Der Artikel beinhaltet eine ausführliche Darstellung der algerischen Fußballnationalmannschaft bei Fußball-Weltmeisterschaften. Algerien nahm fünfmal an Weltmeisterschaften teil. Dabei wurde bei der Teilnahme 2014 mit dem Achtelfinaleinzug, als die Mannschaft in der Verlängerung gegen den späteren Weltmeister Deutschland ausschied, das bislang beste Ergebnis erzielt.

Übersicht

Jahr Gastgeberland Teilnahme bis … Letzte(r) Gegner ErgebnisDie Platzierungen ab Platz 5 wurden von der FIFA festgelegt, ohne dass es dafür Platzierungsspiele gab. Siehe: (PDF; 200 kB).Trainer Bemerkungen und Besonderheiten 1930 Uruguay nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1934 Italien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1938 Frankreich nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1950 Brasilien nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1954 Schweiz nicht teilgenommen Kein selbständiger Staat 1958 Schweden nicht teilgenommen Vorläuferequipe der FLN nicht anerkannt 1962 Chile nicht teilgenommen Vorläuferequipe der FLN nicht anerkannt 1966 England zurückgezogen 1970 Mexiko nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Tunesien gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1974 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde erneut an Guinea gescheitert, das sich aber ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 1978 Argentinien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde erneut an Tunesien gescheitert. 1982 Spanien Vorrunde Deutschland, Österreich, Chile 13. Rachid Mekhloufi Algerien schied nach einem Sieg, einer Niederlage und einem Sieg aus. Österreich, das punktgleich mit Algerien war spielte im letzten Spiel gegen Deutschland. Im sogenannten Nichtangriffspakt von Gijón zwischen Deutschland und Österreich beließen es die beiden Mannschaften bei einem 1:0-Sieg für Deutschland, wodurch Österreich gegenüber Algerien das bessere Torverhältnis hatte. 1986 Mexiko Vorrunde Nordirland, Brasilien, Spanien 22. Rabah Saâdane Als Gruppenletzter ausgeschieden. 1990 Italien nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 3. Runde an Ägypten gescheitert. 1994 USA nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde an Nigeria gescheitert. 1998 Frankreich nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 1. Runde an Kenia gescheitert, das sich ebenfalls nicht qualifizieren konnte. 2002 Südkorea/Japan nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde am Senegal gescheitert. 2006 Deutschland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der 2. Runde an Angola gescheitert. 2010 Südafrika Vorrunde Slowenien, England, USA 28. Rabah Saâdane Als Gruppenletzter ausgeschieden 2014 Brasilien Achtelfinale Deutschland 14. In der Vorrunde erreichte Algerien hinter Belgien und vor Russland und Südkorea den zweiten Platz, wodurch erstmals das Achtelfinale erreicht wurde, in dem die Mannschaft auf den späteren Weltmeister Deutschland traf und mit 1:2 nach Verlängerung erstmals gegen Deutschland verlor. 2018 Russland nicht qualifiziert In der Qualifikation in der dritten Runde an Nigeria, Kamerun und Sambia gescheitert, von denen sich Nigeria qualifizieren konnte. 2022 Katar nicht qualifiziert In der 3. Qualifikationsrunde an Kamerun gescheitert. 2026 Kanada/Mexiko/USA Sechzehntelfinale Schweiz 30. In der Qualifikation setzten sich die Algerier gegen Uganda, Mosambik, Guinea, Botswana und Somalia durch.

Statistik (Angaben inkl. 2026: 23 Weltmeisterschaften; Prozentangaben sind gerundet) mini|Platzierung der algerischen Mannschaft in der ewigen WM-Tabelle Nicht teilgenommen (kein selbständiger Staat oder nicht anerkannt): 7× (30,4 %; 1930 bis 1962) Zurückgezogen: 1× (4,3 %; 1966) Nicht qualifiziert: 10× (43,5 %; 1970, 1974, 1978, 1990, 1994, 1998, 2002, 2006, 2018 und 2022) Sportliche Qualifikation: 4× (17,4 % bzw. bei 25 % der Versuche) Vorrunde: 3× (13 %; 1982, 1986, 2010) Sechzehntelfinale: 1× (4,3 %; 2026) Achtelfinale: 1× (4,3 %; 2014)

WM-Turniere Turniere mit maximal 16 Teilnehmern 1930 bis 1962 Als französische Kolonie konnte Algerien bei den ersten fünf Turnieren nicht teilnehmen und 1958 sowie 1962 war die Vorläuferequipe der FLN von der FIFA nicht anerkannt. Mit Alexandre Villaplane und Ernest Libérati standen aber bereits im französischen Kader für die WM 1930 in Algerien geborene Spieler. 1934 standen die in Algerien geborenen Joseph Gonzales und Joseph Alcazar im französischen Kader. 1938 folgten die in Algerien geborenen Abdelkader Ben Bouali, Jean Bastien, Michel Brusseaux und Mario Zatelli. 1954 nahm der in Algerien geborene Abdelaziz Ben Tifour für Frankreich an der WM teil. 1958 gehörte Célestin Oliver zum französischen Kader, der die WM als Dritter abschloss, kam aber zu keinem Einsatz.

1966 in England Für die WM im „Mutterland des Fußballs“ war Algerien erstmals zur Qualifikation zugelassen und sollte in der Qualifikations-Vorrunde gegen Tunesien und Liberia antreten. Da aber den Mannschaften aus Afrika, Asien und Ozeanien nur ein Platz bei der Endrunde zugestanden wurde, zogen alle 15 afrikanischen Mannschaften zurück. Nur Australien und Nordkorea traten zur Qualifikation an, Nordkorea qualifizierte sich für die WM in England.

1970 in Mexiko Für die erste WM in Mittelamerika musste Algerien in der ersten Runde gegen Tunesien antreten. Das erste WM-Qualifikationsspiel am 17. November 1968 in Algier wurde mit 1:2 verloren, so dass Tunesien ein 0:0 im Rückspiel in Tunis reichte, um die zweite Runde zu erreichen. In dieser scheiterte Tunesien durch Losentscheid nach Entscheidungsspiel an Marokko, das damit als erste afrikanische Mannschaft nach dem Zweiten Weltkrieg an einer WM-Endrunde teilnehmen durfte.

1974 in Deutschland In der Qualifikation für die erste WM in Deutschland traf Algerien in der ersten Runde auf Guinea. Nach einem 1:0 in Algier wurde in Conakry mit 1:5 verloren, womit die Qualifikation verpasst wurde. Guinea schied in der zweiten Runde gegen Marokko aus, das in der vierten Runde an Zaire scheiterte, das sich als Afrika-Vertreter für das WM-Endrundenturnier qualifizierte.

1978 in Argentinien Für die vierte WM in Südamerika musste Algerien in der Qualifikation zunächst gegen Libyen antreten und gewann das Heimspiel mit 1:0. Ein torloses Remis im Rückspiel reichte, um erstmals die zweite Runde zu erreichen, in der Tunesien der Gegner war. Nach einem 0:2 in Tunis reichte das 1:1 im Rückspiel nicht zum Weiterkommen. Tunesien sicherte sich am Ende den einzigen afrikanischen WM-Startplatz beim Endrundenturnier in Argentinien.

Turniere mit 24 Teilnehmern 1982 in Spanien Für die Qualifikation zur WM auf der iberischen Halbinsel, zu der den Afrikanern erstmals zwei Plätze zugestanden wurde, musste Algerien zunächst gegen Sierra Leone antreten und nach einem 2:2 in Sierra Leone wurde das Rückspiel mit 3:1 gewonnen. In der zweiten Runde war der Sudan der nächste Gegner und mit 2:0 im Heimspiel und einem 1:1 im Rückspiel wurde die dritte Runde erreicht. In dieser wurde der Niger im Heimspiel mit 4:0 besiegt, so dass ein 0:1 im Rückspiel verkraftet werden konnte. In der letzten Runde gelangen zwei Siege (2:1 und 2:0) gegen Nigeria, womit Algerien sich erstmals für die WM-Endrunde qualifizieren konnte. Als zweiter Afrika-Vertreter qualifizierte sich Kamerun, ebenfalls erstmals.

Bei der Endrunde gelang ein überraschender 2:1-Auftaktsieg gegen Europameister Deutschland, der die Algerier unterschätzte.dfb.de: „WM 1982: Algerien-Schock zum Auftakt“ Im zweiten Spiel gegen Österreich wurde nach überlegener aber torloser erster Halbzeit mit 0:2 verloren. Das letzte Vorrundengruppenspiel der Algerier gegen Chile fand einen Tag vor dem Spiel der beiden europäischen Mannschaften statt. Zwar führte die Mannschaft zur Halbzeit bereits mit 3:0 und hätte sich bei diesem Spielstand so gut wie sicher für die Finalrunde qualifiziert, doch gelang es den Chilenen gegen Ende der Partie, noch zwei Tore gegen die Mannschaft mit den Stars Lakhdar Belloumi und Rabah Madjer zu erzielen. Aufgrund dieser Ausgangslage reichten der deutschen Nationalelf und der österreichischen Mannschaft ein 1:0, für das bereits in der 10. Spielminute ein Tor von Horst Hrubesch sorgte, zum Einzug in die zweite Finalrunde. Nach Hrubeschs Treffer waren beide Mannschaften hauptsächlich darauf bedacht, dieses Ergebnis zu halten, weswegen dieser sogenannte Nichtangriffspakt auch als „Schande von Gijón“ bezeichnet wird. dfb.de: „Sieg gegen Österreich: Kein Grund zur Freude“ Als Konsequenz daraus legte die FIFA später fest, dass bei folgenden Weltmeisterschaften am letzten Spieltag jeder Vorrunden-Gruppe beide Spiele zum gleichen Zeitpunkt ausgetragen werden.

1986 in Mexiko Die Qualifikation zur zweiten WM in Mexiko führte dazu, dass Algerien nach einem Freilos in der ersten Runde, in der zweiten Runde zunächst erstmals gegen Angola antreten musste. In Luanda gelang ein 0:0 und beim Rückspiel in Algier reichte ein 3:2 zum Weiterkommen. Gegen Sambia wurden in der dritten Runde beide Spiele gewonnen (2:0 und 1:0). In der Finalrunde gelangen gegen Tunesien ebenfalls zwei Siege (4:1 und 3:0), so dass zum zweiten Mal die Endrunde erreicht wurde. Als zweiter Afrika-Vertreter qualifizierte sich Marokko, ebenfalls zum zweiten Mal.

Bei der Endrunde erreichte das algerische Team im ersten Spiel der Vorrunde gegen Nordirland nach einer schwachen Leistung nur ein 1:1. Das zweite Gruppenspiel gegen Mitfavorit Brasilien ging 0:1 verloren, auch wenn Algerien durch Belloumi und Assad zu guten Chancen kam. Das einzige Tor für Brasilien fiel nach einem Abwehrfehler. Nach einer weiteren klaren 0:3-Niederlage gegen Spanien schied Algerien aus und verabschiedete sich für 24 Jahre von der WM-Bühne.

1990 in Italien Für die Qualifikation zur zweiten WM in Italien musste Algerien erst in der zweiten Runde gegen die Elfenbeinküste, Simbabwe und Libyen antreten, das aber nach Niederlagen gegen die Elfenbeinküste und Algerien zurückzog. Als Gruppensieger mit nur einem Punktverlust (0:0 gegen die Elfenbeinküste) wurde die dritte Runde erreicht. In dieser konnte sich Algerien nicht gegen Ägypten durchsetzen. Nach einem 0:0 in Constantine wurde das Rückspiel in Kairo mit 0:1 verloren und Ägypten qualifizierte sich damit nach 56 Jahren wieder für die WM. Als zweiter Afrika-Vertreter qualifizierte sich Kamerun, ebenfalls wie Ägypten zum zweiten Mal, aber nur nach achtjähriger Pause.

1994 in den Vereinigten Staaten Für die Qualifikation zur WM in den USA wurden die Algerier in eine Gruppe mit Ghana, Burundi und Uganda gelost, das aber zurückzog. Mit 5:3 Punkten wurde als Gruppensieger die nächste Runde erreicht. In dieser waren Nigeria und die Elfenbeinküste stärker. Algerien verlor beide Auswärtsspiele und erreichte in den Heimspielen nur jeweils ein 1:1. Durch das bessere Torverhältnis qualifizierte sich Nigeria erstmals für die Endrunde. Erstmals standen afrikanischen Teams drei Endrundenplätze zu. Diese gingen an Marokko, Nigeria und Kamerun.

Turniere mit 32 Teilnehmern 1998 in Frankreich Die Qualifikation zur zweiten WM in Frankreich verlief noch schlechter. Bereits in der ersten Runde schied Algerien nach einem 1:3 in Nairobi und einem 1:0 im Rückspiel gegen Kenia aus. Kenia belegte in einer der fünf Vierergruppen der zweiten Runde nur den dritten Platz hinter Nigeria und Guinea und vor Burkina Faso. Die fünf Gruppensieger der zweiten Runde qualifizierten sich für die WM in Frankreich; es waren Nigeria, Tunesien, Südafrika, Kamerun und Marokko.

2002 in Japan und Südkorea