Sterne im Euro-NCAP-CrashtestWertung beim Euro-NCAP-Crashtest 105px|5 Crashtest-Sterne Der VW Scirocco III ist ein 2+2-sitziges Kombicoupé mit Frontantrieb, das erstmals im Frühjahr 2008 auf dem Automobilsalon Genf der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, seit August 2008 erhältlich war und auf der Plattform des VW Golf VI basierte. Die VW-interne Bezeichnung ist „Typ 13“. Er wurde – wie auch der VW Eos – von Volkswagen Autoeuropa in Palmela in Portugal produziert, wo der VW Sharan, der Seat Alhambra und der VW T-Roc gebaut werden.

Während die Produktion der Scirocco-Baureihen I und II nahtlos ineinander überging, kam die Baureihe III erst 16 Jahre nach Auslaufen des Typs II (1992) auf den Markt. Der Scirocco III wurde von der Zeitschrift Top Gear Magazine zum „Car of the Year 2008“ (Auto des Jahres 2008) gewählt. Die Produktion endete mit dem Modelljahr 2017.

Modellgeschichte Allgemeines Die dritte Generation des Scirocco wurde erstmals in seiner heutigen Form zunächst als Designstudie und Konzeptfahrzeug mit dem Namen VW Iroc am 24. August 2006 in Berlin präsentiert.

Der Name „Iroc“ sollte die Beziehung zum Namen des „ScIrocco“ herstellen. Die meisten äußeren Designelemente und Merkmale der Karosserie wurden in die Serienversion übernommen. Sie stammen von dem ehemaligen VW-Designer Murat Günak, der unter anderem bei der Gestaltung des Golf V, des Eos und des Tiguan ebenfalls federführend war.

Die Gestaltung der Karosseriefront des Scirocco fällt unter anderem durch die großen Lufteinlässe an der Frontstoßstange, die markante Wabenstruktur am Lufteinlassgitter und die Silhouette der Motorhaube auf – zusammen mit den schwarzen Kühlerschutzlamellen (beim „R“-Modell sind diese schwarz lackiert) verleiht sie dem Sportcoupé einen sogenannten „bösen Blick“.focus.defocus.de Verstärkt wird dieser Eindruck durch die nahtlos in die Lamellen des Kühlergrills übergehenden Gehäuse der Scheinwerfer. Das Volkswagen-Emblem ist flach in die Motorhaube eingelassen. Die Seitenlinie steigt an, während die Dachlinie nach hinten abfällt.

Die Karosserie des Scirocco ist zum Schutz vor Korrosion verzinkt und so weitestgehend vor Rost geschützt. Die Heckklappe kann jedoch durchaus Rostansatz zeigen.welt.de

Technik Technisch basierte der Scirocco der dritten Generation auf der von VW mit dem Golf V eingeführten PQ35-Plattform mit Quermotor, die unter anderem auch beim Golf VI verwendet wurde.autoaid.de Die Innenausstattung des neuen Scirocco wurde aus Kostengründen fast unverändert aus dem VW Eos übernommen und mit Alu-Look-Elementen aufgewertet.autobild.de Der Luftwiderstandsbeiwert Cwbeträgt 0,34. Das Kofferraumvolumen liegt zwischen 312 und 1006 Litern bei umgeklappter Rücksitzlehne.

Ausstattung Serienmäßig waren unter anderem 17"-Leichtmetallräder, Lederlenkrad und -Handbremshebel, höhenverstellbare Sportsitze, elektrische Fensterheber, Klimaanlage, Bremsassistent, sechs Airbags, geschwindigkeitsabhängige Servolenkung und Fahrdynamikregelung (ESP). Das ESP lässt sich zwar scheinbar über eine Taste deaktivieren, bleibt aber trotzdem im Hintergrund weiter in einem anderen sportlicheren Modus aktiviert.auto.freenet.de

Besonderheiten sind unter anderem die hintere Sportsitzbank mit Einzelsitzcharakter und Integralkopfstützen, die auch serienmäßig umlegbar sind, sowie die verdeckte B-Säule, die das Fahrzeug gestreckter und sportlicher aussehen lassen soll.

Der auf Wunsch lieferbare ParkPilot warnt beim Einparken mit akustischen Signalen vor Hindernissen: Je näher das Fahrzeug einem Hindernis kommt, desto höher wird die Tonfrequenz. Zusätzlich zu akustischen Signalen wird auf dem Radiodisplay das Bild der Rückfahrkamera „Rear Assist“ realitätsgetreu wiedergegeben. Die freie Sicht hinter das Fahrzeug ermöglicht somit einfaches Einparken trotz breiter C-Säulen und kleinen hinteren Fenstern. Dank der hochauflösenden und detaillierten Darstellung können selbst kleine Hindernisse wie etwa Bordsteinkanten deutlich erkannt werden (beides aufpreispflichtige Sonderausstattung).

Modellvarianten Scirocco „Sport“ („Basisversion“)War seit 08/2008. Mit 103 kW (140 PS) starken TDI-Dieselmotor und seit Frühjahr 2009 auch mit 125 kW (170 PS) lieferbar. Scirocco „Collectors Edition“Seit Dez. 2008/Jan. 2009. Limitierte Sonderserie mit 100 Stück, Lackierung in „Oryx White“, weiße Leder-Ausstattung in „Berry White“, dem Sondermodell vorbehaltene 19-Zoll-Leichtmetallräder mit polierter Oberfläche, Radio-Navigationssystem, dem elektrischen Panorama-Ausstelldach und Xenon-Scheinwerfern. War nur mit 147 kW (200 PS) leistenden TSI-Motor erhältlich. Scirocco „R Facelift“Seit Mitte 2014 hatte das Topmodell eine Facelift Variante mit Sonderausstattung im Vergleich zum "R" Vorgänger. Als Antrieb diente der Zweiliter-TSI-Motor mit 206 kW (280 PS) und 360 Nm. Scirocco „R“Seit Ende Oktober 2009 das Topmodell der Reihe. Spezielle Sonderausstattung im Vergleich zum Serienmodell, für die R-Edition abgestimmt. Als Antrieb diente der Zweiliter-TSI-Motor mit 195 kW (265 PS) und 350 Nm. Scirocco „Blue Motion“:Vorstellung auf der IAA 2009. Spezielle Abgastechnik, Getriebe und Motorabstimmung führten zu besseren Verbrauchswerten. Scirocco „TEAM“Seit Januar 2010. Spezielle Sonderausstattung mit Radio-Navigationssystem, Klimaanlage, Geschwindigkeitsregelanlage, Multifunktions-Lederlenkrad sowie ein Preisvorteil gegenüber einem vergleichbaren Basismodell. Scirocco „EDITION“:Seit Oktober 2010. Spezielle Ausstattungsfeatures im Vergleich zum Serienmodell, kein Preisunterschied gegenüber dem vergleichbaren Basismodell. Scirocco „MATCH“Seit November 2011. Erweiterte Ausstattung im Rahmen der Match-Aktion von Volkswagen mit speziellen optionalen Ausstattungspaketen wie „Design-Paket“ und „Match-Plus-Paket“ sowie spezieller Sitzbezüge in einer Stoff-Leder-Kombination, deutlicher Preisvorteil gegenüber vergleichbar ausgestatteten Basismodellen. Scirocco „LIFE“michaelneuhaus.deSeit Dezember 2012. Löst das Sondermodell „MATCH“ ab, Leichtmetallräder „Spokane“ 8J × 17, Bi-Xenon-Scheinwerfer, Dekoreinlagen „Elliptic für Instrumententafel“, Einstiegsleisten in Aluminium mit Schriftzug „LIFE“, ParkPilot, Climatronic, Radio RCD 310, Seitenscheiben hinten und Heckscheibe abgedunkelt (zu 65 % lichtabsorbierend), Winterpaket, MFA plus und optionales „LIFE-Plus-Paket“. Scirocco „GTS“ (2012–2015)Von Herbst 2012 bis April 2015. Der GTS war eine "Hommage" an den Scirocco II GTS von 1982. Schwarz-rote Streifenbeklebung auf dem Dach sowie auf Front- und Gepäckraumklappe, Leichtmetallräder "Thunder" 8 J × 18 in Schwarz (Oberfläche glanzgedreht), Seitenschwellerverbreiterungen in Wagenfarbe im "R"-Styling, Dekoreinlagen "Black Peak" für Instrumententafel, Schalthebelknauf in Golfball-Optik, Radio/CD "RCD 310", elektrisches Panorama-Ausstelldach. Scirocco „GTS“ (2015–2017)Von Mai 2015 (Modelljahr 2016) bis zuletzt. Der GTS (facelift) erhielt eine neue Ausstattungsvariante. Der Motor 2,0 Liter 162 kW (220 PS) TSI war nur noch für diese Variante erhältlich. Die Streifenbeklebung auf dem Dach sowie auf Front- und Gepäckraumklappe war optional, Leichtmetallräder "Norwich" (18 Zoll) in schwarz/silber (Oberfläche glanzgedreht), rot lackierte Bremssättel, weiterhin Seitenschwellerverbreiterungen in Wagenfarbe im "R"-Styling, exklusives GTS-Interieur mit schwarzen Ausstattungsfeatures, roten Nähten und Golfball-Schaltknauf, Radio/CD "Composition Colour", optional elektrisches Panorama-Ausstelldach. Scirocco „CLUB“Juni – Oktober 2015, auffällige Farben (z. B. Brightyellow perlmutteffect), Sonderausstattung zum „standard“ Scirocco, abgesetzte Nähte in Wagenfarbe an Sitzen und Lenkrad, 90–132 kW (122–180 PS) Motorvarianten. Scirocco „ALLSTAR“Seit Dezember 2015. Scirocco „SOUND“Seit Dezember 2016.

Modellpflege Im April 2014 wurde der Scirocco einem Facelift unterzogen.Facelift für VW Scirocco

Äußerlich ist er an der modifizierten Front sowie überarbeiteten Heckleuchten zu erkennen. Zudem wurde die gesamte Motorenpalette auf mehr Leistung sowie Effizienz ausgerichtet.

Das VW-Logo am Heck diente nun ähnlich wie beim Schwestermodell Golf VI zum Öffnen des Kofferraumes.

Im Sommer 2017 wurde die Produktion mit dem Modelljahr 2017 eingestellt, ein Nachfolgemodell hat es seither nicht gegeben.

Sicherheit Der VW Scirocco erreichte beim Euro-NCAP-Crashtest im Jahre 2009 fünf Sterne. Weiterhin hatte er serienmäßig ein umfangreiches Airbagsystem: Je ein Airbag für Fahrer und Beifahrer mit Beifahrerairbag-Deaktivierung, ein Kopfairbagsystem für die Passagiere beider Sitzreihen sowie Seitenairbags vorn. Die Airbags werden über Crashsensoren ausgelöst: Wird ein Aufprall registriert, zündet das Airbagsteuergerät den Gasgenerator, der die Airbags innerhalb von 30 bis 40 Millisekunden füllt.

Das ebenfalls serienmäßige Elektronische Stabilisierungsprogramm (ESP) hilft in kritischen Fahrsituationen, ein Ausbrechen des Fahrzeugs zu verhindern, indem es gezielt in das Brems- und Motormanagement eingreift. Somit erreicht das Fahrzeug auch in kritischen Situationen maximale Richtungsstabilität. Das System kann bei Bedarf auch abgeschaltet werden, wobei es zur Sicherheit in einem verschärften und sportlicheren Modus trotzdem noch im Hintergrund aktiviert bleibt.

Dank des serienmäßigen „Berganfahrassistenten“ kann auch an stärkeren Steigungen ganz bequem und sicher angefahren werden.

Gegen Aufpreis war des Weiteren ein System verfügbar, das aufkommende Müdigkeitserscheinungen beim Fahrer unter anderem mit einem Abweichen vom normalen Lenkverhalten registriert und über optische und akustische Signale empfiehlt, eine Pause einzulegen.

Die ebenfalls aufpreispflichtige Diebstahlwarnanlage „Plus“ verfügt im Innenleuchten-Modul des Dachhimmels über eine Innenraumüberwachung inklusive elektronischer Wegfahrsperre und Abschleppschutz.

Motoren TSI

Für den Scirocco III waren zunächst nur zwei Ottomotoren lieferbar, nämlich ein 1,4-Liter-TSI mit 118 kW (160 PS) und der 2,0-Liter-TSI (Motor aus Golf V GTI) mit 147 kW (200 PS). Die Kombination aus Benzin-Direkteinspritzung (TSI) und intelligenter Motoraufladung lässt die Benzinmotoren mit TSI-Technologie besonders effektiv arbeiten. Damit sollen sie Vorteile wie hohe Leistung und geringen Verbrauch kombinieren. Außerdem basierten diese neueren TSI-Motoren von VW auf einer neuen Grundkonstruktion, deren Nockenwellen über eine Steuerkette statt eines Zahnriemens angetrieben wurden und die eine Ölpumpe mit geregeltem Volumenstrom hatten.

1.4 TSI Der 1,4-Liter-TSI-Motor ist doppelt aufgeladen („Twincharger“) – bei niedrigen Drehzahlen sorgt ein Kompressor für Druck und bei höheren ein Turbolader. Dieses Ladesystem ist außer in Schiffsantrieben nicht weit verbreitet. Damit leistet der Motor 118 kW (160 PS) und erreicht ein Drehmoment von 240 Nm, das bereits ab 1500/min verfügbar ist und bis 4500/min konstant bleibt. Deshalb hängt der 1,4-Liter-TSI laut Auto Bild „beeindruckend souverän am Gas und lässt sich ruckfrei schon aus niedrigsten Drehzahlregionen beschleunigen.“

Die Funktionsweise des von VW „Twincharger“ genannten Systems: Der geregelte Ladedruck des Kompressors steht ab der Leerlaufdrehzahl des Motors zur Verfügung, bis ab etwa 2000/min ein Abgasturbolader die Aufladung des Motors unterstützt, um ab etwa 3500/min den Ladedruck vollständig zu übernehmen. Der Kompressor wird dann über eine Magnetkupplung abgeschaltet.

Mit dieser Technik entfallen die größten Nachteile der beiden Lader: Das „Turboloch“ des Abgasturboladers wird durch den Kompressor überbrückt. Der Kompressor wird bei höheren Drehzahlen von der Kurbelwelle getrennt und entzieht dem Motor somit keine Leistung mehr.

In ähnlicher Form wurde diese kombinierte Aufladung eines Ottomotors durch Kompressor und Turbolader bereits in den 1980er-Jahren in den 200 Serienfahrzeugen des Gruppe-B-Rallyefahrzeuges Lancia Delta S4 eingesetzt.