miniatur|Kirche Transfiguració del Senyor in Artà miniatur|Blick von Westen miniatur|Blick von Osten mini|hochkant|Blick von der Kirche aus über Artà mini|hochkant|Innenraum, Blick zum Hauptaltar Transfiguració del Senyor ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in der spanischen Gemeinde Artà im Nordosten der Mittelmeerinsel Mallorca.

Architektur und Geschichte

Vorgängerbau Die heutige einschiffige Kirche entstand als Ersatzbau für eine an gleicher Stelle befindliche gotische Kirche. Nach der Eroberung des Gebiets von Artà durch den christlichen König Jaume I. am 31. März 1230 hielt der König den Bau einer Pfarrkirche für erforderlich. Am 24. September 1240 wurde die Kirche von Bischof Ramon de Torella an Ramon de Fraga, den Prior des Klosters Bellpuig übergeben. Bis 1425 wurde die Kirche vom Kloster betreut und unterhalten. Das Patronat ging dann auf die Familie Vivot und später auf die Familie Dameto über. Die Familien hatten das Recht, den Pfarrer vorzuschlagen. Im Jahr 1952 gab Fernando Truyols dieses Recht zurück. Geweiht war sie der heiligen Maria. Am 14. April 1248 wurde die Kirche in einer Bulle des Papstes Innozenz IV. erwähnt. Im 17. Jahrhundert erfolgte dann eine Weihe für das Mysterium der Verklärung des Herrn.

Die ursprüngliche Kirche war schlicht gestaltet. Anders als am heutigen Gebäude wies die Apsis jedoch nach Osten. Im Laufe der Zeit wurde die Kirche aufgrund der wachsenden Bevölkerung wiederholt erweitert.

Bau der heutigen Kirche 1563 wurde durch den Bischof Diego de Arnedo die Errichtung einer neuen Kirche, der noch heute bestehenden, angewiesen. Der tatsächliche Bau begann 1573, zog sich jedoch letztlich über Jahrhunderte hin. Die Kirche ist zum Teil durch Abtragung von Erdmassen in den Berg hineingebaut. Die Apsis war 1601 fertiggestellt. Das Kreuzgewölbe im Stil der Spätgotik entstand in mehreren Abschnitten. Der Gewölbeabschnitt zwischen den Kapellen Herz Jesu und Immaculata war 1756 abgeschlossen. Nach einer Inschrift war ein dritter Gewölbebogen ANY 1789 beendet. Durch finanzielle Zuwendungen der Brüder Francesc und Bartomeu Pujol konnten die übrigen Gewölbe dann bis 1816 gebaut werden. Eine Inschrift verweist hierauf. Der Bau der Kirchenfassade wurde erst in den 1890er Jahren beendet. 1896 entstand die Frontfassade nach einem Entwurf von B. Ferra. An der Seitenfassade befindet sich in einer Ausrichtung nach Südwesten eine inschriftlich auf 1813 datierte Sonnenuhr.

Die Kirche verfügt über Strebebögen, die, typisch für sie Spätgotik auf Mallorca, in gleicherweise wie das eigentliche Kirchendach mit Ziegeln bedeckt sind. So entstanden zwischen den Strebepfeilern halbrund überspannte Räume, die regional als Terrades bezeichnet werden.

1900 erfolgte eine Restaurierung der Kirche. In der nachfolgenden Zeit wurden zugemauerte Fenster wieder geöffnet. Im Jahr 1906 wurde ein bis dahin genutzter barocker Aufsatz des Altars durch einen neuen Aufsatz ersetzt. 1922 wurde die Restaurierung mit einer Neupflasterung des Fußbodens der Kirche beendet.

Alteingesessene Familien aus Artà sowie Rückkehrer aus Amerika stifteten Anfang des 20. Jahrhunderts farbige Kirchenfenster. In den Fenstern wird der Schutzpatron der Stifter, die Familienwappen sowie die Heiligen Mallorcas dargestellt. Oberhalb des Hauptaltars werden Moses und Elias als Zeugen der Verklärung des Herrn gezeigt. Das Geheimnis der Verklärung wird in der Rosette gezeigt.

Das Kirchenportal befindet sich auf der Ostseite der Kirche und gehört zu den jüngeren Teilen des Baus. Eine Jahresinschrift am Schloss des Portals nennt das Jahr 1883. Das Portal wird auch als Portal der Frauen bezeichnet. Außen oberhalb des Portals befindet sich eine Jesus-Figur als Erretter der Welt. Unterhalb der Figur ist das Wappen des Papstes Leo XIII. zu sehen. Über dem Portal befindet sich auch eine steinerne Gedenktafel aus dem Jahr 1940, die an das 700-jährige Jubiläum der Pfarrkirche erinnert.

Ein weiteres Portal befindet sich auf der Südseite und ist im Gegensatz zum Hauptportal auch als Portal der Männer benannt. Dieses Portal entstand im 18. Jahrhundert an Stelle einer Kapelle. Oberhalb des Portals befindet sich eine 1850 von Antoni Portell gebaute Orgel.

Links des Hauptportals steht das Taufbecken. Es wurde 1672 aus einem einzigen Stein gefertigt.

Seitenkapellen An den Längsseiten des Kirchenschiffs bestehen 13 Seitenkapellen.

Kapelle des heiligen Antonius von Padua Erste Kapelle vom östlichen Hauptportal ist auf der rechten Seite die Kapelle des heiligen Antonius von Padua, in der jeweils die Weihnachtskrippe aufgestellt wird. In der Kapelle befindet sich ein den Heiligen zeigendes Altarbild, das möglicherweise ursprünglich Teil eines barocken Altaraufsatzes war.

Kapelle der heiligen Lucia Westlich hiervon befindet sich die Kapelle der heiligen Lucia. Während der Altar im 19. Jahrhundert von Einsiedlern errichtet wurde, stammt der Altaraufsatz aus der Zeit Ende des 16./Anfang des 17. Jahrhunderts. In der Mitte des Aufsatzes wird die heilige Lucia gezeigt. Links von ihr befindet sich eine Darstellung der heiligen Apollonia, rechts der heiligen Agnes. Oberhalb ist die heilige Helena abgebildet. Auf dem Altar befindet sich in der Mitte eine Darstellung der heiligen Cäcilia, während links und rechts von ihr das Martyrium der heiligen Lucia gezeigt wird. An der westlichen Seitenwand der Kapelle befindet sich ein die Verklärung des Herrn darstellendes Gemälde, das sich ursprünglich im Zentrum des Hauptaltars der Kirche befand. Es handelt sich um eine Kopie eines entsprechenden Werkes Transfiguration von Raffael.

Kapelle des heiligen Josef Die Kapelle des heiligen Josef verfügt über einen neogotischen Altaraufsatz, der von der Familie Font dels Olors und Olesa gestiftet wurde. Der Bildhauer Guillem Galmes schuf die in der Kapelle befindliche Statue des heiligen Josef. Seitlich finden sich Darstellungen der Eltern Marias, der heiligen Anna und des heiligen Joachim. Der obere Teil zeigt eine Darstellung der Jungfrau vom Karmel. Im unteren Teil befindet sich ein im Jahr 1887 durch Salvador Torres geschaffenes, den Tod des heiligen Josef darstellendes Bild. Die Bilder an der rechten und linken Seitenwand stellen den heiligen Onofre und den heiligen Ramon Nonato dar. Beide Gemälde wurden durch Vicenc Furio 1929 bzw. 1917 gemalt.

Kapelle des Rosenstocks Die große Kapelle des Rosenstocks entstand Ende des 17. Jahrhunderts und weist mit ihrer Kuppel und den Säulen schon Elemente des Barock auf. Sie tritt nach Norden aus dem Kirchenschiff heraus und verfügt ihrerseits links und rechts jeweils über zwei eigene kleine Seitenkapellen. Links und rechts des Zugangs zur Kapelle sind Bilder zu sehen, die die Fußwaschung Jesu bzw. die Einsetzung der Eucharistie darstellen.

Der in der Kapelle befindliche Altaraufsatz wurde durch Jaume Llull im Stil des Churriguerismus geschaffen, wobei die Figuren nicht von Llull stammen. Im oberen Teil ist die Jungfrau des Rosenstocks dargestellt. Eine Figur auf der linken Seite symbolisiert den Glauben, eine auf der Rechten die Hoffnung. Im unteren Teil finden sich Darstellungen der heiligen Katharina von Siena und der heiligen Juliana von Falconieri. Zwei Gemälde unterhalb der Figuren zeigen den heiligen Pontius von Cimiez und den heiligen Bernhard von Clairvaux. Zwei ovale, links und rechts angeordnete Gemälde stellen die heilige Theresia und die heilige Catalina Thomas dar. Letzteres wurde von Agusti Buades geschaffen. Das Tabernakel ist mit einer alten Kuppel des Taufbeckens bedeckt.

Die erste Seitenkapelle der Rosenstockkapelle auf der rechten Seite ist der Jungfrau der Einsamkeit geweiht und beruht auf einer Stiftung des Musikers Joan Massanet. Ein in der Mitte befindliches Gemälde zeigt die Jungfrau der Einsamkeit. Flankiert wird es von einer Darstellung der Kreuzigung Jesu links und der Fall Jesu auf dem Weg nach Golgatha rechts. Darüber wird die Grablegung Jesu gezeigt.

Die zweite Seitenkapelle war zunächst dem heiligen Francisco Javier geweiht, der als Schutzheiliger der Frauen der Familie Quetgles in der Straße Abuerador galt. Die Stiftung gelangte jedoch später an die Familie Massanet. Heute ist die Kapelle dem Herz Marias geweiht. Das mittlere Gemälde der Kapelle zeigt denn auch das Hert Marias. Auf der linken Seite wird es von Abbildungen des heiligen Petrus und des heiligen Dominikus, auf der rechten Seite des heiligen Bartholomeus und der heiligen Victoria flankiert. Darüber befindet sich ein Bild des heiligen Franz von Assisi.

Auf der rechten Seite schließt sich eine kleine Sakristei an.

Erste Kapelle auf der linken Seite der Kapelle des Rosenstocks ist die Kapelle der Darbringung Jesu im Tempel. Die Stiftung der Kapelle erfolgte 1878 durch die Familie Sancho Morey. Durch die Stiftung erwarb die Familie das Recht auf eine Grabstätte innerhalb der Kirche der Dynastie Sanchos de la Jordana. In der Kapelle befindet sich ein Gemälde, auf dem die Darbringung Jesu dargestellt ist. Links hiervon wird die heilige Anna, rechts die Heilige Margaritta gezeigt. Oberhalb befindet sich ein Bild des heiligen Petrus.

Die zweite Kapelle auf der linken Seite ist eine Stiftung der Familie Son Morey. Sie ist dem Herz Jesu geweiht. Die Stiftung ging später auf die Familie Morey und Blanquer über. Entsprechend der familiären Stiftung zeigen die in der Kapelle befindlichen Bilder die Schutzheiligen der Familie. Auf der linken Seite finden sich Darstellungen der heiligen Ines und der heiligen Franziska Romana, auf der rechten Apostel Jakobus und die Madonna La divina Pastora – die göttliche Hirtin. Unten auf Höhe des Altars ist der heilige Alonso Rodriguez und darüber die heilige Coloma zu sehen.

Kapelle des Herz Jesu Westlich der Rosenstockkapelle befindet sich die Kapelle des Herz Jesu. Zunächst war sie der Himmelfahrt Marias, die als Schutzheilige der Weber von Artà verehrt wird, geweiht. Errichtet wurde sie auf Veranlassung von LLuis Despuig. Er war mit Maria dels Dolors Truyols verheiratet. Von der Kapelle aus besteht ein Zugang zur Gruft der Familie Truyols Roviera. In der Kapelle finden sich Abbildungen des Herz Jesu, des heiligen Lous und des heiligen Stanislaus Kotska.

Kapelle des heiligen Sebastian Die Kapelle des heiligen Sebastian ist den Feldarbeitern Artàs gewidmet und entstand in der Mitte des 17. Jahrhunderts. In der Kapelle findet sich daher ein Wappen der Feldarbeiter. Eine Figur des heiligen Sebastian steht in der Kapelle und wird von den Heiligen Kosmas und Damian, zwei heilige Ärzte, umrahmt. Ein Gemälde zeigt im oberen Teil den heiligen Rochus. Im unteren Teil sind Blütenzweige abgebildet, links hiervon der heilige Georg, rechts der heilige Christopherus.

Kapelle des heiligen Johannes der Täufer Unweit des Hauptaltars der Kirche befindet sich die Johannes dem Täufer geweihte Kapelle. Der Altaraufsatz ist im Stil der Renaissance gestaltet und ähnelt in seiner Erscheinung einem aufgeschlagenen Buch. In der Mitte ist Johannes der Täufer dargestellt. Flankiert wird er links von der heiligen Elisabeth und rechts der heilige Zacharias. Im oberen Teil ist die Taufe Jesu zu sehen, während im unteren Teil der heilige Nikolaus abgebildet wurde. Links und rechts hiervon ist die Enthauptung von Johannes dem Täufer und auf der rechten Seite seine Geburt wiedergegeben.

Kapelle des heiligen Michael Die erste Kapelle links vom Hauptportal der Kirche ist dem heiligen Michael, früher der Schutzpatron des Orts, geweiht. Es hieß der Heilige habe die Ernte des Orts vor Hagelschlag beschützt. Die Kapelle entstand in der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Der Altar entstand bereits im Mittelalter und ist der älteste der Altare in der Kirche. In der Kapelle befindet sich eine 1603 von Jaume Blanquer geschaffene Figur des heiligen Michael. Darüber hinaus befinden sich den heiligen Gabriel, den heiligen Rafael, den heiligen Vinzenz von Paul, den heiligen Paul von Nola und den heiligen Rochus darstellende Gemälde in der Kapelle.

Kapelle der Seelen