Johann Friedrich Philipp Engelhart (auch Friedrich Engelhardt; * 16. Februar 1797 in Wildenstein bei Crailsheim; † 9. Juni 1837 in Nürnberg)Todesjahr nach Friedrich August Schmidt, Bernhard Friedrich Voigt, Neuer Nekrolog der Deutschen, Erster Teil, Fünfzehnter Jahrgang 1837, Weimar 1839, S. 208. Dort zitiert nach Beilage zum Programm der Technischen Lehranstalt Nürnberg 1837. Die ADB gibt 1857 als Todesjahr an. war ein deutscher Chemiker und ab 1829 Professor für Chemie an der Gewerbeschule in Nürnberg.
Während seines Studiums wurde er im Winter-Semester 1820/21 Mitglied der Erlanger Burschenschaft.Ernst Höhne: Die Bubenreuther. Geschichte einer deutschen Burschenschaft. II., Erlangen 1936, S. 59. In seiner Göttinger Dissertation Commentatio de vera materiae sanguini purpureum colorem impertientis natura, veröffentlicht 1825 bei Dieterich, wies er nach, dass Eisen im menschlichen (bzw. tierischen) Blut an den Blutfarbstoff gebunden ist und durch Einwirkung von Chlor wieder entfernt werden kann. Er zeigte darin auch die für damalige Vorstellungen erstaunliche (und auf Unglauben stoßende) Größe des Moleküls (Hämoglobin), an das das Eisen gebunden war: er berechnete eine Molekülmasse von 16.000 pro Eisenatom (von denen vier im Molekül waren). Das war die erste Molekülmassenbestimmung eines Proteins. Engelhart zeigte auch, dass das Verhältnis in verschiedenen Arten gleich war.
Bekannt wurde er durch eine Wiederentdeckung der in Vergessenheit geratenen Methode, Glas mit Kupferoxid rot zu färben, womit er 1828 eine Preisaufgabe der Berliner Gewerbeakademie löste.
Wie gleichzeitig Jöns Jakob Berzelius entdeckte er, dass erhitzte Phosphorsäure ein anderes Fällungsverhalten von Eiweiß zeigt. Er übersetzte das Handbuch der Chemie von Jean-Baptiste Dumas ins Deutsche.
Zudem gelang Engelhart 1834 nordöstlich von Nürnberg, auf dem Gebiet zwischen dem heutigen Stadtteil Buchenbühl und Heroldsberg der erste Fund eines Dinosaurierskeletts auf deutschem Boden. Der Plateosaurus wurde drei Jahre später vom Frankfurter Paläontologen Hermann von Meyer unter dem Namen Plateosaurus engelhardti beschrieben und ist heute im Senckenbergmuseum Frankfurt ausgestellt.
Literatur Winfried Pötsch u. a.: Lexikon bedeutender Chemiker. Harri Deutsch 1989
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Einzelnachweise
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