Wängle ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) im Bezirk Reutte in Tirol (Österreich).

Geografie Wängle liegt westlich von Reutte im Reuttener Becken am Fuß des Ski- und Wandergebietes Hahnenkamm. Es gehört zu den ältesten Siedlungsgebieten im Außerfern. Das Haufendorf ist mit den umliegenden Weilern weitgehend zusammengewachsen. Das Dorf Hinterbichl bildet eine im Gemeindegebiet von Lechaschau liegende Exklave.

Gemeindegliederung Das Gemeindegebiet besteht aus zwei Katastralgemeinden (Fläche Stand ): Hinterbichl (Exklave; ) Wängle ()

Die Gemeinde gliedert sich in vier Ortschaften (Einwohner Stand ): Hinterbichl () Holz () Wängle () Winkl () Niederwängle ist ein Ortsteil.

Nachbargemeinden

Geschichte Wegen seiner Lage auf einer Terrasse war Wängle wahrscheinlich die älteste Siedlung des Talbeckens Reutte. Urkundlich erwähnt wurde Wängle erstmals 1278 als „Wengelin“. Der Name ist die Verkleinerungsform des altschwäbischen Wortes Wang und bedeutet ‚kleine Feuchtwiese‘ oder ‚Wiesenhang‘. Der Name war ursprünglich der Flurname das/im Wängle.

Wängle war für viele Jahrhunderte der kirchliche und wirtschaftliche Mittelpunkt der Großgemeinde provincia aschowe (heute Lechaschau), die auf der linken Lechseite von Pflach bis Vorderhornbach reichte. Im Jahr 1610 wurde das Gebiet vom Kloster St. Mang in Füssen an Tirol verkauft. Zwei Jahre davor waren die Wälder aufgeteilt worden und die „Fünf Örter“ verselbständigten sich langsam. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts lösten sich mit Vorderhornbach und Weißenbach die ersten Pfarren von der Mutterpfarre und mit der Auflösung des Gerichtes 1806 entstanden die heute selbständigen Gemeinden Wängle, Höfen, Lechaschau, Weißenbach und Vorderhornbach.

Von 1938 bis 1945 war Wängle in die Großgemeinde Reutte eingegliedert.

Einen Zuverdienst brachte der Salztransport, der in der schneefreien Zeit auch über das Tiefjoch zum Salzstadel nach Nesselwängle durchgeführt wurde. Ansonsten waren Viehzucht und die Saisonarbeit im Ausland bis nach dem Ersten Weltkrieg die Haupterwerbsquelle der Bevölkerung.

2007/2008 wurde die Postleitzahl von 6600 auf 6610 geändert, Wängle war damit die erste Gemeinde des Reuttener Talkessels mit einer neuen Postleitzahl.

Bevölkerungsentwicklung

Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Ortskapelle Holz mini|Ortskapelle Winkl

Katholische Pfarrkirche Wängle hl. Martin Herz-Jesu-Kapelle Kolomankapelle Ortskapelle Holz Ortskapelle Winkl

Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Im Jahr 2010 wurden von den landwirtschaftlichen Betrieben vier im Haupt-, dreizehn im Nebenerwerb, einer von einer Personengesellschaft und sieben von juristischen Personen geführt. Diese letzten bewirtschafteten beinahe neunzig Prozent der Flächen. Der größte Arbeitgeber im Dienstleistungssektor war der Bereich Beherbergung und Gastronomie gefolgt von den sozialen und öffentlichen Diensten. WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011 2001 2011 2001Land- und Forstwirtschaft 1)25 26 14 5Produktion 4 1 7 9Dienstleistung32 24 61 72 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Berufspendler Im Jahr 2011 lebten fast 400 Erwerbstätige in Wängle. Etwas über fünfzig arbeiteten in der Gemeinde, mehr als achtzig Prozent pendelten aus, blieben aber überwiegend im Bezirk Reutte.

Fremdenverkehr Wängle liegt an der Sonnenseite der Ferienregion Reutte in ruhiger Lage. Viele Wander- und Nordic-Walking-Wege führen am Rande des Talkessels entlang oder über Steige ins Wandergebiet des Hahnenkamms.

Hütten & Almen: Gehrenalpe, Lechaschauer Alpe, Schneetalalm, Höfener Alm, Cillyhütte (im Winter: Cillyhütte und Singerhütte).

Wängle liegt am Fernradweg, der als Via Claudia Augusta entlang einer gleichnamigen antiken Römerstraße verläuft.

Die Anzahl der Übernachtungen stieg von 45.000 im Jahr 2010 auf 60.000 im Jahr 2019. Die wichtigste Zeit ist eine lange Sommersaison von Juni bis Oktober, eine kleinere Spitze gibt es auch von Jänner bis März.

Sport 2005 fand im Skigebiet der Reuttener Seilbahnen die Skispeed-Weltmeisterschaft statt.

Politik Gemeinderat Für den Gemeinderat werden elf Mandatare gewählt: Partei201020162022% Mandate % Mandate % MandateAktive Bürgervertretung Wängle36,15 35,05 4 53,20 6Allgemeine Wängler Gemeindeliste41,28 nicht kandidiert 46,80 5Neue Wängler Bürgerliste22,57 23,54 3 nicht kandidiertAWG – Gemeinsam für Wänglenicht kandidiert 41,41 4 nicht kandidiert

Bürgermeister Der Wängler Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 11. Oktober 2021 einstimmig seine Selbstauflösung beschlossen. Die Gemeinde wurde bis Wahl am 9. Jänner 2022 von einem von der BH Reutte bestellten Amtsverwalter betreut.

Neuer Bürgermeister ist Florian Barbist, gewählt mit 53 % (290 Stimmen).

Wappen Blasonierung: „In Blau ein auf silbernem Pferd über grünem Schildfuß reitender schwarzgewandeter heiliger Martin, einen roten Mantel mit dem Schwert teilend.“

Das 1976 verliehene Gemeindewappen zeigt den Kirchenpatron und erinnert an die Bedeutung als früherer kirchlicher Mittelpunkt der Region.

Persönlichkeiten Söhne und Töchter der Gemeinde Ignaz Zangerle (1905–1987), Erwachsenenbildner Harti Weirather (* 1958), Abfahrtsweltmeister von 1982

Ehrenbürger Arthur StorfEhrenbürgerschaft für Arthur Storf auf meinbezirk.at am 13. Dezember 2018, abgerufen am 30. Jänner 2022.

Literatur Richard Lipp: Außerfern. Der Bezirk Reutte. Tyrolia-Verlag, Innsbruck/Wien 1994, ISBN 3-7022-1927-7, S. 58ff.

Weblinks

waengle.at Website der Gemeinde

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1278