Diconne [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Revermont 71. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Diconnois, resp. Diconnoises genannt.
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Lage und Struktur Diconne liegt etwas nördlich des Zentrums des Arrondissements Louhans an der westlichen Grenze. Es liegt 15,8 Kilometer südwestlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 17,5 Kilometer nordnordwestlich von Louhans-Châteaurenaud.
Im Norden grenzt Diconne an die Gemeinde Villegaudin, das zum Arrondissement Chalon-sur-Saône gehört. Im Nordosten liegt Mervans, im Osten Devrouze und im Süden Thurey. Im Westen liegt Saint-Martin-en-Bresse, das ebenfalls zum Arrondissement Chalon-sur-Saône gehört.
Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft mit sehr verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt im Bourg und in Weilern und Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde weist 640 Hektar bewaldete Flächen auf, was 39,8 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 52 % Laubwald und 44 % Eichen- und Buchenwald. Die bewaldeten Flächen liegen vor allem im Norden – Bois de Margueron, Bois de la Mare des Fèves, Grands Taillis –, im Westen – Forêt de la Marche – und zu einem kleinen Teil im Südosten der Gemeinde – Bois d'Épinglier, Forêt de Diombe.
In der Gemeinde werden 710,1 Hektar (entsprechend 44,2 % des Gemeindegebiets; Stand 2024) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wovon 89,3 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 26 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 19 % wird Raps, auf 14 % wird Weichweizen und auf rund 18 % Körner- und Silomais angebaut.
Gewässer In der Gemeinde finden sich zehn benannte stehende Gewässer, nebst weiteren Weihern und Teichen. Aufgrund der bestehenden Biefs und Flurnamen ist anzunehmen, dass einst weitere Étangs bestanden, die in neuerer Zeit aufgelassen wurden (beispielsweise Étang de Diconne, Étang de la Rosse, Étang Neubarbe).
Ganz im Nordwesten der Gemeinde liegt der Étang de Gabrot, zum allergrößten Teil in der Gemeinde Saint-Martin-en-Bresse. Er wird durch La Cosne d'Epinossous alimentiert und entwässert.
Im Südwesten der Gemeinde, im Forêt de la Marche liegt der Étang Gauthey, der durch La Florence entwässert wird.
Ganz im Nordosten der Gemeinde liegt eine Gruppe von Étangs, benannt sind der Étang Calibot und der Étang Girard nebst vier weiteren, die alle nach Osten in die Florence entwässern.
Etwas südlich davon, nördlich des Bourg, liegen der Étang de Bouterant und der Étang de Barberet, die nach Süden in die Florence entwässern.
Westlich des Bourg liegt der Étang de Bondenant, ganz im Süden, am Rand des Bois de l'Épinglier liegt der Étang Piron, nördlich davon, beim Weiler Le Vouillot der Étang Libeau und schließlich an der Grenze zu Devrouze der Étang du Paroy. Sie entwässern alle nach Norden in La Florence.
Bei den fließenden Gewässern entspringt La FlorenceLa Florence, Länge 11,33 km, Zufluss zur Guyotte, Quelle bei in Diconne auf ca. 209 m, Mündung bei in La Racineuse auf ca. 182 m, La Florence auf sandre.eaufrance.fr in der Gemeinde. Als kleiner Bief alimentiert sie den Étang Gauthey und entwässert ihn auch. Anschließend fließt sie quer durch die Gemeinde nach Osten, nimmt auf ihrem Lauf zahlreiche Biefs auf und macht einen Abstecher in die Gemeinde Devrouze, wo sie einen Bogen schlägt und im Nordosten von Diconne die Grenze zu Mervans bildet.
Wenig südlich der Südwestecke der Gemeinde entspringt La Cosne d’ÉpinossousLa Cosne d’Épinossous, Länge 21,73 km, Zufluss zu Saône, Quelle bei in Saint-Martin-en-Bresse auf ca. 231 m, Mündung bei in Verjux auf ca. 174 m, La Cosne d’Épinossous auf sandre.eaufrance.fr. Sie bildet einen Teil der Nordwestgrenze, alimentiert den Étang de Gabrot und fließt weiter nach Villegaudin.
Verkehrswege Von Villegaudin verläuft die Départementsstraße D162 nach Süden, bedient einige Weiler im Zentrum der Gemeinde und verlässt diese bei Champ Barbe nach Thurey.
Eine zweite Départementsstraße durchzieht die Gemeinde, die D204. Sie zieht sich von der nordöstlichsten Ecke der Gemeinde in einem Bogen südwärts, durchzieht den Bourg und weiter im Süden, bei Male Vèvre verlässt sie die Gemeinde nach Thurey.
Beide Straßen zweigen aus der D970 ab und führen durch Diconne. Beide münden im Süden in die D678, sind also lediglich Erschließungsstraßen für Diconne. Erschließungen mini|Katzenkopfmast - Starkstromleitung 400kV Genissiat-Poste – Vieilmoulin, östliche Leitungmini|links|Starkstromleitung 400kV Genissiat-Poste – Vieilmoulin, westliche LeitungDas Gemeindegebiet wird von zwei parallel verlaufenden 400-kV-Hochspannungsleitungen der Verbindung Génissiat–Poste – Vieilmoulin durchquert. Die östliche Trasse ist die Ligne aérienne 400 kV N° 3 Genissiat-Poste – Vieilmoulin (Baujahr 1958), während die westliche Trasse als Doppelleitung die Stromkreise Nr. 1 und Nr. 2 trägt und als Ligne aérienne 2 x 400 kV Genissiat-Poste – Vieilmoulin N° 1 et 2 bezeichnet wird (Baujahr 1980). Die Leitung verläuft nordöstlich von Reversey in nordwestlicher Richtung (316°). Auf Gemeindegebiet ist die östliche Leitung 470 Meter lang und weist 1 Katzenkopfmasten auf, die westliche ist 650 Meter lang mit 1 Museumsmasten (auch: Beaubourg-Masten).
Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Barberet, Bondenant, Bouterant, Chandelux, La Croix, Étang-Girard, Les Feuilles, La Florence (Gewässer), La Forêt, Les Gautheys, Les Jacquards, Les Lorys, Montarbaut, La Motte, Moulin-à-Vent, Les Peltrats, La Petite-Villeneuve, Les Recordeaux, La Reppe, Reversey, Les Rues-Bourdillons, Saint-Sulpice, Les Seroux, Les Tailleferts, La Villeneuve, Le Vouilleau.
Höhenprofil mini|400pxDas Höhenprofil beginnt im Westen der Gemeinde, wo die Cosne d'Epinossous die Grenze zu Saint-Martin-en-Bresse bildet. Das Gelände steigt an bis auf die übliche Höhe der Bresse-Ebene von 200 bis 210 Metern. Auf der Höhe liegt der Weiler Rues Bourdillons, anschließend senkt sich das Gelände zu einem Bief, der einen namenlosen Étang alimentiert, der wiederum in den Étang de Gabrot entwässert. Nach einem neuerlichen Tal folgt die Anhöhe, auf der der Weiler Montarbaut liegt. Erneut folgt ein Bief und eine Anhöhe, deren höchster Punkt bei 212 Metern liegt. Diese bildet die Wasserscheide zwischen La Cosne d'Epinossous, die südlich von Verjux in die Saône mündet und der Florence, die mit der Guyotte bei Navilly in den Doubs mündet. Auf dem langgezogenen Rücken kreuzt die Départementsstraße D162 die Profillinie. Erneut sinkt das Gelände ab zu einem Étang, der oberhalb des Étang Calibot liegt. Dieser liegt nochmals eine Geländestufe tiefer. Auf einer weiteren Anhöhe kreuzt die Départementsstraße D204 und es folgt die letzte Senke zur Florence, die hier die Grenze zu Mervans bildet.
Klima Das Klima in Diconne ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 12,0 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,1 °C, der kälteste der Januar mit 3,3 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Der Ort wird erstmals im 13. Jahrhundert genannt als Curatus de Dygona, während bereits 1362 die Ecclesia de Diycona erwähnt wird. Eine Theorie über die Entstehung des Namens lautet wie folgt: im bressanischen Dialekt werden die Étangs cônes genannt. Da sich im Einzugsgebiet der Florence und rund um die Siedlung deren zehn (französisch dix) befanden, könnte aus dix cônes der Ortsname Diconne entstanden sein.
Eine bedeutend ältere Namensnennung im Gemeindegebiet betrifft den Weiler Reversey, der bereits 1190 im Zusammenhang mit einem Hugo de Reversure auftaucht.
Geschichte Die Herrschaft Diconne gehörte zur Baronie Mervans, zusammen mit Devrouze und war im Besitz von verschiedenen Familien. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts gehörte sie Léonarde de Beaumont, die 1530 Jean Bataille heiratete. Später gelangte sie an Hugues de Mâlain, dann an Jeanne de Mâlain, die sie 1579 ihrem Neffen Jérôme de Biollet vermachte. In der Folge übernahmen die Fyot 1660 die Herrschaft. Nach weiteren Besitzerwechseln innerhalb der Familie wurde Claude Fyot, Graf von Bosjean, Eigentümer. Er war der erste Präsident des Parlement von Burgund, zu seinen Gunsten wurde 1736 sein Besitz in ein Marquisat erhoben. Das Schloss bestand nahe der Kirche im Weiler Motte, von dem 1743 nur noch Ruinen vorhanden waren. 1804 wurde die Herrschaft aufgeteilt in Diconne und Devrouze. 1849 entdeckte ein Landwirt auf einem Feld einen Topf mit rund 500 römischen Münzen aus dem 3. Jahrhundert, eine große Zahl davon aus der Zeit Gordians und Philipps des Arabers. Die Kirche (dem Heiligen Petrus geweiht) wurde 1851/1852 im Stil des 12. Jahrhunderts neu erbaut. Die Mairie war ursprünglich die Knabenschule, datiert aus 1864 und 1906 erweitert. 1898 wurde die Mädchenschule erbaut, die heute als Schulhaus dient. In der Gemeinde bestanden zudem eine Wind- und eine Wassermühle. 1988 wurden noch 34 Landwirtschaftsbetriebe gezählt. Die Herren von Diconne Das Gebiet gehörte den de Vienne und den d’Antigny, die es als Afterlehen weitergaben. Diconne und Devrouze gehörten damals noch zusammen, sie wurden erst 1804 getrennt und sie gehörten zur Baronie Mervans.1450 übernahm Nicolas Rolin, Chancelier des Burgund, die Baronie von Mervans zu Lehen. Er war bereits Herr von Authumes, wo er ein Schloss besaß. Sein Sohn, Antoine Rolin d’Emery gab die Herrschaft zurück an Philipp von Hachberg-Sausenberg, womit sie wieder bei der Familie de Vienne war.
Später wurden das Lehen verkauft an Claude Fyot III. de la Marche, Kommendatarabt des Klosters Saint-Étienne in Dijon, der seit 1680 Herr von Bosjean war. Sie gehörte weiterhin der Familie Fyot de la Marche (Nicht zu Verwechseln mit den Grafen de la Marche).
Seit dem 12. Jahrhundert gehörten weitere Lehen der Familie de la Marche, die in Villegaudin ein Schloss besaß. Antoine de la Marche ist einer der ältesten bekannten Besitzer. Er wohnte im Schloss La Marche, nach dem die Familie sich benannte (Im heutigen Gemeindegebiet Saint-Martin-en-Bresse, im äußersten Osten der Gemeinde, 500 Meter östlich des Weilers Villegaudin an der D162, Route de la Marche, heute Schreinerei Petit Pascal).Einige Herren de la Marche waren Vögte und Marktvögte von Chalon-sur-Saône. Philippe de la Marche war Gruyer de BourgogneEin Gruyer ist ein Beamter mit eigener Gerichtsbarkeit, der ab dem 13. Jahrhundert im Auftrag eines hohen Gerichtsherrn die Staatswälder betreut. Er scheidet die Jungwaldgebiete aus, kontrolliert das Verhalten in den Wäldern und urteilt in erster Instanz über Vergehen, die in den Wäldern und Flüssen seines Bezirks, der gruerie begangen werden, angefangen bei Sachbeschädigungen oder bäuerlichem Missbrauch. Dieser Titel wurde sehr lange in Burgund, der Franche-Comté, der Bretagne und auch in Lothringen verwendet, wo die Grueries bis 1747 bestanden. Die Reform der Wälder setzte dieser Funktion oder vielmehr dieser Bezeichnung ein Ende. und 1434 Gouverneur des Château de Joux. Er heiratete Jeanne Bouton, verstarb 1437. Sein Sohn war Olivier de la Marche, einer der berühmtesten Söhne der Bresse. Ein Nachkomme, René de Lenoncourt heiratete Marguerite Fyot. Ihre Tochter, Reynette verkaufte 1636 die Herrschaft de la Marche an ihren Onkel. Damit waren die Lehen vereint bei den Fyot de la Marche.