mini|250px|Vier Steuerwagen der Reihe 80-73 im Abstellbereich des Grazer Hauptbahnhofes. Der vordere, 80-73 205, trägt noch seinen Originallack mit Pflatsch-Logo. Die Inlandsreisezugwagen (offiziell Inlandsreisezugwagen Typ: Neue Generation) der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) sind wendezugfähige Reisezugwagen, die im S-Bahn- sowie Regional- und Fernverkehr eingesetzt werden. Sie sind seit 1980 im Einsatz und wurden von SGP und den Jenbacher Werken gebaut. In den Jahren 1995 bis 2006 wurden sie einer Modernisierung unterzogen, erhielten ab 1996 das CRD2000-Design und eine neue Innenausstattung, nach Ausmusterung der Schlierenwagen stellten sie das Rückgrat des Personennahverkehrs in Österreichs dar.

Geschichte Im Jahr 1980 folgte nach den Schlierenwagen eine neue Serie (auch als „lange Schlieren“ bezeichnet), die die UIC-Standardlänge von 26,40 Metern besitzt. Ansonsten wurden sie nach den gleichen Baugrundsätzen (niedrige Wagenhöhe, kleinere Räder, Leichtbauweise) wie die Schlierenwagen gebaut. Die Wagen erhielten nun Übersetzfenster und Schwenkschiebetüren und waren für eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h konzipiert. Sie wurden daher in den 1980er und 1990er Jahren überwiegend in InterCity-, Schnell- und Eilzügen verwendet und kamen dadurch auch in die Nachbarländer Deutschland und Schweiz. Gebaut wurden die Typen Bmpoz, ABmpoz, Ampoz, BDmpsz und BRmpz (das „o“ in der Bezeichnung entfiel 1981). In der ersten Klasse waren 18, in der zweiten Klasse 20 Sitzreihen in Gegenüberanordnung untergebracht. Der große Sitzteiler kam dabei auch der Gepäckunterbringung zwischen den Rückenlehnen zugute.

Der erste Halbgepäckwagen 82-75 000-2 der Gattung BDmpsz verließ am 19. April 1982 die Jenbacher Werke und wurde dem Wiener Westbahnhof zugeteilt. Die Wagen verfügten über 40 Sitzplätze, ein Zugführerabteil sowie einen Gepäckraum mit einem Fassungsvermögen von 4,3 Tonnen. Im Gegensatz zu den Schlierenwagen der Reihe 82-35 war es bei diesen Wagen aufgrund des Seitenganges möglich, durch den Wagen zu gehen, wodurch die Wagen nicht mehr am Zugschluss eingereiht werden mussten.

Am 22. April 1982 erfolgte die Auslieferung des ersten Halbspeisewagens 85-75 000-9 der Gattung BRmpz, der ebenfalls dem Bahnhof Wien West zugeteilt wurde. Von den 41 Sitzplätzen befanden sich 29 Plätze im Speiseraum, welcher vom Fahrgastraum durch eine Glasdrehtür getrennt ist. Im Fahrgastraum war es möglich, durch Einstecktischchen, die an den vorhandenen Fenstertischen angehängt werden können, aus den drei Sitzkarrees zusätzliche Buffetplätze zu machen. Später erfolgte bei 10 Wagen der Umbau zu Vollspeisewagen. ohne|mini|Regionalzug mit zwei Inlandsreisezugwagen in originaler Jaffa-Lackierung, gefolgt von Schlierenwagen In den 1990er Jahren begann man gleichzeitig mit dem Umbau der Halbgepäck- und Speisewagen in Steuerwagen (siehe unten), die Wagen 2. Klasse (Bmpz) wurden mit einer durchgehenden Steuerleitung für den Wendezugbetrieb zu versehen (Bmpz-l). Gleichzeitig änderte man die Grundfarbe der Wagenkästen von Elfenbein zu Grauweiß. Nach dem Erscheinen der Doppelstockwagen und der rot/grauen CRD-Lackierung wurden die 20-75 ebenfalls in diesem Schema lackiert.

Mit Einführung des CityShuttle im Nahverkehr der ÖBB wurden alle 20-75 in die Reihe 21-73 (gleiche Innenausstattung wie bei den Doppelstockwagen, schwarze Fensterrahmen) umgebaut – die Ampz- und ABmpz-Wagen wurden zu den Reihen 21-73.8, 21-73.9 und 39-73.1 umgebaut:

Die Reihe 21-73.8 entstand aus den 40 deklassierten 1. Klasse-Wagen der Reihe 29-75 (ehemals 19-75). Die Wagen besitzen nur drei 4er-Sitzgruppen in der Wagenmitte, in den ersten beiden Reihen fehlt der jeweilige Gangsitz. Äußerlich sind die Wagen durch den großen Fensterabstand und die Fensteranzahl (9 statt wie üblich 10) leicht erkennbar.

Zehn ehemalige ABmpz-Wagen waren für den Umbau in Bmpz-l vorgesehen, wobei nur die Wagen 29-75 101 und 104 zu den Wagen 21-73 901 und 902 umgebaut wurden. Die Wagen unterscheiden sich von jenen der Reihe 21-73.0 durch die geänderte Sitzaufteilung (höherer Anteil von Plätzen mit Fensterflächen). Die restlichen acht ABmpz-Wagen wurden zur Reihe 39-73.1 umgebaut und besitzen einen 1. Klasse-Bereich mit roten statt blauen Sitzgarnituren und wurden ursprünglich auf den Salzach-Sprintern zwischen Salzburg und Wörgl eingesetzt. Die Wagen der Reihen 21-73.9 und 39-73.1 wurden im Jahr 2012 mit einem Fahrradabteil mit 24 Stellplätzen ausgestattet und tragen seitdem die Bezeichnung Bmpvz-l mit den Nummern 84-73 000 bis 009.

Bei den Bmpz-l wurde die Sitzanordnung teilweise auf Reihenbestuhlung geändert und der Sitzreihenabstand ohne Rücksicht auf den Fensterabstand reduziert, so dass jetzt 22 Sitzreihen in einem Wagen zweiter Klasse zu finden sind; die Kapazität beträgt jedoch weiterhin 80 Sitzplätze, weil im Eingangsbereich auf jeder Seite nur ein Sitzplatz angeordnet wurde. Nach dem Umbau gibt es nur noch ein WC, am anderen Wagenende wurden Ski- beziehungsweise Fahrradabstellplätze eingerichtet.

Steuerwagen Entstehung der Steuerwagen Mitte der 1990er Jahre begann in den TS-Werken Floridsdorf und St. Pölten der Umbau in Wendezugwagen, bei dem 152 Zwischenwagen zu Steuerwagen (Bmpz-s) umgebaut worden sind:

102 Stück der Reihe 82-75 (Halbgepäckwagen) 15 Stück der Reihe 85-75 (Buffetwagen/Halbspeisewagen) 10 Stück der Reihe 88-75 (Speisewagen) 25 Stück der Reihe 20-75 (Sitzwagen 2. Klasse)

Den Anfang machte der Prototyp 82-75 000-0, welcher 1995 im Werk St. Pölten fertiggestellt wurde. Bei diesem Wagen handelt es sich um den ersten Steuerwagen im Bereich lokbespannter Züge, der bei den ÖBB zum Einsatz kam, und zugleich um den ersten zukünftigen CityShuttle Steuerwagen Bmpz-s 80-73. Heute ist dieser Wagen mit der Nummer 80-73 006-3 unterwegs. Nachdem die Wagen 80-75 000 bis 02, welche ursprünglich 82-75 Halbgepäckwagen waren, im Werk St. Pölten in den Jahren 1996 und 1997 fertiggestellt wurden, pausierte man mit dem Umbau dieser Halbgepäckwagen und man begann die Halbspeisewagen 85-75 umzubauen. Diese Wagen erhielten die Nummern 80-75 075 bis 083. Das Werk Floridsdorf wurde ebenfalls mit dem Umbau der Steuerwagen beauftragt und lieferte noch im Jahr 1997 seinen ersten Steuerwagen. Allerdings nicht als 80-75, sondern als 80-73 mit moderner Inneneinrichtung und den CityShuttle Logos. Hierbei handelt es sich um einen umgebauten Speisewagen 88-75, welcher nach dem Umbau die Nummer 80-73 095-6 trug. Kurz darauf wurden im Werk Floridsdorf auch die restlichen neun Speisewagen umgebaut, sie bekamen die Nummern 090 bis 099. Sie unterscheiden sich von den restlichen Steuerwagen hauptsächlich durch eine andere Fensteraufteilung, welche aus einer anderen Sitzaufteilung entstand, und an den abgeänderten Bodenaufbauten, die für den Betrieb des Speisewagens notwendig waren. Zeitgleich wurden die restlichen 85-75 im Werk St. Pölten zu 80-73ern umgebaut und erhielten die Nummern 084 bis 089.

Lack und Beschriftung mini|H0-Modell des letzten im Sparlack lackierten Steuerwagens

Die ersten 12 neuen Steuerwagen, 80-75 000-010 und 80-75 012, trugen noch nicht das heutige CityShuttle-Design (CRD 2000), welches im Laufe der Jahre bei allen Wagen Einzug hielt, sondern den von Wolfgang-Valousek entworfenen Jaffa-Sparlack mit weißem statt beigem Streifen sowie dem „Pflatsch“-Logo. Aufgrund dessen besaßen sie noch rote statt graue Schneeräumer. Der Steuerwagen 80-75 012 war der letzte im Valousek-Design, denn der erst später fertiggestellte 80-75 011 und alle ab Ordnungsnummer 013 wurden bereits im Schrägdesign gespritzt. Nach einer Modernisierung der gesamten Flotte bekamen auch die ersten 12 Wagen das heutige CRD-2000-Design. Als Hauptfarben dominieren RAL 3020 (Verkehrsrot) und NCS 2502 (Hellgrau). Die Einstiegstüren sind in RAL 9016 (Verkehrsweiß) gehalten, das Fahrwerk und die Umrandung der Stirnfenster in RAL 7022 (Umbragrau), sowie das Dach in NCS 7075 (Dunkelgrau).

Die ersten 43 Steuerwagen gingen noch als Reihe 80-75 in Betrieb, den im Schrägdesign lackierten fehlte im Gegensatz zu den 80-73 die graue Stirnfensterumrandung (bis Nummer 020 auch die Betriebsnummer an der Front) und ihre Innenausstattung entsprach noch den 20-75. Auch die Klassenziffern und Logos befanden sich bei den CRD 2000 80-75 noch an anderen Positionen. Die Restlichen wurden von Anfang an, mit neuen Sitzen und Wandverkleidungen, als 80-73 bezeichnet. Im Laufe der Zeit wurden jedoch auch die 80-75er zur Reihe 80-73 umgebaut, sodass alle Steuerwagen mit der gleichen Bezeichnung und Ausstattung versehen sind.

Lediglich die oben erwähnten roten Schneeräumer der ersten 11 Steuerwagen wiesen bis ins Jahr 2021 noch auf deren Zeit als 80-75 hin, wobei diese durch Abnutzung sowie Verschmutzung oft nicht zu erkennen waren. Allerdings waren nur noch jene Steuerwagen mit einem roten Pflug versehen, welche noch das Pflatsch-Logo trugen. 80-73 000-6 war im Sommer 2021 der letzte Wagen, bei dem der Schneeräumer im Zuge einer umfangreichen Neulackierung grau gefärbt wurde. Alle anderen zehn Wagen ereilte dieses Schicksal bereits Jahre zuvor. Dies waren 001, 002, 003, 007, 008 sowie seit Mai 2019 auch 010. Der Wagen 80-73 006 durfte bis heute noch seinen alten Lack behalten. Mit Revisionsarbeiten im Werk St. Pölten im Jänner 2020, wurde sein Schneeräumer jedoch grau gefärbt. Die Steuerwagen 004, 005 und 009 wurden an die Ungarische Staatsbahn MÁV verkauft. Mit Einführung der neuen ÖBB-Wortmarke im Jahr 2004, wurden ab den Jahren 2007 und 2008 auch bei den Inlandsreisezugwagen begonnen, das Logo zu aktualisieren. In den Jahren 2007–2008 wurde bei Neulackierungen die ÖBB-Wortmarke mit dem Pflatsch kombiniert, sodass auch das alte Pflatsch-Logo beibehalten wurde. So wurde an den Steuerwagen an der Front (links oben) die neue Wortmarke angebracht und seitlich der Pflatsch beibehalten. Rechts an der Front wurde die Betriebsnummer, kleiner als zuvor, angeschrieben. Ab ungefähr Mitte 2008 wurde das alte Logo vollkommen verdrängt und die Fahrzeuge nur mehr mit der neuen Wortmarke versehen. Bei den Steuerwagen wurde das neue Logo nun zentral an der Front angebracht und die Betriebsnummer darunter. Alle Steuerwagen weisen einen rund 22 Quadratmeter großen Mehrzweckraum für Fahrräder, Kinderwagen und Traglasten auf. Bei den Steuerwagen, die in Linz stationiert sind oder waren, wurde der gesamte Fahrgastbereich als Ruhezone gekennzeichnet.

Umbau EM160WZ mini|Seitliche Ansicht des Oberbaumesswagens EM160WZ mini|Laserscanner und Kamera an der Front des EM160WZ

Der Steuerwagen Bmpz-s 80-73 049-3 wurde im Jahr 2017 in der ÖBB-Werkstätte St. Pölten in den Oberbaumesswagen EM160WZ mit der Nummer 99-75 100-9 umgebaut und zusätzlich mit einem Besprechungsraum, Messraum, Serverraum, einer Küche, einem Sozialbereich mit WC, Dusche und zwei Ruheabteilen ausgestattet. Als Oberbaumesswagen dient er zur Inspektion des gesamten signalisierten Schienennetzes der ÖBB. Alle 25 Zentimeter werden folgende Messdaten erhoben:

Spurweite Höhenunterschiede der Schienen (Überhöhung, Querhöhe, …) Qualität der Schienenlage (Längshöhe, Richtung, Verwindung, …)

Alle 100 Zentimeter werden folgende Messdaten erhoben: Ortsbestimmung mittels DGPS Messung der Schienenquerschnitte (2000 Messpunkte je Messung) Erkennung des Neuprofils und Vergleich zur Messung Ermittlung der Abnützungswerte (Höhen- und Seitenabnützung) Berechnung der äquivalenten Konizität

Besondere Wagen In der langen Einsatzzeit der Wagen hat sich das äußere und innere Erscheinungsbild vieler Wagen einige Male verändert. Einige Veränderungen betrafen nur eine kleine Zahl oder gar nur einzelne Wagen. Nachfolgend einige Beispiele:

Wagen mit Werbefolien mini|REX mit der „T.R.A.M. – Zeitreise Wien–Pressburg“-Garnitur auf der Stadlauer Ostbahnbrücke