mini|Weinbergshof Nr. 2: Zweigeschossiges Bauernhaus mit Halbwalmdach aus dem frühen 19. Jahrhundert mini|Westlicher Teil des Weinbergshofs mini|Rekonstruktionsmodell der Treuchtlinger Villa rustica mini|Der als Bodendenkmal restaurierte Grundriss des Hauptgebäudes der Villa rustica am Weinbergshof Weinbergshof ist ein Gemeindeteil der Stadt Treuchtlingen im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen (Mittelfranken, Bayern). Weinbergshof liegt in der Gemarkung Schambach.
Lage Die Einöde liegt in der Südlichen Frankenalb an der Südseite des Treuchtlinger Nagelbergs. Zu erreichen ist Weinbergshof über die Treuchtlinger Kästleinsmühlenstraße.
Geschichte Circa 150 Meter südsüdwestlich von Weinbergshof wurde eine urnenfelderzeitliche Siedlungsstelle gefunden. Nordöstlich an den Weinbergshof angrenzend, befindet sich die römische Villa rustica in der Gemarkung von Schambach mit Nebengebäuden und Badeanlagen aus dem 2./3. nachchristlichen Jahrhundert, die durch Luftbildarchäologie entdeckt und 1982/1984 ausgegraben wurde.Gotthard Kießling: Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen. Ensembles, Baudenkmäler, Archäologische Denkmäler. Reihe „Denkmäler in Bayern“. München: Karl M. Lipp Verlag 2000, S. 663, 666; Heimatbuch Treuchtlingen, S. 321 f.
Der „Weinbergs Hoff“ ist erstmals 1444/1461 belegt. Auf ihm sitzt 1534 ein Veit Wolff. Der Ortsname wird gedeutet als „Zu dem Hof am Weinberg“.Strassner, S. 75 1547 veräußerte Hans Röler zum Neuendorf den Hof an Anna von Pappenheim. 1561 verkaufte Christoff von Pappenheim den „Hof zum Weinberg“ an seinen Vetter Hans Georgen. 1644 wurde der „Weinbergshoff“ dem ansbachischen Verwalteramt Treuchtlingen unterstellt.Dieser Abschnitt nach Strassner, S. 75 Am Ende des Heiligen Römischen Reiches bestand Weinbergshof aus zwei Anwesen, die an das seit 1792 preußische ehemalige ansbachische Verwalteramt Treuchtlingen zinsten und unter der Fraisch der Pappenheimer standen. Kirchlich gehörte der Weiler zur evangelischen Pfarrei Treuchtlingen.Hofmann, S. 177
Im Königreich Bayern wurde Weinbergshof mit dem Kirchdorf Schambach und dessen Mühlen 1808 dem Steuerdistrikt Dietfurt zugewiesen. Als 1818 wurde die Ruralgemeinde Schambach gebildet wurde, gehörte dieser auch Weinbergshof an.Hofmann, S. 255 Im Zuge der Gebietsreform in Bayern ließ sich die Gemeinde am 1. Januar 1972 nach Treuchtlingen eingemeinden.Heimatbuch Treuchtlingen, S. 209;
1831 und 1846 ist ein Wirtshaus erwähnt.Repertorium des topographischen Atlasblattes Weissenburg. 1831, S. 31; Eduard Vetter: Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken. Ansbach, 1846, S. 284 Die im späten 19. Jahrhundert beliebte Ausflugsgaststätte, ein Bau von 1587, steht seit 1985/86 im Fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim.Herbert May, Andrea Schilz: Gasthäuser – Geschichte und Kultur. Petersberg 2004, S. 57 Heute existieren auf dem Weinbergshof Ferienwohnungen und ein Hofladen.Website des Weinberghofs
Einwohnerzahlen 1818: 16 Einwohner 1824: 8 Einwohner in 2 Anwesen 1846: 18 Einwohner (2 Familien), 2 Häuser, 1 Bierschenke; zur Pfarrei und Schule Treuchtlingen gehörend.Eduard Vetter: Statistisches Hand- und Adreßbuch von Mittelfranken. Ansbach 1846, S. 284 1861: 17 Einwohner, 3 Gebäude 1950: 14 Einwohner in 2 Anwesen 1961: 9 Einwohner, 2 Wohngebäude 1987: 6 Einwohner, 2 Wohngebäude
Literatur Walter Grabert, Hubert Koch: Römischer Gutshof von Treuchtlingen, Weinbergshof. Treuchtlingen 1985. Heimatbuch Treuchtlingen. Herausgeber: Heimat- und Bäderverein Treuchtlingen e. V. [um 1984].
Weblinks
3D-Animation der Villa rustica
Einzelnachweise
Kategorie:Ortsteil von Treuchtlingen Kategorie:Einzelsiedlung im Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen Kategorie:Ersterwähnung 1444