Thurey [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Revermont 71. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ).

Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans

Lage und Struktur Thurey liegt etwas nördlich des Zentrums des Arrondissements Louhans an der westlichen Grenze. Es liegt 19,1 Kilometer südsüdwestlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 15 Kilometer nordnordwestlich von Louhans-Châteaurenaud.

Im Norden grenzt Thurey an die Gemeinde Diconne, im Nordosten an Devrouze und im Osten an Simard. Im Süden liegt Vérissey und im Südwesten Lessard-en-Bresse. Im Südosten grenzt L’Abergement-Sainte-Colombe an Thurey und schließlich im Nordwesten die Gemeinde Saint-Martin-en-Bresse, die zum Arrondissement Chalon-sur-Saône gehört.

Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.

Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft mit verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt etwa zu einem Fünftel im Bourg, der Rest in Weilern und Einzelsiedlungen.

Die Gemeinde weist 238 Hektar bewaldete Flächen auf, was 12,9 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 83 % Laubwald und 16 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen im Nordwesten – Bois des Reppes, Bois Buson –, im Norden – Bois de la Folie –, im Nordosten – Grand Crouillis – und im Süden – Bois de la Réserve, Bois Loyard. Weitere bewaldete Flächen finden sich verstreut im Gemeindegebiet.

In der Gemeinde werden 1320,1 Hektar (entsprechend 71,6 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wovon 3,2 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind (2023: 12,4 ha). Rund 19 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 12 % wird Raps, auf 17 % wird Weichweizen und auf rund 27 % Körner- und Silomais angebaut.

Gewässer In der Gemeinde finden sich zehn benannte stehende Gewässer, nebst weiteren Weihern und Teichen. Aufgrund der bestehenden Biefs und Flurnamen ist anzunehmen, dass einst weitere Étangs bestanden, die in neuerer Zeit aufgelassen wurden (beispielsweise Étang des Vernes, Étang Caillaux, Étang Carlot).

Ganz im Nordwesten der Gemeinde liegt der Étang du Moulin Neuf und östlich davon der Étang Fortier. Sie sind nur zwei einer Gruppe von etwa neun Étangs, die alle durch den Bief du Moulin de la Grognette in La Tenarre entwässern.

An der Grenze zu Lessard-en-Bresse nahe des Weilers La Chanée, liegt der Étang des Avenières, der letztlich ebenfalls in die Tenarre entwässert.

Um den Bourg findet sich eine weitere Gruppe von etwa sieben Étangs mit dem Étang de la Folie im Norden, dem Étang du Crot im Nordwesten und dem Étang de la Gonnière im Nordosten des Bourg. Sie entwässern alle nach Süden in die Tenarre.

Im Nordosten der Gemeinde, an der Grenze zu Devrouze liegt eine weitere Gruppe von fünf Étangs, der nördlichste der Étang de la Charme, in der Mitte der Étang Pré Noir und schon an der Ostgrenze der Gemeinde der Étang Neuf. Sie entwässern nach Norden, in den Briant, der in die Guyotte mündet.

Schließlich findet sich ganz im Süden der Gemeinde eine weitere Étang-Gruppe mit vier Étangs, wobei der Étang Gibot teilweise auf dem Gebiet der Gemeinde Simard liegt. Diese Gruppe entwässert in den Briant.

Fließende Gewässer finden sich im Gemeindegebiet keine, sie wird lediglich von Biefs durchzogen. Hingegen berührt die Gemeinde der Ruisseau BriantRuisseau Briant, Länge 12,48 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei in Simard auf ca. 207 m, Mündung bei in Mervans, auf ca. 185 m Ruisseau Briant auf sandre.eaufrance.fr. Er entspringt als Bief aus dem Étang Gibot und bleibt für 1,6 Kilometer Grenzfluss zu Simard, wo er seinen Weg nach Nordosten fortsetzt.

Aus dem Étang du Moulin Neuf fließt als Bief La TenarreLa Tenarre, Länge 25,99 km, Zufluss zur Saône, Quelle bei in Saint-Martin-en-Bresse auf ca. 209 m, Mündung bei in Ormes auf ca. 174 m, La Tenarre auf sandre.eaufrance.fr, die hier noch Bief du Moulin de la Grognette genannt wird. Die Tenarre entwässert die Gruppe Étangs im Nordwesten der Gemeinde, fließt bei La Grognette nach Süden und verlässt die Gemeinde nach Lessard-en-Bresse. Sie nimmt weitere Biefs auf berührt nochmals kurz die Gemeinde Thurey bei Pont Pillard, um dann endgültig als La Tenarre Richtung Saône zu fließen.

Aus der Étang-Gruppe im Nordosten der Gemeinde fließt der Ruisseau de la ChassaigneRuisseau de la Chassaigne, Länge 3,5 km, Zufluss zum Ruisseau Briant, Quelle bei in Thurey auf ca. 207 m, Mündung bei in Devrouze auf ca. 189 m, Ruisseau de la Chassaigne auf sandre.eaufrance.fr und führt das Wasser in den Briant.

Verkehrswege Die D678 erreicht die Gemeinde von Lessard-en-Bresse beim Weiler Les Libaux, verläuft nach Osten und durchquert den Bourg, worauf sie sich nach Südosten wendet und die Gemeinde im Südosten nach Simard verlässt. Die gesamte Distanz in der Gemeinde beträgt 4,876 Kilometer.

Im Bourg zweigt die D24 aus der D678 ab und verläuft in ostnordöstlicher Richtung um die Gemeinde nach 2,3 Kilometern nach Devrouze zu verlassen.

Von Norden, aus der Gemeinde Diconne verläuft die D204 von Male Vèvre in südlicher Richtung zum Bourg, wo sie nach 1,99 Kilometern in die 678 mündet. Etwas weiter westlich verläuft die D162 von Grand Piochis leicht geschwungen über 1,6 Kilometer nach Le Villerot. Diese beiden Straßen sind eigentlich Erschliessungsstraßen, sie verbinden beide die D970 im Norden mit der D678 im Süden.

Unmittelbar westlich des Bourg zweigt die D156 nach Süden ab verläuft leicht geschwungen nach Süden und verlässt die Gemeinde nach 2,6 Kilometer nach Vérissey, um schließlich Montret zu erreichen.

Letztlich berührt die D456 die Gemeinde. Sie kommt von Lessard-en-Bresse, folgt der südwestlichen Gemeindegrenze über 880 Meter, wendet sich nach Osten und mündet bei Les Guillons in die D156. Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Les Agrons, La Biardière, Bois-de-la-Corne, Le Borgeot, Les Bouillots, La Boulandière, La Boutière, Les Brocards, Champ-Frecaud, Champomey, La Chanée, Corpot, L’Étang-Fortier, Les Feuilles, La Gonnière, La Grivalotte, La Grognette, Les Guichards, Les Guillons, Les Libeaux, Les Malbazins, Male-Vèvre, Le Moulin-Neuf, Les Pernins, Les Pillons, Les Princes, Le Rolley, Les Tabourets, La Troche, La Varenne, Les Vernes, Le Villerot, Le Villey, La Vise.

Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil beginnt im Nordwesten der Gemeinde beim Bief du Moulin de la Grognette, der hier den Étang du Moulin Neuf alimentiert. Nach etwas unregelmäsßigem Gelände liegt in einem Kerbtal ein Seitenarm des Étang du Moulin Neuf und kurze Zeit später quert die Départementsstraße D162 die Profillinie. Erneut sinkt das Gelände ab, in einer ersten Senke liegt ein Étang und später fließt der Bief du Moulin de la Grognette nach Süden, um die Gemeinde zu verlassen. Erneut steigt das Gelände auf die Normalehöhe der Bresse-Ebene von 200 bis 210 Meter und in der folgenden Senke liegt der Étang des Avenières. In der nächsten Geländekammer liegen die Étangs rund um den Bourg, der kurz darauf auf etwa 211 Metern liegt. Dort verlaufen auch die Départementsstraßen D24 und D678. Erneut folgt ein Tal mit einem Bief, bis das Gelände ansteigt und auf Normalhöhe bleibt, bis auf eine kleine Senke mit einem namenlosen Bief. In der Folge erreichen wir den höchsten Punkt der Profillinie, die Wasserscheide zwischen La Tenarre, die bei Ormes in die Saône mündet und dem Briant, der mit der Guyotte bei Navilly in den Doubs mündet. Zum letzten Mal fällt das Gelände ab zum Briant, der hier die Gemeindegrenze bildet.

Klima Das Klima in Thurey ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,2 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1055 mm, dabei ist der November mit 113 mm der niederschlagsreichste, während März als trockenster Monat 73 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2700 Sonnenstunden gezählt.

Toponymie Die erste Erwähnung des Ortes geht zurück auf 1131. Ein Wilelmus de Thurium wird genannt und schon 1180 wird die Ecclesia de Tureyo erwähnt, somit muss damals eine erste Kirche bestanden haben. Der Name des Ortes dürfte gallorömischen Ursprungs sein und bezeichnete den Besitz eines Turius, in gallorömischer Form Turiacum, das schließlich zum heutigen Thurey wurde.

Geschichte 1131 erfolgt die erste Nennung eines Wilelmus de Thurium. Dieser Familie entstammten wichtige Persönlichkeiten, vor allem im 14. und 15. Jahrhundert: Ritter, Kammerherren, Marschälle, Bischöfe, Erzbischöfe, Kardinäle, Kanoniker, Äbte und Äbtissinnen. Girard von Thurey, Stifter einer Kapelle in Cuisery, wurde 1358 Marschall von Bourgogne-Franche-Comté. Sein Bruder Guillaume wurde Bischof von Autun und 1358 Erzbischof von Lyon, ein Pierre de Thurey wurde 1385 Kardinal und Päpstlicher Legat, während 1370 eine Huguette Äbtissin des Klosters Saint-Pierre-les-Nonnains in Lyon wurde. In Champ-Frecaud stand ein Schloss, das im 16. Jahrhundert Louis de Nance gehörte. 1608 verkaufte es François Alixant an Charles de Saulx-Tavannes, der es wiederum an J. Gilbert, Herr von Champomey verkaufte. In diesem Weiler, der ebenfalls zu Thurey gehört, bestand ebenfalls ein altes Schloss. Beide waren jedoch schon im 18. Jahrhundert zerstört. Die beiden Herrschaften wurden 1644 durch N. de Tavannes mit Lessard vereinigt und bildeten eine Baronie. Das Lehen Villey gelangte zu Simard.

1777 wurde die Départementsstrasse D678 erstellt, gegen 1850 ein Jahrmarkt eingeführt. 1855 wurde die Mädchenschule gegründet, 1885 die Maire-École und 1909 ein Postamt. Das Baudatum der Kirche Saint-Denis ist nicht bekannt. Im östlichen Teil des Ortskerns steht das Bürgerhaus der Familie Mathey, die im 19. Jahrhundert eine große Zahl von wichtigen Persönlichkeiten stellte: Ärzte, Maires, Generalräte, Deputierte, Friedensrichter, Notare, Kommissare. In der Gemeinde bestanden zwei Getreide- und eine Ölmühle und 1988 noch 32 Landwirtschaftsbetriebe. Die Herren von Thurey Nach Thurey nannte sich einst eine noble Familie, die im 14. Jahrhundert illustre Persönlichkeiten hervorbrachte: einen Marschall von Burgund, einen päpstlichen Legaten, zwei Erzbischöfe von Lyon und mehrere Bischöfe. Die Herrschaft wurde später vereint mit der Baronie von Lessard, während die Gerichtsbarkeit bei Mervans lag. In Champ-Frecaud bestand ein Schloss, das 1505 im Besitz von Louis de Nances war und 1554 im Besitz seines Sohnes Jean. Ein François Alixant verkaufte es 1608 an Charles de Saulx-Tavannes, der es wiederum an J. Gilbert verkaufte, den Herrn von Champomey (1,5 Kilometer nordwestlich des Bourg). In Champomey befand sich ebenfalls ein Schloss, dessen Abrissdatum unbekannt ist. Die drei Herrschaften wurden schließlich mit der Baronie Lessard vereinigt.

Bevölkerung mini|Kirche Saint-Denis von Thurey

+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %422223199255,9

Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen weist einen Überhang zugunsten der Männer auf, sie machen 52,8 % der Bevölkerung aus. Dabei sind 49 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre. Die Gruppe der unter 15-Jährigen macht 16,6 % aus. Demgegenüber sind 33 % der Einwohner älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Diese Struktur dürfte auf die Tatsache zurückzuführen sein, dass seit 1999 dank der Bautätigkeit die Wohneinheiten um 23 % zugenommen haben. Dadurch dürfte ein Zuzug von jungen Familien mit Kindern erfolgt sein.