Thawan Duchanee (, RTGS-Umschrift Thawan Datchani, Aussprache: ; * 27. September 1939 in Chiang Rai; † 3. September 2014 in Bangkok) war ein thailändischer Maler, Architekt und Bildhauer.

Leben mini|Eines der 40 Gebäude auf Thawan Dutchanees Anwesen Baan Dam Thawan Dutchanee wuchs in seiner Geburtsstadt Chiang Rai auf. Er begann seine künstlerische Ausbildung 1954 im „Poh Chang Arts and Crafts College“ in Bangkok. Von 1958 bis 1963 studierte er bei Silpa Bhirasri, dem „Vater der modernen Kunst in Thailand“, an der Silpakorn-Universität. Von 1964 bis 1968 konnte er sein Wissen über die westlichen Kunst-Traditionen während seines Studiums an der Rijksakademie van beeldende kunsten in Amsterdam vertiefen. 1974/1975 hielt er sich als Artist in Residence in Deutschland und England auf.

Anfang der 1970er Jahre begann Thawan Dutchanee in seinen Werken buddhistische Motive aufzugreifen. Diese kombinierte er mit makabren Sexszenen, was zur Fehlinterpretation als Blasphemie und zu Vandalismus an seinen Bildern führte. In der Folge vernichtete Thawan Dutchanee fast alle seine Arbeiten aus dieser Phase. Erst eine positive Einschätzung von Kukrit Pramoj, der in seinen Werken eine Wiederbelebung der alten Mythen sah, brachte dem Künstler Anerkennung.

Bekannt wurde Thawan Dutchanee insbesondere für seine Darstellungen Buddhas, aber auch für die von Dämonen und Tieren. Er entwickelte einen eigenen künstlerischen Stil, der auf der traditionellen buddhistischen Kunst basiert und die Erforschung der dunklen Seiten der menschlichen Existenz zum Ziel hat. Dabei stellt er nach eigenen Angaben Gegensätzliches wie Gut und Böse oder Finsternis und Licht nebeneinander. Während er zunächst farbig in einem postimpressionistischen Stil malte, ging er 1969 zu ausschließlich schwarzweißer Malerei oder Arbeiten in Schwarz und Weiß auf rotem Hintergrund (teilweise mit goldenen Akzenten) über. Zu seinen bekanntesten Werken gehört eine Serie zum Ramayana-Epos mit individueller Interpretation der Figuren. Er führt traditionelle burmesische und tibetische Kunst mit thailändischen Formen (hauptsächlich Lan-Na-Kunst) zusammen und interpretiert sie neu.

Thawan Dutchanee schuf auch Wandgemälde, unter anderem für die thailändischen Botschaften in Buenos Aires, Wien und Paris (1963/1965). 1977 führte er auf Schloss Crottorf einen Auftrag von Hermann Graf Hatzfeldt aus und bemalte die Wände einiger Räume mit buddhistischen Motiven.

Thawan Dutchanees Hauptwerk als Architekt ist Baan Dam (dt. Das Schwarze Haus). Es besteht aus 40 zumeist schwarzen Häusern auf einem Anwesen in Chiang Rai. Die Bauten sind in traditionellen thailändischen Stilen gestaltet, weisen Türen mit reichen Schnitzereien und geschwungene Dächer auf sowie Ganesha-Figuren und balinesische Wächterstatuen. Thawan Dutchanee wohnte bis zu seinem Tod 2014 in Baan Dam, das später zu einem Museum umgenutzt wurde. Dort sind seine Sammlungen untergebracht, zu deren Exponaten unter anderem Gemälde, Büffelhörner und Samurai-Schwerter gehören.

Die Association of Siamese Architects zeichnete Thawan Duchanee 1984 mit einer Goldmedaille aus. 2001 wurde er mit der Auszeichnung Thailändischer Nationalkünstler geehrt.

Thawan Duchanee gilt als Pionier moderner thailändischer Kunst und gehört zu den renommiertesten Künstlern Thailands.

Ausstellungen Thawan Duchanee hatte zahlreiche Einzelausstellungen, darunter: 1964: Bangkapi Gallery, Bangkok 1965: Royal Thai Embassy, Paris 1966, 1967: Stedelijk Museum of Modern Art, Amsterdam 1968: Gallery 20, Bangkok 1970: Buddhist Association Hall 1970: Universität Chiang Mai, Chiang Mai 1971: Goethe-Institut, Bangkok 1972: Downtown Gallery, Honolulu 1973: British Council, Bangkok 1974: Thammasat-Universität, Bangkok 1975: Olympia-Zentrum, München 1976: British Council, Bangkok 1977: Israel Museum, Jerusalem und Gallery Debel, Einkarem 1978: Schloss Crottorf, Friesenhagen 1993: Art Centre, Universität Melbourne, Australien 2000: Mae Fah Luang Art and Cultural Park, Chiang Rai 2001: „Art Beyond Border“, Museum of Contemporary Art, Lissabon, Portugal 2004: The Queen’s Gallery, Bangkok

Literatur

Weblinks

Dr.Thawan Duchanee – Thawan Duchanees Homepage (auf Thai und Englisch) Thawan Dachanee Seite der thailändischen rama9art.org mit einigen kleinen Abbildungen seiner Werke (auf Englisch und Thai) Thawan Duchanee: Losing a legend Nachruf in der Bangkok Post (auf Englisch) Berühmter thailändischer Künstler Thawan Duchanee gestorben Nachruf auf Spiegel Online vom 4. September 2014

Einzelnachweise

Kategorie:Maler (Thailand) Kategorie:Architekt (Thailand) Kategorie:Thailänder Kategorie:Geboren 1939 Kategorie:Gestorben 2014 Kategorie:Mann