mini|Wappen des Kreises Calbe a./S. mini|Siegelmarke Der Königlich Preussische Landrath des Kreises Calbe Der Landkreis Calbe a./S. (= an der Saale), ursprünglich Kreis Calbe a./S., bestand in Preußen und im Land Sachsen-Anhalt der SBZ bzw. DDR von 1816 bis 1950.

Verwaltungsgeschichte Königreich Preußen Im Rahmen der preußischen Verwaltungsreformen nach dem Wiener Kongress wurde zum 1. Juli 1816 der Kreis Calbe im Regierungsbezirk Magdeburg der Provinz Sachsen eingerichtet. Das Landratsamt war in Calbe. Die Schreibweise des Landkreises schwankte zwischen Calbe, Calbe an der Saale und zuletzt Calbe a./S.

Norddeutscher Bund/Deutsches Reich Seit dem 1. Juli 1867 gehörte der Kreis zum Norddeutschen Bund und ab dem 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Am 1. April 1913 wurden die Gemeinden Elbenau und Grünewalde aus dem Kreis Jerichow I in die Stadt Schönebeck im Kreis Calbe eingegliedert.

Gegen Ende der 1920er Jahre wurden alle Gutsbezirke im Kreis aufgelöst und benachbarten Gemeinden zugeteilt. Nach Auflösung der Provinz Sachsen zum 1. Juli 1944 gehörte der Kreis zur neuen Provinz Magdeburg. Im Frühjahr 1945 wurde das Kreisgebiet durch die US-Streitkräfte besetzt.

Deutsche Demokratische Republik Die sowjetische Militärverwaltung vereinigte 1945 die beiden Provinzen Magdeburg und Halle-Merseburg, den Freistaat Anhalt sowie Teile Braunschweigs zur neuen Provinz Sachsen. Am 23. Juli 1945 richtete die Provinzialregierung drei Bezirksverwaltungen (Dessau für den ehemaligen Freistaat Anhalt, Magdeburg für die ehemalige Provinz Magdeburg und Merseburg für die ehemalige Provinz Halle-Merseburg) ein, dabei kam der nunmehr Landkreis Calbe genannte Kreis zunächst an den Bezirk Magdeburg, wechselte aber am 10. Februar 1946 in den Regierungsbezirk Dessau. Am 10. Januar 1947 nahm die Provinz Sachsen die Bezeichnung Land Sachsen-Anhalt an, bald darauf am 25. Februar 1947 erklärte der Alliierte Kontrollrat den Freistaat Preußen für aufgelöst. Sachsen-Anhalt löste zum 30. Juni 1947 die Bezirke als mittlere Verwaltungsebene auf. Am 15. Juni 1950 kam es zu einer ersten Verwaltungsreform in Sachsen-Anhalt: Die Stadt Aken a./E. sowie die Gemeinden Chörau und Micheln wechselten aus dem Landkreis Calbe in den Landkreis Köthen. Die Stadt Staßfurt und die Gemeinde Neugattersleben wechselten aus dem Landkreis Calbe in den Landkreis Bernburg. Der Landkreis Calbe wurde in Landkreis Schönebeck umbenannt. Aus dem Landkreis Bernburg wechselten die Gemeinden Großmühlingen und Kleinmühlingen in den Landkreis Schönebeck. Aus dem Landkreis Jerichow I wechselten die Gemeinden Calenberge, Pechau und Randau in den Landkreis Schönebeck. Aus dem Landkreis Wanzleben wechselte die Gemeinde Welsleben in den Landkreis Schönebeck.

Im Zuge der großen Verwaltungsreform vom 25. Juli 1952 kam es zu weiteren Gebietsänderungen: Die Gemeinde Gramsdorf wechselte aus dem Landkreis Schönebeck in den Kreis Bernburg. Die Gemeinde Dornbock wechselte aus dem Landkreis Schönebeck in den Kreis Köthen. Die Gemeinden Atzendorf, Borne, Förderstedt, Löbnitz und Löderburg wechselten aus dem Landkreis Schönebeck in den neuen Kreis Staßfurt Aus dem Landkreis Schönebeck wurde der Kreis Schönebeck. Aus dem Landkreis Burg wechselten die Gemeinden Plötzky, Pretzien und Ranies in den Kreis Schönebeck. Die Kreise Schönebeck und Staßfurt wurden dem neuen Bezirk Magdeburg zugeordnet; der Kreis Bernburg dem neuen Bezirk Halle.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Quelle 1816 34.086 1843 48.073 1871 75.451 1890 99.857 1900 107.532 1910 108.798 1925 111.215 1933 112.490 1939 117.332 1946 117.731 Volkszählung 1946

Politik Landräte 1816–1818 Friedrich Wilhelm von Steinäcker S. 638; ISBN 978-3-412-52215-5 1818–1858 Franz von Steinäcker 1858–1880 Bruno von Steinäcker 1880–1884 Justus Philipp Harte 1884–1889 Ernst Mejer 1889–1911 Max Hermann Pape 1911–1919 Ludwig Kothe 1919–1922 Karl Bergemann (1878–1949) 1922–1932 Otto Voß (1867–1935)Otto Voß – NordhausenWiki, abgerufen am 27. Oktober 2024. 1932–1940 Theodor Parisius (1896–1985) 1940–1945 Bodo von Alvensleben (1882–1961)

Wappen

Kommunalverfassung Der Kreis Calbe a./S. gliederte sich in Städte, in Landgemeinden und – bis zu deren Auflösung im Jahre 1929 – in selbstständige Gutsbezirke. Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 sowie der Deutschen Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935 wurde zum 1. April 1935 das Führerprinzip auf Gemeindeebene durchgesetzt. Eine neue Kreisverfassung wurde nicht mehr geschaffen; es galt weiterhin die Kreisordnung für die Provinzen Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern, Schlesien und Sachsen vom 19. März 1881.

Städte und Gemeinden Stand 1945 Der Kreis Calbe a./S. umfasste 1945 fünf Städte und 37 weitere Gemeinden: Aken a./E., Stadt Athensleben Atzendorf Barby a./E., Stadt Biere Borne Breitenhagen Brumby Calbe a./S., Stadt Chörau Dornbock Eggersdorf Eickendorf Förderstedt Glinde Glöthe Gnadau Gramsdorf Groß Rosenburg Klein Rosenburg Kühren Löbnitz Lödderitz Löderburg Maxdorf Mennewitz Micheln Neugattersleben Pömmelte Rajoch Sachsendorf Schönebeck, Stadt Schwarz Staßfurt, Stadt Susigke Tornitz Trabitz Üllnitz Werkleitz Wespen Zens Zuchau

Vor 1950 aufgelöste Gemeinden Bisdorf, 1937 zu Borne Felgeleben, 1923 zu Schönebeck Frohse, am 1. Februar 1932 zu Schönebeck-Bad Salzelmen Hohendorf, 1928 zu Neugattersleben-Hohendorf Bad Salzelmen, am 1. Februar 1932 zu Schönebeck-Bad Salzelmen

Namensänderungen Groß Salze, 1926 umbenannt in Bad Salzelmen Neugattersleben-Hohendorf, 1932 umbenannt in Neugattersleben Schönebeck-Bad Salzelmen, am 27. Februar 1932 umbenannt in Schönebeck (Elbe)

Literatur Werner Wickel, Otto Thinius (Hrsg.): Der Kreis Calbe. Ein Heimatbuch. Ein Sammelwerk der heimatlichen Arbeitsgemeinschaft des Kreises Calbe im Regierungsbezirk Magdeburg. Hesse & Becker, Leipzig 1938.

Weblinks

Landkreis Calbe a./S. Verwaltungsgeschichte und die Landräte auf der Website territorial.de (Rolf Jehke), Stand 24. Juli 2016.

Einzelnachweise

Calbe Calbe Kategorie:Ehemalige Verwaltungseinheit (Salzlandkreis) Calbe Kategorie:Aufgelöst 1950