Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der belgischen Fußballnationalmannschaft bei Weltmeisterschaften. Die Belgier nahmen bereits an der ersten WM 1930 teil und erreichten 2018 mit dem dritten Platz ihre bisher beste Platzierung. In der ewigen Rangliste liegen die Belgier als beste Mannschaft, die nie das Finale erreichte, auf dem 10. Platz.
Überblick Belgien nahm bisher fünfzehnmal an der Endrunde zur Weltmeisterschaft teil.
Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: Trainer Bemerkungen und Besonderheiten1930Uruguay VorrundeUSA, Paraguay 11. Hector GoetinckErste Spiele außerhalb Europas 1934 Italien AchtelfinaleDeutschland15. Hector Goetinck 1938Frankreich AchtelfinaleFrankreich 13. Jack Butler 1950Brasilien nicht teilgenommen 1954Schweiz VorrundeEngland, Italien 12. Dugald Livingstone 1958Schweden nicht qualifiziert In der Qualifikation an Frankreich gescheitert 1962 Chile nicht qualifiziert In der Qualifikation an der Schweiz gescheitert 1966 England nicht qualifiziert In der Qualifikation an Bulgarien gescheitert 1970 Mexiko VorrundeEl Salvador, UdSSR, Mexiko10. Raymond Goethals 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden gescheitert 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation an den Niederlanden gescheitert 1982 Spanien ZwischenrundePolen, UdSSR 10. Guy Thys 1986 Mexiko Spiel um Platz 3FrankreichVierter Guy ThysNiederlage in der Verlängerung 1990 Italien AchtelfinaleEngland11. Guy ThysAus nach Verlängerung 1994 USA AchtelfinaleDeutschland 11. Paul Van Himst 1998 FrankreichVorrunde Niederlande, Mexiko, Südkorea19. Georges Leekens 2002 Südkorea/JapanAchtelfinale Brasilien 14. Robert Waseige 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation an Serbien-Montenegro und Spanien gescheitert 2010 Südafrika nicht qualifiziert In der Qualifikation am späteren Weltmeister Spanien gescheitert 2014 Brasilien Viertelfinale Argentinien 6. Marc WilmotsErstmals drei Siege in der Vorrunde 2018 Russland Spiel um Platz 3 England Dritter Im Halbfinale an Frankreich gescheitert. 2022 Katar Vorrunde Kanada, Marokko, Kroatien 23. 2026 Kanada/Mexiko/USA Viertelfinale Spanien In der Qualifikation setzten sich die Belgier gegen Wales, Nordmazedonien, Kasachstan und Liechtenstein durch. Bei der Endrunde trafen sie in der Vorrunde auf Ägypten, den Iran und Neuseeland, in der K.o.-Runde zunächst auf den Senegal und Co-Gastgeber USA. Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) mini|Platzierung der belgischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Nicht teilgenommen: 1 × (4,3 %; 1950) Nicht qualifiziert: 7 × (30,4 %; 1958, 1962, 1966, 1974, 1978, 2006 und 2010) Sportliche Qualifikation: 13 × (56,5 % bzw. bei 65 % der Versuche) Ohne Qualifikation teilgenommen: 1 × (4,3 %; 1930) Vorrunde: 5 × (21,7 %; 1930, 1954, 1970, 1998 und 2022) Achtelfinale bzw. Erste Runde: 5 × (21,7 %; 1934, 1938, 1990, 1994 und 2002) Zwischenrunde der besten 12 Mannschaften (nur 1982): 1 × (4,3 %; 1982) Viertelfinale: 2 × (8,7 %; 2014 und 2026) Spiel um Platz 3: 2 × (9 %, 1986 und 2018) Vierter: 1 × (8,7 %; 1986) Dritter: 1 × (8,7 %; 2018)
WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 in Uruguay mini|Szene aus dem Spiel gegen die USA
Belgien nahm als eine von nur vier europäischen Mannschaften zusammen mit Frankreich und Rumänien die dreiwöchige Schiffsreise auf der Conte Verde auf sich, um an der ersten Weltmeisterschaft teilzunehmen. Belgien verlor das Auftaktspiel gegen die USA mit 0:3 und auch die zweite Partie gegen Paraguay mit 0:1 und reiste somit ohne Punkt und Tor wieder ab. Immerhin stellte Belgien mit John Langenus den Schiedsrichter des ersten WM-Finales. In der Abschlusstabelle belegten die Belgier den 11. Platz.
1934 in Italien Für die erste WM in Europa mussten sich die Belgier durch zwei Spiele gegen den Nachbarn Niederlande und Irland qualifizieren, wobei jede Mannschaft ein Heim- und ein Auswärtsspiel hatte. Belgien spielte in Irland remis und verlor in den Niederlanden, hatte aber ein Tor weniger kassiert als die Iren, womit die beiden Nachbarn für Italien qualifiziert waren. Dort schieden beide im Achtelfinale aus, die Belgier gegen Deutschland mit 2:5 und die Niederländer gegen die Schweiz mit 2:3. Dabei hatte Bernard Voorhoof die ersten beiden WM-Tore für Belgien erzielt und die Belgier bis zur Halbzeitpause mit 2:1 in Führung gebracht. In der zweiten Halbzeit gelang dann dem deutschen Stürmer Edmund Conen der erste lupenreine Hattrick der WM-Geschichte. In der ewigen Rangliste fielen die Belgier auf den 22. Platz.
1938 in Frankreich Für die erste WM in Frankreich musste sich Belgien wieder zusammen mit den Niederländern, aber diesmal gegen Luxemburg qualifizieren. Beide gewannen ihre Spiele gegen Luxemburg und spielten gegeneinander unentschieden, so dass wieder beide zur WM-Endrunde reisen konnten. Wie vier Jahre zuvor war wieder im Achtelfinale Schluss, diesmal gegen Gastgeber und Nachbar Frankreich mit 1:3. In der ewigen Rangliste fielen die Belgier auf den 27. und letzten Platz.
1950 in Brasilien Belgien hatte zwar bereits im Mai 1945 wieder mit dem Länderspielbetrieb begonnen und bis 1949 zahlreiche Spiele bestritten, an der zweiten WM in Südamerika nahmen die Belgier aber nicht teil und verzichteten nach der Qualifikationsauslosung auf die Spiele gegen die Schweiz. In der ewigen Rangliste blieben die Belgier auf dem 27. Platz – nun aber vorletzter, da die Mexikaner zwei Spiele mehr verloren hatten.
1954 in der Schweiz Für die WM in der Schweiz musste sich Belgien gegen Schweden und Finnland qualifizieren, was mit drei Siegen und einem Remis eindrucksvoll gelang. In der Schweiz wurden die Belgier in eine Gruppe mit dem Gastgeber Schweiz, England und Italien gelost und da sie wie die Schweizer nicht gesetzt waren, mussten beide nur gegen England und Italien spielen. Gegen England gelang mit dem 4:4 n. V. der erste Punktgewinn in einem WM-Spiel. Gegen Italien wurde aber mit 1:4 verloren und damit schied Belgien als Gruppenletzter aus und verabschiedete sich für 16 Jahre von der WM-Bühne. Durch den Punktgewinn kletterten die Belgier aber in der ewigen Rangliste auf den 21. Platz.
1958 in Schweden Zur WM in Schweden musste sich Belgien gegen Frankreich und Island qualifizieren. Belgien startete mit einem 3:6 in Frankreich gegen die Franzosen schlecht, gewann dann aber wie die Franzosen beide Spiele gegen Island, so dass es im letzten Spiel in Brüssel noch die Chance hatte, mit einem Sieg ein Entscheidungsspiel zu erzwingen. Da das Spiel torlos endete, schieden die Belgier aus und Frankreich fuhr zur WM nach Schweden. Durch die verpasste Teilnahme fielen die Belgier in der ewigen Rangliste auf den 25. Platz.
1962 in Chile Zur Qualifikation für die dritte WM in Südamerika wurde die belgische Mannschaft in eine Gruppe mit der Schweiz und Schweden gelost. Belgien verlor alle vier Spiele und schied aus. Durch die verpasste Teilnahme fielen die Belgier in der ewigen Rangliste auf den 28. Platz.
1966 in England Auch vier Jahre später misslang die Qualifikation. Diesmal war Bulgarien zu stark. Zwar wurde die Gruppenphase punktgleich mit den Bulgaren abgeschlossen – beide hatten ihre Spiele gegen den dritten Gegner Israel und gegeneinander ihre Heimspiele gewonnen – aber da die bessere Tordifferenz der Belgier nicht zählte, gab es ein Entscheidungsspiel. Dieses verloren die Belgier in Florenz mit 1:2. Durch die verpasste Teilnahme fielen die Belgier in der ewigen Rangliste auf den 29. Platz.
1970 in Mexiko Für die erste WM in Mittelamerika konnte sich Belgien dann wieder qualifizieren. Mit vier Siegen, sowie je einem Unentschieden und einer Niederlage wurde in einer Gruppe mit Spanien, Jugoslawien und Finnland der erste Platz belegt.
In Mexiko traf Belgien im ersten Spiel auf WM-Neuling El Salvador und schaffte mit einem 3:0 den ersten WM-Sieg. Gegen die Sowjetunion wurde aber anschließend mit 1:4 verloren. Im letzten und entscheidenden Spiel gegen Gastgeber Mexiko vor 108.192 Zuschauern, der höchsten Zuschauerzahl bei diesem Turnier, verlor Belgien mit 0:1 und schied als Gruppendritter aus. In der ewigen Rangliste kletterten die Belgier auf den 27. Platz.
1974 in der Bundesrepublik Deutschland Für die WM im Nachbarland konnten sich die Belgier dann wieder nicht qualifizieren. Dabei gehörte Belgien bei der zwei Jahre zuvor ausgetragenen EM noch zu den drei besten Mannschaften. Aber der Nachbar Niederlande, gegen den zweimal 0:0 gespielt wurde, erzielte mehr Tore gegen Norwegen und Island. Vor dem letzten Spiel hatten die beiden Nachbarn 9:1 Punkte, den Niederländern reichte aber wegen der besseren Tordifferenz ein Unentschieden, während Belgien in Amsterdam gewinnen musste. Im Olympiastadion, das trotz des Fahrverbotes in den Niederlanden wegen der Ölkrise voll besetzt war, trafen beide am 18. November 1973 aufeinander. Bis zur 89. Minute stand es 0:0, dann verlängerte Jan Verheyen einen von Paul van Himst getretenen Freistoß ins Tor der Niederländer, aber Schiedsrichter Pawel Kasakow entschied auf Abseits. Hätte das Tor gezählt, dann hätte sich Belgien qualifiziert – so fuhren die Niederländer zur WM und begeisterten dort mit „totaalvoetbal“. Belgien schied dagegen ohne Niederlage und Gegentor aus. Durch die verpasste Teilnahme fielen die Belgier in der ewigen Rangliste auf den 32. Platz.
1978 in Argentinien Auch für die vierte WM in Südamerika konnte sich Belgien nicht qualifizieren und wieder waren die niederländischen Nachbarn stärker. Beide Spiele gegen den Nachbarn und Vizeweltmeister sowie ein Spiel gegen Nordirland wurden verloren. Nur gegen Island konnten beide Spiele gewonnen werden. Durch die verpasste Teilnahme fielen die Belgier in der ewigen Rangliste auf den 33. Platz, ihre bis dato schlechteste Platzierung.
Turniere mit 24 Teilnehmern 1982 in Spanien Für die WM in Spanien qualifizierte sich Belgien, das 1980 Vizeeuropameister geworden war, zusammen mit Frankreich gegen Irland, die Niederlande und Zypern.
In Spanien wurde überraschend das Eröffnungsspiel gegen Titelverteidiger Argentinien sowie das Spiel gegen El Salvador mit 1:0 gewonnen. Ein 1:1 gegen Ungarn reichte, um als Gruppensieger in die zweite Finalrunde einzuziehen. Diese wurde nur bei dieser WM in Dreiergruppen gespielt und Belgien verlor beide Spiele gegen Polen (0:3) und die Sowjetunion (0:1). In der ewigen Rangliste machten Belgier den größten Sprung und kletterten auf den 24. Platz.
1986 in Mexiko Die Qualifikation zur zweiten WM in Mexiko führte Polen und Belgien in eine Gruppe mit Albanien und Griechenland. Nach einem Sieg gegen Albanien gab es einen Dämpfer gegen Griechenland, gegen das in Athen nur ein 0:0 gelang und dann wurde auch noch in Albanien mit 0:2 verloren. Danach wurden aber die Heimspiele gegen Polen und Griechenland gewonnen und in Chorzów ein 0:0 gegen Polen erkämpft, so dass die Playoffspiele gegen die Niederländer erreicht wurden. Nach einem 1:0 in Brüssel wurde zwar mit 1:2 in Rotterdam verloren, durch die Auswärtstorregel war Belgien aber qualifiziert.