Saosjornoje (, , oder Tutliai) ist eine Siedlung in der russischen Oblast Kaliningrad. Sie gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.
Geographische Lage Saosjornoje liegt 22 Kilometer südwestlich der Rajonstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg) und 14 Kilometer westlich der früheren Kreisstadt Dobrowolsk (Pillkallen/Schloßberg) an einem Landweg, der von Fewralskoje (Spullen) bis zur Ortsstelle des untergegangenen Dorfes Dragupönen (1938 bis 1945: Dreihornswalde, russisch: Murawjowo) führt. Eine Bahnanbindung gibt es nicht.
Geschichte mini|Die Gemeinde Jänischken auf zwei Messtischblättern von 1935 und 1936 Der zunächst Tutteln oder Tuttlen genannte Ort wurde im Jahre 1664 erstmals urkundlich erwähnt.Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Hansruh Um 1780 wurde das nun Gönischken genannte als königliches Bauerndorf bezeichnet.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Littthauischen Cammer-Departement, S. 43. 1874 wurde die Landgemeinde Jänischken in den neu gebildeten Amtsbezirk Spullen im Kreis Pillkallen eingeordnet.Rolf Jehke, Amtsbezirk Spullen 1938 wurde Jänischken in Hansruh umbenannt.
Im Jahr 1945 kam der Ort in Kriegsfolge mit dem nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1950 erhielt er die russische Bezeichnung Saosjornoje und wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Wesnowski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Von 2008 bis 2015 gehörte Saosjornoje zur Landgemeinde Wesnowskoje selskoje posselenije, von 2016 bis 2021 zum Stadtkreis Krasnosnamensk und seither zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 177 1871 153 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 167 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 180 davon 21 litauischsprachige 1910 132 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 152 1939 133 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-045 ~ 90 2002Allrussische Volkszählung von 2002 6 2010Allrussische Volkszählung von 2010 11 2021Allrussische Volkszählung von 2021 9
Kirche Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung Jänischkens resp. Hansruhs war vor 1945 evangelischer Konfession. Das Dorf war in das Kirchspiel der Dorfkirche Kussen eingepfarrt und gehörte somit zum Kirchenkreis Pillkallen (Schloßberg) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Saosjornoje im Einzugsbereich der in den 1990er Jahren neu entstandenen evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino (Lesgewangminnen, 1938 bis 1946 Lesgewangen) innerhalb der Propstei Kaliningrad (Königsberg) der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Weblinks Saosjornoje bei bankgorodov.ru Saosjornoje bei prussia39.ru
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Krasnosnamensk