mini|Georgenstraße 10, München: Die alten Motive und Farben der Fassade wurden von Elmar Albrecht in die Bemalungspläne aufgenommen, 1976Karl Ude in Süddeutsche Zeitung, 6./7. November 1976 mini|Wilhelma-Theater, Zuschauerraum mini|Wilhelma-Theater, Decke im Zuschauerraum Elmar Albrecht (* 14. Mai 1915 in München; † 3. November 1997 ebenda) war ein deutscher Maler und Bühnenbildner.

Leben Nach einem Praktikum an der Bayerischen Staatsoper begann Elmar Albrecht ein Studium an der Münchener Akademie für angewandte Kunst in der Klasse angewandte Kunst für szenische und Kostümkunst von Emil Preetorius. Von 1938 bis 1939 war er Assistent des Ausstattungsleiters an der Bayerischen Staatsoper. Danach arbeitete er als erster Bühnenbildner an den Städtischen Bühnen Freiburg i. Br. Nach Kriegsende und Kriegsgefangenschaft arbeitete er seit 1948 als freischaffender Künstler und Bühnenbildner in München.

Elmar Albrecht hatte drei Kinder: Arwed Albrecht (* 1940, † 2017); Angèle Albrecht (* 1942, † 2000) und Gabriele Holm-Petersen (* 1944).

Werk Aus der Familientradition als Hof-Vergolder heraus verfügte Elmar Albrecht über Fähigkeiten, die er bei der Entwicklung seiner Bildtafeln aus dem Material der Vergoldermasse einsetzte.Heiner Bontrup: Alchimist und Zauberer ganz in seinem Element. In: Rheinische Post Moers, 11. September 1999. Die Reliefstrukturen wurden wahlweise mit Blattgold oder Blattsilber überzogen und anschließend verfremdet. Die Arbeiten seit 1948 sind in erster Linie der Stilrichtung des „Informel“ zuzuordnen, in deren Denkweise Elmar Albrecht verankert war.

Viele seiner Themen berufen sich auf die mythologische Welt des Altertums. In vielen Bildern sind Zitate und Anspielungen auf Formen der ägyptischen oder auch griechischen und römischen Antike.Elmar Albrecht - Bildtafeln - Herstellung Schottenheim&Gieß, München, 1992, OCLC-Nr.: 165488507

Parallel dazu arbeitete Elmar Albrecht immer wieder als freier Bühnenbildner für verschiedene Produktionen. So entwarf er zum Beispiel für Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“ Bühnenbild und Kostüme, er gestaltete für Carl Orffs griechische Tragödie „Prometheus“ im Münchener Marionettentheater das Bühnenbild. Für das „Deutsche Theater München“ entwarf er das Bühnenbild für Schillers „Kabale und Liebe“ (1962)

Spezialisiert war er auf die Wiederherstellung alter Bemalungen in Theatern. So restaurierte er zum Beispiel die Decke des Zuschauerraums im Nationaltheater München, die Decke des Zuschauerraums im Münchener Staatstheater am Gärtnerplatz (1969)Maurus Pacher in tz, 16. September 1969, den „Gartensaal“ und das „Gelbe Foyer“ des Münchener Prinzregententheaters (1988)Seidel, Klaus Jürgen: Das neue Prinzregententheater. Festschrift zur Wiedereröffnung, München: Knürr 1988, DNB 958758638, Seite 257Hans Heid: Das Prinzregententheater - Baudenkmalpflege und Erinnerungspflege, Seite 62, 64Dankwart Guratzsch in Die Welt "Ich wäre vielleicht ein guter Fälscher geworden", 8. Januar 1988, Nr. 6 und die Decke und Rangdraperien des Koblenzer Stadttheaters. Beim Wilhelma-Theater Stuttgart, dem einzigen Theater Deutschlands in pompejianischer Ausmalung, hat er 1987 die Brüstungen und Proszeniumslogen restauriert. Die Nachgestaltung realisierte er aus aufgefundenen farbigen, allerdings unvollständigen, Entwurfszeichnungen Ludwig von Zanths sowie aus Vergleichen mit verwandten Bildprogrammen.Dankwart Guratzsch in Die Welt 1. Dezember 1987

Im Lesesaal des Münchner Maximilianeums rekonstruierte Albrecht gemeinsam mit Klaus Staps im Jahr 1986 durch Schäden verlorengegangenene Wandgemälde: die Gemälde von Wilhelm III. von Oranien, Gustav I. Wasa von Schweden, Kardinal Richelieu und Herzog Sully. Da die originalen Fresken nicht mehr vorhanden waren, wurden sie durch Neuschöpfungen ersetzt, die sich in den Duktus der bestehenden Bilder einfügen.

Ausstellungen Elmar Albrechts Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Belgien und der Schweiz gezeigt. 1942: München, Große Deutsche Kunstausstellunghttp://www.gdk-research.de/de/obj19361769.html 1961: München, Galerie Deutscher Bücherbund, 20. April bis 18. Mai 1961 1965: Antwerpen, Kunstkamer 1966: Ascona, Galerie Schindler 1966: Brüssel, Galerie le ZodiaqueLe Monde du Travail (Liège), 20. Oktober 1966 1967: Bern, Galerie SchindlerBerner Tagblatt, 14. Juni 1967 1968: Marburg, Galerie Heide Elmar Albrecht – Bildtafeln, 14. Dezember 1968 bis 15. Januar 1969 1970: Brüssel, Deutsche Bibliothek 1970: Minden, Galerie der Commerzbank 1972: Deurle, Musée de la fondation J. Dhondt-Dhaenens à Deurle, 17. September bis 15. Oktober 1972 1972: Puurs, Galerie der Continental Foods Werke 1973: Brüssel, Cultureel Centrum van Brüssel, 05.- 21. Januar 1973, présentation Geo SEMPELSS 1973: Kuurne, Galerij Estetika, 17. März bis 1. April 1973 1995: Germering, StadthalleSüddeutsche Zeitung, 2. Mai 1995 1995: München, Ostfoyer Prinzregententheater, Retrospektive 10. – 24. März 1995 2006: München, Galerie im Augustinum Illusion. Dekoration. Abstraktion..

Ehrungen 1991: Bundesverdienstkreuz am BandeSüddeutsche Zeitung Nr. 35, 9. Februar 1992, Seite 15

Literatur Bildtafeln / Elmar Albrecht. Vorwort von Elmar Stolpe. München, Schottenheim & Gieß, ca. 1992. Hans Kiessling: Maler der Münchner Kunstszene 1955-1982. EOS Verlag, ISBN 3-88096-175-1, Seite 326 bis 331

Fernsehreportagen Bericht zur Neugestaltung und Restaurierung des Maximilianeums, ARD, Bayerisches Fernsehen, Abendschau 1985 Dötsch, Regina: Abendschau-Journal: Theatermaler E. Albrecht, Bayerisches Fernsehen, 6. September 1988 (Bericht zum 73. Geburtstag von Elmar Albrecht, insbesondere über die Neugestaltung des Gartensaals und Foyers im Prinzregententheater München)

Weblinks Augustinum – E. Albrecht Ausstellung. Mucportal, 1. November 2006, abgerufen am 5. September 2014 Prinzregententheater München - Virtueller Rundgang (Foyer), abgerufen am 13. November 2014

Einzelnachweise

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