Bouhans [] ist eine französische Gemeinde in der Region Bourgogne-Franche-Comté im Département Saône-et-Loire. Sie gehört zum Arrondissement Louhans, zum Kanton Pierre-de-Bresse und zum Gemeindeverband Bresse Revermont 71. Die Gemeinde hat Einwohner (Stand ), sie werden Bouhannais, resp. Bouhannaises genannt.
Geografie mini|links|Lage der Gemeinde im Arrondissement Louhans
Lage und Struktur Die Gemeinde liegt im Osten des nördlichen Drittels des Arrondissement Louhans und liegt 12,9 Kilometer südsüdöstlich des Kantonshauptortes Pierre-de-Bresse und 17 Kilometer nordnordöstlich von Louhans-Châteaurenaud.
Im Norden grenzt Bouhans an Montjay, im Nordosten an Le Planois, im Osten liegt Bosjean mit einer kurzen Grenze von 900 Metern und im Südosten liegt schließlich Sens-sur-Seille. Im Südwesten stößt Bouhans an Saint-Germain-du-Bois und im Westen an Serley.
Die Gemeinde liegt in der Landschaft der Bresse.
Die Gemeinde wird durch INSEE eingestuft als «Ländliche Ortschaft mit sehr verstreuter Besiedlung». Die Bevölkerung lebt zu etwa 10 % im Bourg, der überwiegende Teil in kleinen Weilern und Einzelsiedlungen.
Die Gemeinde weist 126 Hektar bewaldete Flächen auf, was 12,4 % der Gemeindefläche entspricht. Die Bewaldung setzt sich zusammen aus 91 % Laubwald und 6 % Rodungs- und Aufforstungsflächen. Die Gemeinde weist verhältnismäßig kleine Waldflächen auf. Die größten Flächen befinden sich im Süden – Bois de l’Estalet –, westlich des Bourg – Bois des Fourneaux, Bois des Huis – und schließlich im Norden der Gemeinde – Bois de l’Île. Verstreut im Gemeindegebiet sind weitere, kleine Waldflächen zu finden, ebenso einige Pappelplantagen.
In der Gemeinde werden 779,4 Hektar (etwa 76,3 % des Gemeindegebiets) als landwirtschaftlich genutzte Flächen deklariert, wobei 14,5 Hektar für den Bioanbau zugelassen sind. Rund 53 % des Landwirtschaftslandes wird permanent als Wiese genutzt, auf 9 % wird Weichweizen und auf rund 14 % Körner- und Silomais angebaut.
Gewässer An Stehenden Gewässern finden sich in der Gemeinde zwei benannte Étangs, ganz im Süden der Étang du Moulinot und im Norden der kleine Étang Ruez. Im nördlichen Gebiet finden sich heute noch etliche Biefs, die – zusammen mit Flurnamen darauf hindeuten, das einst weitere Étangs bestanden, die heute aufgelassen sind.
Als wichtigstes fließendes Gewässer in der Gemeinde gilt La BrenneLa Brenne, Länge 53,79 km, Zufluss zum Bras la Seillette Aval, Quelle bei in Miéry auf ca. 437 m, Mündung bei in Sens-sur-Seille auf ca. 181 m, La Brenne auf sandre.eaufrance.fr. Sie fließt von Montjay her und bildet die Grenze zu Le Planois, später zu Bosjean und Sens-sur-Seille, bis sie bei Les Crépilles das Gemeindegebiet verlässt. Die Brenne ist ein unzähmbares Gewässer, sie tritt oft über die Ufer und die Gebiete beidseits der Brenne dienen bei Hochwasser als Polderbecken.
Im Westen der Gemeinde liegt der Étang des Arbois auf dem Gebiet der Gemeinden Montjay und Serley. Aus diesem Étang fließt der Ruisseau de l’Étang de BouhansRuisseau de l’Étang de Bouhans, Länge 3,4 km, Zufluss zur Brenne, Quelle bei in Serley auf ca. 188 m, Mündung bei in Bouhans auf ca. 182 m, Ruisseau de l’Étang de Bouhans auf sandre.eaufrance.fr quer durch die Gemeinde nach Südosten, um in die Brenne zu münden.
Auf seinem Weg nimmt er den Ruisseau de l’Étang de BarreRuisseau de l’Étang de Barre, Länge 2,8 km, Zufluss zum Ruisseau de l’Étang de Bouhans, Quelle bei in Serley auf ca. 189 m, Mündung bei in Bouhans auf ca. 184 m, Ruisseau de l’Étang de Barre auf sandre.eaufrance.fr auf, der beim Bois des Requêtes aus Serley die Gemeinde durchquert und westlich des Bourg in den Ruisseau de l’Étang de Bouhans mündet.
Verkehrswege Der Bourg wird durch die Departementsstraße D58 erschlossen, die sich in einem Bogen zur D137 zieht. Die D137 verbindet Saint-Germain-du-Bois mit Bellevesvre. Bei diesem Trassee handelt es sich um eine ehemalige Römerstraße, die von Louhans nach Pierre-de-Bresse führte.
Weiler und Fluren Zur Gemeinde gehören folgende Weiler und Fluren: Les Amis, Les Arbois, La Balme, Bougnolles, Les Burdys, Le Champ-de-Foire, Les Chênes, La Communauté, Les Crouses, Les Genots, La Glacière, Granges-Bonnots, Les Grappins, Les Grépilles, La Grille, Heurarde, L’Isle, La Malmontée, Les Marronniers, Le Moulinot, Le Parc, Le Petit-Bois, Les Philippes, Les Plateaux, Le Rapillot, Le Vernet, Villeneuve.
Höhenprofil mini|400px
Wir begegnen hier einem Höhenprofil, das zerklüftet erscheint. Das Profil verläuft von Nordnordost Richtung Südsüdwest und sozusagen im Hintergrund fließt La Brenne. Die ausgeprägten Senken sind Kerbtäler, die beim Eintiefen der Brenne entstanden sind. Das Profil beginnt mit Le Gour, einem sagenumwobenen Wasserloch an der Grenze zu Montjay. Hier befindet sich die Talsohle der Brenne auf rund 184 Metern, durchzogen von einem ehemaligen Bief, dessen Étang aufgelassen wurde. Etwas später steigt das Gelände auf die normale Bresse-Höhe von rund 201 Meter nahe des Weilers La Heurarde. Erneut folgt die Profillinie einem Kerbtal und sinkt auf knapp 183 Meter. Nach der steilen südlichen Talwand folgt der Bourg wieder auf der Höhe von rund 200 Metern. Es folgt die Vertiefung, in der der Bief de l'Étang de Bouhans auf 183 Metern fließt. Es folgt das Trassee der Départementsstraße D58, die den Bourg erschließt. Ein neues Kerbtal trennt den Weiler Les Burdys, der auf 195 Metern dicht am Abhang liegt. Schließlich liegt der Étang du Moulinot auf 185,8 Metern und ganz hinten in einem Kerbtal, sein Bief entwässert in die Brenne. Endlich steigt das Gelände wieder an in den Bois de l'Estalet und erreicht an der Gemeindegrenze 202 Meter Höhe.
Klima Das Klima in Bouhans ist warm und gemäßigt. Es gibt das ganze Jahr über deutliche Niederschläge, selbst der trockenste Monat weist noch hohe Niederschlagsmengen auf. Die Klassifikation des Klimas nach Köppen und Geiger ist Cfb ((Gemäßigtes) Ozeanklima). Die Temperatur liegt im Jahresdurchschnitt bei 11,9 °C. Der wärmste Monat ist der Juli mit einer Durchschnittstemperatur von 21,1 °C, der kälteste der Januar mit 3,2 °C. Über ein Jahr verteilt summieren sich die Niederschläge auf 1081 mm, dabei ist der November mit 117 mm der niederschlagsreichste, während Juli als trockenster Monat 72 mm aufweist. Über das ganze Jahr werden etwa 2764 Sonnenstunden gezählt.
Toponymie Der Name geht möglicherweise zurück auf eine Siedlung der Boier, die entlang der Römerstraße zwischen Saint-Germain-du-Bois und Villevieux siedeltenMémoires de la Société d’histoire et d’archéologie de Châlon-sur-Saône, Seite 88 (französisch), abgerufen am 28. August 2014. 1144 wird der Ort erstmals erwähnt als Boens.
Geschichte Von der Brücke beim Weiler L’Estalet führte eine Römerstraße nach Villevieux und streifte Bouhans im Süden, im Westen verlief eine Römerstraße von Saint-Germain-du-Bois nach Bellevesvre und streifte den Weiler La Balme. Im 12. Jahrhundert gehörte die Herrschaft Saubertier der Kirche Saint-Vincent in Chalon-sur-Saône, die sie dem Kloster Saint-Marcel weitergab. Die Herrschaft wurde später La Balme genannt. 1645 erhielt Louis de la Balme vom König die Erlaubnis, jährlich an den zwei Tagen, die dem Gedenktag des Heiligen Ludwig, dem 25. August, folgten, einen Jahrmarkt abzuhalten. Dieser sollte nicht zuletzt der Versöhnung mit den Bewohnern der Franche-Comté dienen, die damals spanisch war. Zudem fanden am 25. August bereits Feierlichkeiten zu Ehren des Heiligen Ludwigs und die Waffeninspektion statt. Bis 1860 wurden vorwiegend Leinen und Tuche gehandelt, bis beim Pont d’Etalet eine Zollstation eingerichtet wurde, die die Teilnahme der freibergischen Händler förderte. Der Markt erreichte seine Blütezeit zur Zeit von Napoleon Bonaparte und verlor anschließend an Bedeutung.
Im 18. Jahrhundert bestand in la Balme ein Schloss mit eigener Kapelle und erlesener Bibliothek der Familie der Scoraille, die die Herrschaft 1658 übernahmen. Gegen 1818 wurde das Schloss zerstört. Die Herrschaft Eurarde gehörte ursprünglich den Brancion, später gelangte auch sie an die Scorailles, wie auch die Herrschaften Chênes und Lisle-en-Bresse. Die Kirche (dem Heiligen Martin geweiht) entstand 1719, der Turm 1862. 1988 bestanden noch 22 Landwirtschaftsbetriebe.
Die Herren von Bouhans Der Weiler La Balme hieß bis Mitte des 17. Jahrhunderts Saubertier. Die Herren dieses Ortes benannten sich nach diesem Weiler, dazu gehörten auch einige Siedlungen in Serley. Erwähnt wird Claude de Saubertier, Almosenier in der Abtei Saint-Philibert in Tournus, er wurde 1428 Dekan von Louhans. 1689 gehörte das Lehen Étienne Bernardon, der es an Louis de la Balme de la Forêt verkaufte. 1658 brachte Jeanne Claude de la Balme, Herrin von Saubertier, das Lehen in die Ehe mit François de Scorailles, Edler. Ab 1710 wurde der Weiler Saubertier offiziell in la Balme umbenannt.Die de Scorailles stammten ursprünglich aus der Auvergne, waren ein altes Geschlecht, deren Vorfahren schon an den Kreuzzügen teilgenommen hatten. Auch der Zweig der de Scorailles, der sich in der Bresse niedergelassen hatte, brachte wichtige Persönlichkeiten hervor. François Philippe de Scorailles († 1724), Baron von Bouhans, war Oberst eines Dragonerregiments. Zu seinen Gunsten wurde das Lehen de la Balme 1713 durch Patentbrief zum Marquisat erhoben.Sein Sohn, Étienne Marie de Scorailles war wohl der berühmteste der Familie. Er war 1748 Maréchal de camp, Sous-Lieutenant der Chevau-léger de la garde du roi und 1754 als Vertreter des Adels in die Generalstände gewählt. Ihm folgte sein Sohn, Charles Joseph de Scorailles, Ritter und Marquis de Scorailles. Aus Mangel an männlichen Nachkommen setzte er seinen Schwiegersohn als Nachfolger mit allen Titeln ein, Jean Joseph de Scorailles aus der Familie Lalo… er war der letzte Herr von Bouhans In Bouhans bestanden weitere Lehen, Heurarde (etwa 1,8 Kilometer nordnordöstlich des Bourg), les Chênes (etwa 1 Kilometer nördlich des Bourg) und l’Isle, das den de Gréen gehörte (etwa 6 Kilometer nördlich des Bourg, auf der Grenze zu Montjay). Diese Lehen gelangten schließlich alle zum Marquisat des Scorailles. Mit der Französischen Revolution 1789 wurden die Vorrechte des Adels abgeschafft, sie behielten lediglich noch ihre Titel.
Bevölkerung mini|Kirche Saint-Martin von Bouhans
+ Bevölkerungs- und Wohnstruktur Bevölkerungsstruktur Anzahl Einwohner männlich weiblich davon Ausländer Anteil %176898763,4
Die Bevölkerungsstruktur zwischen Männern und Frauen ist ausgeglichen, wobei 42 % der Bevölkerung jünger als 45 Jahre sind. Demgegenüber sind 40 % der Bevölkerung älter als 60 Jahre und damit im Rentenalter. Wohnstruktur Anzahl Wohneinheiten davon Häuser Wohnungen Sonstige Zu-/Abnahme seit 199911711421+27,2 % = 25 WE davon Hauptwohnsitz 82Zweit- oder Ferienwohnsitz28vakant7
Wirtschaft und Infrastruktur Unternehmen, Betriebe, Ladengeschäfte und Einrichtungen In der Gemeinde befinden sich nebst Mairie und Kirche folgende Unternehmen nach Branchen: +Wirtschaftlich aktive Betriebe in der Gemeinde nach Branchen (31.12.2023) Branche Anzahl BetriebeIndustrie und verarbeitendes Gewerbe2Baugewerbe2Groß- und Einzelhandel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie2Information und KommunikationFinanz- und VersicherungsdienstleistungenGrundstücks- und WohnungswesenFreiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen1Öffentliche Verwaltung, Unterricht, Gesundheits- und Sozialwesen1Sonstige DienstleistungenLand- und Forstwirtschaftsbetriebe10 In der Gemeinde befinden sich keinerlei Ladengeschäfte, lediglich eine Gîte. Mit den Gütern des täglichen Bedarfs versorgen sich die Einwohner in Saint-Germain-du-Bois.
Geschützte Produkte in der Gemeinde Als AOC-Produkte sind in Bosjean Crème et beurre de Bresse und Volaille de Bresse zugelassen.
Bildungseinrichtungen Bouhans verfügt über keine eigenen schulischen Einrichtungen. Die Kinder werden in Schulen der umliegenden Gemeinden ausgebildet. Öffentlicher Verkehr