkrieg als Soldaten getöteten Männer Nürnbergs vom Ende der 1920er Jahre im Luitpoldhain, deren neoklassizistischer Baustil Motive der Planungen für das Reichsparteitagsgelände vorwegnimmt.
In der Nachkriegszeit war Mayer maßgeblich am Wiederaufbau Nürnbergs beteiligt. Im Nachkriegs-Werk Fritz Mayers wird der Umbau des Pellerhauses als Stadtbibliothek und Archiv mit der Integration von Neubauelementen ohne Nachahmung verlorener Teile in eine Reihe mit Aufbauarbeiten von Hans Döllgast und Rudolf Schwarz gestellt. Mayer übernahm beim Pellerhaus Keller, Erdgeschoss sowie Teile des Innenhofes des Renaissancebaues und ergänzte einen stark vertikal gegliederten Archivbau mit markanten Bogenabschlüssen. Die Magazinräume des Archivs weisen dabei nur eine Raumhöhe von 2,20 m auf. Rechts daneben wurde ein komplett neuerrichteter Gebäudeteil in strengeren Formen angesetzt.Adrian von Buttlar et al.: Denkmalpflege statt Attrappenkult. Birkhäuser, Basel 2010. (online bei google Bücher)
Fritz Mayers Sohn Walter Mayer (1929–1988), der an der Technischen Universität Berlin bei Peter Poelzig promovierte, lehrte seit 1972 als Professor am Fachbereich Architektur der Fachhochschule Nürnberg, die aus der Bauschule bzw. der Höheren Technischen Staatslehranstalt hervorgegangen war.
Bauten und Projekte Nürnberg 1928: Ursprungsbau des Theresienkrankenhauses an der Mommsenstraße 1928–1930: Ehrenhalle im LuitpoldhainListe der Baudenkmäler in Nürnberg 1934–1935: Katholische Pfarrkirche St. Sebaldus, Von-Soden-Straße 26 1935–1936: Gästehaus der NSDAP Bahnhofstraße 5 / Gleißbühlstraße 20 (mit Woldemar Brinkmann)Richard Woditsch (Hrsg.): Architekturführer Nürnberg. DOM publischeres, Berlin 2021, ISBN 978-3-86922-276-9, S. 82. 1935–1937: katholische Pfarrkirche Heilig Kreuz, Zirndorfer Straße 20 (erweitert 1967/1968 durch Walter Mayer)Liste der Sakralbauten in Nürnberg 1936: eigenes Wohnhaus, Bothmerstraße 2Der Baumeister, Heft 5–6/1943Richard Woditsch (Hrsg.): Architekturführer Nürnberg. DOM publischeres, Berlin 2021, ISBN 978-3-86922-276-9, S. 293. 1936: katholische Kirche St. Konrad in Schniegling, Schnieglinger Straße 292 (Wiederaufbau 1955) 1936–1937: katholische Kirche Heilig-Kreuz in Gebersdorf 1937: Bürgerhaus, Oedenberger Straße 34 1939: Ensemble aus Wohn- und Atelierhaus für Hermann Gradl und Wohnhaus Welscher, Teutonenstraße 43–45 vor 1943: Pförtnerhaus zum Friedhof St. Jobst, Sulzbacher Straße vor 1945: Wohnbebauung Winklerstraße vor 1945: Wohnhaus Neutorgraben vor 1945: Witwen- und Waisenkasse / Beamtenversicherung, Hauptmarkt nach 1945: Wiederaufbau des Egidienplatzes (mit Walter Mayer) 1948–1949: Wiederaufbau des Gemeindehauses der Reformations-Gedächtnis-Kirche, Berliner Platz 20 1948–1950: Wiederaufbau des ehemaligen Franziskanerklosters St. Ludwig in Gibitzenhof, Straßburger Straße 12 1951–1952: Rekonstruktion der Satzinger Mühle, Kirchenberg 1 (mit Walter Mayer) 1956: Kirche St. Georg (mit Alfons Abel) 1956–1957: Neubau der Stadtbibliothek, Pellerhaus (mit Walter Mayer) 1957–1958: Wiederaufbau der evang.-luth. Reformations-Gedächtnis-Kirche, Berliner Platz 11Richard Woditsch (Hrsg.): Architekturführer Nürnberg. DOM publischeres, Berlin 2021, ISBN 978-3-86922-276-9, S. 98. 1958: Mehrfamilienhaus, Frommannstraße 1 (mit Walter Mayer) 1958: Spital-Apotheke an der Museumsbrücke 1963: Erweiterungsbau der Klinik Hallerwiese (mit Walter Mayer)
Umgebung 1927–1929: katholische Filialkirche St. Anna in Haig 1925: Kriegerdenkmal auf dem Kapellenberg bei Burgbernheim (mit Bildhauer Herzog) 1933–1935: katholische Pfarrkirche St. Margaretha in Heroldsberg 1935–1937: Umbau des Rathauses in GredingListe der Baudenkmäler in Greding 1936–1937: Sparkasse in Neustadt an der Aisch 1938–1939: katholische Pfarrkirche St. Bonifaz mit Pfarrhaus in Bad Windsheim, Metzgergasse 53Liste der Baudenkmäler in Bad Windsheim 1939: Pfarrhaus mit Schulsaal in Eschenbach vor 1943: Umbau der Sparkasse in Emskirchen
Auszeichnungen 1958: Kulturpreis der Stadt Nürnberg
Literatur Fritz Traugott Schulz (Einleitung): Fritz Mayer. (= Neue Werkkunst) Friedrich Ernst Hübsch Verlag, Berlin / Leipzig / Wien 1930. Wilhelm Schlegtendal: Arbeiten des Architekten Fritz Mayer – Nürnberg. In: Der Baumeister, Heft 5–6/1943.
Weblinks Auf den Spuren der Architekten Fritz und Walter Mayer Heinz Schmeißner zum 100. Geburtstag (S. 34)
Einzelnachweise
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