mini|180px|Joseph Offenbach bei den Dreharbeiten von Die Unverbesserlichen im November 1964
Joseph Offenbach (* 28. Dezember 1904 in Offenbach am Main; † 15. Oktober 1971 in Darmstadt; eigentlich Joseph Ziegler) war ein deutscher Schauspieler und Hörspielsprecher.
Biografie Offenbach war der Sohn des Buchdruckers Bernhard Ziegler und seiner Frau Babette, geborene Goldmund. Nach der Mittelschule absolvierte er eine Ausbildung zum Sattler und arbeitete als Mustermacher für Taschen und Koffer. Nebenher spielte er als Laienschauspieler an Liebhaberbühnen und nahm in Frankfurt bei Alfred Auerbach Schauspielunterricht.
Sein Bühnendebüt gab er 1927 am Theater Zwickau; danach spielte er in Heidelberg und ab 1931 am Nationaltheater Mannheim. Hier nahm er seinen Künstlernamen Offenbach an: Intendant Herbert Maisch habe einen vierten Ziegler im Ensemble nicht dulden wollen, da schon drei Schauspieler diesen Namen getragen hätten. Er spielte Nebenrollen wie den Wirt in Minna von Barnhelm, Gollwitz in Der Raub der Sabinerinnen, Licht in Der zerbrochne Krug und St. Just in Dantons Tod. 1941 wechselte er an das Münchner Staatstheater. Während des Zweiten Weltkrieges erhielt er seine ersten kleinen Filmrollen, in denen er Kleinbürger und Spießer verkörperte. Offenbach stand 1944 in der Gottbegnadeten-Liste des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda.Offenbach, Joseph, in: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. Frankfurt am Main : S. Fischer, 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 440
Nach dem Krieg war er zunächst mit einer Wanderbühne unterwegs, zu der auch Fritz Rémond gehörte. Von 1946 bis 1966 arbeitete er am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg (lange unter Gustaf Gründgens). 1966 wechselte er an die Städtischen Bühnen in Frankfurt am Main, danach war er freier Schauspieler. Eine seiner Paraderollen war der Datterich in dem gleichnamigen Mundartstück von Ernst Elias Niebergall, mit der er erstmals im Schauspiel Frankfurt auftrat. Diese Produktion wurde 1963 vom Hessischen Rundfunk aufgezeichnet.
In den 1950er Jahren erlangte er größere Bekanntheit als Filmschauspieler, unter anderem als SS-Mann in Des Teufels General (1955) und als devoter Schneidergehilfe in Der Hauptmann von Köpenick (1956). So spielte er den Leyendecker in Schinderhannes mit Curd Jürgens (1958).
In den 1960er Jahren avancierte er zu einem der populärsten Fernsehschauspieler Deutschlands als Vater Scholz in der Fernsehserie Die Unverbesserlichen (mit Inge Meysel, 1965–1971) sowie als Künstleragent Jacobsen in Salto Mortale (mit Gustav Knuth, 1969–1972).
Offenbach war ebenfalls als Hörspiel-Regisseur aktiv. So produzierte er 1964 das Hörspiel Der Schut nach dem gleichnamigen Roman von Karl May, in dem er selbst die Rolle des Hadschi Halef Omar sprach, neben dem jungen Charles Brauer in der Rolle des Kara Ben Nemsi. Schon 1962 hatte er im Hörspiel Die Schatzinsel die Rolle des Piraten Long John Silver gesprochen.
Seinen letzten Live-Auftritt im Deutschen Fernsehen absolvierte Joseph Offenbach nur 13 Tage vor seinem Tod am 2. Oktober 1971 in Bremen. Damals trat er in der Rolle eines Schäfers mit dem Gesangsstück Ich geh’ nicht mehr zurück nach Gelsenkirchen in der von der ARD ausgestrahlten 21. Folge der Rudi Carrell Show auf.
Joseph Offenbach, verheiratet mit Maria Eckerlein, starb am 15. Oktober 1971 im Alter von 66 Jahren an den Folgen eines Herzanfalls und wurde auf dem Alten Friedhof in Darmstadt beigesetzt (Grabstelle: I H 58).knerger.de: Das Grab von Joseph Offenbach
Als Synchronsprecher lieh er unter anderem Kenneth Connor (Carry On Sergeant), Cyril Cusack (Eine Braut in jeder Straße), David Kossoff (Svengali) und H. B. Warner (Ist das Leben nicht schön?) seine Stimme.
Filmografie (Auswahl)
Hörspiele (Auswahl) 1947: Traugottchen und Tanzbein (Die Unzertrennlichen) (nach Maxim Gorki) – Regie: Hans Quest 1947: Wenn wir wollen (Fortsetzung des Hörspiels „Was wäre, wenn ...“ von Axel Eggebrecht) – Regie: Ludwig Cremer 1947: Elga (nach Gerhart Hauptmann) – Regie: Hans Quest 1947: Mariechen von Nijmwegen – Regie: Theodor Haerten 1947: Der Friede – Regie: Hans Deppe 1947: Der Kreidekreis (nach Klabund) – Regie: Hans Quest 1947: So kann's nicht weitergehen – Regie: Gottfried Lange 1947: Galileo Galilei (nach Bertolt Brecht) – Regie: Ludwig Cremer 1947: Das Jahr 1948 findet nicht statt (von Axel Eggebrecht) – Regie: Erik Ode 1948: Die Brücke von San Luis Rey (nach Thornton Wilder) – Regie: Gustav Burmester 1948: Der Zimmerherr – Regie: Erik Ode 1948: Oedipus – Regie: Ludwig Cremer 1948: Reineke Fuchs (nach Johann Wolfgang von Goethe) – Regie: Ludwig Cremer 1948: Wer Wind sät – Regie: Erik Ode 1948: Antonius und Cleopatra (nach William Shakespeare) – Regie: Fritz Wendhausen 1948: Leonce und Lena – Regie. Hans Quest 1948: Bigamie – Regie: Gustav Burmester 1949: Zurück zu Methusalem (nach George Bernard Shaw) – Regie: Günter Rennert 1949: Goethe erzählt sein Leben; 9. Teil: Werther – Titelrolle und Regie: Mathias Wieman 1949: Dr. Jekyll und Mr. Hyde – Regie: Gustav Burmester 1949: Wem die Stunde schlägt – Regie: Karlheinz Schilling 1949: Die silbernen Augen – Regie: Gustav Burmester 1949: Nach Damaskus (nach August Strindberg) – Regie: Ulrich Erfurth 1949: Das Obergrunder Weihnachtsspiel – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1950: Die wundertätigen Bettler – Regie: Gustav Burmester 1950: General Frédéric – Regie: Kurt Reiss 1950: De Schapschur – Regie: Hans Freundt 1950: Götter, Gräber und Gelehrte (1. Teil: Der Faden der Ariadne) – Regie: Gustav Burmester 1950: Die trostlose Tugend – Regie: Kurt Reiss 1950: Der Sachbearbeiter im Himmel – Regie: Heinrich Ockel 1950: Der Gesang im Feuerofen (nach Carl Zuckmayer) – Regie: Heinrich Koch 1951: Mordmelodie – Regie: Otto Kurth 1951: Die Dame ist nicht fürs Feuer – Regie: Heinrich Koch 1951: Das Obergrunder Paradiesspiel – Regie: Detlof Krüger 1951: Die Glücksritter oder Fortuna her zu mir (nach Joseph von Eichendorff) – Regie: Gustav Burmester 1951: Der Teufel fährt im D-Zug mit – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1951: Das Leben des Walzerkönigs – Regie: Kurt Meister 1951: Die Tür des Sire de Maletroit (nach Robert Louis Stevenson) – Regie: Hans Rosenhauer 1951: Merlette – Regie: Kurt Reiss 1951: Seltsames Verhör – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1951: Emilia Galotti (nach Gotthold Ephraim Lessing) – Regie: Otto Kurth 1951: Geschichte Gottfriedens von Berlichingen mit der eisernen Hand (nach Johann Wolfgang von Goethe) – Regie: Hans Lietzau 1951: Amerigo schwieg – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1952: Pole Poppenspäler (nach Theodor Storm) – Regie: Werner Perrey 1952: Der Seelengreifer – Regie: Hans Rosenhauer 1952: Karussell zu verkaufen (von Herbert Reinecker) – Regie: Helmut Käutner 1952: Gerlach präsentiert die Rechnung (von Herbert Reinecker) – Regie: Curt Goetz-Pflug 1952: Das kommt nicht wieder! – Regie: Hans Freundt 1952: Meine Nichte Susanne – Regie: Carl-Heinz Schroth 1952: Das große Uhrwerk – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1952: John Every oder Wieviel ist der Mensch wert? – Regie: Kurt Reiss 1952: Die Steuererklärung (von Josef Martin Bauer) – Regie: Gustav Burmester 1953: Begegnung im Balkanexpreß – Regie: Gert Westphal 1953: Das Schiff Esperanza (von Fred von Hoerschelmann) – Regie: Otto Kurth 1953: Die Brautschau (nach Nikolai Wassiljewitsch Gogol) – Regie: Jöns Andersson 1953: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück; Folge: Das Gewehr auf dem Schrank – Regie: Gerd Fricke 1953: Sonntagsschule für Negerkinder (Die grünen Weiden) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1953: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück; Folge: Kindesentführung – Regie: Gerd Fricke 1953: Die Grasharfe (nach Truman Capote) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1954: Die Suche nach dem Kaiser der Welt. Fünf Hörszenen – Regie: Detlof Krüger 1954: Meine Frau wohnt nebenan – Regie: Erik Ode 1954: Das Jahr Lazertis (von Günter Eich) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1954: Die Stiefsöhne der schönen Helena – Regie: Irmfried Wilimzig 1954: Rip van Winkle (von Max Frisch) – Regie: Gert Westphal 1954: Des weißen Mannes Bürde – Regie: Hans Rosenhauer 1954: Das Protokoll des Pilatus (von Otto Heinrich Kühner) – Regie: Walter Knaus 1954: Das Gericht zieht sich zur Beratung zurück; Folge: Männertreu postlagernd – Regie: Gerd Fricke 1954: Ein Engel kommt nach Babylon – Regie: Raoul Wolfgang Schnell 1954: Partisanen – Regie: Hans Lietzau 1954: Herkules und der Augiasstall (von Friedrich Dürrenmatt) – Regie: Gert Westphal 1955: Der Freund des Mr. Lowden – Regie: Gert Westphal 1955: Marcos Millionen (nach Eugene O’Neill) – Regie: Ludwig Cremer 1955: Drei Damen im Schrank – Autor und Regie: Kurt Reiss 1955: Der Staatssekretär und sein Steckenpferd – Regie: Mathias Neumann 1955: Atome für Millionen (von Werner Baecker) – Regie: Edward Rothe 1955: Fassaden – Regie: Gustav Burmester 1955: Advent 200 km östlich Kiew (von Harald Vock) – Regie: Gerlach Fiedler 1955: Hans Fallada: Der Trinker – Regie: Ludwig Cremer 1956: Die Panne (von Friedrich Dürrenmatt) – Regie: Gustav Burmester 1956: Der Motorroller – Regie: Gustav Burmester 1956: An den Ufern der Plotinitza – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1956: Melusine – Regie: Ludwig Cremer 1956: Piazza San Gaetano oder Wunder und Wirklichkeit – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1956: In einem Garten in Aviano – Regie: Gert Westphal 1957: Egmont (nach Johann Wolfgang von Goethe) – Regie: Heinz-Günter Stamm 1957: Die Wölfe – Regie: Walter Ohm 1957: Charles Dickens: Oliver Twist – Regie: Walter Knaus (Produktion: Süddeutscher Rundfunk) 1957: Die Ballade vom halben Jahrhundert (von Leopold Ahlsen) – Regie: Heinz-Günter Stamm 1957: Menschliche Komödie (1) – Regie: Heinz-Günter Stamm 1957: Die Göttliche Komödie des Dante Alighieri – Die Hölle (2) – Regie: Otto Kurth 1957: Die Göttliche Komödie des Dante Alighieri – Das Fegefeuer (1) – Regie: Otto Kurth 1957: Die Göttliche Komödie des Dante Alighieri – Das Fegefeuer (2) – Regie: Otto Kurth 1957: Die Straße – Regie: Helmut Brennicke 1957: Der Besuch der alten Dame (nach Friedrich Dürrenmatt) – Regie: Walter Ohm 1957: Das Verhör des Lukullus (von Bertolt Brecht) – Regie: Walter Ohm 1957: Lili Regie: Fränze Roloff 1957: Hotel Paradiso – Regie: Ulrich Lauterbach 1958: Hört, da kräht der Kasimir – Regie: Kurt Reiss 1958: Verwehte Spuren – Regie: Gustav Burmester 1958: Festianus, Märtyrer (von Günter Eich) – Regie: Gustav Burmester 1958: Die Saline (von Fred von Hoerschelmann) – Regie: Fritz Schröder-Jahn 1958: Der vierte Heilige Dreikönig – Regie: Gustav Burmester 1959: Der Prozeß der Jeanne d’Arc zu Rouen (nach Anna Seghers) – Regie: Hans Lietzau 1959: Spionage; Folge: Der Spion von Albrechtshof – Regie: S. O. Wagner 1959: Die Schönste im ganzen Land – Regie: Gerlach Fiedler 1959: Alkestis – Regie: Kurt Reiss 1959: Die Reisenden – Regie: Gustav Burmester 1959: Die Jagd nach dem Täter; Folge: Die Schlinge – Regie: S. O. Wagner 1959: Gestatten, mein Name ist Cox; 3. Staffel: Mord auf Gepäckschein 3311 (von Rolf und Alexandra Becker) – Regie: S. O. Wagner 1959: Aufgabe von Siena (von Fred von Hoerschelmann) – Regie: Kurt Reiss 1959: Die Jagd nach dem Täter; Folge: Schüsse im Jagen 45 – Regie: S. O. Wagner 1959: Die Jagd nach dem Täter; Folge: Die Affenmaske – Regie: S. O. Wagner 1959: Polen – Regie: Kurt Reiss 1959: Die Räuber von Kardemomme – Regie: Kurt Reiss 1959: Friedensvertrag (von Herbert Reinecker) – Regie: Ludwig Cremer 1960: Der Drachenkopf – Regie: Edward Rothe 1960: Abenteuer der Zukunft; Folge: Der Turm der Winde – Regie: S. O. Wagner 1960: Die Jagd nach dem Täter; Folge: Panik in Pearson – Regie: Gerda von Uslar 1960: Fingerspitzengefühl – Regie: Armas Sten Fühler 1960: Gericht in Potenza – Regie: Gustav Burmester 1961: Die Jagd nach dem Täter; Folge: Die Gitarre – Regie: S. O. Wagner 1961: Requiem für einen großen Kapitän – Regie: Joachim Hoene