Lechaschau ist mit Einwohnern (Stand ) bezüglich der Einwohnerzahl die drittgrößte Gemeinde im Bezirk Reutte in Tirol (Österreich), bezogen auf die Fläche jedoch die kleinste Gemeinde. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Reutte.
Geographie Geographische Lage Lechaschau befindet sich im Reuttener Talkessel, an der linken Lechseite. Das Gebiet Hinterbichl bildet eine Exklave der angrenzenden Gemeinde Wängle.
Gliederung Die Gemeinde gliedert sich in drei Ortsteile: Dem Dorfkern, der Rotte Buchenort und der Siedlung Weidasiedlung. Auf dem Gemeindegebiet liegt auch der als Badegewässer genutzte Frauensee.
Nachbargemeinden
Geschichte mini|links|Lechaschau im Jahre 1939 mit Lech Aschau wurde erstmals erwähnt als „saltus in Aschaw“ („Waldgebiet Aschau“), Besitz des Klosters St. Mang in Füssen, in den Jahren 1152–1167.
Das Gebiet war schon seit dem 8. Jahrhundert im Besitz des Klosters und wurde zuerst von den Welfen und Staufen und ab 1266 von Meinhard II. von Tirol verwaltet. Ab 1314 lag die Gerichtshoheit für Schwerverbrechen beim Gericht Ehrenberg, für die niedere Gerichtsbarkeit war weiterhin das Kloster in Füssen zuständig. Im Jahr 1462 wird urkundlich festgehalten, dass sich Aschau dem Tiroler Landesrecht unterwerfen muss.Michael Fritz:
Ein wirtschaftlicher Aufschwung erfolgte 1464 mit dem Bau der Brücke über den Lech nach Reutte. Darüber wurde jahrhundertelang Salz ins Tannheimer Tal geliefert.
Im Jahr 1806 wurde unter bayrischer Herrschaft das Gericht mit dem Landgericht Reutte zusammengelegt und 1885 der Name auf Lechaschau geändert. Von 1920 bis 1922 wurde auf der Sulzalpe Kohle abgebaut.
Sage Das Sankt-Mang-Sessele ist ein frühchristlicher, heidnischer Opferplatz. Der Sage nach hat sich der Heilige Magnus auf seinen Missionsreisen in dieser Felsnische sitzend erholt.
Bevölkerungsentwicklung
mini|Pfarrkirche Lechaschau mini|Franzelinhaus
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Pfarrkirche Lechaschau Altes Gericht Franzelinhaus Ottilienkapelle
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftssektoren Über neunzig Prozent der landwirtschaftlichen Flächen wurden im Jahr 2010 von einem Betrieb bewirtschaftet. Über achtzig Prozent der Erwerbstätigen des Produktionssektors arbeiteten im Bereich Herstellung von Waren. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die sozialen und öffentlichen Dienste und der Handel (Stand 2011). WirtschaftssektorAnzahl BetriebeErwerbstätige2011200120112001Land- und Forstwirtschaft 1)131977Produktion2418384222Dienstleistung9553296336 1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999
Arbeitsmarkt, Pendeln Von den 937 Erwerbstätigen arbeiten 172 in der Gemeinde, mehr als achtzig Prozent pendeln aus. Aus der Umgebung pendeln 515 Personen von anderen Gemeinden ein (Stand 2011).
Verkehr Eisenbahn: Der Bahnhof Reutte ist zwei Kilometer entfernt. Von dort gibt es Verbindungen über Garmisch-Partenkirchen nach München und Innsbruck. Straße: Durch das Gemeindegebiet verläuft die Lechtalstraße B198.
mini|Gemeindeamt
Politik Gemeinderat In den Gemeinderat werden 15 Mandatare gewählt: Partei201020162022%Mandate%Mandate%MandateAllgemeine Bürgerliste Lechaschau, Bürgermeister Aurel Schmidhofer72,0510Lechaschauer für Lechaschau27,953Allgemeine Bürgerliste Lechaschau Hansjörg Fuchs – ABL10015Allgemeine Bürgerliste Lechaschau – ABL72,6011Freie Bürgerliste Lechaschau – FBL27,404
Bürgermeister Bürgermeister seit 1945 waren: 1945–1956 Franz Fuchs sen. 1956–1959 Erich Sprenger 1959–1963 Josef Luttinger 1963–1970 Ernst Witting 1970–1986 Franz Fuchs jun. 1986–1988 German Wex 1988–1989 Hubert Köck (Gemeindeverwaltung BH Reutte) 1989–2016 Aurel Schmidhofer 2016–2022 Hansjörg Fuchs seit 2022 Eva Wolf
Bürgermeisterin von Lechaschau ist seit 2022 Eva Wolf.
Gemeindewappen Das Wappen mit rotem Balken und silbernen Einhorn lehnt sich an das Siegel des ehemaligen Gerichts Aschau an. Dieses hatte den Sitz in Lechaschau.
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Gemeinde Josef Naus (1793–1871), Offizier, Vermessungstechniker und Bergsteiger Hartmann Ammann (1856–1930), Historiker und Archivar Ludwig Schmid-Reutte (1862–1909), Maler Friedel Auer-Miehle (1914–2004), Malerin Martin Mader (* 1987), Dramaturg, Autor und Theaterregisseur
Weblinks
Offizielle Seite der Gemeinde
Einzelnachweise
Kategorie:Ersterwähnung im 12. Jahrhundert