Puissalicon () ist ein südfranzösischer Ort und eine Gemeinde (commune) mit Einwohnern (Stand ) im Département Hérault in der Region Okzitanien.

Lage und Klima Das Runddorf (Circulade) Puissalicon liegt auf einem Hügel in einer Höhe von etwa etwa 16 km (Fahrtstrecke) nördlich von Béziers; die Kleinstadt Pézenas ist etwa 22 km in östlicher Richtung entfernt. Der kleine Küstenfluss Libron durchfließt das Gemeindegebiet. Das milde bis gemäßigte Klima wird sowohl vom Mittelmeer als auch von den Bergen der südlichen Cevennen beeinflusst; Regen (ca. 650 mm/Jahr) fällt überwiegend im Winterhalbjahr.

Bevölkerungsentwicklung Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2018Einwohner 630 747 1073 821 911 1346 Trotz der Reblauskrise und der fortschreitenden Mechanisierung der Landwirtschaft ist seit dem Beginn des 19. Jahrhunderts – von geringfügigen Schwankungen abgesehen – ein stetiges Bevölkerungswachstum zu verzeichnen, das wegen der relativen Nähe zur Großstadt Béziers und den auf dem Lande deutlich niedrigeren Immobilienpreisen immer noch anhält.

Wirtschaft In früheren Zeiten lebten die Bewohner des Ortes als weitgehende Selbstversorger von der Landwirtschaft, wobei neben Getreide auch Wein angebaut wurde. Daneben betrieb man ein wenig Viehzucht (Schweine, Hühner etc.). Wie in vielen Orten des Languedoc dominierte im 19. Jahrhundert der Weinbau; die örtliche Winzergenossenschaft vermarktet den hier produzierten Wein über die Appellationen Côtes de Thongue, Pays d’Herault und Pays d’Oc. Wegen der Absatzkrise von französischem Wein wird jedoch nur noch auf etwa der Hälfte der landwirtschaftlichen Flächen Weinbau betrieben; auf der anderen Hälfte werden wieder Getreide (Weizen, Mais) und Sonnenblumen angebaut.

Geschichte Obwohl auf dem Gemeindegebiet zahlreiche gallorömische Fundstücke ans Tageslicht kamen, sind römische oder gallorömische Ursprünge des heutigen Ortes nicht belegt. Die erste Kirche wird in die westgotische Zeit datiert; von ihr wurden jedoch nur die Grundmauern ausgegraben. Man kann vermuten, dass sich der Ort ursprünglich in der Nähe des mittelalterlichen und immer noch genutzten Friedhofs befand und sich im 11. und 12. Jahrhundert als Circulade im Umkreis der etwa 1 km entfernten und auf einem Hügel gelegenen Burg ansiedelte.

Sehenswürdigkeiten mini|hochkant|Tour romane Der Ortskern von Puissalicon gehört zum Typus der Circulades – Runddörfer, die aus Verteidigungsgründen um einen Kern, bestehend aus einer Burg und/oder Kirche, herum angelegt wurden und deren äußere, nahezu geschlossene Häuserfront als Ersatz für eine kostspielige Stadtmauer diente.Puissalicon – Circulade Von der für das 11. Jahrhundert bezeugten Burg (château) ist nichts mehr erhalten. Die heutige Burg entstand in verschiedenen Bauphasen seit dem 14. Jahrhundert. Zu sehen sind noch zwei runde Treppentürme und ein Wohntrakt (Corps de logis) aus dem 16. Jahrhundert mit Rechteckfenstern und steinernen Fensterkreuzen.Puissalicon – Château Die örtliche Pfarrkirche (Église Notre Dame de Pitié oder Notre Dame de Grâce) stammt aus dem 13./14. Jahrhundert; sie ist eines der wenigen Beispiele ländlicher gotischer Architektur im Süden Frankreichs. Es ist die dritte Kirche des Ortes.Puissalicon – Kirche Die zweite Kirche gehörte zu einem längst verschwundenen Priorat. Sie stand an der Stelle des heutigen Friedhofs etwa 1 km außerhalb des heutigen Ortes. Von ihr ist nur noch der ca. 26 m hohe und bereits im Jahr 1862 als Monument historique anerkannte Tour romane erhalten, der im Lombardischen Stil erbaut wurde und auf allen vier Seiten Drillingsfenster (Triforien) mit eingestellten Säulchen zeigt. Ungewöhnlich ist ein querovaler Oculus im Obergeschoss.Puissalicon – Tour romane Von der bereits im 19. Jahrhundert aufgegebenen Windmühle steht nur noch ein Stumpf.Puissalicon – ehem. Windmühle

Weblinks

Puissalicon, Wein – Infos (französisch)

Einzelnachweise

Kategorie:Ort in Okzitanien Kategorie:Weinbauort in Frankreich