Salome ist ein US-amerikanisches Stummfilmdrama von J. Gordon Edwards aus dem Jahr 1918. Das Drehbuch von Adrian Johnson basierte auf der Erzählung des antiken Historiographen Flavius Josephus. Die Titelrolle spielt Theda Bara, Amerikas erstes Sex-Symbol der KinoleinwandSiehe dazu im Artikel Theda Bara: „Der Filmmogul William Fox besetzte die weitgehend unbekannte Schauspielerin als Vampir für den Film ‚A Fool There Was‘ (1915), der auf dem bekannten Gedicht The Vampire von Rudyard Kipling basiert. Der Streifen war für die damalige Zeit sehr gewagt und spiegelt die Angst einer von viktorianischen Moralvorstellungen geprägten Gesellschaft vor der ungezügelten weiblichen Sexualität wider: Theda Bara spielt eine verruchte Frau, die bislang unbescholtene Männer verführt und zugrunde richtet.“.

Handlung Salome strebt mit List nach der Macht des Königs Herodes. Sie hat Herodes’ Hauptrivalen beseitigt und führt den Tod seiner Frau durch ihren eigenen Verrat herbei. Johannes der Täufer, der Rückhalt in der Bevölkerung genießt, prangert Herodes und seinen Hofstaat an. Um Unruhen vorzubeugen, lässt ihn Herodes festnehmen und ins Gefängnis werfen. Dort begegnet ihm Salome und wird von Leidenschaft nach ihm erfasst. Als Johannes ihre Avancen aber zurückweist, sinnt sie gekränkt auf Rache. Sie kann Herodes mit einem sinnlichen Tanz begeistern und verlangt den Kopf des Johannes als Belohnung. Diese Tat aber bringt ihr selbst den Tod. Sie wird zwischen den spitzen Schildbuckeln der römischen Legionäre zerquetscht.Inhaltsangabe nach: Moving Picture World (New York City: Chalmers Publishing Company). Band 39, Nr. 3, 18. Januar 1919, S. 389, Sp. 1 f. ().

Hintergrund Die Dekorationen und Kostüme entwarf George James Hopkins, die Außenaufnahmen fanden im Palm Canyon, California, USA statt.Siehe Greg Niemann: Palm Springs Legends. Creation of a Desert Oasis. Sunbelt Publications, San Diego (CA) 2006, ISBN 0-932653-74-X, S. 286. Fotografen waren John W. Boyle, George Schneiderman und Harry Gerstad. Der Film wurde am 10. August 1918 in Amerika uraufgeführt und kam ab 6. Oktober 1918 in die Kinos. Er lief auch in Europa, in Frankreich und Portugal, sogar in Japan, wo er am 14. April 1921 Premiere feierte. Die Kinomusik komponierte 1918 George Rubenstein.Siehe Ronald Genini: Theda Bara. A Biography of the Silent Screen Vamp, with a Filmography. McFarland, [o. O.] 2013, ISBN 978-0-7864-9161-2, S. 1885.

Rezeption Der Film wurde von der Kritik positiv aufgenommen.

In der New York Times vom 7. Oktober 1918 stand:

Auch kommerziell wurde er ein Erfolg. Das Publikum strömte in die Lichtspielhäuser, um Theda Bara zu sehen.

Die Moving Picture World No. 1288 titelte am 8. März 1919:

In Einklang mit ihrer stetigen Bemühung, ihre Schauspielerei künstlerisch aufzuwerten, wollte „La Bara“ ihrer Salome eher einen seriösen als einen sensationellen Anstrich geben:

Eine Verfilmung des Salome-Stoffes nach der Vorlage und auch im Geiste von Oscar Wilde gelang erst 1923 durch Alla Nazimova. Doch die wurde wiederum vom Publikum eben wegen ihres künstlerischen Anspruches nicht angenommen.

Der Film wurde parodiert in einer Szene des ebenfalls 1918 entstandenen Two-Reelers The Cook, in der Roscoe ‘Fatty’ Arbuckle behängt mit Küchenutensilien einen „orientalischen“ Tanz à la Theda Bara aufführt.Siehe in der englischen Wikipedia The Cook und

Der Salome-Stoff im Besonderen und der Orient – oder was man im Abendland dafür hielt – im Allgemeinen wirkten in diesen Jahren anregend auch auf andere Gebiete der Kunst. So entstanden in den USA Kompositionen der Unterhaltungsmusik, die auf Orient, Vampire und erotischen Tanz abhobenZ. B. Schlager wie The Vamp [bei Leo Feist, New York 1919], anzuhören unter Anzusehen bei Albert Haim unter . Vamp Me, anzuhören unter Oder I'm A Jazz Vampire, anzuhören unter Dazu dutzendweise 'Oriental' Fox-Trots und Shimmies: Arabian Nights, Sand Dunes, My Cairo Love etc., in Deutschland mehrere „Salome“-Filme, dazu 1918 der erste „orientalische Foxtrott“ von Robert Stolz, der ausgerechnet den Titel „Salome“ bekam und ein Weltschlager wurdePolyphon Record 50 158, Matr. 294as : Salome – Foxtrot von Robert Stolz. Kapellmeister [Sam] Stern mit seiner Künstler-Kapelle vom Hotel Adlon, Berlin. Aufnahme von 1920, siehe Der Shimmy Vamp des amerikanischen Songwriters Byron Gay (Deutsche Grammophon-Aktiengesellschaft, Berlin [o. J.], , Schellackplatte; Roehr, Berlin um 1919, ) bekam in Deutschland durch Eddy Beuth den beziehungsreicheren Titel »Lied „Tausend und Eine Nacht“«..

Laut Silent EraSalome (1918). In: silentera.com, abgerufen am 16. Februar 2026: „Survival status: The film is presumed lost“. gilt Theda Baras Salome-Film als verschollen.

Literatur Jennifer M. Bean (Hrsg.): Flickers of Desire. Movie Stars of the 1910s Star Decades: American Culture/American Cinema. Rutgers University Press, 2011, ISBN 978-0-8135-5072-5, S. 131, 134, 136, 294 (). Petra Dierkes-Thrun: Salome's Modernity. Oscar Wilde and the Aesthetics of Transgression. University of Michigan Press, 2011, ISBN 978-0-472-11767-3, S. 93–94, 141, 213, 223. Heinrich Fraenkel: Unsterblicher Film. [Band 1:] Die grosse Chronik von der Laterna magica bis zum Tonfilm. Bildteil von Wilhelm Winckel. Kindler, München 1956, , S. 397. Ronald Genini: Theda Bara. A Biography of the Silent Screen Vamp, with a Filmography. McFarland, [o. O.] 2013, ISBN 978-0-7864-9161-2. Susan A. Glenn: Female Spectacle. The Theatrical Roots of Modern Feminism. Harvard University Press 2002, ISBN 0-674-00990-8. Greg Niemann: Palm Springs Legends. Creation of a Desert Oasis. Sunbelt Publications, San Diego (CA) 2006, ISBN 0-932653-74-X. David J. Shepherd: The Bible on Silent Film. Spectacle, Story and Scripture in the Early Cinema. Cambridge University Press, 2013, ISBN 978-1-107-51317-4, S. viii, 200–201, 298, 318. Friedrich von Zglinicki: Der Weg des Films. Die Geschichte der Kinematographie und ihrer Vorläufer. Rembrandt-Verlag, Berlin 1956, , S. 503–504, 509, 520, 553.

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Einzelnachweise

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