Der Militärflugplatz Tschernjachowsk () ist ein Stützpunkt der russischen Seeflieger der Baltischen Flotte. Er liegt im südwestlichen Zipfel der Stadt Tschernjachowsk/Insterburg im Rajon Tschernjachowsk des Oblast Kaliningrad.
Der Militärflugplatz entstand in den 1930er Jahren für die Luftwaffe der Wehrmacht als Fliegerhorst Insterburg im damaligen Ostpreußen.
Nach der 1945 erfolgten Angliederung des nördlichen Ostpreußens an die damalige RSFSR diente das Areal bis heute als Militärflugplatz. Hier war zuletzt das mit je einer Staffel Suchoi Su-24 und Suchoi Su-30 ausgerüstete 4. Garde-Marinefliegerangriffsregiment stationiert, das zur 34. Gemischten Fliegerdivision der Baltischen Flotte gehörte.
Geschichte Der Fliegerhorst wurde Mitte der 1930er Jahre auf dem Gelände eines schon seit 1928 bestehenden Zivilflugplatzes angelegt. Mit dem Einzug der Fliegerhorstkommandantur am 1. Oktober 1936 begann offiziell der militärische Flugbetrieb. An der südlichen Grenze des Fliegerhorstes befanden sich fünf große Flugzeughangars, während ein großer Reparaturhangar westlich des Start- und Landebahn stand. Im Süden waren auch weitere Wirtschafts- und Unterkunftsgebäude vorhanden. Als erste fliegende Einheit war hier, ab Oktober 1936, die Aufklärungsgruppe 111 stationiert. Ab 1939 befand sich die Stuka-Schule Insterburg hier, die später in Stukaschule 1 umbenannt wurde. Auch lag hier seit November 1940 die BFS 7 (Blindflugschule) und später die BFS 9. Von September 1943 bis August 1944 hatte der Jagdfliegerführer Ostpreußen sein Hauptquartier am Platz.Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Germany (1937 Borders), S. 305, abgerufen am 14. März 2024.
Die folgende Tabelle zeigt eine Auflistung ausgesuchter fliegender aktiver Einheiten (ohne Schul- und Ergänzungsverbände) der Luftwaffe der Wehrmacht die hier zwischen 1936 und 1945 stationiert waren.Henry L. deZeng IV: Luftwaffe Airfields 1935–45 Germany (1937 Borders), S. 304–306, abgerufen am 18. September 2014.
Von Bis Einheit AusrüstungOktober 1936September 1937Aufkl.Gr. 111 (Aufklärungsgruppe 111) Heinkel He 45, He 46November 1938April 1939I./St.G. 160 (I. Gruppe des Sturzkampfgeschwaders 160) Henschel Hs 123, Junkers Ju 87BMai 1939Oktober 1939I./St.G. 1 Junkers Ju 87BJuli 1941August 1941II./JG 53 (II. Gruppe des Jagdgeschwaders 53) Messerschmitt Bf 109FSeptember 1941Oktober 1941II./KG 1 (II. Gruppe des Kampfgeschwaders 1) Junkers Ju 88AApril 1942Mai 1942III./KG 1 Junkers Ju 88A-5Januar 1943Juli 1943IV./NJG 5 (IV. Gruppe des Nachtgeschwaders 5) Junkers Ju 88C-6August 1943Mai 1944V./NJG 5 Messerschmitt Bf 110G-4Juli 1944August 1944III./SG 2 (III. Gruppe des Schlachtgeschwaders 2) Junkers Ju 87D-5August 1944September 1944Stab, III./SG 1 Focke-Wulf Fw 190F-8, Fw 190G-8August 1944September 1944I./SG 10 Focke-Wulf Fw 190F-8September 1944Oktober 1944Stab, I./SG 4 Focke-Wulf Fw 190F-8, Fw 190F-3, Fw 190G-8November 1944Januar 1945III./JG 51 Messerschmitt Bf 109G-6, Bf 109G-14Januar 1945Januar 1945Stab, II./JG 1 Focke-Wulff Fw 190A-8
Am 22. Januar 1945 besetzten sowjetische Truppen das Gelände des Fliegerhorstes. Seit 1945 gehört Insterburg, das 1946 in Tschernjachowsk () umbenannt wurde, zur russischen Oblast Kaliningrad.
Einzelnachweise
Tschernjachowsk Tschernjachowsk Tschernjachowsk Kategorie:Erbaut 1936 Tschernjachowsk