mini|Johannes Zollikofer, 1691 Johannes Zollikofer von und zu Altenklingen (* 29. Dezember 1633 in St. Gallen; † 23. April 1692 in Herisau) war ein Schweizer reformierter Pfarrer.
Leben und Wirken Johannes Zollikofer von Altenklingen wurde in St. Gallen geboren, er studierte in Zürich und Basel. Als Zwanzigjähriger wurde er als deutscher Prediger nach Genf berufen. In Oxford und Cambridge setzte er seine Studien fort.Hans-Martin Stückelberger: Die appenzellische reformierte Pfarrerschaft seit dem Bestehen jeder reformierten Kirchgemeinde bis 1977. Herisau 1977. S. 30. Zitiert in: Christian Holziger (Hrsg.): Ulrich Bräker: Sämtliche Schriften, 5, Kommentar und Register. C. H. Beck/Haupt, 2010, S. 515.
Als Diakon wirkte er in St. Leonhard und St. Gallen, als Pfarrer und Kämmerer in Herisau in Appenzell Ausserrhoden.DNB. Er war Autor, Übersetzer und Herausgeber mehrerer Bücher. mini|Darstellung von Herisau durch Matthäus Merian (aus Topographia Helvetiae, Rhaetiae et Valesiae, 1654) Zollikofer war, laut der Stemmatologia Sangallensis von Johann Jacob Scherrer (1653–1733) in den Jahren 1653 bis 1692 Prediger, 1653–1654 deutscher Adjunkt in Genf, 1655–1655 deutscher Helfer in Amsterdam, 1657–1692 Synodalis, 1657–1666 Diakon zu St. Leonhard, 1657–1692 Collega Disputat., 1657–1692 Collega music., 1660–1660 Bußner Coll. theol. I, 1665–1665 Bußner Coll. theol. II, 1666–1692 Pfarrer in Herisau, (der 13. nach der ReformationGabriel Walser: Neue Appenzeller-Chronick oder Beschreibung des Cantons Appenzell. Weniger, St. Gallen 1740. S. 85 (Online).), 1667–1692 Synodalis von Ausserrhoden, 1671–1692 Camerarius von Ausserrhoden und 1684–1692 Ordinari Eherichter von Ausserrhoden.Geneal-Forum. mini|Blick in den Chor der Kirche Herisau, wo Zollikofer 1666–1692 predigte (Zustand 2011) Zollikofers Predigt Der unseligen Unholden elender Zustand, gehalten am 5. Mai 1689 in Herisau, gedruckt im selben Jahr in St. Gallen, fusst auf dem Werk Magiologia. Christliche Warnung für dem Aberglauben und der Zauberei von Bartholomäus Anhorn dem Jüngeren, in welchem eine kritische Darstellung magischer Praktiken erfolgt. Im Umfeld von Zollikofers Äusserungen erfolgten Hexenprozesse und -tötungen.Siehe auch: Manfred Tschaikner, zitiert durch Achilles Waishaupt. In: ders. Hexenwahn im Appenzellerland – Vielfältige Deutungen über das Phänomen der Hexenverfolgung. In: St. Galler Tagblatt, 6. Juni 2007, Abs. 8–9 (Abgerufen am 14. September 2014).Siehe auch Roger Fuchs: Geköpft oder lebendig verbrannt. In: St. Galler Tagblatt, 23. April 2011, Abs. 7f. (Abgerufen am 14. September 2014).
Sein 1691 in erster Auflage erschienener Himmlischer Weyhrauch-Schatz erlangte über 150 Jahre hin Beliebtheit als Erbauungsbuch.Neuauflagen: Thurneysen, Basel 1743; Basel 1757, Thurneysen, Basel 1758; dito 1787 und 1792, 1806; Rupp & Baur, Reutlingen 1841, 1842, 1846, 1851, 1857; Lipincott, Philadelphia 1848 und 1859. Ebenso auf Englisch: Fleming, Clarlisle 1833; Ashmead, Philadelphia 1836 und 1838; Martin & Lambert, New York 1838 und 1839 (Digitalisat); William C. Martin, New York 1846 (Digitalisat); Barnes & Noble, 2012, ISBN 978-1-4589-9526-1.Rezension In: Hermann Reuter (Hrsg.): Allgemeines Repertorium für die theologische Literatur und kirchliche Statistik. S. 85, 86.
H. Johannes Zollikofer, Pfarrer lautet neben anderen die Inschrift an einer 1679 gegossenen Glocke der Kirche Herisau.Arnold Nüscheler-Usteri: Die Glocken, ihre Inschriften und Giesser, im Kanton Appenzell. In: Appenzellische Jahrbücher, 14 (1882), S. 10, .
Familie
Johannes Zollikofer war ein Sohn des Georg Zollikofer (1591–1634) und der Judith Schobinger. Er heiratete am 3. November 1657 Catharina Gonzenbach (1631–1672), eine Tochter des Heinrich Gonzenbach und der Sabina Zwicker. Er hatte mit ihr 1663 ein Töchterlein, das ungetauft starb, und 1665 eine Tochter Judith.
In zweiter Ehe heiratete er am 11. Juni 1672 Susanna Zollikofer (1644–1685 in Herisau), eine Tochter des Niklaus Zollikofer und der Benigna Zollikofer und hatte mit ihr vier Kinder: Magdalena (1673–1700 in Amsterdam), Georg Niklaus (1676–1706 in Ostindien), den jung verstorbenen Johannes (* 1681) sowie einen weiteren Johannes (* 1683).
In dritter Ehe heiratete er am 15. Juni 1686 Elisabeth Zollikofer (1656–1694), Tochter des David Zollikofer und der Elisabeth Högger und hatte mit ihr drei Kinder: David (* 1688), Elisabeth (1690–1694) und Gottlieb (1691).
mini|Johannes Zollikofers Neueröffneter, himmlischer Weihrauch-Schatz, oder vollständiges Gebet-Buch, für alle Zeiten, Anliegen und Stände. (9. Aufl., Reutlingen 1865)
Schriften (Auswahl) Emanuel König und Söhne, Basel 1672. König, Basel 1683. König, Basel 1685. St. Gallen 1689. Hochreutiner, St. Gallen 1690 (Digitalisat). Hochreutiner, St. Gallen 1691 (Digitalisat). Emmanuel und Hans Georg König, Basel 1691 (). Himmlischer Freudenblick und einer Gläubigen Seele Vorgeschmack des Ewigen Lebens, 1677 ().
Literatur Heidi Eisenhut: Religiöse Landschaft Appenzell. In: Appenzellische Jahrbücher 2011. S. 31f., doi:10.5169/seals-283422 Manfred Tschaikner: Die Zauberei- und Hexenprozesse der Stadt St. Gallen. UVK, 2003, S. 18.
Weblinks
Katrin Moeller: Zollikofer, Johann in Historicum.net Heidi Eisenhut: Eine Hexe sollst du nicht am Leben lassen. Abhandlung über Zollikofers Misera lamiarum sors, auf zeitzeugnisse.ch
Einzelnachweise
Kategorie:Reformierter Theologe (17. Jahrhundert) Kategorie:Autor Kategorie:Literatur (17. Jahrhundert) Johannes Kategorie:Schweizer Kategorie:Geboren 1633 Kategorie:Gestorben 1692 Kategorie:Mann