miniatur|hochkant|Viktor Orbán, 2015 Als Kabinett Orbán III wird vom 6. Juni 2014 bis zum 18. Mai 2018 amtierende Regierung Ungarns unter Viktor Orbán bezeichnet.
Bei der Parlamentswahl vom 6. April 2014 hatte die konservative Partei Fidesz zusammen mit ihrem deutlich kleineren Bündnispartner, der christdemokratischen KDNP, eine Zweidrittelmehrheit erzielt. Bei der Regierungsbildung übernahm Orbán die seit 2010 geltende Struktur der Regierung mit wenigen Ministern, die dafür zum Teil über sogenannte Superministerien verfügen. So deckt beispielsweise das Nationalwirtschaftsministerium die Bereiche Wirtschaft und Finanzen, das nationale Entwicklungsministerium unter anderem die Ressorts Bau, Verkehr und Wirtschaftsförderung und das Ministerium für Humanressourcen die Bereiche Gesundheit, Bildung und Kultur ab.
Durch den Sieg des parteilosen Kandidaten Zoltán Kész bei einer Nachwahl in Veszprém verlor die Regierung Orbán am 22. Februar 2015 die Zweidrittelmehrheit im Parlament.
Minister Amt Name Partei Ministerpräsident Viktor Orbán Fidesz Stellvertretender Ministerpräsident,Minister ohne Geschäftsbereich für gesamtungarische Politik Zsolt Semjén KDNP Minister, Leiter der Staatskanzlei János Lázár Fidesz Minister für Auswärtiges und für Außenwirtschaft Tibor Navracsics (bis September 2014),Péter Szijjártó (ab September 2014) Fidesz Minister für Inneres Sándor Pintér parteilos Minister für Landesverteidigung Csaba Hende (bis 7. September 2015),István Simicskó (ab 7. September 2015) Fidesz,KDNP Minister für Nationalwirtschaft Mihály Varga Fidesz Minister für Justiz László Trócsányi parteilos Minister für nationale Entwicklung Miklós Seszták KDNP Minister für Landwirtschaft Sándor Fazekas Fidesz Minister für Humanressourcen Zoltán Balog Fidesz Minister ohne Geschäftsbereich für Planung, Bau und Inbetriebnahme der zwei neuen Reaktorblöcke im AKW Paks János Süli (ab 2. Mai 2017) parteilos
Kontroversen
Der Bau eines Grenzzauns an der Grenze zu Serbien und Kroatien und weitere Verschärfungen des Gesetzes zur Aufnahme von Flüchtlingen (Ablehnung des Asylantrags bei Einreise über andere „sichere Länder“ sowie bei unerlaubtem Verlassen der zugewiesenen Bleibe für mehr als 48 Stunden; Einschränkung des Überprüfungszeitraums für Asylanträge), die Anfang Juli 2015 vom Parlament verabschiedet wurden, lösten in Europa massive Kritik aus.
Orban behauptet (Stand Mitte 2017), er habe sein Volk seit seinem Amtsantritt 2010 aus der „Sklaverei“ durch internationale Banken, Konzerne und Finanzspekulanten befreit.spiegel.de 9. August 2017: Orbáns moderne Sklaverei Orban hat offenbar die Abschaffung des Sozialstaates und den Aufbau eines „Arbeitsstaates“ zum Programm erhoben: Wer Sozialleistungen erhält, soll zum Arbeiten gezwungen werden.
Einzelnachweise
Orban III Kategorie:Ungarische Geschichte (21. Jahrhundert) Kategorie:Viktor Orbán