Die Liste der Kessenicher Straßen listet alle heutigen Straßen im Bonner Stadtteil Kessenich auf und erklärt deren Namensherkunft und -bedeutung sowie die Lage der jeweiligen Straße.

A Ahrweg Zwischen Eduard-Otto-Straße und Rheinstraße. Benannt im Dezember 1926 nach der Ahr, Nebenfluss des Rheins.

Albert-Fischer-Straße Zwischen August-Bier-Straße und Reuterstraße. 2016 benannt nach Albert Fischer.

Aloys-Schulte-Straße Zwischen Eduard-Otto-Straße und Reuterstraße. Ab Januar 1978 benannt nach Aloys Schulte (1857–1941), deutscher Historiker und Professor an der Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Vorher hieß die Straße ab 1907 Scharnhorststraße.

Alter Fahrweg Der Alte Fahrweg ist ein Waldweg der vom Venusberg bergab in Richtung Poppelsdorf führt. Er liegt hauptsächlich auf dem Gebiet der Stadtteile Venusberg und Poppelsdorf. In einer Schleife befindet sich ein kleiner Abschnitt des Weges auf dem Gebiet des heutigen Kessenich. Erstmals erwähnt wurde der Alte Fahrweg 1892, vorher hieß er nur Fahrweg.

Am Buchenhang Stichstraße des Rosenburgweges, die zum Kessenicher Bergfriedhof führt. Benannt im Dezember 1926.

Am Siepen Stichstraße der Mechenstraße. Benannt im Dezember 1972. Der Name ist vom Flurnamen Siepen, Siefen oder Seifen (mittelhochdeutsch: feuchtes Bachtal) abgeleitet.

An der Casselsruhe An der Casselsruhe ist ein Waldweg zwischen dem Hauweg und dem Bodelschwinghweg. Er befindet sich zum größten Teil auf dem Gebiet des Bonner Stadtteils Venusberg. Bevor er auf den Hauweg mündet, bildet er aber für etwa 200 Meter die Grenze zwischen Kessenicher Gebiet und Venusberg. Seinen Namen trägt der Weg seit 1978. Er wurde nach der Casselsruhe benannt, welche sich an diesem Weg befindet. Ihr Name geht zurück auf den ehemaligen Poppelsdorfer Bürgermeister Johann Heinrich Cassel (1794–1875), zu dessen 25-jährigem Dienstjubiläum die Gemeinde ihm an seinem Lieblingsplatz auf dem Venusberg eine Ruhebank errichten ließ. An dieser Stelle, im Volksmund „Casselsruhe“ genannt, etablierte sich wenige Jahre später eine Gaststätte, die in den folgenden Jahren mehrfach durch Neubauten ersetzt wurde.Josef Niesen: Bonner Personenlexikon. 3., verbesserte und erweiterte Auflage. Bouvier, Bonn 2011, ISBN 978-3-416-03352-7, S. 88. Zwischen 1956 und 1978 hieß ein Abschnitt dieses Weges Tannenallee.

Argelanderstraße Die Argelanderstraße befindet sich zwischen der Poppelsdorfer Allee und dem Treppenaufgang zur Heinrich-Lützeler-Straße und bildet im Abschnitt zwischen jenem Treppenaufgang und der Reuterstraße die Grenze Kessenichs zu Poppelsdorf. Die Straße, die erstmals 1881 erwähnt wurde, ist nach dem deutschen Astronom Friedrich Wilhelm August Argelander (1799–1875) benannt. Dieser war Professor an der Universität Bonn und Gründer der Bonner Sternwarte.

Auf der Steige Stichstraße der Bergstraße, die ihren aktuellen Namen seit Januar 1978 trägt. Vorher hieß sie ab 1935 Am Berghang.

August-Bier-Straße Zwischen Bonner Talweg und Oskar-Walzel-Straße. Benannt nach August Bier (1861–1949), deutscher Chirurg und Hochschullehrer, der Anfang des 20. Jahrhunderts an der Uni Bonn und im St.-Johannes-Hospital tätig war. Die Straße trägt ihren Namen seit Januar 1978, vorher hieß sie Gneisenaustraße (erstmals erwähnt im Jahr 1907). Hierbei handelte es sich jedoch anfangs nur um den Abschnitt zwischen der heutigen Hausdorffstraße und der heutigen Burbacher Straße. Die restlichen Teilabschnitte der heutigen August-Bier-Straße kamen durch Beschlüsse des Hauptausschusses vom 3. Februar 1928 und des Rates vom 20. Juni 1968 später zur Gneisenaustraße hinzu.

B Bergstraße Die östliche Begrenzung der Bergstraße bildet die Karl-Barth-Straße. Im Westen endet die Bergstraße im Wald und verläuft als steiler Waldweg weiter bis zur Robert-Koch-Straße auf dem Venusberg. Offiziell trägt sie ihren heutigen Namen seit dem 15. Juli 1904. Vorherige Namen waren Kallengasse (Abschnitt zwischen Im Sonnenpütz und Mechenstraße; Erste Erwähnung 1822; Kalle bezeichnete einen Wasserverlauf in einer Rinne), Marienstraße (Abschnitt zwischen Mechenstraße und Burbacher Straße), Mertemannsgasse / Mördermannsgasse (Vorgänger der Marienstraße bis vor 1891; Der Legende nach sollen hier die römischen Legionäre Cassius und Florentius getötet worden sein. Möglicherweise fand dies aber auch an der Endenicher Marterkapelle statt), Wilhelmstraße (Abschnitt zwischen Burbacher Straße und Karl-Barth-Straße; Benannt nach Wilhelm Bennauer, Bürgermeister der Bürgermeisterei Poppelsdorf) und Heimelsheckerweg (Bis 1900 Vorgänger der Wilhelmstraße).

Blücherstraße Verbindungsstraße zwischen dem Jagdweg in Poppelsdorf und der Johannes-von-Hanstein-Straße in Kessenich. Nur der kurze Abschnitt zwischen Argelanderstraße und Johannes-von-Hanstein-Straße befindet sich auf dem Gebiet Kessenichs. Benannt wurde sie nach Gebhard Leberecht von Blücher, einem preußischen Generalfeldmarschall ohne Bezug zu Bonn.

Bonner Talweg Zwischen Poppelsdorfer Allee und Rosenburgweg / Nikolausstraße. Zu Kessenich gehört der Abschnitt zwischen Reuterstraße und Rosenburgweg / Nikolausstraße. Erstmals erwähnt wurde der Bonner Talweg 1848. Zwischen 1922 und 1924 hieß er Karl-Legien-Straße. Der oberste Teil in Kessenich hieß möglicherweise früher Profgasse.

Burbacher Straße

Zwischen Reuterstraße und Bergstraße. Hier befand sich ein Hof des Klosters Mariabrunn in Burbach, einem Ortsteil von Hürth. 1904 wurde der Abschnitt zwischen Berg- und Pützstraße, der vorher seit mindestens 1722 Kreuzstraße/Kreuzgasse hieß in Burbacher Straße umbenannt. Der Abschnitt zwischen Pütz- und Reuterstraße kam erst 1972 dazu und hieß davor Burgstraße.

Büttinghausenstraße

Zwischen Burbacher Straße und Mechenstraße. Benannt im Oktober 1974 nach Ferdinand Büttinghausen (1868–1929), Gründer der Freiwilligen Feuerwehr Kessenich im Jahre 1888 und 41 Jahre lang deren Oberbrandmeister. Der Abschnitt zwischen Mechenstraße und Hausdorffstraße hieß zwischen 1928 und 1974 Kinkelstraße, der zwischen Hausdorffstraße und Burbacher Straße hieß, ebenfalls seit 1928 Schurzstraße. Gottfried Kinkel (1815–1882) war ein deutscher Theologe, Schriftsteller und Politiker und Professor an der Universität Bonn. Sein Freund Carl Schurz war ein deutsch-amerikanischer Politiker und Revolutionär und Mitte des 19. Jahrhunderts Student der Philologie und Geschichte in Bonn. Schurz befreite Kinkel während der Märzrevolution aus einem Spandauer Zuchthaus.

E Eduard-Otto-Straße

Zwischen Bonner Talweg und Ahrweg / Franz-Lohe-Straße. Die Eduard-Otto-Straße trägt ihren Namen seit Januar 1978. Benannt wurde sie nach dem Pädagogen Eduard Otto. Vor 1987 hieß die Straße Sandtstraße, benannt nach den Bonner Landräten Karl von Sandt (1826–1890) und Sohn und Nachfolger Max von Sandt (1861–1918). Beide zusammen hielten das Amt des Landrats insgesamt 49 Jahre inne.

Erftweg

Zwischen Gierenweg und dem Park Wasserland. Benannt im April 1954 nach der Erft, Nebenfluss des Rheines.

F Franz-Bücheler-Straße Verbindungsstraße zwischen dem Rheinweg und der Karl-Barth-Straße. Benannt im Jahre 1953 nach Franz Bücheler (1837–1908), einem deutschen Philologen und Professor an der Universität Bonn.

Franz-Lohe-Straße Zwischen August-Bier-Straße und Eduard-Otto-Straße / Ahrweg. Benannt im Mai 1955 nach Franz Xaver Lohe (1778–1840), der von 1805 bis 1840 Pfarrer in Kessenich war.

Füssenichgasse Fußweg zwischen Burbacher Straße und Hugo-Haelschner-Straße. Benannt im Dezember 1984 nach einer alten Kessenicher Familie, die zurückgeht bis ins Jahr 1875. Der Malerbetrieb Josef Füssenich GmbH & Co KG befindet sich heute (2020) direkt gegenüber der Gasse in der Burbacher Straße.

G Geißlerstraße Die Straße zwischen Luisenstraße und Julius-Plücker-Straße sowie der Fußweg bzw. Privatweg, der an die Straße anschließt und noch über die Lotharstraße hinausgeht. Benannt nach Heinrich Geißler (1814–1879), deutscher Physiker und Ehrendoktor der Universität Bonn.

Gerhard-Samuel-Straße Zwischen August-Bier-Straße und Albert-Fischer-Straße. 2016 benannt nach Gerhard Samuel (1924–2008), Komponist, Geiger und Dirigent.

Gierenweg Zwischen Karl-Barth-Straße und Moselweg / Siegweg. Im Jahr 1892 erstmals im Adressbuch erwähnt. Der Flurname Aufm Geiren oder Girren bezeichnet die Form eines Feldes als ein spitz zulaufendes, dreieckiges und keilförmiges Eckstück. Urkundlich erwähnt wurde der Gierenweg bereits im Jahr 1600. Ursprünglich führte er über die Bahn hinaus bis zur Walter-Flex-Straße (heute: Genscherallee), die heute zum Stadtteil Gronau gehört.

Graf-Galen-Straße Verbindungsstraße zwischen der Luisenstraße und der Heinrich-Körner-Straße. Benannt im August 1949 nach Clemens August Graf von Galen (1878–1946), Bischof von Münster, der gegen die Euthanasie im Nationalsozialismus predigte.

Graf-Stauffenberg-Straße Die Graf-Stauffenberg-Straße führt vom Bonner Talweg die ersten Höhenmeter des Venusbergs hoch, bis zur Einmündung der Heinrich-Lützeler-Straße. An dieser Stelle befindet sich die Grenze zu Poppelsdorf und ab hier geht die Graf-Stauffenberg-Straße nahtlos in die Robert-Koch-Straße über, die bis auf das Hochplateau des Venusberges führt. Benannt wurde die Straße im Oktober 1958 nach Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Offizier, Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus sowie Hitler-Attentäter. Bis 1962 hieß nur der kleine Abschnitt zwischen Bonner Talweg und Lotharstraße Graf-Stauffenberg-Straße.

Gregor-Mendel-Straße Stichstraße des Rosenburgwegs, an die sich ein Fußweg bis zur Graf-Stauffenberg-Straße anschließt. Benannt wurde die Straße im Juni 1951 nach Gregor Johann Mendel (1822–1884), Augustiner-Mönch, Theologe, Naturwissenschaftler und Begründer der Mendelschen Regeln. Vor 1951 hieß die Gregor-Mendel-Straße inoffiziell Hangstraße.

H Hans-Riegel-Straße Verbindungsstraße zwischen der Bergstraße und Urstadtstraße / Hermann-Milde-Straße. Benannt wurde die Straße im Oktober 1956 nach Hans Riegel (1893–1945), dem Begründer des ursprünglichen Haribo-Werkes in Kessenich. Das Werk befindet sich heute (2014) immer noch an der Hans-Riegel-Straße. Vor 1956 gehörte die Straße zum Langwartweg, der heute nach der Kreuzung mit der Urstadtstraße / Hermann-Milde-Straße und somit der Grenze zu Dottendorf die Fortsetzung der Hans-Riegel-Straße bildet. Die Bedeutung des Namens Langwartweg geht zurück auf den Flurnamen An der Langwart, einer Bezeichnung für einen, sich an der langgestreckten Weide hinziehenden Weg.

Hausdorffstraße Die Hausdorffstraße ist die Hauptstraße Kessenichs und geht in Nord-Süd-Richtung von der Reuterstraße an der Grenze zur Südstadt, über Kessenich, bis an den Quirinusplatz in Dottendorf. Die gesamte Strecke wird auch von der Bonner Straßenbahn befahren. Benannt wurde sie im August 1949 nach Felix Hausdorff (1868–1942), einem deutschen, jüdischen Mathematiker und Professor an der Universität Bonn, der angesichts der bevorstehenden Deportation zusammen mit seiner Frau in den Freitod ging. Vor 1949 hieß die Straße ab 1915 Hindenburgstraße, nach Paul von Hindenburg (1847–1934). Davor hieß das Teilstück zwischen Reuterstraße und Pützstraße ab 1906 zeitweise Schumannstraße, als Verlängerung der Straße, die auch heute noch Schumannstraße heißt und nach der Kreuzung mit der Reuterstraße an die Hausdorffstraße anknüpft. Zwischen 1908 und 1910 hieß der Abschnitt zwischen heutiger Eduard-Otto-Straße und Pützstraße Neue Kirchstraße, bis auch dieses Teilstück in Schumannstraße umbenannt wurde und wenige Jahre später dann in Hindenburgstraße.

Hauweg Der Hauweg ist größtenteils ein asphaltierter Waldweg zwischen Robert-Koch-Straße und Rosenburgweg. Er befindet sich fast ausschließlich auf dem Gebiet des Bonner Stadtteils Venusberg, bildet aber kurz vor einer Weggabelung mit dem Rosenburgweg die Grenze zwischen Kessenich und Venusberg. Seinen heutigen Namen trägt der Hauweg seit 1949. Davor gehörte er von 1938 bis 1945 zur Hermann-Göring-Straße, benannt nach Hermann Göring.

Heinrich-Körner-Straße