Schelannoje (, , Enskiškiai, Mažosios Lietuvos enciklopedija. Abgerufen am 13. September 2021 (litauisch).) ist eine Siedlung in der russischen Oblast Kaliningrad. Sie gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.

Geographische Lage Schelannoje liegt an der Regionalstraße 27A-025 (ex R508), 20 Kilometer südwestlich der Rajonstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg) und 7 Kilometer westlich der einstigen Kreisstadt Dobrowolsk (Pillkallen/Schloßberg). Eine Bahnanbindung besteht nicht.

Geschichte miniatur|320px|Die Landgemeinde Henskischken auf einem Messtischblatt von 1933 Im Jahre 1539 wurde das damals Eglenick genannte kleine Dorf zum ersten Mal urkundlich erwähnt.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Hensken Um 1780 war Henskischken ein meliertes Dorf, das auch eine Wind- und Ölmühle besaß.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 51. 1874 wurde die Landgemeinde Henskischken Amtssitz und namensgebend für einen neu errichteten Amtsbezirk im Kreis Pillkallen.Rolf Jehke, Amtsbezirk Henskischken/Hensken Zu Henskischken gehörte auch der Wohnplatz Klein Henskischken. 1938 wurde Henskischken in Hensken umbenannt.

1945 kam der Ort in Folge des Zweiten Weltkrieges mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1947 erhielt er die russische Bezeichnung Schelannoje (dt. etwa „Sehnsuchtsort“) und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Dobrowolski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 17. November 1947) Von 2008 bis 2015 gehörte Schelannoje zur Landgemeinde Wesnowskoje selskoje posselenije, von 2016 bis 2021 zum Stadtkreis Krasnosnamensk und seither zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.

Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 559 1871 472 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 524 davon in Klein Henskischken 8 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 469 davon in Klein Henskischken < 10 1910 460 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 457 1939 423 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-045 ~ 220 2002Allrussische Volkszählung von 2002 133 2010Allrussische Volkszählung von 2010 127 2021Allrussische Volkszählung von 2021 89

Amtsbezirk Henskischken/Hensken (1874–1945) In den Amtsbezirk Henskischken (1939 bis 1945 „Amtsbezirk Hensken“) waren von Anfang bis Ende elf Dörfer eingegliedert:

Name Änderungsnamevon 1938 Russischer Namenach 1945 Antmirehlen Werben (1935) Saltykowka Belsen BudupönenKsp. Kussen Buden Petrowskoje DudenKsp. Kussen Dudenwalde Denissowo Eymenischken-Wassaken Stutbruch Dmitrowo Groß Tullen Reinkenwalde Tuschino Henskischken Hensken Schelannoje LaugallenKsp. Kussen Lorenzen Petrowskoje PetzingkenKsp. Pillkallen Hainort Pskowskoje Puschinnen Grenzbrück Septinlöpen Siebenlinden (1928) Petrowskoje

Kirche Die Bevölkerung Henskischkens resp. Henskens war vor 1945 fast ohne Ausnahme evangelischer Konfession. Das Dorf war in das Kirchspiel der Kirche in Kussen (heute russisch: Wesnowo) eingepfarrt und somit Teil des Kirchenkreises Pillkallen (Schloßberg) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Schelannoje im Einzugsgebiet der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen) innerhalb der Propstei Kaliningrad der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Weblinks Schelannoje bei bankgorodov.ru Schelannoje bei prussia39.ru

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Rajon Krasnosnamensk