mini|Bahnhof Biel/Bienne, 1919–1923 Moser und Schürch war ein Architekturbüro in Biel/Bienne, das von 1910 bis etwa 1929 bestand. Büropartner waren die Architekten Friedrich Moser (1877–1964) und Wilhelm Schürch (1882–1955), die beide vorher bereits gemeinsam Wettbewerbe absolviert hatten. Das Büro, dessen Werke in Biel, im Kanton Bern und teilweise darüber hinaus zu finden sind, vollzog im Laufe seines Bestehens den Wandel vom Heimatstil hin zu einer gemässigten Moderne. Nach der Trennung führten beide Partner eigene Büros weiter.
Das Büro, das Moser, damals beim Stadtbauamt Biel angestellt, bereits um 1908 gegründet hatte, begann mit Spitalbauten: die Erweiterung des Seeländischen Krankenasyls Gottesgnad in Mett von 1911 und später des Altersasyls desselben Trägers in Langnau sowie des Kindersanatoriums Maison Blanche in Leubringen.
Ebenfalls vor dem Ersten Weltkrieg entstand die Wohnkolonie der Eisenbahner-Baugenossenschaft in Nidau, eine Kleinsiedlung aus Ein- und Zweifamilienreihenhäusern. An der Schweizerischen Landesausstellung 1914 entwarfen sie die Pavillons der Milchwirtschaft.
Neben öffentlichen Bauten traten bald Fabriken und Bauten für die Industrie, etwa die Maschinenfabrik Güdel in Biel und die Fabrikanlagen Landis & Gyr in Zug (1911–18). Für die Vereinigten Drahtwerke bauten sie während des Ersten Weltkriegs Erweiterungsbauten und das Wohlfahrtshaus. In dieser Zeit wurde der junge Mitarbeiter Walter von Gunten zum Partner, der dann 1922 sein eigenes Büro gründete.
1916 ging aus einem Wettbewerb der Entwurf für ihr wohl bedeutendstes Werk hervor, den Bahnhof Biel/Bienne. Bei der Konkurrenz, für die 45 Arbeiten eingegangen waren, wurden beide Vorschläge des Büros (Motti: Au pied du Jura sowie Biel/Bienne! Alles aussteigen!) erstrangiert.Bahnhofgebäude und Postgebäude in Biel. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 68, 1916, Heft 25, S. 293 (archiviert in E-Periodica der ETH-Bibliothek, PDF; 1,8 MB). Der Wettbewerb war zur Erlangung einer einheitlichen Platzgestaltung ausgeschrieben worden, als reiner «Fassadenwettbewerb» also, bei dem Bahnhofsgebäude, Post und Eilgutgebäude einbezogen worden waren. Beide Entwürfe vertraten einen neoklassizistischen Ansatz, es wurde die Lösung mit einem grossen, von dorischen Säulen getragenen Portikus bevorzugt.Wettbewerb für Fassaden-Entwürfe zum Bahnhof- und Post-Neubau in Biel. In: Schweizerische Bauzeitung. Band 69, 1917, Heft 5, S. 45–50 (archiviert in E-Periodica der ETH-Bibliothek, PDF; 3,6 MB).
Daneben arbeitete das Büro vor allem Ende der 1910er Jahre eine Vielzahl von Bebauungsplanungen aus, oft im Rahmen von Ideenwettbewerben.
Werk (Auswahl)
* Gottesgnad, Seeländisches Krankenasyl, Mett, 1910/11 Maschinenfabrik Güdel, Bern, 1911 Uhrenfabrik Trösch, Biel 1913 Wohnkolonie der Eisenbahner-Baugenossenschaft, Nidau, 1911–1914 Pavillons der Milchwirtschaft, Schweizerische Landesausstellung, Bern, 1914 Fabrikanlage Landis & Gyr, Zug, 1911–1918 Maison Blanche, Kantonalbernisches Kinderspital, Leubringen, 1913 Gottesgnad, Altersasyl, Langnau, 1913/14 Vereinigte Drahtwerke, Erweiterungsbauten, Biel, 1913–1916 Bebauungsplan Bözingen/Boujean, 1916 Bebauungsplan Grenchen, 1917 Vereinigte Drahtwerke, Wohlfahrtsgebäude, Biel, 1917/18 Wettbewerb Gross-Zürich, 1918 Bebauungsplan Moutier, 1918 Seeufergestaltung Luzern, Ideenwettbewerb, 1918 Bebauungsplan Kriens, 1919 Bahnhof Biel/Bienne, 1919–1923 Haus Hirt-Suter Biel, 1919/20 Uhrenfabrik Gruen-Watch Biel, 1922/23 Wohnhäuser Dufourstr. Biel, 1924–26
Literatur
Einzelnachweise
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