Tanneberg ist ein Ortsteil der Großen Kreisstadt Mittweida im sächsischen Landkreis Mittelsachsen. Er wurde 1994 mit Lauenhain zur Gemeinde Lauenhain-Tanneberg zusammengeschlossen und 1999 in die Stadt Mittweida eingemeindet. Der Ortsteil bildet zusammen mit dem Ortsteil Lauenhain die Ortschaft Lauenhain/Tanneberg nach der Sächsischen Gemeindeordnung. Diese hat gemäß ihrer Ortschaftsverfassung einen Ortschaftsrat und Ortsvorsteher.
Geografie mini|Ortsansicht Tanneberg (Mittweida) mini|Tanneberg, Begrüßungstafel am Ortseingang mini|Talsperre Kriebstein, Anlegestelle Tanneberg
Das Dorf liegt nördlich von Mittweida im Mittelsächsischen Hügelland auf einem breiten Höhenzug westlich der in diesem Bereich zur Talsperre Kriebstein angestauten Zschopau. Zur Zschopau hin fällt das Gelände mehrere 10 Meter steil ab. Dort befindet sich die Schiffsanlegestelle des Orts.
Nachbarorte
Geschichte Allgemeines In einer Urkunde vom 18. Mai 1293 wurde „dy Tannyebergische Bach“ erwähnt. Das ist die erste indirekte urkundliche Erwähnung des Waldhufendorfes Tanneberg. Der Ort gehörte seit der Entstehung der Herrschaft Kriebstein im letzten Drittel des 14. Jahrhunderts zu dieser Herrschaft. Um 1551 ist das Rittergut Kriebstein als Grundherr über den Ort belegt. Tanneberg kam 1588 mit der Herrschaft Kriebstein unter die Verwaltung des kursächsischen Amts Rochlitz.Karlheinz Blaschke, Uwe Ulrich Jäschke: Kursächsischer Ämteratlas. Leipzig 2009, ISBN 978-3-937386-14-0; S. 58 f. Bei den im 19. Jahrhundert im Königreich Sachsen durchgeführten Verwaltungsreformen wurden die Ämter aufgelöst. Dadurch kam Tanneberg im Jahr 1856 unter die Verwaltung des Gerichtsamts Mittweida. 1875 wurde der Ort der Verwaltung der Amtshauptmannschaft Rochlitz unterstellt.
Durch die zweite Kreisreform in der DDR im Jahr 1952 kam Tanneberg zum neu gegründeten Kreis Hainichen im Bezirk Chemnitz (1953 in Bezirk Karl-Marx-Stadt umbenannt), der ab 1990 als sächsischer Landkreis Hainichen fortgeführt wurde. Bei der 1994 im Freistaat Sachsen erfolgten Verwaltungsreform wurde der Ort mit dem benachbarten Lauenhain zur Gemeinde Lauenhain-Tanneberg zusammengeschlossen und dem neu gebildeten Landkreis Mittweida zugeordnet.
Am 1. Januar 1999 erfolgte die freiwillige Eingemeindung der Gemeinde Lauenhain-Tanneberg in die Stadt Mittweida. Aufgrund der Hauptsatzung der Stadt Mittweida von 1994 erhielten die nunmehrigen Ortsteile Tanneberg und Lauenhain eine gemeinsame Ortschaftsverfassung und einen gemeinsamen Ortschaftsrat. Seit 2008 gehört die Stadt Mittweida mit ihren Ortsteilen zum neu gebildeten Landkreis Mittelsachsen.
Schreibweisen und Bedeutung des Ortsnamens Der Ortsname Tanneberg erfuhr nur wenige Wandlungen
1293 Tannebergische Bach 1350, 1378 Tannenberg 1548 Tannenbergk 1824 Tanneberg bey Mittweyde
Die Bedeutung des Namens ist unzweifelhaft als Siedlung auf einem Berg zu erkennen, hier ist es die Hochfläche über der Zschopau, die offensichtlich von Tannen bewachsen war. Der Ortsname geht also auf einen Flurnamen zurück.Ernst Eichler, Hans Walther (Hrsg.): Historisches Ortsnamenbuch von Sachsen, Berlin 2001, ISBN 3-05-003728-8, Band II, S. 484, die hier genannte Jahreszahl der ersten urkundlichen Erwähnung (1296) ist falsch.
Entwicklung der Einwohnerzahl Jahr Einwohnerzahl1548/51 18 besessene Mann, 30 Inwohner, 12 Hufen1764 18 besessene Mann, 10 Häusler, 12 Hufen je 24 Scheffel1834 2831871 3591890 344 Jahr Einwohnerzahl1910 3461925 3251939 3551946 5261950 493 Jahr Einwohnerzahl1964 4021990 2972014 2692020 255
Politik Der Ortschaftsrat Lauenhain-Tanneberg wurde zuletzt 2024 gewählt und besteht aus sechs Mitgliedern.
Religion Die romanische Kirche von Tanneberg war ursprünglich Filialkirche der Kirche von Beerwalde. Seit 2020 gehören Beerwalde und Tanneberg zur neu gegründeten Kirchgemeinde Waldheim-Geringswalde.Homepage der Kirchgemeinde Waldheim-Geringswalde
Wirtschaft und Verkehr Das Waldhufendorf Tanneberg konnte sich seine dörfliche Siedlungsstruktur mit den typischen Vierseitenhöfen bis heute in großen Teilen erhalten. Zur Zeit der Industrialisierung fanden viele Einwohner in den benachbarten Orten Arbeit, u. a. in der Papierfabrik Kriebstein, in den Stuhlfabriken Holzhausen, Neuwallwitz, Geringswalde und im Metallbetrieb Erlau.
Anschluss an die Bahnstrecke Riesa–Chemnitz besteht im Nachbarort Schweikershain.
Sehenswürdigkeiten Talsperre Kriebstein: zwischen 1927 und 1929 entstand östlich des Orts die Talsperre Kriebstein durch Anstauung der Zschopau. Tanneberg hat einen Schiffsanleger an dem Stausee, zu dem auch regelmäßige Fährverbindungen bestehen. Rundwanderweg um Tanneberg
Weblinks
Geschichtliches zu Tanneberg In: webauftritt der Stadt Mittweida.
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Landkreis Mittelsachsen Kategorie:Geographie (Mittweida) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Mittelsachsen) Kategorie:Gemeindeauflösung 1994