General Custers letzte Schlacht (Originaltitel: Son of the Morning Star) ist ein zweiteiliger US-amerikanischer Western aus dem Jahr 1991, der unter der Regie von Mike Robe für das Fernsehen gedreht wurde.

Der Mehrteiler basiert auf dem gleichnamigen Roman von Evan S. Connell, er gilt unter Historikern als die präziseste Darstellung der Schlacht am Little Bighorn und den Ereignissen, die zu ihr führen (plus einer Charakterstudie des Generals). Das Werk nutzt eine duale Perspektive, um ein möglichst ausgewogenes Bild der damaligen Ereignisse zu zeichnen:

Die Beweggründe der US-Armee und Custers Privatleben werden durch die Erzählungen von Custers Ehefrau vermittelt. Die Perspektive der amerikanischen Ureinwohner wird dem Zuschauer durch eine Cheyenne-Squaw dargelegt.

Der Film thematisiert den Höhepunkt der Indianerkriege und die zunehmenden Spannungen zwischen Washington und den Stämmen der Sioux, Cheyenne und Arapaho, die sich im ausgehenden 19. Jahrhundert gegen ihre gewaltsame Umsiedlung in Reservate und die räuberische Landnahme in den für sie als heilig geltenden Black Hills zur Wehr setzten. Custer war unter den Indianern auch als „Son of the Morning Star“ bekannt, da er ihre Dörfer gerne am frühen Morgen angriff, als man darauf am wenigsten vorbereitet war. Gezeigt wird Custers rastloser Ehrgeiz und sein Streben nach Ruhm, was ihn öfters in Konflikt mit seinen Vorgesetzten und ihm unterstellten Offizieren (wie z. B. Major Reno und Captain Benteen) bringt. Der Höhepunkt ist die detaillierte Darstellung des 25. Juni 1876. Custer unterschätzt die Stärke seiner indianischen Gegner unter Crazy Horse und Sitting Bull. Ein Bataillon des 7th US-Cavallery Regiments unter Custers persönlichem Kommando wird dabei fast vollständig aufgerieben.

In den Hauptrollen spielten Gary Cole, Rodney A. Grant und Rosanna Arquette.

Handlung Man schreibt das Jahr 1876: Der Film beginnt an den Ufern des Little Bighorn River, wenige Stunden nach dem von den Indianern verübten Massaker an General Custers Reiterabteilung. Die Truppen unter General Terry und Colonel Gibbon finden ein riesiges verlassenes Indianerlager vor, als plötzlich drei staubbedeckte Reiter heransprengen. Es handelt sich dabei um Major Marcus Reno, Captain Frederick Benteen und einen Scout der 7. Kavallerie, die unter dem Kommando von Oberstleutnant George Armstrong Custer standen und als eine der wenigen das Massaker am Custer Hill überlebt haben. Sie melden, dass sie schon seit Tagen nichts mehr von ihm und seinem Bataillon gehört haben, dass Fehler gemacht wurden und etwas Schlimmes mit ihnen passiert sein muss. Auf Befehl von General Terry werden sie umgehend abkommandiert, um Custers Abteilung zu suchen. Zu ihrer Bestürzung finden sie bald danach die überall verstreuten und ausgeplünderten Leichen von Custer und seinen Männern in den Hügeln nahe dem Flussufer vor; die Soldaten wurden dort offensichtlich von den Indianern eingekesselt und niedergemacht.

In Rückblenden wird danach Custers Werdegang durch seine – ihm sehr ergebenen – Frau Elisabeth (Libby) nachgezeichnet. Ihre Erzählung setzt in der Zeit der Kansas-Kampagne Mitte der 1860er Jahre – noch während des amerikanischen Bürgerkrieges ein. Die junge Cheyenne Kate Bighead, deren Wege sich im Lauf der Handlung mehrfach mit denen von Custer kreuzen, schildert u. a. die Ereignisse rund um das Fetterman-Massaker und der Schlacht am Washita-Fluss. Der Sioux-Häuptling Crazy Horse lockt dabei eine Abteilung der US-Kavallerie in einem Hinterhalt und reibt sie auf. Dieser Affront schockt die ganze Nation; der draufgängerische, im Volk sehr populäre General und Kriegsheld George Custer soll die Aufständischen wieder zur Raison bringen. Doch dann wird in den Black Hills Gold gefunden, Goldsucher überschwemmen das Land, die daraufhin von den Indianern gehetzt und getötet werden. Die 7. Kavallerie und andere US-Einheiten rücken zu einer großangelegten Strafexpedition aus, doch die noch frei lebenden Präriestämme wollen sich nicht kampflos in die Reservate deportieren lassen. Unter der Führung von Crazy Horse und Sitting Bull schließen sie sich zum letzten Widerstand gegen die Weißen zusammen. Ein gnadenloser Kampf gegen die Sioux und ihre Verbündeten beginnt.

Alle diese Ereignisse führen zur Schlacht am Little Bighorn am 25. Juni 1876. Wegen seiner falschen Lagebeurteilung werden Custer und fünf Kompanien seines Regiments von den Kriegern der Sioux und Cheyenne unter Crazy Horse überrannt und bis auf den letzten Mann getötet. Nur die Abteilungen unter Major Reno und Captain Benteen entgehen der Vernichtung. Nach der Schlacht plündern die Indianer die Toten aus und gehen bald wieder getrennt ihrer Wege. Sitting Bull flieht nach Kanada ins Exil, viele der Indianer hoffen indessen durch die Geistertanzbewegung die alten Zeiten wieder heraufzubeschwören und damit auch die Weißen vertreiben zu können, während Crazy Horse noch sechs Monate lang den Kampf alleine fortführt. In Fort Robinson ergibt er sich schließlich und wird dort von einem Soldaten mit einem Bajonettstich getötet, als er sich weigert, sich in einem Gefängnis einsperren zu lassen, und fliehen will. Sitting Bull kehrt nach einigen Jahren im Exil wieder in seine Heimat zurück, wird aber wenig später von der Indianerpolizei erschossen. Damit enden die Indianerkriege in den USA.

Auszeichnungen (Auswahl) Der Film wurde bei der Primetime-Emmy-Verleihung 1991 in vier Kategorien ausgezeichnet.

Weblinks

Television Heaven, Reviews, Histories, Biographies: Son of the Morning Star 1991 - United States YOU TUBE: Son of the Morning Star" (1991) – Mini-Serie (englisch)

Kategorie:Filmtitel 1991 Kategorie:Western Kategorie:Fernsehfilm (American Broadcasting Company) Kategorie:US-amerikanischer Film Kategorie:Literaturverfilmung Kategorie:George Armstrong Custer