mini|hochkant|Katta Sterna, um 1918 Katta Sterna (* 19. Dezember 1897 in Charlottenburg bei BerlinGeburtsregister Standesamt Charlottenburg, Nr. 4731/1897 als Katharina Ida Stern; † 29. Juli 1984 in Berlin) war eine deutsche Schauspielerin und Tänzerin.

Familie Katharina Stern war eine Tochter des Ingenieurs Georg Joseph Stern und dessen Ehefrau Lisbeth (1870–1963), geborene Schmidt. Diese war die jüngere Schwester von Conrad Schmidt und Käthe Kollwitz, geborene Schmidt. Katharinas Schwestern waren die Theaterschauspielerin und Ärztin Regula (Künstlername Regula Keller) (1894–1980)Ärztinnen im Kaiserreich, Biographien der Charité Berlin, die Schauspielerin Johanna (1896–1988) (verheiratet mit Regisseur Fritz Kortner) und die Schauspielerin und Choreographin Maria (1907–1993).

In ihrer Pubertät galt Katharina als unkonzentriert und sehr impulsiv. Ihre Eltern konsultierten daher den Ordinarius Theodor Ziehen der Psychiatrischen und Nervenklinik der Charité der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin, der sie als unheilbar diagnostizierte und ihre Unterbringung in einem Sanatorium empfahl.

Berufliche Entwicklung Als Katharina die Tänzerin Anna Pawlowa tanzen sah, reifte in ihr der Entschluss, ebenfalls Tänzerin zu werden. Sie erhielt Unterricht bei der österreichischen Tänzerin, Choreographin, Tanzpädagogin und Schauspielerin Grete Wiesenthal. Ihre ersten Engagements erhielt sie am Deutschen Opernhaus in Berlin, wo sie den Künstlernamen „Katta Sterna“ annahm. 1913 lernte sie den mit der Schauspielerin Greta Schröder verheirateten Schauspieler und Tänzer Ernst Mátray kennen. Beide wurden sowohl beruflich als auch privat ein Paar.Katta Sterna Biographie. In: IMDb, auf: imdb.comBurcu Dogramaci: Drei Schwestern. Die Schauspielerinnen Maria Solveg, Katta Sterna und Johanna Hofer zwischen Kaiserreich und Emigration. In: Exil, Nr. 1 (2003), S. 62–77. (Teil 1); Exil, Nr. 2 (2003), 2, S. 5–19. (Teil 2)

1915 debütierte Katta Sterna als Theater-Schauspielerin bei Max Reinhardt an der Seite von Ernst Mátray im Sommernachtstraum. Ab diesem Zeitpunkt folgten viele weitere gemeinsame Auftritte als Tanzduo. Sie trat auch als Solotänzerin des Mátray-Balletts auf. In der zeitgenössischen Literatur wurde ihr Tanzstil als eine neue Art der Pantomime beschrieben, er sei „ganz auf mimo-dramatische Geste aufgebaut. So sehr geistiger Einfluß zu spüren ist, so eng auch ist sie mit dem Rhythmus verwachsen. Lust an der Bewegung spürt man vor allem; Lust an einem Sichaustoben des geistig durchdrungenen, nicht aber mehr geistig dirigierten Gefühls“.Paul Nikolaus, Ernst E. Stern: Tänzerinnen. Delphin-Verlag, München 1919, S. 43.

Ab 1914 spielte sie in Stummfilmen mit, zunächst für Lumpchens Glück. Ihr einziger Tonfilm war 1930 der von Erich Engels produzierte Tingel-Tangel.Tingel-Tangel. In: filmportal.de, auf: filmportal.de Um 1917 verliebte sich der Zehlendorfer Lyriker Otto Braun in sie.

Neben dem Filmgeschäft avancierte Katta Sterna zu einer innovativen Tänzerin. In den 1920er Jahren entstanden Projekte zusammen mit Ernst Mátray und mit ihrer Schwester Maria Solveg, u. a. Die grüne Flöte, Vor dem Spiegel und Sommernachtstraum.

Nach der Machtabtretung an die Nationalsozialisten durfte die als Volljüdin kategorisierte Künstlerin nicht mehr im Deutschen Reich auftreten. Sie unternahm Tourneen durch England und die Vereinigten Staaten, der Versuch der Emigration jedoch scheiterte. Sie musste sich daher in Deutschland aus dem öffentlichen Leben zurückziehen.

Ihr Nachlass wird im Deutschen Tanzarchiv in Köln aufbewahrt.Katta Sterna. In: Deutsches Tanzarchiv Köln, auf: deutsches-tanzarchiv.de

Galerie

Filmografie 1914: Lumpchens Glück 1914: Das Sportsmädel 1915: Die verkaufte Braut 1915: Marionetten 1915: Teufelchen 1918: Ticky-Tacky 1919: Ein genialer Fall 1919: Das Verlobungsfernrohr 1920: Flimmerherzen 1920: O du Quetschfalte meines Herzens 1921: Kameraden 1921: Als ich eine Leiche war 1929: Matrosentanz. Maria Solveg und Katta Sterna vom Matray-Ballett 1930: Tingel-TangelKatta Sterna. In: filmportal.de, auf: filmportal.de

Literatur Paul Nikolaus, Ernst E. Stern: Tänzerinnen. Delphin-Verlag, München 1919, S. 43. John Schikowski: Geschichte des Tanzes. Büchergilde Gutenberg, Berlin 1926, S. 159. Victor Junk: Handbuch des Tanzes. Ernst Klett Verlag, Stuttgart 1930, S. 225. Burcu Dogramaci: Drei Schwestern. Die Schauspielerinnen Maria Solveg, Katta Sterna und Johanna Hofer zwischen Kaiserreich und Emigration. In: Exil, Nr. 1 (2003), S. 62–77. (Teil 1); Exil, Nr. 2 (2003), 2, S. 5–19. (Teil 2)

Weblinks

Katta Sterna beim Deutschen Tanzarchiv Köln.

Einzelnachweise

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