Kienberg ist ein Ortsteil des Marktes Rennertshofen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen im Regierungsbezirk Oberbayern. Er gehört zur Gemarkung Trugenhofen.

Lage Das Kirchdorf liegt in der hügeligen Landschaft der Monheimer Alb nordwestlich von Trugenhofen, südlich von Ammerfeld und östlich des Marxheimer Ortsteils Burgmannshofen. In Ammerfeld zweigt von der Staatsstraße St 2214 eine Ortsverbindungsstraße nach Süden ab, die nach Kienberg führt und weiter steil ins Tal der Ussel nach Trugenhofen hinabführt und im Osten des Ortes in die Kreisstraße ND 20 mündet, die nach der nahen Landkreisgrenze im Westen in die Kreisstraße DON 24 übergeht. Von Kienberg führt außerdem eine Ortsverbindungsstraße nach Burgmannshofen.

Geschichte Mittelalter und Frühe Neuzeit Im Alten Reich gehörte Kienberg zur Grafschaft Lechsgemünd-Graisbach, war also mit Gericht und Grundbarkeit diesen Grafen, später den herzoglich-bayerischen und pfalz-neuburgischen adeligen Lehenträgern in Trugenhofen zugeordnet.

1481 erhielt der Pfarrer von Trugenhofen durch Vergleich mit Ruland von Trugenhofen den Zehent von Kienberg.Anton Steichele: Das Bisthum Augsburg, historisch und statistisch beschrieben. 2. Band, Augsburg 1864, S. 742 digitalisat Später wurde Kienberg mit Trugenhofen Teil der Hofmark Trugenhofen, die nacheinander verschiedenen Besitzerfamilien gehörte, zuletzt ab 1802 den Grafen Du Moulin-Eckart zu Bertoldsheim.

Neuzeit Patrimonialgericht Als 1818/20 Patrimonialgerichte gebildet wurden, kamen die 18 Familien Kienbergs zum Patrimonialgericht II. Klasse Bertoldsheim, das im Besitz des Hofmarkherren Wilhelm Karl Joseph Adam Graf von Eckart genannt Eckert auf Moerlach war.Pfister, S. 334 Diese standesherrliche niedere Gerichtsbarkeit hob Bayern 1848 wieder auf.

Gemeindezugehörigkeit Im neuen Königreich Bayern (1806) wurde Kienberg 1808/11 bei der Bildung der Steuerdistrikte dem Steuerdistrikt Gansheim im Landgericht und Rentamt Graisbach-Monheim zugeordnet.Pfister, S. 340 f. Mit dem zweiten Gemeindeedikt von 1818 wurde die Ruralgemeinde Trugenhofen gebildet, der auch Kienberg zugeteilt wurde. Mit der Trennung von Justiz (weiterhin Landgericht Monheim) und Verwaltung wurde Trugenhofen mit Kienberg dem Bezirksamt Donauwörth zugewiesen. Am 1. Januar 1880 kam die Gemeinde mit sechs weiteren Kommunen zum schwäbischen Bezirksamt Neuburg an der Donau (beziehungsweise später Landkreis Neuburg an der Donau); seit dem 1. Oktober 1879 war bereits das Amtsgericht Neuburg an der Donau zuständig geworden.Königlich Allerhöchste Verordnung vom 2. April 1879, die Bestimmung der Gerichtssitze und die Bildung der Gerichtsbezirke betreffend (GVBl. S. 399 f.) Im Zuge der Gebietsreform in Bayern am 1. Juli 1972 kam die Gemeinde zum vergrößerten jetzt oberbayerischen Landkreis Neuburg an der Donau, der am 1. Mai 1973 den Namen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen erhielt. Die bis Ende 1977 selbständige Gemeinde Trugenhofen mit ihren Ortsteilen Kienberg, Dünsberg und Störzelmühle wurde am 1. Januar 1978 in den Markt Rennertshofen des Landkreises Neuburg-Schrobenhausen eingemeindet.Nadler, S. 410 f. Seitdem ist Kienberg einer von den 28 amtlich benannten Ortsteilen Rennertshofens.

Cholera-Epidemie mit 27 Toten Im Herbst 1854 litt der Ort unter einer Cholera-Epidemie bei der 39 Personen erkrankten; im Zeitraum vom 11. bis 30. Oktober starben 25 der damals 93 Bewohner.Sterbeeinträge im Matrikelbuch des Pfarramtes TrugenhofenAloys Martin: Haupt-Bericht über die Cholera-Epidemie des Jahres 1854 im Königreiche Bayern. München 1857, S. 78 Die Toten wurden in den beiden damals in Trugenhofen bestehenden Friedhöfen bestattet. Außerdem sind zwei Einwohner auswärts verstorben.

Windkraftanlage

mini|Luftaufnahme der Windkraftanlage Kienberg Das südlich des Ortes stehende Windrad wurde im Rahmen eines öffentlich geförderten Demonstrationsvorhabens Windenergie Binnenenergie 1993 aufgestellt und erzeugt circa 100.000 kWh pro Jahr.Informationstafel an der Windkraft-Anlage

Einwohnerzahlen 1575: 70 EinwohnerWagner, S. 214 1840: 94 Einwohner, 15 HäuserJoseph Anton Eisenmann und Karl Friedrich Hohn: Topo-geographisch-statistisches Lexicon vom Königreiche Bayern. Band 1, Erlangen 1840, S. 918 1864: 74 Einwohner, 19 Häuser (nur Kleinbesitz)Steichele, S. 741 1867: 82 Einwohner, 30 Gebäude, 1 KircheJ. Heyberger und andere: Topographisch-statistisches Handbuch des Königreichs Bayern nebst alphabetischem Ortslexikon. München 1867, Spalte 1283 1961: 61 Einwohner, 48 WohngebäudeAmtliches Ortsverzeichnis für Bayern 1964 mit statistischen Angaben aus der Volkszählung 1961. München 1964, Spalte 1004 2008: 79 EinwohnerWagner, S. 214 2012: 84 EinwohnerMüllers Großes Deutsches Ortsbuch 2012. Berlin 2012, S. 710 2015: 84 Einwohner 2021: 91 Einwohner (davon 88 mit Hauptwohnsitz)

Wallfahrtskirche St. Leonhard mini|Die Wallfahrtskirche St. Leonhard

Die Wallfahrt zum heiligen Leonhard ist um 1670 entstanden, als eine aus einem Weidenbaum geschnitzte Leonhardsfigur in einem Bildstock aufgestellt wurde. 1680 wurde eine Kapelle errichtet, die 1705 restauriert wurde. 1717 erbaute man die jetzige Kirche.Adam Horn und Werner Meyer: Die Kunstdenkmäler von Bayern, Regierungsbezirk Schwaben, Band V., Stadt und Landkreis Neuburg a. d. Donau. München 1958, ISBN 3-486-50516-5, S. 526–529. Der im Verhältnis zur Kirche kleine Turm mit Zwiebelhaube wurde 1750 als Dachreiter auf dem Chor errichtet und birgt zwei Glocken. Seit 1989 findet ein Leonhardiritt mit Pferdesegnung statt.Wagner, S. 210–213

Literatur

Markus Nadler: Historischer Atlas von Bayern. Neuburg an der Donau. Das Landgericht Neuburg und die Pfleggerichte Burgheim und Reichertshofen. München 2004. Doris Pfister: Donauwörth. Der ehemalige Landkreis. Reihe Historischer Atlas von Bayern. Teil Schwaben, Reihe I, Heft 17, München 2008. Ludwig Wagner: Streifzug durch Neuburg und den Landkreis. Berlin 2008.

Einzelnachweise

Weblinks Kienberg auf der Homepage von Rennertshofen

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