Ultimate ist das fünfte Kompilationsalbum des US-amerikanischen Musikers Prince und das letzte, das zu dessen Lebzeiten erschien. Es erschien am 21. August 2006 als Doppel-CD bei Rhino Records, einer Tochtergesellschaft von Warner Bros. Records. Die erste CD enthält Singleauskopplungen aus den Jahren 1979 bis 1993. Die zweite CD enthält Maxi-Single-Versionen von Titeln aus dem Zeitraum von 1980 bis 1991. Zuvor unveröffentlichte Songs sind auf Ultimate nicht enthalten.
Die Kompilation fand bei Musikkritikern nur geringe Beachtung, wurde jedoch überwiegend positiv rezensiert. Trotz fehlender nennenswerter Musikpromotion durch Prince oder Warner Bros. Records erreichte Ultimate unter anderem in Großbritannien Platinstatus. Nach Prince’ Tod im April 2016 platzierte sich die Kompilation in mehreren Ländern erstmals in den Top Ten.
Entstehung Nach dem internationalen Erfolg von Musicology (2004) plante Warner Bros. Records die Veröffentlichung eines Greatest-Hits-Albums. Obwohl sich Prince am 31. Dezember 1999 im Streit von Warner getrennt hatte, bestand aufgrund vertraglicher Verpflichtungen weiterhin Anspruch auf ein weiteres Album. Zudem besaß Warner zu diesem Zeitpunkt die Urheberrechte an allen Songs, die Prince während seiner Karriere für das Label aufgenommen hatte.Ro (2011), S. 344.
Für die Konzeption von Ultimate engagierte Warner Bros. Records den Franzosen Mathieu Bitton (* 1973) und den US-Amerikaner Geoffrey Dicker (* 1977) als kreative Berater. Bitton arbeitete für die US-amerikanische Designagentur Candy Tangerine und war seit 1984 Prince-Fan; 1987 erwarb er ein Exemplar des ursprünglich zurückgezogenen Black Album für 1.500 US-Dollar (damals rund 2.300 D-Mark). Zudem hatte er sich über Jahre eine umfangreiche Prince-Sammlung aufgebaut. Warner wurde auf Bitton aufmerksam, als er 2006 als Artdirector für die Covergestaltung der Kompilation Up from the Catacombs – The Best of Jane’s Addiction tätig war. Bitton „wusste überhaupt nicht, dass ein Prince-Projekt in Arbeit war“, als Warner ihn kontaktierte.Ro (2011), S. 345.
Geoffrey Dicker war seit der Veröffentlichung von Controversy (1981) Prince-Fan und erstellte zunächst eine Liste von 40 Titeln aus Albumversionen und zuvor nicht auf CD erschienenen Remixen. Daraus entstand eine Doppel-CD mit 29 Titeln, die Dicker Ende 2005 dem Label vorlegte. Die folgende Tracklist basiert auf diesem Vorschlag: #TitelOriginal-TonträgerCD-1/1Purple Medley1995: non-Album-TrackCD-1/2I Wanna Be Your Lover1979: PrinceCD-1/3Uptown1980: Dirty MindCD-1/4Controversy1981: ControversyCD-1/519991982: 1999CD-1/6Little Red Corvette (Dance Remix)1982: Maxi-SingleCD-1/7Let’s Go Crazy (Special Dance Mix)1984: Maxi-SingleCD-1/8Erotic City (12″-Version)1984: B-Seite von Let’s Go Crazy (Special Dance Mix)CD-1/9Purple Rain1984: Purple RainCD-1/10When Doves Cry1984: Purple RainCD-1/11I Would Die 4 U1984: Purple RainCD-1/12Pop Life (Fresh Dance Mix)1985: Maxi-SingleCD-1/13She’s Always in My Hair (12″-Version)1985: B-Seite von Raspberry Beret (Extended Version)CD-1/14Raspberry Beret (Extended Version)1985: Maxi-SingleCD-2/1Kiss (Extended Version)1986: Maxi-SingleCD-2/2Sign “☮” the Times1987: Sign “☮” the TimesCD-2/3U Got the Look (Long Look) (Duett mit Sheena Easton)1987: Maxi-SingleCD-2/4I Could Never Take the Place of Your Man1987: Sign “☮” the TimesCD-2/5Hot Thing (Extended Remix)1987: B-Seite von I Could Never Take the Place of Your ManCD-2/6Alphabet St.1988: LovesexyCD-2/7Thieves in the Temple (Remix)1990: Maxi-SingleCD-2/8Diamonds and Pearls1991: Diamonds and PearlsCD-2/9Gett Off1991: Diamonds and PearlsCD-2/10Money Don’t Matter 2 Night1991: Diamonds and PearlsCD-2/11Cream (N.P.G Mix)1991: Maxi-SingleCD-2/127 (Acoustic Version)1992: SingleCD-2/13Sexy Mutha1992: B-Seite von My Name Is Prince RemixesCD-2/14Nothing Compares 2 U (Duett mit Rosie Gaines)1993: The Hits/The B-SidesCD-2/15My Name Is Prince1992: Love SymbolGesamt: 29 Nach der Präsentation lud Warner Prince zu einem Treffen ein, um dessen Einschätzung einzuholen. Prince zeigte sich mit dem Konzept nicht einverstanden und entschied, die Songs Erotic City und Sexy Mutha wegen ihrer expliziten Texte von der Tracklist zu streichen. Zudem änderte er die Reihenfolge der CDs: Disc 1 sollte ausschließlich Albumversionen, Disc 2 ausschließlich Remixversionen enthalten. Geoffrey Dicker erklärte dazu: „Keine Ahnung, warum Prince das Album zweigeteilt haben wollte, aber er tat es, und sowohl Warner als auch Rhino waren damit einverstanden.“
Am 2. Februar 2006 berichtete das US-amerikanische Fachmagazin Billboard, Rhino Records plane die Veröffentlichung einer Doppel-CD mit remasterten Hits und Remixen von Prince am 14. März 2006. Zu diesem Zeitpunkt stand Prince jedoch bei Universal Records unter Vertrag und plante die Veröffentlichung seines Albums 3121 für den 21. März 2006.
Nach Bekanntwerden der geplanten Veröffentlichung von Ultimate äußerten einige Fans im Internetforum von Warner Bros. Records Kritik und warfen dem Label kommerzielle Motive vor. Warner zeigte sich davon unbeeindruckt und startete eine umfangreiche Werbekampagne; unter anderem erschienen landesweit Anzeigen bei Best Buy und in verschiedenen Schallplattenläden. Zudem wurde ein Werbespot im US-Fernsehen ausgestrahlt. Einige Käufer bestellten Ultimate bei Amazon und Barnes & Noble vor; zudem begann Warner mit dem Versand von Promo-CDs an den Handel.
Mathieu Bitton zeigte sich von der Werbekampagne begeistert: „Das war für mich – und das ist kein Wortspiel – das ultimative Projekt“, sagte er. Ähnlich äußerte sich Geoffrey Dicker, der erklärte, sein jahrelanges Fan-Sein habe sich „ausgezahlt“.
Ultimate vs. 3121 Kurz vor dem geplanten Veröffentlichungstermin am 14. März 2006 bat Prince Warner Bros. Records, die Veröffentlichung von Ultimate zu verschieben, um Überschneidungen mit der Promotion von 3121 zu vermeiden. Warner kam der Bitte nach und forderte den Einzelhandel auf, bereits ausgelieferte Exemplare zurückzusenden. Ultimate wurde daraufhin zunächst zurückgezogen, während 3121 wie geplant am 21. März 2006 erschien und Platz eins der US-amerikanischen Albumcharts erreichte.
Ein neuer Veröffentlichungstermin für Ultimate wurde zunächst auf den 22. Mai 2006 festgelegt, jedoch aus nicht öffentlich bekannten Gründen nicht eingehalten. Schließlich erschien das Album am 21. August 2006, also fünf Monate nach 3121. Eine erneute Promotion fand nicht statt. Geoffrey Dicker hob hervor: „Wir hatten den Veröffentlichungstermin [14. März 2006] lange geplant, bevor Prince seinen Termin für 3121 bekannt gab“. Dadurch habe es den Anschein gehabt, Warner wolle auf der Erfolgswelle von Prince mitschwimmen; tatsächlich sei es jedoch „einfach ein dummer Zufall“ gewesen.Ro (2011), S. 346.Ro (2011), S. 348.
Gestaltung des Covers Mathieu Bitton arbeitete als Artdirector und Designer etwa einen Monat an der Covergestaltung von Ultimate.Begleitheft der DoCD Ultimate von Prince, Warner Bros. Records, 2006 Die Doppel-CD ist in einem weißen Pappschuber untergebracht. Auf der Vorderseite sind der Name „Prince“ in lilafarbener sowie der Titel „Ultimate“ in silberfarbener Schrift abgebildet. Die Rückseite zeigt die Tracknummerierung in Lila und die Songtitel in Silber. Zudem ist eine violette Abwandlung des von Prince zwischen 1993 und 2000 verwendeten androgynen Symbols abgebildet.
Das Booklet ist als Faltcover gestaltet und zeigt im Innenteil Fotografien aus Bittons privater Prince-Sammlung, darunter Schallplattencover, Picture Discs sowie Sonderausgaben von Album- und Singleveröffentlichungen aus den Jahren 1978 bis 1992. Weitere enthaltene Fotografien von Prince stammen aus den Jahren 1978 bis 1990 und wurden unter anderem von Joseph Giannetti, Allen Beaulieu, Larry Williams und Jeff Katz aufgenommen. Joseph Giannetti, 1978 For You-Ära Allen Beaulieu, 1980 Dirty Mind-Ära, 1981 Controversy-Ära und 1982 bis 1983 1999-Ära Larry Williams (* 1951; † 1999), 1984 bis 1985 Purple Rain-Ära Jeff Katz, 1985 bis 1996 Zusammenarbeit mit Prince
Musik Die auf Ultimate enthaltenen Songs lassen sich verschiedenen Musikgenres zuordnen. Titel wie Money Don’t Matter 2 Night und Sign “☮” the Times werden dem Contemporary R&B zugerechnet, während Gett Off und Uptown dem Funk zuzuordnen sind. Delirious und I Could Never Take the Place of Your Man gelten als Pop, She’s Always in My Hair als Rock. Die Maxi- und Remix-Versionen weisen stilistische Einflüsse aus der elektronischen Tanzmusik sowie des Hip-Hop auf. Prince nutzt auf den Aufnahmen sowohl seinen charakteristischen Falsettgesang als auch tiefere Stimmlagen.
Titelliste und Veröffentlichungen #TitelDauerOriginal-TonträgerCD-1/1I Wanna Be Your Lover (Edit)2:571979: PrinceCD-1/2Uptown (Edit)4:081980: Dirty MindCD-1/3Controversy7:151981: ControversyCD-1/41999 (Edit)3:361982: 1999CD-1/5Delirious (Edit)2:381982: 1999CD-1/6When Doves Cry (Edit)3:481984: Purple RainCD-1/7I Would Die 4 U2:561984: Purple RainCD-1/8Purple Rain8:401984: Purple RainCD-1/9Sign “☮” the Times (Edit)3:421987: Sign “☮” the TimesCD-1/10I Could Never Take the Place of Your Man (Edit)3:381987: Sign “☮” the TimesCD-1/11Alphabet St.5:381988: LovesexyCD-1/12Diamonds and Pearls (Edit)4:191991: Diamonds and PearlsCD-1/13Gett Off4:301991: Diamonds and PearlsCD-1/14Money Don’t Matter 2 Night4:461991: Diamonds and PearlsCD-1/1575:081992: Love SymbolCD-1/16Nothing Compares 2 U (Duett mit Rosie Gaines)4:571993: The Hits 1CD-1/17My Name Is Prince (Edit)4:041992: Love SymbolCD-2/1Let’s Go Crazy (Special Dance Mix)7:351984: Purple RainCD-2/2Little Red Corvette (Dance Remix)8:271982: 1999CD-2/3Let’s Work (Dance Remix)8:051981: ControversyCD-2/4Pop Life (Fresh Dance Mix)6:151985: Around the World in a DayCD-2/5She’s Always in My Hair (12″-Version)6:301985: B-Seite von Raspberry BeretCD-2/6Raspberry Beret (Extended Version)6:361985: Around the World in a DayCD-2/7Kiss (Extended Version)7:161986: ParadeCD-2/8U Got the Look (Long Look) (Duett mit Sheena Easton)6:431987: Sign “☮” the TimesCD-2/9Hot Thing (Extended Remix)8:321987: B-Seite von I Could Never Take the Place of Your ManCD-2/10Thieves in the Temple (Remix)8:081990: Graffiti BridgeCD-2/11Cream (N.P.G. Mix)4:521991: Diamonds and PearlsSpieldauer: 156:33Autor aller Songs ist Prince Ultimate erschien am 21. August 2006 in Großbritannien und einen Tag später in den USA.Clerc (2023), S. 458. Die Kompilation erschien als Doppelalbum auf CD sowie als Download.
Auf CD 1 waren bis auf My Name Is Prince alle Songs bereits auf den Kompilationen The Hits/The B-Sides (1993) oder auf The Very Best of Prince (2001) enthalten; Controversy liegt hier erstmals in der Albumversion vor. Nothing Compares 2 U erschien ausschließlich als Promo-Tonträger und nicht als reguläre Single.
Die Maxi-Singles zu Let’s Work, Pop Life, Raspberry Beret und U Got the Look sowie die beiden B-Seiten Hot Thing (Extended Remix) und She’s Always in My Hair waren zuvor nicht auf CD erschienen.
Mitwirkende Musiker Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und interpretiert. Zudem spielte er alle Musikinstrumente selbst ein, wobei folgende Personen die Aufnahmen ergänzten: The Revolution The New Power Generation
Technisches Personal Allen Beaulieu – Fotografie Geoffrey Dicker – Kreativberater Jeff Katz – Fotografie Joe Giannetti – Fotografie Larry Williams (* 1951; † 1999) – Fotografie Mathieu Bitton – Albumdesign, Artdirector, Fotografie, Kreativberater und Memorabilia
Rezensionen Professionelle Bewertungen Durchschnittsbewertung Quelle Bewertung AOTY 77 % Weitere Bewertungen Quelle Bewertung AllMusic Pitchfork Media Slant Magazine Sowohl Massenmedien als auch Musikkritiker zeigten nur geringes Interesse an Ultimate, weshalb vergleichsweise wenige Rezensionen erschienen, die jedoch überwiegend positiv ausfielen. Die Website AOTY (Album of the Year) ermittelte aus vier englischsprachigen Rezensionen eine Durchschnittsbewertung von 77 %.