350px|mini|Karte der US-Bundesstaaten:Eine schwarze Linie weist auf zwei Senatswahlen in dem jeweiligen Bundesstaat hin, wobei eine Wahl außerplanmäßig ist (Nachwahl)
Die Senatswahlen in den Vereinigten Staaten fanden am 4. November 2014 statt. Insgesamt standen 36 Mandate des US-Senats, der 100 Mitglieder hat, zur Wahl: alle 33 Mandate der Klasse zwei sowie drei Mandate (je eines der Bundesstaaten Oklahoma, Hawaii und South Carolina) von Senatoren, die vorzeitig aus dem Amt geschieden waren. Gewählt wurden die Senatoren per Direktwahl auf sechs Jahre von den Bürgern jenes Bundesstaates, den sie im US-Senat repräsentieren. Die drei Nachrücker wurden nur für die verbleibende Amtszeit der vorigen Senatoren gewählt, bis zur nächsten turnusgemäßen Wahl für diesen Sitz (also für zwei oder vier Jahre). In seiner neuen Zusammensetzung trat der Senat erstmals am 3. Januar 2015 zusammen.
Die parteiinternen Vorwahlen zur Bestimmung der jeweiligen Kandidaten fanden je nach Bundesstaat zwischen März und September 2014 nach unterschiedlichen Verfahren, je nach Wahlrecht des Bundesstaates, statt. Bei der Hauptwahl am 4. November 2014 war (mit Ausnahme Louisianas und Georgias) der Kandidat mit den meisten Stimmen gewählt, in Louisiana und Georgia hätte es eine Stichwahl gegeben, falls bei der Hauptwahl kein Kandidat mehr als 50 % der Stimmen erreicht hätte.
Im vorigen Senat (2012–2014) verfügte die Demokratische Partei, der auch Präsident Barack Obama angehört, über eine Mehrheit von 55 Mandaten, 45 Senatoren waren Republikaner. Viele Beobachter hielten es für völlig offen, welche Partei nach der Senatswahl eine Mehrheit im Senat haben würde.vox.com: Battle for Congress (englisch) Da eine Amtsperiode im Senat sechs Jahre dauert, wurden die 2014 zur Wahl stehenden Amtsträger zuletzt im Jahr 2008 gewählt, als die politische Stimmung sehr zu Gunsten der Demokraten war. Die Demokraten hatten 21 Sitze zu „verteidigen“, die Republikaner nur 15. Nach der Wahl hatten die Republikaner im neuen Senat eine Mehrheit von 54 Sitzen.
Die Senatswahl 2014 markierte außerdem das 100-jährige Jubiläum der direkten Senatswahl. Vor dem 17. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten, der 1914 erstmals allgemein angewandt wurde, wurden die Senatoren von den Parlamenten der Bundesstaaten gewählt, nicht direkt von den Bürgern.
Parallel zu den Senatswahlen wurde das gesamte US-Repräsentantenhaus neu gewählt. Es waren die Halbzeitwahlen (Midterm elections) in der Mitte von Präsident Obamas zweiter Amtszeit. Auch fanden Gouverneurswahlen, Wahlen zu den Parlamenten der Bundesstaaten und Volksabstimmungen sowie einige Wahlen auf lokaler und kommunaler Ebene statt.
Zu Veränderungen nach der Wahl siehe auch Liste der Mitglieder des Senats im 114. Kongress der Vereinigten Staaten.
Gesamtergebnis
Partei Stimmen (Anteil) Sitze zur Wahl(gesamter Senat) Sitze errungen(gesamter Senat) Republikanische Partei 24,631,488 (51,7 %) 15 (45) 24 (54) Demokratische Partei 20,875,493 (43,8 %) 21 (53) 12 (44)
Neue Senatoren
Bundesstaat neuer Senator vorheriger Senator Alaska Dan Sullivan Mark Begich Arkansas Tom Cotton Mark Pryor Colorado Cory Gardner Mark Udall Georgia David Perdue Saxby Chambliss Iowa Joni Ernst Tom Harkin Louisiana Bill Cassidy Mary Landrieu Michigan Gary Peters Carl Levin Montana Steve Daines John Walsh Nebraska Ben Sasse Mike Johanns North Carolina Thom Tillis Kay Hagan South Dakota Mike Rounds Tim Johnson West Virginia Shelley Moore Capito Jay Rockefeller
Senatswahlen nach Bundesstaat
Alabama 100px|mini|links|Jeff Sessions In Alabama bestand bei den Wahlen 2014 ein Sonderstatus: Gegen den republikanischen Amtsinhaber Jeff Sessions wurde kein Demokrat aufgestellt. Im Jahr 2008 konnte er die Wahl in dem stark zu den Republikanern tendierenden Bundesstaat mit 63 Prozent gewinnen, obgleich in diesem Jahr die nationale Stimmung deutlich zu Gunsten der Demokraten war. Es ist die einzige Senatswahl ohne Gegenkandidaten, und Sessions erhielt dementsprechend beinahe alle Stimmen.
Partei Kandidat Stimmen Anteil Republikanische Partei Jeff Sessions (im Amt) 795.606 97,25 % Andere Andere 22.484 2,75 %
Alaska 100px|mini|links|Dan Sullivan Die Demokraten stellten den damals amtierenden Senator Mark Begich zur Wiederwahl auf, nachdem dieser in der Wahl 2008 den langjährigen Republikanischen Senator Ted Stevens besiegt hatte, wenn auch mit einem knappen Ergebnis. Dan Sullivan konnte selbst gegen seinen demokratischen Konkurrenten nur knapp siegen.
Partei Kandidat Stimmen Anteil Republikanische Partei Dan Sullivan (neuer Amtsträger) 134.445 47,69 % Demokratische Partei Mark Begich (vormals im Amt) 129.431 45,83 % Libertarian Party Mark Fish 10.521 3,72 % Andere Andere 7.012 2,49 %
Arkansas 100px|mini|links|Tom Cotton Senator Mark Pryor bewarb sich um die Wiederwahl. Sein Konkurrent aus den Reihen der Republikanischen Partei war der Abgeordnete aus dem Repräsentantenhaus Tom Cotton. Da die Wählerschaft in Arkansas üblicherweise mehr zu den Republikanern tendiert, konnten beide Kandidaten mehrere Umfragen anführen. Letztendlich gewann Cotton klar mit mehr als 56 % der Stimmen gegen Amtsinhaber Pryor.
Partei Kandidat Stimmen Anteil Republikanische Partei Tom Cotton (neuer Amtsträger) 478.819 56,5 % Demokratische Partei Mark Pryor (vormals im Amt) 334.174 39,43 % Libertarian Party Nathan LaFrance 17.210 2,03 % Green Party Mark Swaney 16.797 1,98 % Andere Andere 505 0,06 %
Colorado 100px|mini|links|Mark Udall 100px|mini|Cory Gardner Mark Udall, der erstmals 2008 in sein Amt als Senator gewählt wurde, kandidierte für eine zweite Amtsperiode. Die Demokraten nominierten ihn dafür einstimmig. Er wurde durch den Republikaner Cory Gardner herausgefordert, der damals Abgeordneter im Repräsentantenhaus war. Der Wahlausgang wurde als relativ offen angesehen, Senator Udall konnte jedoch in den meisten Umfragen recht knapp anführen. Letztendlich gewann jedoch sein Herausforderer Gardner mit 48,2 % die Wahl.
Partei Kandidat Stimmen Anteil Republikanische Partei Cory Gardner (neuer Amtsträger) 983.891 48,21 % Demokratische Partei Mark Udall (vormals im Amt) 944.203 46,26 % Libertarian Party Gaylon Kent 52.876 2,59 % Unity Party Bill Hammons 6.427 0,31 % Andere Andere 53.623 2,29 %
Delaware 100px|mini|links|Cris Coons Der amtierende Senator Chris Coons, Mitglied der Demokratischen Partei, gewann 2010 die außerordentliche Wahl für das Amt des Senators für Delaware, nachdem der bisherige Amtsinhaber Joe Biden im Jahr zuvor US-Vizepräsident wurde. Bei der Wahl von 2014 musste sich Coons erstmals einer regulären Wahl stellen. Sein Herausforderer war der Republikaner Kevin Wade. Wade, ein Geschäftsmann, kandidierte schon 2012 vergebens für den anderen Senatssitz aus Delaware. Die meisten politischen Beobachter erwarteten einen Sieg von Senator Coons. Dieser gewann dann auch mit fast 56 % der Stimmen.
Georgia 100px|mini|links|David Perdue 100px|mini|Michelle Nunn Der amtierende Senator Saxby Chambliss von der Republikanischen Partei schloss Anfang des Jahres 2013 eine Wiederwahl aus Altersgründen aus. Um seine Nachfolge bewarben sich für die Republikaner der Unternehmer David Perdue, während die Demokraten Michelle Nunn aufstellten. Laut Umfragen war der Wahlausgang ungewiss. Am Ende gewann Perdue deutlich.
Hawaii (Außerordentliche Wahl)
100px|mini|links|Brian Schatz 100px|mini|Campbell Cavasso In Hawaii stand erstmals der Sitz des früheren Senators Daniel Inouye zur Wahl. Inouye, der seinen Bundesstaat seit 1963 im US-Senat vertrat, war Ende 2012 verstorben. Zu seinem Nachfolger ernannte Gouverneur Neil Abercrombie seinen Vizegouverneur Brian Schatz (was zu Kontroversen führte, da Inouye einen anderen Wunschkandidaten hatte). Zu seinem Herausforderer nominierten die Republikaner den früheren Staatsabgeordneten Campbell Cavasso. Brian Schatz geht als Favorit in die Wahl. Er gewann letztendlich mit fast 70 % der Stimmen sehr deutlich.
Idaho 100px|mini|links|Jim Risch Jim Risch, der republikanische Amtsinhaber, kandidierte für eine zweite Amtsperiode. Sein Gegner war der Demokrat Nels Mitchell, ein Staatsanwalt aus Boise. Mitchell wurden allenfalls Außenseiterchancen eingeräumt, diese Wahl für sich zu entscheiden. Risch gewann jedoch mit über 65 % deutlich.
Illinois 100px|mini|links|Dick Durbin In Illinois kandidierte Amtsinhaber Dick Durbin, der auch das Amt des stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden (Whip) ausübt, für eine vierte Amtszeit. Die Republikaner nominierten den Staatssenator Jim Oberweis zum Herausforderer Durbins. In dem Bundesstaat, der mehr zu den Demokraten neigt, wurde Durbin als Favorit für die Wahl angesehen. Er gewann die Wahl am Ende mit mehr als zehn Prozentpunkten Vorsprung.
Iowa 100px|mini|links|Bruce Braley 100px|mini|Joni Ernst Der demokratische Amtsinhaber Tom Harkin, der seinen Bundesstaat seit 1985 im Senat vertrat, verzichtete aus Altersgründen auf eine neuerliche Kandidatur. Für die Demokraten kandidierte der Abgeordnete aus dem Repräsentantenhaus Bruce Braley für Harkins Nachfolge. Aus den Reihen der Republikanischen Partei wurde die Staatssenatorin Joni Ernst aufgestellt. Die meisten politischen Beobachter sahen ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Ernst gewann die Wahl mit deutlichem Vorsprung.
Kansas 100px|mini|links|Pat Roberts Die Senatswahl in Kansas war von einer Besonderheit geprägt, da der demokratische Bewerber Chad Taylor seine Kandidatur zurückzog. Für die Republikaner kandidierte Amtsinhaber Pat Roberts. Sein schärfster Konkurrent war der parteilose Kandidat Greg Orman, ein Unternehmer. Politische Analytiker stuften das Rennen besonders durch den Verzicht der Demokraten auf eine Bewerbung als völlig offen an. Des Weiteren kandidierte noch für die Libertarian Party Randall Batson, dem aber kaum Chancen eingeräumt wurden. Roberts gewann die Wahl mit knapp mehr als 53 %.
Kentucky 100px|mini|links|Mitch McConnell 100px|mini|Alison Lundergan Grimes Die Senatswahl von Kentucky war von besonderem medialen Interesse, da sich dort der republikanische Fraktionschef Mitch McConnell um eine Wiederwahl bemühte. Da McConnells Zustimmungswerte zuletzt erheblich sanken, hatte er in Kentuckys Staatsministerin, der Demokratin Alison Lundergan Grimes, ungewöhnlich starke Konkurrenz gefunden. Der Wahlausgang wurde als völlig offen angesehen. Letztendlich gewann McConnell die Wahl jedoch mit mehr als 16 Prozentpunkten deutlich.
Louisiana 100px|mini|links|Mary Landrieu 100px|mini|Bill Cassidy Die seit 1997 im Senat vertretene Mary Landrieu von den Demokraten kandidierte für eine vierte Wahlperiode. Ihr republikanischer Gegenkandidat war der Abgeordnete aus dem Repräsentantenhaus Bill Cassidy. Beide Kandidaten konnten Umfragen bereits anführen. Landrieu verlor die Wahl gegen Cassidy. Dieser erhielt fast 56 % der Stimmen.
Maine 100px|mini|links|Susan Collins 100px|mini|Shenna Bellows Susan Collins, die für die Republikaner im Senat saß, wurde von ihrer Partei zur Wiederwahl nominiert. Sie sah sich Gewerkschafterin Shenna Bellows von den Demokraten gegenüber. Obwohl die Demokraten in Maine üblicherweise dominanter sind, sahen Umfragen einen klaren Vorsprung für Collins. Collins gewann die Wahl am Ende mit mehr als 68 % der Stimmen.
Massachusetts 100px|mini|links|Ed Markey Der demokratische Senator Ed Markey gewann im Jahr 2013 eine Sonderwahl für seinen Sitz, den zuvor John Kerry innehatte. Nachdem US-Präsident Barack Obama Kerry zum Außenminister ernannte, trat dieser zurück. Im Jahr 2014 stand die nächste turnusgemäße Wahl für dieses Mandat an. Markeys republikanischer Herausforderer war der Kommunalpolitiker Brian Herr, dem jedoch allenfalls Außenseiterchancen auf einen Sieg eingeräumt werden. Markey gewann die Wahl mit fast 62 %.
Michigan 100px|mini|links|Gary Peters 100px|mini|Terri Lynn Land