mini|hochkant=2.5| Der Marathonlauf der Frauen bei den Olympischen Spielen 1996 in Atlanta wurde am 28. Juli 1996 ausgetragen. Start und Ziel waren das Centennial Olympic Stadium. 86 Läuferinnen gingen an den Start, 65 konnten das Rennen beenden.

Olympiasiegerin wurde die Äthiopierin Fatuma Roba. Sie gewann vor der Russin Walentina Jegorowa und der Japanerin Yūko Arimori.

Für Deutschland starteten Katrin Dörre-Heinig, Sonja Krolik und Uta Pippig. Dörre-Heinig belegte Rang vier, Krolik Rang acht, Pippig konnte das Rennen nicht beenden. Die Schweiz wurde durch Nelly Glauser und Franziska Rochat-Moser vertreten. Rochat-Moser kam als Achtzehnte ins Ziel, Glauser auf Platz 34. Athletinnen aus Österreich und Liechtenstein nahmen nicht teil.

Aktuelle Titelträgerinnen Olympiasiegerin 1992Walentina Jegorowa ()2:32:41 hBarcelona 1992Weltmeisterin 1995Maria Manuela Machado ()2:25:39 hGöteborg 1995Europameisterin 19942:29:54 hHelsinki 1994Panamerikanische Meisterin 1995Maria Trujillo ()2:43:56 hMar del Plata 1995Zentralamerika und Karibik-Meisterin 1995 – HalbmarathonEmma Cabrera ()1:17:13 hGuatemala-Stadt 1995Südamerika-Meisterin 1995Rita Madeiros da Silva ()3:07:06 hGeorgetown 1995Asienmeisterin 1994Eriko Asai ()2:30:30 hNagoya 1994Afrikameisterin 1996 Wettbewerb nicht im MeisterschaftsprogrammOzeanienmeisterin 1994 – HalbmarathonIrene Wilson ()1:25:38 hAuckland 1994

Bestehende Rekorde/Bestleistungen Offizielle Rekorde wurden damals in dieser Disziplin außer bei Meisterschaften und Olympischen Spielen aufgrund der unterschiedlichen Streckenbeschaffenheiten nicht geführt. Weltbestzeit2:21:06 hIngrid Kristiansen ()London, Großbritannien21. April 1985Track and Field Statistics, Records Progression - World Records, Women, Marathon, abgerufen am 14. Januar 2022Olympischer Rekord2:24:52 hJoan Benoit ()OS Los Angeles, USA5. August 1984 Der bestehende olympische Rekord wurde bei diesen Spielen nicht erreicht. Die äthiopische Olympiasiegerin Fatuma Roba blieb mit ihren 2:26:05 h um 1:13 min über diesem Rekord. Zur Weltbestzeit fehlten ihr 4:59 min.

Streckenführung Der Rennstart lag im Centennial Olympic Stadium, wo zunächst dreieinhalb Runden zurückzulegen waren, bevor es aus dem Stadion heraus auf der Capitol Avenue Richtung Norden ging. Nach dem Überqueren der Kreuzung Interstate 20/Interstate 85 führte die Route auf der Piedmont Avenue vorbei an der Georgia State University. Die weitere Strecke verlief Richtung Osten, anschließend in einem Bogen zurück zur Piedmont Avenue. Es ging weiter nordwärts am Botanischen Garten vorbei bis zum Stadtteil Piedmont Heights, wo die Piedmont Avenue zur Piedmont Road wird. Der Weg folgte weiterhin dem Straßenverlauf Richtung Norden. Nach ca. sechzehn Kilometern bog die Route nach Osten in die Peachtree Road ab. Kurz nach Kilometer zwanzig lag der Wendepunkt. Zurück ging es auf der Peachtree Road weiter nach Westen, die nach der Kreuzung mit der Piedmont Road nach Südwesten abbiegt und später zur Peachtree Street wird. Nördlich der Universität führte die Strecke weiter Richtung Osten bis zum Wiedererreichen der Capitol Avenue, auf der es zurück zum Stadion ging. Dort war noch eine dreiviertel Runde auf der Stadionbahn bis zum Ziel zu laufen.Final Report of the Measurement of the 1996 Olympic Marathon and Race Walks, archiviert bei wayback (Internet Archive), runscore.com, englisch (PDF; 21.526 KB), abgerufen am 14. Januar 2022

Ausgangssituation Als Favoritinnen galten die amtierende Welt- und Europameisterin Maria Manuela Machado aus Portugal, die Deutsche Uta Pippig, die den Boston-Marathon von 1994 bis 1996 dreimal in Folge gewonnen hatte, die Kenianerin Tegla Loroupe, Gewinnerin des New-York-City-Marathon 1994 und 1995, die russische Olympiasiegerin von 1992 Walentina Jegorowa und die Silbermedaillengewinnerin von 1992 Yūko Arimori aus Japan.

Ergebnis Datum: 28. Juli 1996, 7:05 Uhr (Ortszeit Atlanta (UTC−5))Official Report of the Centennial Olympic Games, v.3 The Competition Results, Resultate Leichtathletik: S. 107, englisch/französisch (PDF, 27.555 KB), abgerufen am 14. Januar 2022 mini|Bronzemedaillengewinnerin Yūko Arimori (hier im Jahr 2008) mini|Die Olympiasechste Lidia Șimon mini| Jong Song-ok aus Nordkorea (Foto: 2014) belegte Rang zwanzig mini|Kerryn McCann wurde 28. mini|Érika Olivera kam auf Platz 37 mini|hochkant=1.6|Márcia Narloch (links) – Rang 39 mini|hochkant=1.5|Anne van Schuppen kam als 41. ins Ziel Zwischenzeiten Zwischenzeit-Marke Zwischenzeit Führende 5-km-Zeit 5 km 17:30 min Uta Pippig 17:30 min 10 km 34:09 min Uta Pippig 16:39 min 15 km 51:18 min Uta Pippig 16:09 min 20 km 1:08:31 h Fatuma Roba 17:13 min 25 km 1:25:50 h Fatuma Roba 17:19 min 30 km 1:42:57 h Fatuma Roba 17:07 min 35 km 2:00:46 h Fatuma Roba 17:49 min 40 km 2:18:40 h Fatuma Roba 17:54 min

Platz Athletin Land Zeit (h) 1 Fatuma Roba 2:26:05 2 Walentina Jegorowa 2:28:05 3 Yūko Arimori 2:28:39 4 Katrin Dörre-Heinig 2:28:45 5 Rocío Ríos 2:30:50 6 Lidia Șimon 2:31:04 7 Maria Manuela Machado 2:31:11 8 Sonja Krolik 2:31:16 9 Ren Xiujuan 2:31:21 10 Anne Marie Lauck 2:31:30 11 Małgorzata Sobańska 2:31:52 12 Izumi Maki 2:32:35 13 Ornella Ferrara 2.33:09 14 Mónica Pont 2:33:27 15 Angelina Kanana 2:34:19 16 Liz McColgan 2:34:30 17 Junko Asari 2:34:31 18 Franziska Rochat-Moser 2:34:48 19 Griselda González 2:35:12 20 Jong Song-ok 2:35:31 21 Irina Bogatschowa 2:35:44 22 Iglandini González 2:35:45 23 Serap Aktaş 2:36:14 24 Alena Masouka 2:36:22 25 Marleen Renders 2:36:27 26 Kim Chang-ok 2:36:31 27 Albertina Dias 2:36:39 28 Kerryn McCann 2:36:41 29 Aniela Nikiel 2:36:44 30 Oh Mi-ja 2:36:54 31 Linda Somers 2:36:58 32 Danuta Bartoszek 2:37:06 33 María del Carmen Díaz 2:37:14 34 Nelly Glauser 2:37:19 35 Ramilja Burangulowa 2:38:04 36 Judit Nagy 2:38:43 37 Érika Olivera 2:39:06 38 Yvonne Danson 2:39:18 39 Márcia Narloch 2:39:33 40 Stefanija Statkuvienė 2:39:51 41 Anne van Schuppen 2:40:46 42 Maria Polizou 2:41:33 43 Maria Guadalupe Loma 2:41:56 44 Anuța Cătună 2:42:02 45 Karen MacLeod 2:41:08 46 Lorraine Moller 2:41:21 47 Albertina Machado 2:43:44 48 Anita Håkenstad 2:43:58 49 Ana Isabel Alonso 2:44:12 50 Natalja Galuschko 2:44:21 51 Adriana Fernández 2:44:23 52 May Allison 2:44:38 53 Helena Javornik 2:46:58 54 Marilu Salazar 2:48:58 55 Suzana Ćirić 2:49:30 56 Nadia Prasad 2:50:05 57 Suzanne Malaxos 2:50:46 58 Suzanne Rigg 2:52:09 59 Elizabeth Mongudhi 2:56:19 60 Solange de Souza 2:56:23 61 Gulsara Dodobojewa 3:09:08 62 Bimala Ranamagar 3:16:19 63 Erchemsaichany Dawaadschargal 3:19:06 64 Sirivanh Khetavong 3:25:16 65 Marie Benito 3:27:28 DNF Madina Biktagirowa Joyce Chepchumba Selina Chirchir Maria Curatolo Carmem de Oliveira Carol Galea Kamila Gradus Kang Soon-duk Gitte Karlshøj Ljubow Klotschko Lee Mi-kyung Elana Meyer Lisa Ondieki Uta Pippig Cristina Pomacu Kirsi Rauta Jane Salumäe Alla Schiljajewa Jenny Spangler Martha Tenorio Maura Viceconte

Rennverlauf Um die Teilnehmerinnen vor der größten Sommerhitze zu schützen, wurde das Rennen schon um 7:05 Uhr Ortszeit gestartet. Pippig führte das Feld in einem für diese Verhältnisse eigentlich zu hohen Tempo früh an und hatte nach fünf Kilometern schon dreizehn Sekunden Vorsprung. Bei Kilometer zehn war die Distanz auf 28 Sekunden angewachsen. Nach weiteren zehn Kilometern konnte Pippig ihr hohes Tempo nicht mehr halten und wurde von der Äthiopierin Fatuma Roba eingeholt, auch Jegorowa konnte zu Pippig aufschließen und an ihr vorbeiziehen. Es folgten Machado, Arimori und die Rumänin Lidia Șimon. Kurze Zeit später stieg Pippig aus dem Rennen aus. Roba zog nun das von ihr gewählte Tempo leicht an und hatte fünf Kilometer später einen Abstand von 28 Sekunden auf ihre Verfolgerinnen herausgelaufen. Sie baute ihre Führung immer weiter aus und hatte im Ziel zwei Minuten Vorsprung. So wurde Fatuma Roba Olympiasiegerin vor Walentina Jegorowa. Yūko Arimori kam als Dritte ins Ziel, sie fügte ihrer Silbermedaille von den Spielen 1992 nun Bronze hinzu. Die stark aufgekommene Deutsche Katrin Dörre-Heinig kam sechs Sekunden hinter Arimori ins Ziel. 2:05 Minuten nach der Deutschen belegte die Spanierin Ricío Ríos Rang fünf. Sie hatte vierzehn Sekunden vor der sechstplatzierten Lidia Șimon. Manuela Machado wurde Siebte vor der dritten deutschen Teilnehmerin Sonja Krolik, später bekannt als Sonja Oberem. Mitfavoritin Tegla Loroupe kam auf Rang fünfzehn.

Inoffizielle Teilnehmerinnen Valentina Enachi aus Moldawien lief eine Zeit von 2:41:30 h, Virginie Gloum aus der Zentralafrikanischen Republik erreichte das Ziel nach geschätzten 3:33:00 h. Da sowohl bei der Anmeldung von Enachi als auch von Gloum später formale Fehler beanstandet wurden, fanden beide Ergebnisse keine Anerkennung. Beide Athletinnen wurden aus der Ergebnisliste gestrichen. Enachi hatte ursprünglich Platz 42 erreicht, Gloum war als Letzte ins Ziel gekommen.

Video 6493 Olympic 1996 Medal Ceremony Marathon Women, youtube.com, abgerufen am 14. Januar 2022

Literatur Gerd Rubenbauer (Hrsg.), Olympische Sommerspiele Atlanta 1996 mit Berichten von Britta Kruse, Johannes Ebert, Andreas Schmidt und Ernst Christian Schütt, Kommentare: Gerd Rubenbauer und Hans Schwarz, Chronik Verlag im Bertelsmann Verlag, Gütersloh / München 1996, S. 48

Weblinks und Quellen Official Report of the Centennial Olympic Games, v.3 The Competition Results, Resultate Leichtathletik: S. 107, englisch/französisch (PDF, 27.555 KB), abgerufen am 14. Januar 2022 Olympedia, Athletics at the 1996 Summer Olympics, 100 metres, Women, olympedia.org (englisch), abgerufen am 14. Januar 2022 Atlanta 1996, Athletics marathon women Results, Offizielle Seite des IOC, abgerufen am 14. Januar 2022 1996: Atlanta:L'Afriquw Domine pour le Centenaire des JO, marathoninfo.free.fr, abgerufen am 14. Januar 2022 Athletics at the 1996 Atlanta Summer Games: Women's marathon, archiviert bei wayback (Internet Archive), sports-reference.com (englisch), abgerufen am 14. Januar 2022

Einzelnachweise

Kategorie:Leichtathletikwettbewerb bei den Olympischen Sommerspielen 1996 Kategorie:Frauenleichtathletikwettbewerb Kategorie:Marathonlauf