miniatur|hochkant|Wappen nach Siebmachers Wappenbuch von 1605 Die Eisenberger (auch Eisenbergk) waren ein hessisches Beamtengeschlecht und standen seit Mitte des 15. Jahrhunderts in Diensten ihrer jeweiligen Landesherren. 1563 in den erblichen Ritterstand erhoben, sind sie schon 1607 im Mannesstamme ausgestorben.
Geschichte Die Eisenberger, die anderthalb Jahrhunderte lang unter anderem im Eppsteinischen, später Stolbergischen Amt Ortenberg Keller und Amtmänner stellten, hatten Verbindungen in die Wetterau, den Taunus und nach Kurmainz und heirateten mehrmals in das Frankfurter PatriziatMitglieder der Gesellschaften Alten Limpurg und Frauenstein in Frankfurt am Main ein. Die männlichen Mitglieder wurden 1563 in den erblichen Ritterstand – von Eisenberg – erhoben. Die Ehepartner stammten durchweg aus AmtsfamilienDie regelmäßig Ämter der lokalen Verwaltung wie Schultheiß, Zentgraf, Keller, Amtmann, Rentmeister besetzten, NiederadelUnterschied zwischen dem Adel (ohne Zusatz) und dem Ritteradel (was bei Reichsrittern zum Beispiel Reichslehen voraussetzte) oder Patriziat. Nach rund 150 Jahren erfolgreicher Familiengeschichte starben die Eisenberger 1607 im Mannesstamme infolge der Pest aus.
Auch Johann Wolfgang von Goethes Vorfahren entstammen der Amtsfamilie EisenbergerTextor (Mutter Goethes), Schröder, Zöllner gen. Tecklenburger, Wolff zur Todenwarth.
Der Chronist schreibt: (Chronik Eisenberger)
Peter I. (* um 1409; † 25. Mai 1488) war um 1441 Diener des Ortenberger Amtmanns Wiprecht von Rosenbach, von 1451 bis 1459 war er Zentgraf zu Butzbach, 1467 Keller in Butzbach und 1475–1483 Keller in Ortenberg, 1475 wurde er Amtmann in Ortenberg und 1480 auch Keller in Lißberg. Er heiratete am 24. Juni 1452 in Butzbach Elisabeth (Elsa) von Buches zu Wasserlos (* um 1415 in Wasserlos † 1495 in Ortenberg), die in erster Ehe vor 1451 mit Cuntze Bils (* 1415 in Nidda, † vor 1452), Rentmeister in Nidda, verheiratet war (Tochter 1. Ehe: Margretha).
Sein erster Sohn Peter II. (* 25. März 1453 in Butzbach; † 1502) war 1480 Zentgraf in Butzbach, 1482–1497 Schultheiß in Gedern, 1490 Burgmann auf Burg Kronberg begründete mit seiner Ehefrau Drude (Eva) Bernshuser († 13. April 1502 in Gedern) die Gederner Linie.
Sein zweiter Sohn Walther (* 17. März 1455 in Butzbach; † um 1513), begann seine Ausbildung bei den Herren von Eppstein am Hof zu Königstein, erlangte 1472 das Bakkalaureat an der Universität Erfurt, war von 1484 bis 1485 Sekretär Gottfried IX. von Eppstein (Graf zu Diez) (* um 1436, † 24. Dezember 1522) wurde 1488 Keller und am 11. März 1488 Amtmann in Hofheim für 24 Jahre, 1490 Burgmann in Kronberg und ab 1495 Mitglied der Gesellschaft Alten Limpurg Frankfurt. In erster Ehe war er vor 1482 mit Joanna (Genet, Jenet Janette) Gräfin von Toury verheiratet, die im Wochenbett verstarb. Mit der Heirat seiner zweiten Ehefrau Else Siegwein († vor 3. Oktober 1550 in Hofheim) am 14. Oktober 1492 in Hofheim, die aus einer Frankfurter Patrizierfamilie stammteihr Bruder Dr. Philipp Siegwein war Syndikus in Frankfurt, Rat in Königstein und wird 1514 aus der Gesellschaft Alten Limpurg relegiert, begründete er die Hofheimer Linie.
Der dritte Sohn Henne (* 1457 in Butzbach, † 19. Juli 1521) besuchte die Schule in Frankenberg und Heidelberg, war um 1478 bis 1488 Keller in Isenburg und Keller in Wächtersbach, 1488–1492 Keller in Ortenberg und 1492 auch in Lisberg (hier 1492 Amtsenthebung); 1505–1508 wieder Keller und 1512–1518 Amtmann in Ortenberg, 1490 Burgmann in Kronberg. Am 7. März 1527 heiratete er in Ortenberg Elisabeth von Langsdorf. Mit deren Bruder Engelhart an seiner Seite konnte Henne Eisenberger zahlreiche Kampfhandlungen für sich entscheiden. Henne begründete die Ortenberger Linie.Stammtafel Eisenberger, in Die Chronik Eisenberger, Anhang S. 398ff Gedbas genealogie.net Peter Eisenberger
Wappenstammbaum der Eisenberger miniatur|hochkant| Der Wappenstammbaum des Peter Eisenberger zeigt zwei weitere Generationen bis in die Mitte des 14. Jahrhunderts: 1. Eisenberger 2. Preuß 3. Zippern 4. Walprecht 5. Buches 6. Redelheim 7. Muschenheim 8. Echtzell 9. Langsdorf 10. Berstatt 11. Allendorff 12. Rabenaw 13. Flemming 14. Kruftell 15. Munster 16. Flerßheim
Peter Eisenberger (* um 1350) ⚭ um 1370 mit Gertraud Preuss Peter Eisenberger (* 1375) ⚭ vor 1408 mit Eilchen Zippern, Tochter des N. Zippern (um 1350) und der Jutta Walbrecht (* um 1355) Peter Eisenberger (* um 1409)
Stammliste
Die ersten Generationen miniatur|hochkant|Peter I. Eisenberger und Elsa von Bucheß zu Wasserloß
Wappen miniatur|hochkant|Wappen Eisenberger 14. Jahrhundert Die Chronik Eisenberger S. 41
In Gold auf grünem Dreiberg zwei blaue Eisenstangen. Helmzier: Dreiberg besteckt mit zwei Eisenstangen (Schildbild).
Neben einem einfachen Schild zeigt das Wappen nach der Nobilitierung 1563 einen Bügelhelm mit Helmdecke (gezattelt), Rangkrone darüber Dreiberg und ein offener Flug belegt mit dem Schildbild. Geistliche Würdenträger (Äbtissin, Prior, Probst) schmückten das Wappen mit einem Krummstab. Die weiblichen Familienmitglieder führten meist nur den Wappenschild.
Literatur Hartmut Bock: Die Chronik Eisenberger. Edition – Kommentar und Anhang; Bebilderte Geschichte einer Beamtenfamilie der deutschen Renaissance – Aufstieg in den Wetterauer Niederadel und das Frankfurter Patriziat – Bebilderte Geschlechterbücher als Gattung. Münsterschwarzach Abtei, Vier-Türme GmbH, 2001, ISBN 3-89282-040-6 (=Schriften des Historischen Museums Frankfurt am Main, Bd. 22).
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