Mervans [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Revermont 71. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Mervandiaux genannt.

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur Die Gemeinde liegt im nördlichen Drittel des Arrondissement Louhans eher westlich und liegt 11,15 Kilometer südwestlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 19,3 Kilometer nordnordwestlich von Louhans-Châteaurenaud.

Im Norden grenzt Mervans an La Racineuse, im Nordosten an Dampierre-en-Bresse und im Osten an Serley. Zwischen Dampierre und Serley schiebt sich ein Anhängsel nach Osten bis zu den Gemeinden La Chapelle-Saint-Sauveur im nördlichen und La Chaux im südlichen Grenzbereich. Im Süden liegt die Gemeinde Saint-Germain-du-Bois, im Südwesten Devrouze, im mittleren Westen Diconne und im Nordwesten Serrigny-en-Bresse. Zwischen Serrigny und Diconne schiebt sich ein Ausläufer der Gemeinde Villegaudin, die zum Arrondissement Chalon-sur-Saône gehört, bis an die Grenze von Mervans.

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Ortschaft». Die Bevölkerung lebt zu etwa einem Drittel im Bourg, der Rest in zahlreichen Weilern und Einzelsiedlungen.

Die Gemeinde weist 315 Hektar bewaldete Flächen auf, was 11,0 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 70 % Laubwald, 19 % Eichen- und Buchenwald und 6 % Mischwald. Die Gemeinde ist schwach bewaldet, lediglich im Westen – Grand Bois de Reversey, Bois Brûlé, Bois Landrau – und Süden – Bois de l’Étang-Neuf – finden sich kleinere zusammenhängende Waldflächen. Verstreut im Gemeindegebiet finden sich zudem etwa zehn Pappelplantagen.

In der Gemeinde werden 2077,1 Hektar (etwa 72,2 % des Gemeindegebiets) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei 37,5 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind (Stand: 2024, 2023 erst 6,7 ha). Rund 31 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 6 % wird Raps, auf 18 % wird Weichweizen und auf rund 22 % Körner- und Silomais angebaut.

Gewässer An Stehenden Gewässern finden sich heute im Gemeindegebiet elf benannte Étangs von verhältnismäßig geringer Fläche. Die gesamte Wasserfläche macht weniger als 50 Hektar aus.

Ganz im Norden der Gemeinde, an der Grenze zu La Racineuse liegt der Étang de Jean Mathey. Weiter westlich, im Bois de Roselay liegt der Étang de la Sablonnière. In dem auffälligen östlichen Anhängsel liegt der Étang du Moulin, der zum Teil auf Gemeindegebiet von Serley liegt. Zwei weitere Étangs liegen ebenfalls auf der Gemeindegrenze, deren Namen unbekannt sind. Östlich des Bourg liegt der Étang de la Dame, ebenfalls etwa zur Hälfte auf dem Gebiet der Gemeinde Serley. Auf der gegenüberliegenden Seite des Bourg, im Grand Bois de Reversey liegt der Étang d'Auger. Südlich davon, im Bois Landrau liegen drei Étangs: der Grand Étang, der Étang Violat und der Étang Landrau. Noch etwas südlicher, auf der Grenze zu Devrouze liegt der Étang de Messire Pierre. Schließlich liegen ganz im Süden der Gemeinde noch zwei Étangs, der Étang Neuf und der Étang Philippe, nebst zwei weiteren, unbenannten Étangs auf der Gemeindegrenze zu Saint-Germain-du-Bois.

Als wichtigstes fließendes Gewässer in der Gemeinde ist La GuyotteLa Guyotte, Länge 41,1 km, Zufluss zum Doubs, Quelle bei in Saint-Usuge auf ca. 205 m, Mündung bei in Navilly auf ca. 175 m, La Guyotte auf sandre.eaufrance.fr zu nennen. Sie bildet schon die Grenze zwischen Saint-Germain-du-Bois und Serley und verläuft weiter nach Norden, jetzt als Grenzfluss zwischen Mervans und Serley. Bei den Prés de Pontoux fließt sie nordwestlich, umfließt den Vieux Bourg und wendet sich nach Norden. Beim Champ Marion erreicht sie die Grenze zu Dampierre-en-Bresse. Eine kurze Strecke bleibt sie Grenzfluss, bis sie sich nach Osten wendet und damit die Gemeinde verlässt.

Auf ihrem Weg durch die Gemeinde, unmittelbar nördlich des Bourg, nimmt La Guyotte das Flüsschen Ruisseau BriantRuisseau Briant, Länge 12,48 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei in Simard auf ca. 207 m, Mündung bei in Mervans, auf ca. 185 m Ruisseau Briant auf sandre.eaufrance.fr auf. Es fließt von Devrouze nach Norden, bildet Grenzfluss bis Les Quatre Soitures um dann Richtung Bourg zu fließen.

Der Briant nimmt ebenfalls nördlich des Bourg Le ColombierLe Colombier, Länge 3,1 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei in Devrouze auf ca. 201 m, Mündung bei in Mervans auf ca. 185 m, Le Colombier auf sandre.eaufrance.fr auf, der die Étanggruppe mit dem Grand Étang und den Étangs Violat und Landrau entwässert. Er fließt nördlich durch den Bourg und mündet in den Briant und gemeinsam werden sie kurz darauf von der Guyotte aufgenommen.

Ebenfalls wichtig für die Gemeinde ist La FlorenceLa Florence, Länge 11,33 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei in Diconne auf ca. 209 m, Mündung bei in La Racineuse auf ca. 182 m, La Florence auf sandre.eaufrance.fr. Die Florence erreicht Mervans im Westen, beim Grand Bois de Reversey als Grenzfluss zu Diconne bis Petit Reversey. Sie durchquert das nordwestliche Gemeindegebiet und verlässt Mervans bei Les Vernes Richtung La Racineuse.

Bei den Prés de Pontoux im Osten der Gemeinde mündet schließlich noch der Ruisseau de l’Étang du MoulinRuisseau de l’Étang du Moulin, Länge 6,24 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei in Serley auf ca. 213 m, Mündung bei in Mervans auf ca. 189 m, Ruisseau de l’Étang du Moulin auf sandre.eaufrance.fr in die Guyotte. Er kommt von Serley her und berührt die Gemeinde lediglich als Mündungsort.

Verkehrswege Von Westen her zieht die Départementsstraße D970 durch die Gemeinde, durchquert den Bourg und zieht sich anschließend in südöstlicher Richtung weiter nach Saint-Germain-du-Bois.

In Nord-Süd-Richtung verläuft die D996, die Frontenard mit Simard verbindet. Sie kreuzt die D970 im Bourg von Mervans.

Schließlich verbindet noch die D313 La Chaux mit Mervans. Sie kommt von Nordosten, von Dampierre-en-Bresse und mündet im Bourg in die D970.

Im Westen der Gemeinde kommt von Süden her die D204, die Thurey mit Dampierre-en-Bresse verbindet. Sie erreicht die Gemeinde bei Toppes de Glairans, erreicht die D970, mit der sie sich für 530 Meter vereinigt, nach Westen verläuft und bei Glairans wieder nach Norden zieht, um bei La Vèvre die Gemeinde zu verlassen.

Schließlich mündet noch bei Le Petit Soutenans die D32 in die D970. Sie zweigt bei La Ronce in Serley aus der D13 ab, durchquert den Bourg von Serley und erreicht die Gemeinde Mervans. Diese Départementsstraße ist lediglich 4,435 Kilometer lang.

In Mervans besteht ein Bahnhof der SNCF (Linie Dijon–Saint-Amour), die durch die TER Bourgogne bedient wird.

Erschließungen mini|Katzenkopfmast - Starkstromleitung 400kV Genissiat-Poste – Vieilmoulin, östliche Leitungmini|links|Starkstromleitung 400kV Genissiat-Poste – Vieilmoulin, westliche LeitungDas Gemeindegebiet wird von zwei parallel verlaufenden 400-kV-Hochspannungsleitungen der Verbindung Génissiat–Poste – Vieilmoulin durchquert. Die östliche Trasse ist die Ligne aérienne 400 kV N° 3 Genissiat-Poste – Vieilmoulin (Baujahr 1958), während die westliche Trasse als Doppelleitung die Stromkreise Nr. 1 und Nr. 2 trägt und als Ligne aérienne 2 x 400 kV Genissiat-Poste – Vieilmoulin N° 1 et 2 bezeichnet wird (Baujahr 1980). Die Leitung verläuft von Saint-Germain-du-Bois her über den Étang Neuf in nordnordöstlicher Richtung (328°) bis Le Maupas und weiter in Richtung 317° bis Champ Clairot, wo sie in die Gemeinde Serrigny-en-Bresse übergeht. Dabei wird jeweils ein kurzes Stück der Gemeinden Devrouze und Diconne überquert. Auf Gemeindegebiet ist die östliche Leitung 7,0 Kilometer lang und weist 10 Katzenkopfmasten auf, die westliche ist 6,3 Kilometer lang mit 9 Museumsmasten (auch: Beaubourg-Masten).

mini|Starkstrommast der Freileitung 63 kV Champ Fournier – NavillyZusätzlich besteht eine Hochspannungsleitung 63 kV, die Louhans mit Navilly verbindet. Es ist die Ligne aérienne 63kV N° 1. Die Leitung kommt von Devrouze beim Étang Messire Pierre in die Gemeinde, zieht nördlich (354°) bis La Ville du Bois, dann nordnordöstlich (18°) bis zum Umspannwerk Mervans, folgt der Eisenbahnlinie für 310 Meter und führt weiter (21°) zum Umspannwerk Le Champ Fournier. Von dort führt sie weiter nach Les Six Soitures, wo sie die Gemeinde nach Dampierre-en-Bresse verlässt. Auf Gemeindegebiet ist die Leitung 4,6 Kilometer lang und weist 18 Starkstrommasten (Pylône électrique trois triangles - Dreiecks-Gittermast) nebst zwei Umspannwerken auf.

Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: L’Allée, La Barre, La Blaude, Bois-Mercey, Le Burteau, Buxy, Le Chapoutot, Charmois, La Charmotte, Le Châtelet, Le Chêne, La Croix-Fournier, Bief de l’Étang-Chasse-Loup (Gewässer), Étang-Monard (Gewässer), Glairans, Gouge, La Goule, La Griffonière, Gué-de-Buxy, Les Guillemin, Le Haut-de-Gouge, L’Hôpital, Le Martray, Le Maupas, Le Meix-Gagnard, Montcharvey, Le Nuzeret, La Platte-des-Bois, Reure-le-Château, Reure-sur-Florence, Le Reversey, Saint-Claude, Soutenant, Les Toppes-de-Glairans, Toulouse, La Tuilerie, La Vaivre, La Varenne, Le Vernois, La Ville-Basse, La Ville-du-Bois. Höhenprofil mini|400pxMervans schwankt zwischen 183 und 214 Metern Höhe und wird durch La Guyotte und La Florence nach Norden entwässert. Das Profil liegt demzufolge quer zu den Fließrichtungen. Im Norden beginnt das Profil mit dem Étang de Jean Mathey auf rund 190 Metern. Das Gelände steigt auf rund 194 Meter und wird durchbrochen vom Bief, der einen Étang in Glairans entwässert und von La Florence, die nach Norden fließt. Etwas später folgt die Senke, in der der Étang des Crots lag, der inzwischen aufgelassen wurde. Auf der Höhe liegt das Trassee der Eisenbahnstrecke Dijon – Saint-Amour, die das Quartier La Varenne durchschneidet. Kurz darauf liegt erneut ein Einschnitt mit dem Bief der den Grand Étang entwässert und auf einer Kuppe liegt das Quartier La Tuilerie, das südlich des Bourg liegt. Schließlich folgt das Tal, in dem der Briant auf 186,5 Metern fließt und beim Bourg in die Guyotte mündet. Etwas weiter südlich liegt der Étang Milot auf 190,4 Metern. Der nächste Einschnitt ist ein ehemaliger Bief, dessen Étang aufgelassen wurde und schließlich folgt der Weiler Chamois.

Klima Das Klima in Mervans ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Mervans wird im 11. Jahrhundert erstmals erwähnt: Villa in territorio Cabilonensi quae Mervens dicitur… (Ein Ort im Chalonnais, der Mervens genannt wird…). Die Erklärung, der Ortsname Marvant sei aus mare au vent (windiger Tümpel) entstanden, ist wohl eine schöne Erfindung. Ebenso wenig plausibel ist eine Entstehung im Sinne eines Besitzes von Merowingern. Viel eher dürfte der Ortsname in gallorömischer Zeit entstanden sein und den Besitz eines Mervius, Merulfus o. ä. bezeichnet haben.

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