Die AfD Brandenburg ist der brandenburgische Landesverband der rechtspopulistischenFrank Decker: Kurz und bündig: Die AfD. In: Bundeszentrale für politische Bildung, 26. Oktober 2020, abgerufen am 29. Januar 2022. und rechtsextremenInstitut für Menschenrechte: Rassistisch und rechtsextrem: Klare Abgrenzung von der AfD geboten (7. Juni 2021); eingesehen am 7. September 2021 deutschen Partei Alternative für Deutschland (AfD). Er ist seit April 2025 als gesichert rechtsextrem vom brandenburgischen Verfassungsschutz eingestuft.

Geschichte Am 28. April 2013 wurde der Landesverband durch 44 Mitglieder in Nauen gegründet. Die AfD Brandenburg trat bei der Bundestagswahl 2013 an und erhielt 6,0 Prozent der Zweitstimmen. Im Mai 2014 trat die Partei dann bei den Kommunalwahlen in Brandenburg an, wo sie 3,9 Prozent der Zweitstimmen und insgesamt 39 Mandate in Kreistagen und Stadtverordnetenversammlungen errang.Gideon Botsch, Christoph Kopke, Alexander Lorenz: Wie agiert die »Alternative für Deutschland« vor Ort? Das Fallbeispiel Brandenburg. In: Andreas Zick, Beate Küpper: Wut, Verachtung, Abwertung. Rechtspopulismus in Deutschland. Hrsg. für die Friedrich-Ebert-Stiftung von Ralf Melzer und Dietmar Molthagen, Dietz, Bonn 2015, ISBN 978-3-8012-0478-5, S. 146–166, hier: S. 147.

Bei der Landtagswahl im September 2014 gelang mit 12,2 Prozent der Einzug in den Landtag. Der Landesverband habe sich ein „Kümmerer“-Image gegeben. Insbesondere zogen die Themen Grenzkriminalität und die Flüchtlingsproblematik. Man versuchte überdies ganz offen, bei der Linkspartei Stimmen zu holen.Oskar Niedermayer: Die brandenburgische Landtagswahl vom 14. September 2014: Die Linke wird abgestraft, bleibt aber Regierungspartei. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen 46 (2015) 1, S. 21–38, hier: S. 25. Als einziger AfD-Landesverband ließ man das Wahlprogramm ins Russische übersetzen.Christoph Kopke, Alexander Lorenz: »Ich kenne keine Flügel, ich kenne keine Strömungen. Ich kenne nur die Brandenburger AfD«. Die Alternative für Deutschland (AfD) in Brandenburg im Frühjahr 2015. In: Alexander Häusler (Hrsg.): Die Alternative für Deutschland. Programmatik, Entwicklung und politische Verortung. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10638-6, S. 221–235, hier: S. 225. Bei der Landtagswahl erhielt sie zuallererst Stimmen von ehemaligen Kleinstpartei-Wählern (ca. 22 Prozent). Rund 20.000 ehemalige Wähler der Partei Die Linke, rund 18.000 frühere CDU-Wähler, rund 17.000 vormalige FDP-Wähler, rund 12.000 ehemalige Wähler der SPD sowie rund 1.000 frühere Grünen-Wähler wählten die AfD. Außerdem erhielt die Partei die Stimmen von rund 12.000 ehemaligen Nichtwählern. Vor allem Männer wählten die AfD; ältere Personen wählten die Partei unterdurchschnittlich.Oskar Niedermayer: Die brandenburgische Landtagswahl vom 14. September 2014: Die Linke wird abgestraft, bleibt aber Regierungspartei. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen 46 (2015) 1, S. 21–38. Im Dezember 2014 reiste der Landesverband fast vollständig beobachtend zu den Pegida-Demonstrationen in Dresden.Christoph Kopke, Alexander Lorenz: »Ich kenne keine Flügel, ich kenne keine Strömungen. Ich kenne nur die Brandenburger AfD«. Die Alternative für Deutschland (AfD) in Brandenburg im Frühjahr 2015. In: Alexander Häusler (Hrsg.): Die Alternative für Deutschland. Programmatik, Entwicklung und politische Verortung. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10638-6, S. 221–235, hier: S. 228. Auf dem Landesparteitag im April 2015 wurde der Landesverband der Jungen Alternative für Deutschland anerkannt.Gideon Botsch, Christoph Kopke, Alexander Lorenz: Wie agiert die »Alternative für Deutschland« vor Ort? Das Fallbeispiel Brandenburg. In: Andreas Zick, Beate Küpper: Wut, Verachtung, Abwertung. Rechtspopulismus in Deutschland. Hrsg. für die Friedrich-Ebert-Stiftung von Ralf Melzer und Dietmar Molthagen, Dietz, Bonn 2015, ISBN 978-3-8012-0478-5, S. 146–166, hier: S. 148.

Mitte Juni 2020 stufte der Verfassungsschutz Brandenburg den AfD-Landesverband als Verdachtsfall ein, da laut dem Chef des Brandenburger Verfassungsschutzes Jörg Müller „hinreichend wichtige tatsächliche Anhaltspunkte dafür“ vorlägen, dass von dem Landesverband „Bestrebungen gegen die freiheitlich-demokratische Grundordnung“ ausgingen. Brandenburgs Innenminister Michael Stübgen sagte, die Brandenburger AfD sei „geprägt vom Gedankengut des völkisch-nationalen Flügels“. Dessen vermeintliche Auflösung mache keinen Unterschied, denn in dem Landesverband sei „der Flügel längst der ganze Vogel“. Die AfD versuche, die „Brandmauern der Demokratie zu schleifen“.„In der Brandenburger AfD ist der Flügel längst der ganze Vogel“. www.spiegel.de, 15. Juni 2020. Mitte April 2025 stufte der Verfassungsschutz den Landesverband als „gesichert rechtsextreme Bestrebung“ hoch. Nach einer Klage und einem Eilantrag der Partei gegen die Hochstufung gab der Nachrichtendienst eine Stillhaltezusage bis zum Abschluss des Eilverfahrens ab. Damit komme man einer Aufforderung des Verwaltungsgerichts Potsdam nach.Landesverfassungsschutz setzt AfD-Hochstufung vorerst aus taz.de, 23. Mai 2025 Am 24. Juli 2025 zog die AfD Brandenburg den Eilantrag zurück und forderte den Innenminister Brandenburgs auf, die Begründung zur Einstufung zu veröffentlichen. Die Klage in der Hauptsache erhielt sie aufrecht. Am 14. August 2025 veröffentlichte das Brandenburger Innenministerium den umfangreichen Vermerk des Verfassungsschutzes zur Einstufung als .

Politik

AfD im Landtag Eine Ende 2015 (knapp ein Jahr nach Einzug in den Landtag) von der Friedrich-Ebert-Stiftung herausgegebene Studie kam zu dem Ergebnis, die Arbeit der Landtagsfraktion sei „wenig professionalisiert“; die Fraktion falle vor allem durch „kalkulierte Provokationen“ auf.Gideon Botsch, Christoph Kopke, Alexander Lorenz: Wie agiert die »Alternative für Deutschland« vor Ort?. Das Fallbeispiel Brandenburg. In: Andreas Zick, Beate Küpper: Wut, Verachtung, Abwertung. Rechtspopulismus in Deutschland. Hrsg. für die Friedrich-Ebert-Stiftung von Ralf Melzer und Dietmar Molthagen, Dietz-Verlag 2015, ISBN 978-3-8012-0478-5, S. 146–166, hier: S. 165. Im Juni 2024 verließen fast alle AfD-Fraktionsmitglieder vor der Vereidigung des Antisemitismus-Beauftragten Andreas Büttner den Plenarsaal, nachdem sie auf ihren Plätzen Zettel mit der Aufschrift „Versorgungsposten“ hinterlassen hatten. Die Fraktion lehnt die Stelle ab, da sie nach ihrer Ansicht das Antisemitismusproblem nicht löst. Die im Saal verbliebene Abgeordnete Sabine Barthel blieb während der Vereidigung sitzen und erhielt einen Ordnungsruf.AfD verlässt bei Vereidigung des Antisemitismusbeauftragten Plenarsaal www.zeit.de, 20. Juni 2024

Der AfD-Fraktionsvorsitzende und Oppositionsführer im Landtag Hans-Christoph Berndt wird von Brandenburger Verfassungsschutz als rechtsextrem eingeschätzt.

Einordnung Wissenschaftler wie Christoph KopkeChristoph Kopke, Alexander Lorenz: »Ich kenne keine Flügel, ich kenne keine Strömungen. Ich kenne nur die Brandenburger AfD«. Die Alternative für Deutschland (AfD) in Brandenburg im Frühjahr 2015. In: Alexander Häusler (Hrsg.): Die Alternative für Deutschland. Programmatik, Entwicklung und politische Verortung. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10638-6, S. 221–235, hier: S. 229. und Gideon Botsch bezeichnen den Landesverband als „national-populistische Rechtspartei“.

Von Beobachtern wie Alexander Häusler wurde die rechte Vergangenheit von Funktionsträgern des Landesverbandes thematisiert, so sind bzw. waren mit Rainer van Raemdonck und Thomas Jung zwei ehemalige Landesvorstandsmitglieder der rechtspopulistischen Partei Die Freiheit aktiv. Steffen Königer war beim Bund freier Bürger und schrieb für die Junge Freiheit.Alexander Häusler, Rainer Roeser: Die rechten ›Mut‹-Bürger. Entstehung, Entwicklung, Personal & Positionen der »Alternative für Deutschland«. VSA Verlag, Hamburg 2015, ISBN 978-3-89965-640-4, S. 105 f. Laut Kopke u. a. konnten diverse „Kontakte […] ins rechtskonservative bzw. rechtsextreme Milieu“ aufgedeckt werden, auch auf kommunaler Ebene.Christoph Kopke, Alexander Lorenz: »Ich kenne keine Flügel, ich kenne keine Strömungen. Ich kenne nur die Brandenburger AfD«. Die Alternative für Deutschland (AfD) in Brandenburg im Frühjahr 2015. In: Alexander Häusler (Hrsg.): Die Alternative für Deutschland. Programmatik, Entwicklung und politische Verortung. Springer Fachmedien, Wiesbaden 2016, ISBN 978-3-658-10638-6, S. 221–235, hier: S. 226.

Organisation Die Organe des Landesverbandes sind der Landesparteitag, der Landesvorstand und das Landesschiedsgericht. Das Landesschiedsgericht entscheidet über parteiinterne Streitigkeiten und kann Mitglieder ausschließen.Landessatzung der Alternative für Deutschland Landesverband Brandenburg, abgerufen am 28. September 2018.

Landesparteitag Höchstes Parteiorgan ist der Landesparteitag. Er wählt den Landesvorstand, die Rechnungsprüfer sowie das Landesschiedsgericht. Der Parteitag findet grundsätzlich als Mitgliederversammlung statt, wobei Mitglieder, die mindestens drei Monate mit ihren Mitgliedsbeiträgen in Verzug sind, kein Stimmrecht haben. Nach Beschluss des Landesvorstands kann der Parteitag auch als Delegiertenversammlung stattfinden. Dazu entsenden die Kreisverbände je angefangene 5 Mitglieder einen Delegierten.

+ LandesparteitageNr.DatumOrtLandesvorsitzende(r) /Spitzenkandidat(in)WahlergebnisThema1. Landesparteitag28. April 2013NauenRoland Scheel64 %Gründung des Landesverbandes; Wahl des LandesvorstandsLandeswahlversammlung28. April 2013NauenAlexander GaulandWahl der Landesliste zur Bundestagswahl 20132. Landesparteitag9. Februar 2014GroßbeerenAlexander GaulandNachwahlen zum Landesvorstand3. Landesparteitag4. Mai 2014GroßbeerenBeschluss des Wahlprogramms zur Landtagswahl 2014; Nachwahlen zum LandesschiedsgerichtLandeswahlversammlung4. Mai 201411. Mai 2014GroßbeerenBernau bei BerlinAlexander Gauland92 %Wahl der Landesliste zur Landtagswahl 20144. Landesparteitag18./19. April 2015PritzwalkAlexander Gauland89 %Neuwahl des Landesvorstands; Änderung der Landessatzung; Neuwahl des Landesschiedsgerichts;Wahl der Delegierten zum Bundesparteitag; Resolutionen zur EEG-Umlage und Windenergieanlagen5. Landesparteitag21. November 2015Vetschau/SpreewaldNachwahlen zum Landesvorstand6. Landesparteitag9. Juli 2016KremmenNachwahlen zum LandesvorstandLandeswahlversammlung28. Januar 2017RangsdorfAlexander Gauland83 %Wahl der Landesliste zur Bundestagswahl 20177. Landesparteitag8./9. April 2017Frankfurt (Oder)Andreas Kalbitz73 %Neuwahl des Landesvorstands; Wahl der Delegierten zum Bundesparteitag und zum Bundeskonvent8. Landesparteitag13. Oktober 2018Brandenburg an der HavelWahl der Delegierten zur EuropawahlversammlungLandeswahlversammlung4.–7. Januar 20192. Februar 2019RangsdorfAndreas Kalbitz74 %Wahl der Landesliste zur Landtagswahl 20199. Landesparteitag26.–28. April 2019FalkenseeAndreas Kalbitz73 %Neuwahl des Landesvorstands; Wahl der Delegierten zum Bundesparteitag und zum Bundeskonvent;Beschluss des Wahlprogramms zur Landtagswahl 2019Landeswahlversammlung20./21. März 2021Frankfurt (Oder)Alexander Gauland66 %Wahl der Landesliste zur Bundestagswahl 202110. Landesparteitag09./10. April 2022PrenzlauBirgit Bessin53 %Neuwahl des Vorsitzenden, nachdem im Sommer 2020 die Parteimitgliedschaft von Andreas Kalbitz vom AfD-Bundesschiedsgericht für nichtig erklärt wurde11. Landesparteitag16./17. März 202413./14. April 2024JüterbogHans-Christoph Berndt87 %Neuwahl des Landesvorstands; Wahl der Delegierten zum Europaparteitag;Resolutionen zum Ukrainekrieg und einer Reform des Öffentlich-rechtlichen Rundfunks;Beschluss des Wahlprogramms zur Landtagswahl 2024

Landesvorstand Seit 10. April 2024 setzt sich der Landesvorstand aus folgenden Mitgliedern zusammen: