Serrigny-en-Bresse [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Revermont 71. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ).

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur Die Gemeinde liegt im nördlichen Drittel des Arrondissement Louhans an der Westgrenze und stößt mit drei Seiten an das Arrondissement Chalon-sur-Saône. Sie liegt 13,5 Kilometer südöstlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 22,5 Kilometer nordnordwestlich von Louhans-Châteaurenaud. Im Nordosten grenzt sie an La Racineuse, im Südosten an Mervans. Im Süden und Südwesten liegt die Gemeinde Villegaudin, im Nordwesten Saint-Martin-en-Bresse und im Norden Saint-Didier-en-Bresse, alle drei gehören zum Arrondissement Chalon-sur-Saône.

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «ländliche Gemeinde mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt zu etwa einem Viertel im Bourg und drei Viertel in Weilern und Einzelsiedlungen.

Die Gemeinde weist 583 Hektar bewaldete Flächen auf, was 47,0 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 57 % Laubwald und 43 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Norden – Forêt de Truchy – und Süden der Gemeinde – Bois du Velard.

In der Gemeinde werden 536,8 Hektar (etwa 43,4 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei 2,4 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 19 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 9 % wird Raps, auf 19 % wird Weichweizen und auf rund 27 % Körner- und Silomais angebaut.

Gewässer An Stehenden Gewässern finden sich heute im Gemeindegebiet sechs Étangs. Im Westen der Gemeinde, beim Weiler Pouilly liegt der Étang de Pouilly, in den der Étang de Fussey entwässert. In diesen wiederum entwässert der Étang de Velard mit einem namenlosen Bief. Etwas nördlich, im Forêt de Truchy liegt der Étang Jugnot, dessen Bief in den Étang de Montarlot entwässert, um in den Étang de la Marche zu gelangen und schließlich in den Bief de l’Étang Saint-DidierBief de l’Étang Saint-Didier, Länge 9,94 km, Zufluss zu La Cosne d’Épinossous, Quelle bei

in Villegaudin auf ca. 207 m, Mündung bei in Ciel auf ca. 177 m, Bief de l’Étang Saint-Didier auf sandre.eaufrance.fr zu münden.

Als einziges fließendes Gewässer wird die Gemeinde vom Bief de l'Étang Saint-Didier tangiert. Er beginnt in Villegaudin und erreicht beim Weiler Velard das Gemeindegebiet, versorgt den Étang de Pouilly und bildet über etwa 1,3 Kilometer die Gemeindegrenze. Letztlich entwässern alle Étangs der Gemeinde in den Bief de l'Étang Saint-Didier.

Verkehrswege Als einzige Départementsstraße durchquert im Süden der Gemeinde die D970 das Gemeindegebiet. Von Les Quatre Routes in Villegaudin verläuft sie nach Osten nach Mervans und durchquert dabei den Weiler La Villeneuve. Erschließungen mini|Katzenkopfmast - Starkstromleitung 400kV Genissiat-Poste – Vieilmoulin, östliche Leitungmini|links|Starkstromleitung 400kV Genissiat-Poste – Vieilmoulin, westliche LeitungDas Gemeindegebiet wird von zwei parallel verlaufenden 400-kV-Hochspannungsleitungen der Verbindung Génissiat–Poste – Vieilmoulin durchquert. Die östliche Trasse ist die Ligne aérienne 400 kV N° 3 Genissiat-Poste – Vieilmoulin (Baujahr 1958), während die westliche Trasse als Doppelleitung die Stromkreise Nr. 1 und Nr. 2 trägt und als Ligne aérienne 2 x 400 kV Genissiat-Poste – Vieilmoulin N° 1 et 2 bezeichnet wird (Baujahr 1980). Die Leitung kommt bei Champ Clairot von Mervans und verläuft in nordöstlicher Richtung (316°) bis ins nordwestliche Gemeindegebiet. Die westliche Leitung verlässt die Gemeinde bei Pouilly nach Saint-Martin-en-Bresse, die östliche Leitung verläuft über den Étang de la Marche nach Saint-Didier-en-Bresse. Auf Gemeindegebiet ist die östliche Leitung 4,7 Kilometer lang und weist 9 Katzenkopfmasten auf, die westliche ist 3,85 Kilometer lang mit 8 Museumsmasten (auch: Beaubourg-Masten).

Weiler und Fluren Zum Gemeindegebiet gehören die folgenden Weiler und Fluren: Barraud, Bois-Garlot, Le Bouchat, La Coltière, La Communauté, L’Étang-Dioche, Bief de l’Étang-Saint-Didier (Gewässer), Fussey, La Grange-des-Bois, La Grange-Neuve, Les Morins, La Motte, Moulin-Moissonnier, La Pire, Pouilly, Rothey, Les Teppes-Rousset, Le Velard, La Villeneuve. Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil zeigt eine typische Gemeinde der Bresse. Ihre Höhe schwankt zwischen 182 und 204 Metern, wobei das Gelände nach Südosten leicht ansteigt. Im Nordwesten beginnt das Gelände auf einer Höhe von 192 Metern, worauf in einer Senke der Étang de la Marche liegt, dessen Wasserspiegel auf 184,5 Metern liegt. Erneut steigt das Gelände auf etwa 192 Meter, durchbrochen von einem ehemaligen Bief, dessen Étang aufgelassen wurde. Südlich des Weilers Le Bouchat folgt erneut eine Senke in der der Bief des Étang de Fussey auf 185,7 Meter verläuft. Es folgt der Bourg auf rund 195 Metern und das Trassee der Départementsstraße D970 bereits auf 197,7 Metern. Das Gelände steigt weiter an, es folgen die Waldgebiete vom Bois de Garlot und Bois du Velard. Die Allée des Crapauds liegt bereits auf 201,1 Metern, die Gemeindegrenze schließlich auf 202,8 Metern.

Klima Das Klima in Serrigny-en-Bresse ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,1 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1055 mm, dabei ist der November mit 113 mm der niederschlagsreichste, während März als trockenster Monat 73 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2700 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Die erste Erwähnung des Ortes geht zurück auf 1317 als Sarrigney. Der Name des Ortes dürfte gallorömischen Ursprungs sein. Vermutlich bezeichnete er den Besitz eines Sarignius, in gallorömischer Form Sarigniacum und wurde schließlich zum heutigen Serrigny. Der Zusatz en Bresse taucht 1598 erstmals auf und ist seit 1844 fester Bestandteil des Ortsnamens.

Geschichte Vom 14. bis zu Beginn des 18. Jahrhunderts gehörte das Gemeindegebiet der Familie Fussey, anschließend ging es an Thomas de la Valette über. 1736 wurde Serrigny Bestandteil des Marquisats Marche. Die Römerstraße zwischen Seurre und Cuisery streift die Gemeinde im Osten, im Weiler Petit Velar befand sich eine Motte und 1856 bestanden noch drei Getreidemühlen, davon zwei Windmühlen. Bis 1685 gehörte der Ort zur Pfarrei Saint-Martin-en-Bresse, die Kirche ist dem Heiligen Franz von Assisi geweiht, die Apsis wurde 1867 erbaut. Die 1881 erbaute Schule wurde 1971 geschlossen. Angeblich handelt es sich bei einigen Häusern auf der Westseite des Chemin de Villeneuve noch um Bauten des Typs Maison de la lune. 1851 wurde jedenfalls eines auf 50 m² Gemeindegebiet erbaut, musste jedoch auf Weisung der Gemeinde im selben Jahr noch abgerissen werden. Ein weiteres bestehe im Weiler Bouchat, sei jedoch leider stark umgebaut. Ende des 19. Jahrhunderts lebte die Bevölkerung weitgehend von der Landwirtschaft, Fischfang und vom Schnitzen von Holzschuhen. Vom Gehöft der Familie Morin besteht lediglich noch der Stall, das Wohnhaus von 33 Metern Länge wurde im Jahr 2000 am Ortseingang von Saint-Martin-en-Bresse wieder aufgebaut. Serrigny-en-Bresse hat einen großen Anteil von schweizerischen und holländischen Einwohnern. 1988 bestanden noch 12 Landwirtschaftsbetriebe. Die Herren von Serrigny Das Lehen war schon seit dem 14. Jahrhundert im Besitz der Fusseys. 1598 war Pierre de Fussey, der Ehegatte von Dorothée Bouton (* vor 1598, † 6. Juni 1617) Herr von Serrigny. 1680 war der Besitzer ein de Thomas de la Valette, nachdem sein Vater die Güter von den Fusseys erworben hatte. Ab 1736 gehörte Serrigny zum Marquisat de la Marche.

Bevölkerung mini|Kirche Saint-François-d’Assise (Franz von Assisi) von Serrigny-en-Bresse

+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %1879295137,0

Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen. Dabei sind 61 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre. Die Gruppe der unter 15-Jährigen macht 21,5 % der Bevölkerung aus. Demgegenüber sind 26 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Diese Struktur dürfte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass seit 1999 dank einer regen Bautätigkeit die Wohneinheiten um 38 % zugenommen haben. Dadurch dürfte ein Zuzug von jungen Familien mit Kindern erfolgt sein. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 1999918731+37,9 % = 25 WE davon Hauptwohnsitz 73Zweit- oder Ferienwohnsitz9vakant9

Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen

In der Gemeinde gibt es nebst Kirche und Mairie (Gemeindehaus) folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes Gewerbe1BaugewerbeGroß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und GastronomieInformation und Kommunikation2Finanz- und VersicherungsdienstleistungenGrundstücks- und Wohnungswesen1Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen1Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen1Sonstige Dienstleistungen1Land- und Forstwirtschaftsbetriebe4 In der Gemeinde befinden sich eine Immobilienagentur, ein Maler/Gipser und zwei Installateurbetriebe. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Saint-Martin-en-Bresse und in Mervans.

Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in Serrigny-en-Bresse Volaille de Bresse und Dinde de Bresse zugelassen.

Bildungseinrichtungen Serrigny-en-Bresse verfügt über keine eigenen schulischen Einrichtungen. Die Kinder werden in Schulen der umliegenden Gemeinden ausgebildet. Öffentlicher Verkehr In Serrigny-en-Bresse befindet sich eine Haltestelle Bifurcation RD 970 der Linie LR 715 (lignes régulières) der Linie Saint-Germain-du-Bois ↔ Chalon-sur-Saône.

Während der Schulzeiten verkehren die Busse zwei- bis dreimal täglich, während der Ferienzeiten teilweise auf Verlangen, an Sonn- und allgemeinen Feiertagen ist der Verkehr eingestellt.

Literatur

Weblinks

Siehe auch Geschichte der Bresse Römerstraßen in der Bresse Bresse, Geografie, Geomorphologie, Wirtschaft Bresse bourguignonne, Beschreibung der Bresse als Naturlandschaft

Einzelbelege

Kategorie:Ort in Bourgogne-Franche-Comté