Heilig Kreuz ist eine römisch-katholische Pfarrkirche in Hürtgen, einem Ortsteil der Gemeinde Hürtgenwald im Kreis Düren in Nordrhein-Westfalen und gehört zum Pastoralen Raum Kreuzau/Hürtgenwald/Heimbach/Nideggen im Bistum Aachen. Die heutige Kirche wird auch „Friedensgedächtniskirche“ genannt.
Geschichte mini|Heilig Kreuz in Hürtgen, Nordostseite mini|Heilig Kreuz in Hürtgen, Nebeneingang Eine erste Kapelle, erbaut von Dietrich von Leers († 1690), ist schon für 1684 nachweisbar. Diese wurde 1715 erweitert. Pfarrlich gehörte Hürtgen zu dieser Zeit zur weit ausgedehnten Pfarre Lendersdorf. 1804 wurde Hürtgen schließlich von Lendersdorf abgetrennt und zur eigenständigen Pfarrei erhoben, die Kapelle war seitdem Pfarrkirche.
Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die alte Kirche zwischen 1854 und 1856 durch einen Neubau nach Plänen des Aachener Baumeisters Josef Habes ersetzt. Diese Kirche brannte in der Nacht vom 21. auf den 22. Februar 1903 bei dem großen Brandunglück in Hürtgen vollkommen aus, sodass nur noch die Umfassungsmauern standen. Neben der Kirche wurden weitere 84 Häuser sowie das Pfarrhaus und die Schule und weitere Gebäude zerstört. Mehr als 400 Menschen waren davon betroffen.Dürener Zeitung Nr. 43 - 31. Jahrgang. Dienstag, 24. Februar 1903. Artikel: Großes Brandunglück in Hürtgen. zeit.punkt NRW Bis Dezember 1903 konnten der Chor und die Sakristei wiederhergestellt werden, sodass dort ab dem 20. Dezember wieder Gottesdienste gefeiert werden konnten. In der Zwischenzeit wurden die Gottesdienste in einem provisorisch eingerichteten Raum des Pfarrhauses abgehalten.Dürener Zeitung Nr. 292 - 31. Jahrgang. Mittwoch, 23. Dezember 1903. Artikel: Lokal- und Kreis-Nachrichten. zeit.punkt NRW Im Dezember 1904 war die Kirche schließlich unter Erhalt der noch vorhandenen Mauern vollständig wiederhergestellt und konnte vollumfänglich genutzt werden.Dürener Zeitung Nr. 288 - 32. Jahrgang. Montag, 19. Dezember 1904. Artikel: Lokal- und Kreis-Nachrichten. zeit.punkt NRW Die Planung und Bauleitung des Wiederaufbaus lagen in Händen von Baurat Daniels aus Aachen.
Durch die Schlacht im Hürtgenwald in den Jahren 1944/1945 wurde die Kirche wieder stark zerstört, der Turm und das Kirchenschiff waren komplett eingestürzt, Chor und Sakristeien waren stark beschädigt. Zwischen 1947 und 1949 wurde die Kirche unter Erhalt von Chor und Sakristeien auf den alten Fundamenten nach Plänen des Stolberger Architekten Rudolf Dahmen wiederaufgebaut. Erst im Jahr 1966 kam noch der Kirchturm hinzu. Die Kirchweihe fand am 25. November 1972 statt. Eine letztmalige größere Renovierung wurde in den Jahren 1984 bis 1991 durchgeführt.Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 400.
Baubeschreibung Die Heilig-Kreuz-Kirche ist eine Saalkirche in Bruchsteinbauweise in Formen der Nachkriegsmoderne mit eingezogenem Chor und Rundapsis in neuromanischen Formen.
Ausstattung mini|hochkant|Blick in den Chor Die 14 großen Rundbogenfenster aus Antik- und Bleiglas wurden 1969 von einem unbekannten Künstler mit Schwarzlotmalerei hergestellt, lediglich das Ornamentfenster über dem Eingangsportal ist mit 1949 datiert und das Rosettenfenster über der Orgelempore aus 1955, beide ebenfalls von einem unbekannten Künstler.
Den am 17. März 1989 vom Aachener Weihbischof Karl Reger geweihten Altar aus Anröchter Stein sowie die Tabernakelsäule, das Ambo und die Kerzenleuchter schuf der Buirer Bildhauer Friedel Denecke 1989.Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 400.
Pfarrer Folgende Priester wirkten bislang als Pfarrer an Heilig Kreuz:Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen. 3. Ausgabe. Aachen 1994, S. 400. 1850–1854: Heinrich WelterErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 7, Köln 1854, S. 61. 1854–1861: Michael WeyerErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 9, Köln 1860, S. 83. 1861–1873: Johann Daniel IvenErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 13, Köln 1872, S. 67. 1873–1885: VakantErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 14, Köln 1878, S. 65. 1885–1906: Johann Theodor Hubert BartzErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 19, Köln 1905, S. 92.Erzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 15, Köln 1888, S. 86. 1906–1909: Anton Leonhard JansenErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 20, Köln 1908, S. 97. 1909–?: Josef Hubert FuchsErzbischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch der Erzdiözese Köln. Band 21, Köln 1911, S. 100. 1924–1945: Wilhelm Nagel 1945–1960: Peter Hansen 1960–1982: Franz Kusseler 1983–2017: Georg Neuenhofer 2017–2023: Axel Lautenschläger Seit 2024: Josef Wolff
Literatur Bischöfliches Generalvikariat (Hrsg.): Handbuch des Bistums Aachen, 3. Ausgabe, Aachen 1994, S. 400
Weblinks
Heilig Kreuz Hürtgenwald-Hürtgen auf der Website des pastoralen Raumes Kreuzau/Hürtgenwald/Heimbach/Nideggen Bilder der Glasfenster und der Kirche, auf den Seiten der Forschungsstelle Glasmalerei des 20. Jh. e. V.
Einzelnachweise
Kategorie:Kirchengebäude in Hürtgenwald Kategorie:Pfarrkirche des Bistums Aachen Kategorie:Erbaut in den 1900er Jahren Kategorie:Erbaut in den 1940er Jahren Kategorie:Erbaut in den 1960er Jahren Kategorie:Heilig-Kreuz-Kirche Kategorie:Neuromanisches Kirchengebäude Kategorie:Neuromanisches Bauwerk in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Kirchengebäude der Moderne Kategorie:Bauwerk der Moderne in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Saalkirche in Nordrhein-Westfalen Kategorie:Pastoraler Raum Kreuzau/Hürtgenwald/Heimbach/Nideggen