mini|Wappen derer Freiherren von Ritter zu Grünstein: Allianzwappen der Familien de Ridder und van Groenesteyn Otto Johannes Joseph Wilhelm Berthold, Freiherr von Ritter zu Groenesteyn (bis 1921: zu Grünstein; * 23. August 1864 in Starnberg; † 1. Januar 1940 in München) war ein bayerischer Diplomat.

Herkunft mini|hochkant|Elterliches Allianzwappen Ritter-Grünstein-Preen (⚭ 1861) am Schloss Groenesteyn bei Kiedrich Otto von Ritter zu Groenesteyn war der Sohn von Marie von Preen (1843–1922), Ehrendame des königlich bayerischen Theresien-Ordens, und Carl Adolph Friedrich Constantin Philipp, Freiherr von Ritter zu Grünstein (1830–1895), königlich bayerischem Kammerherrn. Der bayerische Gesandte in Paris, Lothar von Ritter zu Groenesteyn (1868–1945), war Ottos Bruder.Pius Dirr: Bayerische Dokumente zum Kriegsausbruch und zum Versailler Schuldspruch. 3., erweiterte Auflage. 1925, S. 258. Auch Lothar nahm 1921 die ältere Schreibweise vom Namensbestandteil, „Groenesteyn“ an Stelle von „Grünstein“, wieder an.

Otto heiratete Caroline Adolphine, Gräfin von Holnstein aus Bayern (* 29. Januar 1870; † 1915) und studierte Rechtswissenschaft. Nach dem Tod der ersten Frau heiratete er 1917 in Hannover-Kleefeld Theda von Meyer (1898–1994). Die Tochter Maximiliane (1890–1978) heiratete den Bakteriologen Hermann Dürck. Der Sohn Elmar Freiherr von Ritter zu Groenesteyn (1920–2019) heiratete 1948 Pia Freiin Riederer von Paar (1926–1997).Stammblatt Otto Ritter zu Groenesteyn Jener übergab 1995 den schriftlichen Nachlass seines Vaters an das Bayerische Hauptstaatsarchiv.Direktion der staatlichen Archive Bayerns: Nachlass Otto von Ritter zu Groenesteyn Seine Tochter war Dorothea (Oda) Ellen Maria Maschke, verheiratet mit Hermann Maschke, Leiter der Krupp-Rechtsabteilung, geb. von Ritter zu Groenesteyn (1923–2019).

Leben 1887 war er Ministerialpraktikant im bayerischen Staatsministerium des Königlichen Hauses und des Äußeren. 1889 war er Attaché an der Vertretung Bayerns am Hof Wilhelm II. des deutschen Kaiserreiches. 1898 war er Legationssekretär in Rom. Von 1903 bis 1907 war er Ministerresident in Bern. Von 1907 bis 1908 war er Gesandter und bevollmächtigter Minister am Hof von Württemberg in Stuttgart und war an den Höfen in Karlsruhe und Darmstadt akkreditiert. Ab 1909 war er außerordentlicher Gesandter und Ministre plénipotentiaire beim Heiligen Stuhl, von 1920 bis 1934 Gesandter und bevollmächtigter Minister beim Heiligen Stuhl, mit Sitz in Lugano. Daneben war er Bayerischer Kämmerer und Staatsrat.

Am 24. Juli 1914 hatte er eine Audienz bei Pius X., von welcher er in einem Telegramm berichtete. Vom 17. bis 20. April 1919 hielt sich René Payot in München auf und erhielt von Felix Fechenbach eine Abschrift des Telegramms,Fritz Bauer, Die Humanität der Rechtsordnung: ausgewählte Schriften, S. 404. worüber er am 30. April 1919 im Journal des débats berichtete:

Otto von Ritter zu Groenesteyn ist bekannt als der letzte bayerische Gesandte. Die Aufhebung der letzten bayerischen Gesandtschaft und sein Ausscheiden aus dem diplomatischen Dienst am 30. Mai 1934 waren die Folge des Gesetzes über den Neuaufbau des Reichs, das die Politik der Gleichschaltung konsequent fortsetzte.Jörg Zedler: Bayern und der Vatikan. Eine politische Biographie des letzten bayerischen Gesandten am Heiligen Stuhl Otto von Ritter (1909–1934). Ferdinand Schöningh, Paderborn, 2013. 1942 erschien die Schrift „Beiträge zur Geschichte der Deutsch-Vatikanischen Beziehungen“ von dem Theologen und SS-Funktionär Wilhelm Patin, die nicht veröffentlicht werden durfte und sich den Geheimberichten Groenesteyns an deutsche Regierungsmitglieder widmete.

Weblinks Otto von Ritter zu Groenesteyn bei geneall.net

Einzelnachweise

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