Der Gänsmühlbach ist ein gut 17 Kilometer langer Mühlkanal links neben dem Unterlauf der Isar in Niederbayern, der am Ostrand von Landau an der Isar im Landkreis Dingolfing-Landau in den Längenmühlbach mündet.

Geographie Der Gänsmühlbach weist zumeist Breiten von nur zwei bis drei Metern auf.

Verlauf Der Gänsmühlbach wird unterhalb des Wehrs am Wasserkraftwerk Gottfrieding etwas abwärts von Gottfriedingerschwaige an Isar-Flusskilometer 41,44 nach links aus dem isarparallelen Vorfluter ausgeleitet. Für solche Vorfluter ist umgangssprachlich die Bezeichnung „Sickergraben“ geläufig. Dieser „Sickergraben“ mündet wenig unterhalb in die Isar und verläuft deshalb hier bereits innerhalb des linken Hochwasserdamms. Der Gänsmühlbach fließt schon nach rund zwei Metern in einer Unterquerung nach außerhalb des Hochwasserdammes. Von da an verläuft das Gewässer in oft nur geringem Abstand, maximal sind es 1,2 km, links neben dem auf dem gemeinsamen Abschnitt sehr gerade in ostnordöstlicher Richtung ziehenden Fluss.

Nach einer Fließstrecke von 17,29 km – in Luftlinie ist die Mündung vom Ursprung nur 13,2 km entfernt – läuft er am nordöstlichen Rand der Ortslage von Landau an der Isar von rechts in den Längenmühlbach ein, einen längeren und älteren linksseitigen Mühlkanal der Isar, der deutlich weiter isaraufwärts beim Wasserkraftwerk Altheim ausgeleitet wird. Weil dieser zwar in größerem Abstand, aber immer noch recht nah an der Isar läuft, ist der Gänsmühlbach sein einziger rechter Zufluss. Ehemalige natürliche linke Zuläufe zur Isar in diesem Bereich speisen nun im Allgemeinen den Längenmühlbach, weshalb der von diesem und der Isar eng umrahmte Gänsmühlbach keine wesentlichen natürlichen Zuflüsse erfährt. Der größte Zulauf Lautergraben, auf der amtlichen Karte Rosenauer Ableiter, kommt jedoch von links, er untertunnelt zuvor den Längenmühlbach und mündet nur 138 Meter weiter südöstlich auf Mamminger Gebiet nahe der Gemeindegrenze zu Gottfrieding. Eine Überleitung vom Längenmühlbach selbst zum Gänsmühlbach zeigt die amtliche Karte 350 Meter oberhalb des Lautergraben-Tunnels; hier liegen die beiden Mühlbäche nur gut 50 Meter auseinander. Dieser Graben ist bereits auf der historischen Flurkarte des 19. Jahrhunderts zu sehen, endet dort aber nicht im Gänsmühlbach, sondern in einem Isararm.Historische Flurkarte

Auf dem Mittellauf knapp 300 Meter nach der Meisingermühle untertunnelt der Zwerchgraben von links den Gänsmühlbach, nachdem er 1300 Meter weiter laufaufwärts und nordwestlich bereits den Längenmühlbach in einem Düker unterquert hat. Wenig nach dem zweiten Seitenwechsel am Gänsmühlbach fließt er als Altern weiter bis auf die Stadtgemarkung von Landau an der Isar. Einen Viertelkilometer nach deren Grenze und noch etwa einen halben vom Siedlungsrand der Stadt entfernt mündet er in die Isar.

Früher wurde der Gänsmühlbach etwa 1800 Meter weiter flussabwärts als heute bei Flusskilometer 39,6 aus der Isar ausgeleitet. Damals war er 15,9 km lang.Helmut Schweitzer: Die Mühlbäche an der Isar mit ihren Triebwerken zwischen Gottfriedung und Isarmündung, 1957, S. 20 Da sich die Isar nach ihrer Begradigung zunehmend eintiefte, musste die Ausleitung flussaufwärts verlegt werden.

Orte am Lauf Mammingerschwaigen (Dorf der Gemeinde Mamming), links Meisingermühle (nichtamtlicher Ortsteil, Gemarkung Waibling, Markt Pilsting), rechts Goben (Dorf, Gemarkung Waibling, Markt Pilsting), links Harburg (Dorf, Gemarkung Harburg, Markt Pilsing), beidseitig Griesenau (Weiler, Gemarkung Harburg, Markt Pilsing), links Landau an der Isar (Kleinstadt, mit der Rauchmühle und – gut 1300 Meter vor der Mündung – der Gansmühle), beidseitig

Mühlen und Wasserkraftwerke Am Gänsmühlbach gab es vier Mühlen bzw. Wasserkraftwerke, von denen jedoch wegen verringerter Wasserführung seit Jahrzehnten keine mehr in Betrieb ist:

 Mühle/KraftwerkOrt, GemeindeHöheBemerkung Koordinaten1Meisingermühle 343 Waibling, Pilsting 2Stadlmühle 340 Harburg, Pilsting 3Rauchmühle 338 Landau a.d.Isar ehem. Kohlmühle 4Gansmühle 336 Landau a.d.Isar

Die Rauchmühle steht schon seit etwa 1940 still. An ihrer Stelle ist im Urpositionsblatt 505 Gaenacker von 1837 eine Kohlmühle eingezeichnet. Das Gewässer heißt dortselbst Gans-Bach.Urpositionsblatt 505 Gaenacker (1837), besser aufgelöst im BayernAtlas

In der Begründung des Beschlusses des Bezirksamts Landau/Isar vom 5.3.1934 Nr. 513, betr.: Stau- und Triebwerksanlage Meisingermühle ist zu lesen: 2 Mühlen wurden schon vor längerer Zeit aufgelassen. Demnach trieb der Gänsmühlbach in noch früherer Zeit sechs Mühlen an.

Geschichte Wann der Gänsmühlbach entstand, ist nicht genau feststellbar, Schweitzer (1957) grenzt die Zeit jedoch auf die 1830er Jahre ein.Helmut Schweitzer: Die Mühlbäche an der Isar mit ihren Triebwerken zwischen Gottfriedung und Isarmündung, 1957, S. 21 Man wollte damals die an der unteren Isar gelegenen Schiffsmühlen an Mühlbäche verlegen. Eine Karte der Stadt Landau an der Isar des Landgerichts-Oberschreibers von 1798 zeigt andererseits, dass es zumindest dort zu diesem früheren Zeitpunkt schon einen Gansmühlbach gab, der bis zu seiner Einmündung in den Moosmühlbach (heute Längenmühlbach) den Burgfrieden nach Norden begrenzte.Johann Georg Geiger: Geometrischer Plan nach dem Augenmaas von der Churpfalzbairischen Stadt Landau und des dazu gehörigen Burg-Friedens (1798), Beilage von: Otto Helwig: Das Landgericht Landau a. d. Isar, 1972 (= Historischer Atlas von Bayern, Heft 30)

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde der Oberlauf des Gänsmühlbachs mehrmals verlegt, weil die Isar ihr Flussbett verlagert hatte.

Im Repertorium des Topographischen Atlasblattes Landau von 1846 ist das Gewässer als Mühlbach (Kleiner) aufgeführt.Repertorium des Topographischen Atlasblattes Landau, 1846, S. 95 Weiterhin heißt es: ...sondert sich bei GobenDorf in der früheren Gemeinde Waibling von der Isar ab, fliesst nordöstlich, vereinigt sich bei der WeindlschwaigeWeidlschwaige auf dem Urpositionsblatt im BayernAtlas mit dem grossen Mühlbache. Brücken: 1 h am Oelschlag.BayernAtlas: Oehlschlag auf dem Urpositionsblatt Mühlen: die Stahrlmühle (Stadler Mühle)

Demnach war 1846 nur eine Mühle in Betrieb.

Sportfischerei Der Gänsmühlbach ist zwar ein Vereinsgewässer des Kreisfischereivereins Dingolfing e.V., wird aber als zur Zeit für die Fischerei uninteressant eingestuft. (PDF)

Einzelnachweise

Literatur Helmut Schweitzer: Die Mühlbäche an der Isar mit ihren Triebwerken zwischen Gottfriedung und Isarmündung, München 1957 im BVB-OPAC

Weblinks

Foto etwa auf der Höhe von Isar-Flusskilometer 39,86

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