Art Official Age ( für Offizielles Kunstalter)Clerc (2023), S. 534. ist das 37. Studioalbum des US-amerikanischen Musikers Prince. Es erschien am 26. September 2014 bei dem Label NPG Records / Warner Bros. Records und ist nach vier Jahren sein erstes Studioalbum seit 20Ten aus dem Jahr 2010. Zugleich markierte es Prince’ Rückkehr zu Warner Bros. Records nach 15 Jahren. Parallel zu Art Official Age erschien auch sein 36. Studioalbum Plectrumelectrum mit seiner damals neuen Begleitband 3rdEyeGirl.

Die Musik von Art Official Age ist den Genres Contemporary R&B, Elektronische Tanzmusik, Funk, Pop und Soul zuzuordnen; als Gäste wirken 3rdEyeGirl, Andy Allo und Lianne La Havas mit. Musikkritiker bewerteten das Album überwiegend positiv. Aus kommerzieller Sicht erreichte es in mehreren Ländern die Top Ten, verfehlte jedoch einen Gold- oder Platinstatus. Zwar absolvierte Prince 2014 mit 3rdEyeGirl zwei Tourneen, diese dienten jedoch nicht der Musikpromotion des Albums.

Entstehung Über die Entstehung des Albums ist öffentlich wenig bekannt; teils existieren kaum, teils – wie beim Titelstück – keine Informationen. Alle Songs nahm Prince zwischen 2012 und 2014 in seinem Paisley-Park-Studio in Chanhassen (Minnesota) auf; als Co-Produzent wirkte Joshua Aaron Michael Welton (* 21. Oktober 1990), der Ehemann der 3rdEyeGirl-Schlagzeugerin Hannah Welton, mit

Die drei Songs Breakdown, Time und What It Feels Like spielte Prince vermutlich 2012 gemeinsam mit Andy Allo ein,Clerc (2023), S. 535, 539, 541. während er an ihrem zweiten Studioalbum Superconductor arbeitete, das er komponierte, produzierte und im November 2012 veröffentlichte. Breakfast Can Wait nahm Prince wahrscheinlich Ende Dezember 2012 auf und stellte das Stück am 5. Februar 2013 auf seiner damaligen Website 3rdEyeGirl.com als Download bereit.Clerc (2023), S. 538–539.

Im Juli 2013 nahm Prince mit 3rdEyeGirl die Originalversion von Funknroll auf; die auf dem Album enthaltene Remix-Version gestaltete Joshua Welton. The Gold Standard spielte Prince am 27. Oktober 2013 ein.Clerc (2023), S. 535.

Vermutlich Anfang 2014 nahm Prince U Know auf; im Frühjahr folgte This Could Be Us, das der Musikjournalist Jon Bream im Juni 2014 erstmals in der Star Tribune erwähnte.Clerc (2023), S. 538.Clerc (2023), S. 539. Die genauen Aufnahmedaten der vier Stücke Affirmation I & II, Affirmation III, Clouds und Way Back Home mit Lianne La Havas sind nicht bekannt; sie sprach jedoch im Februar 2014 in einem Interview über eine mögliche Zusammenarbeit mit Prince. Daher entstanden die genannten Songs wahrscheinlich ebenfalls im Frühjahr 2014.Clerc (2023), S. 534–541. Zur Entstehung des Titelstücks liegen keine Informationen vor; es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass Prince es im Laufe des Jahres 2014 aufnahm. Der Titel lautet Art Official Cage; weshalb er nicht Art Official Age heißt, ist unbekannt.

Am 18. April 2014 gab Warner Bros. Records per Pressemitteilung bekannt, wieder mit Prince zusammenzuarbeiten; zuvor hatte er vom 25. Juni 1977 bis zum 31. Dezember 1999 bei dem Major-Label unter Vertrag gestanden. In dieser Zeit veröffentlichte er unter anderem die kommerziell erfolgreichen Alben 1999 (1982), Purple Rain (1984), Batman (1989) und Diamonds and Pearls (1991). 1993 kam es jedoch zum Streit zwischen ihm und dem Tonträgerunternehmen, woraufhin Prince vom 7. Juni 1993 bis zum 16. Mai 2000 seinen Künstlernamen ablegte und stattdessen ein unaussprechbares Symbol als Pseudonym verwendete.

Nach Angaben von Warner erhielt Prince 2014 sämtliche Urheberrechte an den für das Label aufgenommenen Songs zurück; zuvor hatte Warner diese besessen.Draper (2016), S. 198–199. Zugleich schloss er mit Warner Bros. Records lediglich einen auf das Jahr 2014 befristeten Vertrag ab.

Gestaltung des Covers Für die Covergestaltung zeichnete die Artdirectorin und Fotografin Maya Washington (* 20. Mai 1982 in Toronto, Kanada), auch bekannt unter ihrem Pseudonym „Shameless Maya“, verantwortlich. Das Frontcover zeigt den Oberkörper von Prince mit Afrolook und einer sogenannten „3rdEyeGirl-Sonnenbrille“, deren Gestell aus drei runden Gläsern besteht – zwei vor den Augen und eines auf Stirnhöhe. Zudem trägt er eine goldfarbene Weste über einem weißen Rollkragenpullover. Im Hintergrund sind vier Diamantene Schallplatten des Albums Purple Rain zu sehen, die damals im Paisley Park Studio hingen. Washington platzierte das Bild von Prince’ Oberkörper mittels Bildbearbeitung vor diesen vier Schallplatten.Clerc (2023), S. 532.

Die CD erscheint in einem aufklappbaren Digipak; die Tracklist von Art Official Age ist im Innencover abgedruckt. Ein Booklet mit Liedtexten ist nicht enthalten.Albumcover der CD Art Official Age von Prince, Warner Bros. Records / NPG Records, 2014

Musik und Liedtexte mini|links|Andy Allo, 2013 Die Musik lässt sich den Genres Contemporary R&B, Elektronische Tanzmusik, Funk, Pop und Soul zuordnen. Als Gastsängerinnen wirken Andy Allo und Lianne La Havas mit. Auf dem Albumcover werden zudem „The Golden Hippie“, „Charlotte Ann Telepathy“ und „Paloma Ayana“ genannt; dabei handelt es sich um Pseudonyme von Marissa Jack (* 23. Juni 1987), Lianne La Havas beziehungsweise der britischen Sängerin Delilah (* 23. September 1990; bürgerlich Paloma Ayana Stoecker). Ferner erscheint dort „H. C. I II III“, dessen Bedeutung nicht bekannt ist und das vermutlich ein Pseudonym von Prince darstellt.

Erstmals in seiner Karriere arbeitete Prince mit dem Streichorchester STRINGenius zusammen; zuvor hatte er mit Clare Fischer kooperiert, der im Januar 2012 im Alter von 83 Jahren starb.

Breakdown ist eine R&B-Ballade, die Prince im für ihn typischen Falsett vorträgt, während The Gold Standard dem Electro Funk zuzuordnen ist. U Know enthält Samples aus dem Song Blinded (2012) von Japollonia (* 18. November 1982), auch bekannt als „Mila J“, der älteren Schwester von Jhené Aiko. Bereits 1991 wirkte Mila J im Alter von acht Jahren in Prince’ Musikvideo zu Diamonds and Pearls mit.Clerc (2023), S. 538.

Die heiter wirkende Soul-Ballade This Could Be Us sei laut Prince von einem Meme inspiriert, das ihn und Apollonia Kotero auf einem Motorrad in einer Szene aus dem Film Purple Rain (1984) zeigt. Der Liedtext von What It Feels Like nimmt Bezug auf die biblischen Figuren David und Saul. Affirmation I & II ist ein von Lianne La Havas vorgetragener Monolog, in dem lediglich „Affirmation I“ gesprochen wird; begleitet wird er von STRINGenius und dient als Überleitung zu Way Back Home, in dem Delilah im Begleitgesang zu hören ist. Der Remix von Funknroll gehört zum Genre Funk; die Originalversion erschien auf dem Album Plectrumelectrum. Das ruhige Stück Time greift Liedtexte aus Breakdown und What It Feels Like auf.

Der abschließende Song Affirmation III kann als Fortsetzung von Way Back Home gelten. Die Orchesterparts von STRINGenius wurden ursprünglich für Way Back Home aufgenommen, jedoch nur teilweise verwendet und schließlich vollständig in Affirmation III integriert.Clerc (2023), S. 541.

Titelliste und Veröffentlichungen #TitelDauer1Art Official Cage (feat. The Golden Hippie)3:412Clouds (feat. Lianne La Havas)4:343Breakdown (feat. Andy Allo)4:044The Gold Standard5:535U Know (feat. Mila J)3:566Breakfast Can Wait3:547This Could Be Us5:128What It Feels Like (feat. Andy Allo)3:539Affirmation I & II (feat. Lianne La Havas)0:4010Way Back Home (feat. Delilah und Lianne La Havas)3:0511Funknroll (Remix) (feat. 3rdEyeGirl)4:0712Time (feat. Andy Allo)6:4913Affirmation III (feat. Delilah und Lianne La Havas)3:27Spieldauer: 53:21 min.Autor aller Songs ist Prince Art Official Age erschien am 26. September 2014 in Deutschland und den meisten europäischen Ländern sowie am 30. September 2014 in den USA.Lizie (2020), S. 310. Das Album wurde auf CD, Doppel-LP und als Download veröffentlicht. Coverversionen der enthaltenen Songs sind nicht bekannt.

Singles mini|DaniLeigh, 2018 Von dem Album wurden zwei Download-Singles ausgekoppelt. Bereits am 3. September 2013 erschien Breakfast Can Wait; der Song war ab dem 24. Oktober 2013 auch auf der EP The Breakfast Experience enthalten, die ausschließlich als Download erhältlich war.Lizie (2020), S. 313. Neben der mit der Albumversion identischen Singlefassung umfasst die EP vier von Joshua Welton erstellte Remixe.

Am 18. April 2014 wurde Breakdown als zweite Single veröffentlicht, allerdings unter dem Titel The Breakdown; weshalb Prince den bestimmten Artikel auf dem Album wegließ, ist nicht bekannt. Mitte September 2014 erschien zudem Clouds als Promo-Single in Europa.

Am 28. August 2015,Lizie (2020), S. 314. elf Monate nach der Albumveröffentlichung, wurde This Could Be Us in einer Remixfassung unter dem Titel This Could B Us als Download-Single veröffentlicht; sie ist 4:11 Minuten lang und auch auf Prince’ 38. Studioalbum HITnRUN Phase One enthalten.

Musikvideos Zu Songs von Art Official Age existieren zwei Musikvideos. Bereits ein Jahr vor der Albumveröffentlichung ließ Prince ein Video zu Breakfast Can Wait produzieren. Er beauftragte Maya und Nandy McLean („The Twinz“), frühere Mitglieder von The New Power Generation, den Kontakt zu DaniLeigh herzustellen, die er als Regisseurin engagierte. Prince gewährte ihr ein festes Budget sowie weitgehende künstlerische Freiheit; einzige Vorgabe war ein Tanzvideo ohne eigenes Auftreten, weshalb DaniLeigh ihn darin verkörpert. Das Casting fand am 7. September 2013 in Los Angeles statt, die Dreharbeiten am 19. und 20. September ebenda, wobei der genaue Drehort nicht öffentlich bekannt ist. Nach Angaben DaniLeighs wurde das Musikvideo am 28. September fertiggestellt und am 11. Oktober 2013 erstmals bei Vevo veröffentlicht, wo es innerhalb einer Woche mehr als eine Million Aufrufe erzielte.

Am 18. November 2014 veröffentlichte Warner Bros. Records ein Musikvideo zum Song Funknroll (Remix). Nach eigenen Angaben wurde die für Werbedienstleistungen tätige US-Firma Gupta Media von Warner und dem „Prince-Team“ beauftragt, ein Video mit dem Liedtext zu gestalten. Gupta Media realisierte ein in psychedelischer Kunst gehaltenes Musikvideo, das Fotos von Prince und 3rdEyeGirl in bewegten Bildern zeigt. In welchem Umfang Prince daran beteiligt war, ist nicht öffentlich bekannt.

Mitwirkende Musiker Alle Songs wurden von Prince arrangiert, komponiert, produziert und interpretiert; zudem spielte er sämtliche Musikinstrumente selbst ein. Ergänzend wirkten folgende Personen an den Aufnahmen mit:Albumcover der CD Art Official Age von Prince, Warner Bros. Records / NPG Records, 2014 Andy Allo – Backing Vocals in Breakdown; Co-Leadsängerin in Time und What It Feels Like Delilah (als Paloma Ayana) – Backing Vocals in Affirmation III und Way Back Home Donna Grantis (von 3rdEyeGirl) – Gitarre in Funknroll (Remix) H. C. I II III – Beiträge nicht definiert Hannah Welton (von 3rdEyeGirl) – Schlagzeug in Funknroll (Remix) Ida Kristine Nielsen (von 3rdEyeGirl) – dänisch gesprochene Passagen in Art Official Cage; E-Bass in Funknroll (Remix) Joshua Welton – Beiträge nicht definiert Kathy Jensen – Klarinette in Affirmation III Kenni Holmen – Flöte in Affirmation III Lianne La Havas (als Charlotte Anne Telepathy) – Backing Vocals in Affirmation I & II, Affirmation III, Clouds und Way Back Home Marissa Jack (als The Golden Hippie) – Backing Vocals in Art Official Cage Mila J – Looped-Vocals in U Know Stringenius – Saiteninstrumente in Affirmation III, Art Official Cage, Breakdown und The Gold Standard

Technisches Personal Prince – Mixing Adi Yeshaya (von STRINGenius) – Arrangements der Saiteninstrumente Chris James – Mixing Joshua Welton – Co-Arrangeur, Co-Produzent und Mixing Maya Washington – Artdirector und Fotografie Michael B. Nelson – Produktion der Saiteninstrumente

Tourneen