mini|Der Wolfgangaltar, Lorenzkirche, Nürnberg

Als Meister des Wolfgangaltars oder Meister des Wolfgang-Altars wird der mittelalterliche Maler bezeichnet, der um 1450–1460 den auf Goldgrund gemalten Altar des hl. Wolfgang in der Sankt Lorenzkirche zu Nürnberg geschaffen hat. Dem Meister wird auch der um 1460 für die Dominikanerkirche in Nürnberg gemalte Epitaphaltar für Peter Zenner zugeschrieben, eines der frühesten bekannten Beispiele eines Epitaphaltars,Epitaphaltar. In: Ludwig H. Heydenreich, Karl August Wirth (Hrsg.): Reallexikon zur Deutschen Kunstgeschichte. Band 5, Stuttgart 1967, Sp. 921. heute in der Dreifaltigkeitskirche in Nürnberg.

Er war noch der traditionellen auf böhmische Wurzeln zurückgreifenden Malweise verpflichtet, wie sie in der Mitte des 15. Jahrhunderts in Nürnberg vorherrschte, als unter dem Einfluss zeitgenössischer niederländischer Malerei dann eine zum Beispiel durch den Meister des Tucheraltars vertretene neue Malrichtung entstand.Sven Lüken: Die Verkündigung an Maria im 15. und frühen 16. Jahrhundert: historische und kunsthistorische Untersuchungen. Göttingen 2000, S. 178.

Der Meister hat wohl eine größere Werkstatt betrieben und einige weitere Werke werden ihm oder seinem Umfeld zugeschrieben. So soll der Meister das um 1448/49 entstandene Nürnberger Heilig-Geist-Retabel gemalt haben, Teil des Zwölf-Boten-Altars aus dem Heilig-Geist-Spital in Nürnberg. Der Klappaltar gehörte zuvor zu der Gruppe von Werken des Meisters um den Wolfgangaltar in der Nürnberger Lorenz-Kirche. Seit 2010 ist es in der Sammlung des Erzbistums Köln im Kolumba.Webseite der Kulturstiftung der Länder, Aktuelles: Retabel in Kolumba, 20. Mai 2010, aufgerufen im September 2014 (). Etwas später entstanden ist wohl der Bernhardinretabel (1452/60), von dem das Germanische Nationalmuseum die zwei äußeren Flügeltafeln mit Szenen aus dem Leben des heiligen Bernhardin von Siena besitzt.Inv.-Nr. Gm1065 des Germanischen Nationalmuseums mit Link zur zweiten Tafel und im Objektkatalog des Museums.

Einzelnachweise

Literatur Henry Thode: Die Malerschule von Nürnberg im XIV. und XV. Jahrhundert. Frankfurt am Main 1891, S. 79ff. Eberhard Lutze: Der Meister des Wolfgangaltars in der St. Lorenzkirche zu Nürnberg und sein Kreis. In: Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums 1932/33, S. 8–42. Peter Strieder: Tafelmalerei in Nürnberg 1350–1550. Königstein im Taunus 1993, S. ?. Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler. Bayern I: Franken. 2. Auflage, München 1999, S. 706ff. Gerhard Weilandt: Der Wolfgangaltar der Nürnberger Lorenzkirche – Bildprogramm, liturgische Nutzung und eine Neudatierung. In: Christian Schmidt, Georg Stolz (Hrsg.): Hundert Jahre Verein zur Erhaltung der St. Lorenzkirche 1903–2003. Nürnberg 2004, S. 71–79.

Weblinks Der Wolfgangaltar im Virtuellen Museum Nürnberger Kunst des Fördervereins Kulturhistorisches Museum Nürnberg e.V.

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