Wilhelm Schulze (* 10. Dezember 1920 in Leipzig-Möckern; † 30. Dezember 2002 in Hannover) war ein deutscher Veterinärmediziner.
Leben Wilhelm Schulze studierte an der Universität Leipzig und der Tierärztlichen Hochschule Hannover Veterinärmedizin. In Hannover wurde er Mitglied des Corps Hannoverania Hannover.Anschriftenverzeichnis Kösener und Weinheimer Corpsstudenten 1995, S. 636 1944 wurde er in Hannover zum Dr. med. vet. promoviert. 1949 habilitierte er sich Leipzig für Klinische Veterinärmedizin, wo er 1950 zum außerordentlichen und 1953 zum ordentlichen Professor und Direktor der Klinik für kleine Haustiere ernannt wurde. 1952 wurde er zum Dekan der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Leipzig gewählt. 1957 nahm er einen Ruf an die Tierärztliche Hochschule Hannover als ordentlicher Professor und Nachfolger von Edmund Hupka an. Als deren Direktor baute er die Medizinisch-Forensischen Klinik zur Klinik für kleine Klauentiere und forensische Medizin und Ambulatorische Klinik um. In wenigen Jahren verschaffte er der Klinik weltweite Anerkennung auf dem Gebiet der Schweinekrankheiten und deren Behandlung. 1984 wurde er emeritiert.
Schulze verfasste mehr als 500 Publikation sowie einige in mehrfachen Auflagen erschienene Lehrbücher. Von 1964 bis 1980 war er Mitherausgeber der Deutschen Tierärztlichen Wochenschrift. Während seines Professorats in Leipzig gehörte er von 1951 bis 1957 der Deutschen Akademie für Landwirtschaftswissenschaften an. 1964 wurde er in die Königliche Flämische Akademie für Medizin in Brüssel berufen.
Auszeichnungen Bundesverdienstkreuz 1. Klasse, 1984 Ehrendoktor der Freien Universität Berlin, 1981 Ehrendoktor der Veterinärmedizinischen Universität Wien, 1983 Ehrendoktor der Landwirtschaftlichen Universität Warschau, 1983 Ehrendoktor der Universität Leipzig, 1995
Schriften Gliedmaße oder Huf als Grundlage für das Beurteilen des Pferdes zum Beschlag?, 1944 Die Staupe des Hundes, 1948 Leitfaden der Ziegenkrankheiten, 1951; 2. verbesserte Auflage 1960 Die Arzneiverordnung des Tierarztes, 1958 (mit Bentz und Schneider) Ein Beitrag zu den Fütterungsfehlern beim Schwein, 1962 Anaesthesie und Sedation beim Schwein, 1964 Schweinekrankheiten, 1966, 2., überarbeitete Auflage 1969, 3., überarbeitete Auflage 1970, 4. Auflage 1974 Klinik der Schweinekrankheiten, 1981
Literatur Karl-Heinz Waldmann: In memoriam Prof. Dr. med. vet. Dr. h. c. mult. Wilhelm Schulze. In: TIHO Anzeiger – Tierärztliche Hochschule Hannover, 32. Jahrgang, Heft 1/2003, Februar 2003. (Digitalisat) Theophil Gerber: Schulze, Wilhelm. In: Persönlichkeiten aus Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau und Veterinärmedizin. Biographisches Lexikon. Band 2, 2008, S. 723. Schulze, Wilhelm. In: Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender 1996. Bio-bibliographisches Verzeichnis deutschsprachiger Wissenschaftler der Gegenwart. 17. Ausgabe, Band Medizin-Naturwissenschaften-Technik, S. 1283.
Weblinks Biogramme, Schulze, Wilhelm auf www.vetmed.fu-berlin.de (Website der Freien Universität Berlin, Fachbereich Veterinärmedizin)
Einzelnachweise
Kategorie:Tierarzt Kategorie:Mediziner (20. Jahrhundert) Kategorie:Hochschullehrer (Universität Leipzig) Kategorie:Hochschullehrer (Tierärztliche Hochschule Hannover) Kategorie:Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse Kategorie:Ehrendoktor der Freien Universität Berlin Kategorie:Ehrendoktor einer Universität in Österreich Kategorie:Ehrendoktor einer Universität in Polen Kategorie:Ehrendoktor der Universität Leipzig Kategorie:Corpsstudent (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1920 Kategorie:Gestorben 2002 Kategorie:Mann