Lila Mary Gierasch (* 1948 in Needham, Massachusetts) ist eine US-amerikanische Biochemikerin und Biophysikerin.

Leben Lila M. Gierasch studierte gleich ihrer Mutter Marian Bookhout Gierasch am Mount Holyoke College, Mount Holyoke College. Abgerufen am 28. August 2014. wo sie 1970 ihren Bachelor-Abschluss in Chemie machte. Sie ging dann als Doktorand an die Harvard University und promovierte hier 1975 in Biophysik. Schon ab 1974 arbeitete sie als Lehrkraft am Amherst College, wo sie bis 1979 Assistenzprofessorin für Chemie war und zwischen 1977 und 1978 im Labor von Jean-Marie Lehn an der Université Louis Pasteur de Strasbourg arbeitete. Sie ging dann an die University of Delaware, beginnend als Assistenzprofessorin wurde sie hier 1985 Professorin für Chemie. 1984 erhielt sie von der Alfred P. Sloan Foundation ein Forschungsstipendium (Sloan Research Fellowship). 1988 wechselte sie ans University of Texas Southwestern Medical Center, wo sie sechs Jahre Professorin für Pharmakologie war und den Lehrstuhl Robert A. Welch Professor of Biochemistry innehatte. Während ihrer Zeit in Texas lernte sie John Pylant kennen, den sie 1991 heiratete. Mocavo, DC Thomson Family History. 1994 kehrte sie dann wieder zurück nach Massachusetts und ist seitdem Professorin für Chemie, Biochemie und Molekularbiologie sowie Leiterin des Department of Chemistry und des Department of Biochemistry and Molecular Biology der University of Massachusetts Amherst. Biophysical Society Newsletter, Januar/Februar 2003.Curriculum vitae—Lila M. Gierasch. Gierasch Lab, University of Massachusetts Amherst. Abgerufen am 26. August 2014.

Forschung Schwerpunkt der Arbeiten von Lila M. Gierasch ist die Untersuchung der Proteinfaltung. Die Abläufe und beeinflussende Faktoren werden von ihr dabei sowohl in vivo direkt in der Zelle, als auch unter kontrollierten Laborbedingungen in simulierten Zellumgebungen, mit spektroskopischen Methoden untersucht, wie der Circulardichroismus- und Kernspinresonanzspektroskopie oder der Fluoreszenzspektroskopie und -mikroskopie. Der Fokus liegt dabei auf den Chaperonen, speziellen Proteinen, die die synthetisierten Aminosäureketten in ihre physiologische Sekundärstruktur überführen und deren funktionsuntüchtige Aggregationen verhindern. Untersucht werden unter anderem Hitzeschockproteine wie Hsp70, die unter Extrembedingungen in den Zellen vermehrt gebildet werden und die Proteine vor Denaturierung schützen und den Abbau nicht mehr funktionsfähiger Proteine beschleunigen. Besondere Bedeutung kommt diesen Mechanismen beim Verständnis von Erkrankungen des Zentralnervensystems zu, die auf Fehlfaltungen und der dadurch bedingten Aggregation von Proteinen beruhen, wie Alzheimer, Chorea Huntington oder Parkinson. Department of Chemistry, University of Massachusetts Amherst.

Auszeichnungen (Auswahl) 1984: Vincent du Vigneaud Award (American Peptide Society) American Peptide Society (APS). Abgerufen am 26. August 2014. 1985: Mary Lyon Award (Mount Holyoke College)The Second Mary Lyon Award Dinner on Mary Lyon's Birthday. Prospect Hall, Mount Holyoke College, Februar 1985 (MHC Digital Collections). Abgerufen am 25. April 2019. 1999: Chancellor’s Medal (University of Massachusetts) 2006: Garvan-Olin-Medaille (American Chemical Society) 2006: Pioneer Award (National Institutes of Health) NIH Director's Pioneer Award program, National Institutes of Health. Abgerufen am 26. August 2014. 2014: Mildred Cohn Award (American Society for Biochemistry and Molecular Biology) News and Media Relations, University of Massachusetts Amherst. Abgerufen am 26. August 2014. 2016: Mitglied der American Academy of Arts and Sciences 2018: Ralph F. Hirschmann Award in Peptide Chemistry (American Chemical Society) 2019: Mitglied der National Academy of Sciences 2019: R. Bruce Merrifield Award (American Peptide Society)

Literatur Biophysicist in Profile: Lila Gierasch. Biophysical Society Newsletter, Januar/Februar 2003.

Weblinks Lila Gierasch, Professorin am Department of Chemistry und am Department of Biochemistry and Molecular Biology der University of Massachusetts Amherst. Gierasch Lab an der University of Massachusetts Amherst. Lila Gierasch. Mount Holyoke College.

Einzelnachweise

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