mini|Elvira Lantenhammer im Atelier (2019), fotografiert von Anja Behrens Gertrude Elvira Lantenhammer (* 9. November 1956 in Altötting) ist eine deutsche Malerin und Künstlerin. Sie arbeitet und lebt in Homburg am Main.

Leben Elvira Lantenhammer wurde 1956 in Altötting geboren. Sie absolvierte von 1976 bis 1979 eine Ausbildung zur Restauratorin. Anschließend begann sie ab 1980 ein Studium der Malerei bei Jürgen Reipka und Heinz Butz an der Akademie der Bildenden Künste in München an.

Seit 1998 ist Schloss Homburg am Main Lantenhammers Lebensmittelpunkt. Dort rief sie das Kunstprojekt „Kunst in Schloss Homburg“ ins Leben und schuf damit im unterfränkischen Winzerdorf Homburg am Main eine Plattform für zeitgenössische Kunst, u. a. lädt sie Künstlerkollegen aus ihrem internationalen Künstlernetzwerk zu Präsentationen innerhalb der offenen Ateliertage ein und kuratiert größere Ausstellungen, wie z. B. mainseits (2008) und den Kunstsommer (2011) mit Künstlern aus Deutschland, italien, Österreich und USA. Mit der Free International University und U We Claus, einem der Mitbegründer der FIU, Schüler und langjährigem Assistenten von Joseph Beuys pflegt sie eine lebendige Kooperation. Im Jahr 2021, dem Jubiläumsjahr von Beuys, wurde die „Eiche zu Ehren von Joseph Beuys“ unterhalb des Schlosses gepflanzt. Lantenhammer veranstaltet alljährlich die „Sommerakademie Schloss Homburg“, in der kunsthistorische, philosophische Lectures ebenso zu finden sind wie verschiedene Kurse und Veranstaltungen zu den Schwerpunkten Malerei, Zeichnung und Performance.

Elvira Lantenhammer ist Mitglied des Internationalen Künstlergremiums und des Deutschen Künstlerbundes.mini|Lageplan Atelier von Elvira Lantenhammer

Werk Lageplan (siteplan) ist der Sammelbegriff für Elvira Lantenhammers abstrakten Werke. 1996 entwickelt die Künstlerin diesen Begriff für sich. Ganz im Gegensatz zu der traditionellen Malerei, die es seit Jahrhunderten zum Ziel hat die dreidimensionale Realität auf eine zweidimensionale Fläche zu bannen, überträgt Lantenhammer die Dreidimensionalität in ihr Medium und betont die Flächigkeit der Bilder. Der Begriff des Lageplans ist folglich im übertragenen Sinne zu verstehen. Die Topografie eines Ortes wird für gewöhnlich auf einer Landkarte in symbolhaften Zeichen visualisiert. Lantenhammer geht es aber um die Wirkung eines Ortes. Im Vordergrund steht das innere Erleben und das Erspüren eines Ortes und weniger das reale Dasein und die genaue Vermessung. Ihre Lagepläne bilden Orte des Geistes oder der Mythologie oder konkrete Orte ab. Manche Orte hält die Künstlerin als persönliche Topografien der Erinnerung fest, wie etwa die Lagepläne ihrer Heimatstadt Altötting.

Artist-in-residencies, Arbeitsaufenthalte verbunden mit Stipendien - in Bremerhaven; Sofia, Bulgarien; VCCA Virginia, USA; Baruch, Indien; Otsu, Japan - inspirierten sie zu folgenden Werkserien: "Bremerhaven Siteplan", "Bulgarian Siteplan", "Virginian Siteplan", “Siteplan Sadiq's House”, "Japanese Siteplan".

Lantenhammer bewegt sich in der Tradition der Farbfeldmalerei, wie sie aus den USA nach dem Zweiten Weltkrieg durch Vertreter wie Barnett Newman, Mark Rothko und Clyfford Still bekannt ist. Mittlerweile folgt sie ihrem ganz eigenen Weg der Farbfeldmalerei, der insbesondere von ihrer Beschäftigung mit östlicher Philosophie und dem Zen-Buddhismus geprägt ist, und untersucht ausgehend von der Beschäftigung mit der Farbmaterie und der handwerklichen Anwendung die Wirkung von Farbe. Ihre Bilder teilt sie meist in geometrische Flächen auf und baut sie aus zahlreichen fein abgestimmten oder in kühnen Komplementärkontrasten übereinander aufgetragenen Farbschichten auf. Die Farbklänge und ihr Miteinander geben die emotionalen und energetischen Qualitäten des Ortes wieder. In Bildserien kann trotz des gleichen Farbklanges durch unterschiedliche Wechselwirkungen der Farbeindruck eines Ortes stark variieren. Durch Ansetzen einer oder mehrerer weiterer Leinwände können wandfüllende Panoramen entstehen.

Der Lageplan ist ein „Aktionsraster“, das sich durch Offenheit auszeichnet und den Farben neue Räume erobert. Für die Malerin bieten sich immer neue Herausforderungen, und für den Betrachter. Das Werk ist eine Position zwischen Abstraktion und Konkreter Kunst in Malerei, Plastik und Installation.

Auszeichnungen 2023: Pollock-Krasner-Stipendium, New York, USA 2023: a.i.r. Centre d’Art Le Manoir, Mouthier Haute Pierre, Frankreich 2020: Kulturpreis der Stadt Würzburg 2017: a.i.r. Itoshima/Otsu, Japan 2017: a.i.r. Bharuch, Lecture Universität Baroda, Indien 2015: a.i.r. VCCA, Virginia, USA 2014: a.i.r Bulgarien, GEDOK München 2013: Paul-Ernst-Wilke Stipendium, Bremerhaven 2011: Kulturfonds des Bayerischen Staates, München 2008: Projektförderung aus dem Kulturfonds des Bayerischen Staates 2000: Atelierstipendium des Bayerischen Staates 1994: Debütanten, Kunstförderpreis des Bayerischen Staates für Wissenschaft, Forschung und Kunst, München

Werke in öffentlichen Sammlungen Banque LBLux, Luxemburg Bayerische Landesanstalt für Wein - und Gartenbau, Würzburg Bayerische Staatsgemäldesammlung, München Bayerisches Staatsministerium für Sozialordnung, Familie und Frauen, München Bereitschaftspolizei Würzburg Bund Deutscher Psychologen, Bonn Fachhochschule Ansbach Fachhochschule Schweinfurt Fachhochschule Würzburg Industrie- und Handelskammer Würzburg Justizvollzugsanstalt Würzburg Landratsamt Dachau Museum im Kulturspeicher, Würzburg Neue Pinakothek, München Otsu City Hall, Otsu, Japan Schlossmuseum Aschaffenburg Stadt Altötting Stadt Burghausen Städtisches Bauamt Würzburg Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbauer, Frankfurt a. M. Vermessungsamt Aschaffenburg

Ausstellungen

Einzelausstellungen (Auswahl)

2023: Inge Jakobsen I Elvira Lantenhammer, Neue Galerie Landshut, Landshut 2020: show it again … Color Siteplan, Neuer Kunstverein Aschaffenburg 2019: COLOR SITEPLAN, BOK Offenbach 2019: Farbenplan, Galerie DeutschOrdensSchloss, Münnerstadt 2018: Kakemono – Japanese Siteplan, Siebold-Museum Würzburg 2017: Kakemono – Japanese Siteplan, Window Gallery, Seian University, Otsu, Japan 2016: Lagepläne, ABC Westside Galerie, München 2016: Siteplans, Kunstverein Bayreuth 2016: Virginian Siteplans, Kunstverein Würzburg 2015: siteplan Bulgaria, Galerie GEDOK, München 2015: siteplan Bulgaria, Galerie concrete cologne, Köln 2014: Siteplans Bulgaria, pressart, Sofia, Bulgarien 2013: Lageplan Bremerhaven, Wilke Atelier, Bremerhaven 2013: Lageplan Atlantis, Rom, und Central Park, ZF Friedrichshafen, Schweinfurt 2012: orange zu grau und andere Lagepläne, Klaus Braun, Stuttgart 2011: Lagepläne – by heart!, Galerie Kunstreich, Bern, Schweiz 2011 Offene Lage mit Schrein, Stadt Altötting 2007 Malerei, Plastik, Installation – Gertrude Lantenhammer, Galerie der Bayerische Landesbank, München 2005: Banque LBLux S.A., Luxemburg 2004: Köpfe, Schloss Homburg 2004: Köpfe, Stachowitz, München 2002: Nach innen offen, Installation, HeidelbergCement, Lengfurt 2001: Haus 10, Kloster Fürstenfeld 2000: Lagepläne, IHK, Würzburg 2000: im japanischen Garten, Galerie Kunstsalon Ohm, München 1999: KYOTO, Schloss Homburg 1999: Atlantis, Kyoto, München, Venedig – Lagepläne, Liebenweinturm Burghausen 1998: Lagepläne München und andere, Bezirk Oberbayern, München 1998: Lagepläne Atlantis, Goethe-Institut, München 1998: Lagepläne, Galerie Paleo, Köln 1998: Lagepläne Würzburg – München – Venedig, Orangerie, München 1997: VDMA, Frankfurt a. M. 1997: Lagepläne, Zimmer-Galerie, C.O. Schneider, Frankfurt a. M. 1996: Galerie des KVD, Dachau 1995: Produzentengalerie, Kassel 1995: Galerie im Bürgerhaus, Schwabach 1994: Debütanten Ausstellung 1994, Spitäle, Würzburg

Gruppenausstellungen (Auswahl)

2023: Abstract International, Gallery 7, Athen, Griechenland 2023: Splitting the Square, Abstract Project Gallery, Paris, Frankreich 2022: Kunst aktuell 2022, Städtische Galerie, Rosenheim 2022: Here we are, Kunstverein Familie Montez, Frankfurt a. M. 2022: mapping 3 positions, BBK Galerie im Kulturspeicher, Würzburg 2021: que des femmes ... only women, Satellite Biennale, West projects Blue Mountains, Australien 2021: Domestic Space I Domagk Edition 2, DomagkAteliers, München 2021: Thousand Plateaus, The Brno House of Arts, Brno, Czech Republic 2021: Ein ungeschriebener Roman, Kunstverein Landshut 2021: Still Alive, Deutscher Künstlerbund, Berlin 2021: *innen, Kunstverein Würzburg 2021: Hut ab – Kopf an, Ausstellungsraum Eulengasse, Frankfurt 2021: Plaform Projects, Art Fair, Athen, Griechenland 2020: colored, Augsburg Contemporary, Augsburg 2020: Roter Kunstsalon, Museum Villa Rot, Ulm/Burgrieden, Zweigstelle Berlin 2019: Kunst in den Mai, GEDOK Galerie, München 2019: sixty nifty, Augsburg Contemporary, Augsburg 2018: Domestic Space I Domagk Edition, Halle 50, München 2018: BLACK BOX(ES), Saarländisches Künstlerhaus, Saarbrücken 2018: Domestic Space I Schloss Homburg Edition, Homburg am Main 2018: Domestic Space I Munich Edition, Zweigstelle Berlin, München 2018: abgefahren, Else 2, Bahnhof Münnerstadt 2018: Möbius-Schleife, mit Kathrin Rabenort, Stadtgalerie Bad Soden 2017: Edition, Portfolio Zweigstelle Berlin, Neue Galerie Landshut 2017: Raum(er)greifend / Unruhe – Ordnung, Galerie Basement, Wien, Österreich 2017: THEURER LANTENHAMMER, Spitäle, Würzburg 2017: BLACK BOX(es), Faux Mouvement Centre d’Art Contemporain, Metz, Frankreich 2017: Japanese Siteplans, Gallery Studio Kura, Itoshima, Prefekture Fukuoka, Japan 2017: summer saunter, Galerie Klaus Braun, Stuttgart 2016: Lichte Masse, mit Gunther Gerlach, Villa Sponte, Bremen 2016: FARBLAGEN - Elvira Lantenhammer und Gerhard Scharnhorst, Galerie Klaus Braun, Stuttgart 2016: Similarities and Differences, Viridian Artists Gallery, New York, USA 2015: Arbeiten auf Papier, Galerie Klaus Braun, Stuttgart 2015: beweglich = grün ohne Boden, GEDOK München im Kunstverein Ebersberg 2015: 65. Große Kunstausstellung Bayreuth 2015: sail art, Bremerhaven 2014: AFFILIATES, Viridian Artists Gallery, New York, USA 2014: Reisen, IHK, Würzburg 2013: AFFILIATES - Disconnected Realities, Viridian Artists Gallery, New York City, USA 2013: art Karlsruhe, Galerie Jutta Idelmann 2012: Endings and Beginnings, Viridian Gallery, New York 2012: Schön - eine Bilderauswahl, Galerie Klaus Braun, Stuttgart 2012: Gespräche in marrakesch, Hotel Riad Honey, Marrakesch, Marokko 2011: Logbuch 2011, Galerie Pack of Patches, Jena 2011: Sudoh Gallery Odawara, Japan 2011: Kunst belebt!, Schloss Homburg am Main 2011: C.A.R. Contemporary Art Ruhr, Essen 2011: Kunstmesse Karlsruhe 2010: Turm II, Aussicht auf Vergnügen, Galerie Pack of Patches, Jena 2010: cutlog, Internationale Kunstmesse, Bourse du Commerce, Paris, Frankreich 2010: kunst zürich 2010, Internationale Kunstmesse, Zürich, Schweiz 2009: Lagepläne, Palazzo Ducale, Genua, Italien 2008: mainseits, Kunst in Schloss Homburg, Homburg am Main 2007: innerei, Künstlerforum Bonn 2006: show it again..., Neue Lagepläne, Neuer Kunstverein Aschaffenburg 2005: Heimspiel, Museum im Kulturspeicher, Würzburg 2003: Schloss Schönfeld, Kassel 2001: Stadt-Land-Fluss, Neuer Kunstverein Aschaffenburg 2011: Bayerisches Vermessungsamt, München 2000: Utopien, Artemis-Haus, Frankfurt 1999: Kunstbeirat, Kunstverein Würzburg 1998: Bayerische Kunst unserer Tage, Nationalgalerie, Bratislava Slowakei 1997: Grosse Kunstausstellung, Haus der Kunst, München 1997: Zeige Deinen Engel, Altötting 1997: DOMINO, Städtische Galerie, Würzburg 1996: Galerie im Gang, Bamberg 1996: Tiepolo's Erbe, Otto-Richter-Halle, Würzburg 1995: Eingekreist, Produzentengalerie, Kassel 1994: Diözesan Museum, Limburg a.d. Lahn 1994: Harderbastei, Ingolstadt 1993: Galerie Dresdner Bank, Frankfurt 1993: Schloss Wartensee, St. Gallen, Schweiz

Literatur