Ulrich Wagner († 1485 in Freiburg i.Üe.) war ein schweizerischer Uhrmacher und Kunstschlosser. Ursprünglich aus München stammend, erhielt er am 1. April 1465 das Bürgerrecht der Stadt Freiburg im Üechtland. Von 1468 bis 1485 war er auch Mitglied des Freiburger Rats der Zweihundert.Raoul Blanchard: Ulrich Wagner: eiserne Kunsthand (1476).

Leben und Werk mini|Schmiedeeisernes Chorgitter der St.-Nikolaus-Kathedrale in Freiburg Zwischen 1464 und 1466 fertigte Ulrich Wagner das Chorgitter der Freiburger Kathedrale St. Nikolaus. Das schmiedeeiserne Gitter im spätgotischen Stil gilt als sein HauptwerkMarcel Strub: Les monuments d’art et d’histoire du canton de Fribourg. Tome II: La Ville de Fribourg. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Bd. 36) Birkhäuser, Basel 1956, S. 94 f. und wird in den Kunstdenkmälern der Schweiz als das „schönste seiner Epoche“ bezeichnet.„Cette grille est la plus belle de toutes celles de l’époque …“. Marcel Strub: Les monuments d’art et d’histoire du canton de Fribourg. Tome II. S. 94.

Im Jahr 1472 reparierte Wagner eine Uhr im Auquartier, 1475 fertigte er eine solche für den Kirchturm der Freiburger Stadtkirche. 1477 setzte er ausserdem die 44 Kanonen der Stadt instand. Im Jahr 1480 soll er eine neue Uhr für das (1853 abgerissene)Das Jacquemart Tor auf frima1606.com Jacquemart-Tor hergestellt haben. Laut den Rechnungen der Stadt stammte der dort erwähnte Ulrich Wagner jedoch aus Basel, eventuell handelt es sich also nur um einen Namensvetter.Marcel Strub: Les monuments d’art et d’histoire du canton de Fribourg. Tome I: La Ville de Fribourg – Introduction, Plan de la Ville, Fortifications, Promenades, Ponts, Fontaines et Edifices Publics. (= Die Kunstdenkmäler der Schweiz, Bd. 50) Birkhäuser, Basel 1964, S. 125.

Ulrich Wagner war verheiratet und Mitglied der Schmiedezunft.

Die eiserne Hand mini|Säckelmeisterrechnung von 1476 Für den städtischen Büchsenmeister Ulrich Wyss, der seine Hand bei einem Unfall verloren hatte, fertigte Ulrich Wagner im Jahr 1476 eine eiserne Prothese an und erhielt dafür 11 Gulden beziehungsweise 22 Pfund. Die Rechnung des Rates der Stadt Freiburg ist die älteste urkundliche Erwähnung einer solchen Eisernen Hand:

Wahrscheinlich handelt es sich um die heute im Museum für Kunst und Geschichte Freiburg (Musée d’art et d’histoire Fribourg) ausgestellte rechte Handprothese mit der Inventarnummer MAHF 7611.Wagner Ulrich, main artificielle bei der E-Collection MAHF Sie wäre nach dem Tod ihres Trägers in den Besitz der Stadt gekommen, die sie ja in Auftrag gegeben hatte.

Bei dieser Kunsthand sind die vier Finger (ausser dem Daumen) zu einem einzelnen, im Grundgelenk beweglichen Fingerblock zusammengefasst. Diese Bauform ähnelt anderen frühen Eisernen Händen wie der Ersten Hand aus Florenz. Die Prothese besteht aus mehreren vernieteten beziehungsweise verschraubten Eisenblechen sowie dem innenliegenden Sperrklinkenmechanismus und wiegt 340 g, wobei der dorsale Gehäuseteil ebenso fehlt wie ein zur Befestigung dienender Armstulp, wie er beispielsweise bei der Altruppiner Hand erhalten ist.

Literatur Raoul Blanchard: Das gotische Chorgitter der Kathedrale in Freiburg. In: Freiburger Volkskalender. 1994, S. 185–190. Raoul Blanchard: Ulrich Wagner: eiserne Kunsthand (1476). Blätter des MKGF, 2000-2, Freiburg i. Üe. 2000.

Weblinks Die eisernen Hand auf der Website des Museums für Kunst und Geschichte Freiburg (Abbildung 1, Abbildung 2)

Einzelnachweise

Kategorie:Schlosser Kategorie:Uhrmacher Kategorie:Ingenieur, Erfinder, Konstrukteur (Frühe Neuzeit) Kategorie:Medizin (15. Jahrhundert) Kategorie:Schweizer Kategorie:Person (Freiburg im Üechtland)

Kategorie:Geboren im 14. oder 15. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1485 Kategorie:Mann !