mini|Grab von Karl Friedrich von Mecklenburg auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise Karl Friedrich von MecklenburgOhne selbst in den Freiherrnstand aufgenommen worden zu sein, führte er, wie auch andere Angehörige der Ritterschaft den (Höflichkeits)Titel Baron, so auch auf seinem Grabstein. Teile der Verwandtschaft, einer seiner Brüder, wurden in den Freiherrenstand erhoben.(* 23. Dezember 1784 in Lübzin; † 20. Juni 1854 in Paris) war ein deutscher Offizier, Spekulant und Kunstsammler.

Leben Karl Friedrich von Mecklenburg stammte aus dem mecklenburgischen Adelsgeschlecht von Mecklenburg. Er hatte zwei Schwestern und zwei Brüder, den schwedischen Generalmajor Philipp von Mecklenburg († 1841) sowie Heinrich von Mecklenburg (1771–1862) auf Pantlitz (Ahrenshagen-Daskow).

Schon in jungen Jahren schlug er die Offizierslaufbahn ein und erreichte in der preußischen Armee den Rang eines Kapitäns. Seit 1818 lebte er durchgehend in Paris, blieb jedoch preußischer Staatsangehöriger. In den 1830er Jahren lebte er am Boulevard des Italiens No 24. Durch geschickte Investitionen in französische Eisenbahn-Aktien und belgische Kohlegruben erwarb er sich ein beträchtliches Vermögen von zuletzt über 1 Million Francs. Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Pariser Friedhof Père-Lachaise.

Prozess Als er unverheiratet und ohne leibliche Nachkommen in Paris starb, kam es über ein Viertel seines Erbes, u. a. Gut Volksdorf im Krs. Grimmen, zu einem größeren und seinerzeit berühmtenJoseph Euler: Handbuch des Notariats in Preußen, nebst der freiwilligen Gerichtsbarkeit der Gerichte und mit Rücksicht auf das übrige Deutschland, Frankreich und andere Länder. Band 1 (Erstes Buch. Allgemeiner Theil), Buchdruck Hermann Voß, Schaub (Schöpping), Düsseldorf 1858, S. 264. Rechtsstreit. Dabei ging es vor allem um die Frage des Internationalen Privatrechts, ob französisches oder preußisches Recht bei der Ermittlung der Erben anzuwenden sei, denn der Erblasser war kein französischer Staatsbürger geworden. Nach französischem Recht war eine minderjährige Großnichte Anna von Roeder (* 30. Mai 1844 in Ludwigsburg; † 26. Mai 1907 in Stuttgart),Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser 1908. 58. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 9. November 1907, S. 634 f. in Stuttgart, erbberechtigt, nach preußischem Recht hingegen nicht. Anna heiratete 1864 den K. u. K. Rittmeister d. R. Ferdinand Freiherr von König († 5. Oktober 1900 in Fachsenfeld)Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser 1902. 52. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha Herbst 1901, S. 615. und war die Enkeltochter des Generalmajors Eugen von Roeder-Schwende (1766–1813) und der Julie von Mecklenburg-Lipsin (1775–1842), vormals Staatsdame der verstorbenen Königin Mathilde von Württemberg.Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das Jahr 1869. 19. Jahrgang, Justus Perthes, Gotha Herbst 1868, S. 729. Wegen seiner Präzedenzbedeutung im Erbfolgerecht wurde der Fall 1856 von August Ludwig Reyscher veröffentlicht, der in seinem Gutachten das Anrecht der Großnichte bejahte.August Ludwig Reyscher: Der Rechtsstreit zwischen den Verwandten des zu Paris gestorbenen Karl Friedrich v. Mecklenburg, Erbfolgerecht, zunächst gerichtliche Zuständigkeit betreffend. J. B. Metzler, Stuttgart 1856. (Digitalisat)

Die Rechtsfrage wurde letztendlich nicht vom französischen Cassationgerichtshof entschieden, sondern vielmehr gegen eine Abstandszahlung von 230 Tausend französischen Francs an das Mündel verglichen.Joseph Euler: Handbuch des Notariats in Preußen, nebst der freiwilligen Gerichtsbarkeit der Gerichte und mit Rücksicht auf das übrige Deutschland, Frankreich und andere Länder. Allgemeiner Theil, Erster Band, Buchdruck Hermann Voß, Schaub (C. Schöpping), Düsseldorf 1858, S. 265, Fußnote 8.

Kunstsammlung Karl Friedrich von Mecklenburg hatte im Laufe der Jahre eine qualitätvolle Sammlung an Alten Meistern, vor allem niederländischer Herkunft, zusammengetragen, die in seinem Todesjahr zu den berühmtesten Privatsammlungen in Paris zählte.Art in continental states, in: The Art-Journal New Series. Volume 1. George Virtue, London/New York 1855, S. 32. Das Deutsche Kunstblatt schrieb:Deutsches Kunstblatt. 6. Jahrgang, (1855), Heinrich Schindler, Berlin 1855, S. V–VII.

Die 30 Gemälde wurden an vier Tagen öffentlich ausgestellt und am 11. Dezember 1854 im Hotel des Commissaires' Priseurs in Paris zugunsten des Nachlasses versteigert. Die Auktion erbrachte 356.230 Francs. Werke mit dieser Provenienz finden sich in zahlreichen bedeutenden Sammlungen. Dazu gehören: Nr. 3 Meindert Hobbema: Wassermühle, Louvre Nr. 4: Pieter de Hooch: Mutter mit ihren Kindern (A Woman with a Baby in Her Lap, and a Small Child), Aurora Art Fund, New YorkAbbildung, : Pieter de Hooch: A Woman with a Baby in her Lap and a Small Child. Hrsg. PubHist. Peter Paul Rubens: Philipp Rubens, der Bruder des Künstlers, heute im Detroit Institute of Arts Nr. 14: Rembrandt-Umkreis: Porträt of a Young Man in a Broad-brimmed Hat, Shelburne Museum, Shelburne (Vermont)Abbildung: Workshop of Rembrandt: Portrait of a Young Man in a Broad-brimmed Hat. Hrsg. PubHist. Philips Wouwerman: Pferdemarkt, Wallace Collection, London

Literatur August Ludwig Reyscher: Der Rechtsstreit zwischen den Verwandten des zu Paris gestorbenen Karl Friedrich v. Mecklenburg: Erbfolgerecht, zunächst gerichtliche Zuständigkeit betreffend. J. B. Metzler, Stuttgart 2. Oktober 1856. (Digitalisat)

Einzelnachweise

Kategorie:Militärperson (Preußen) Kategorie:Person (Paris) Kategorie:Spekulant Kategorie:Kunstsammler Kategorie:Familienmitglied einer unebenbürtigen Linie eines Adelsgeschlechts Kategorie:Adliger (Mecklenburg) Kategorie:Geboren 1784 Kategorie:Gestorben 1854 Kategorie:Mann