Saretschnoje (, , ) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er besteht aus zwei ursprünglich eigenständigen Ortschaften und gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Munizipalkreis Krasnosnamensk im Rajon Krasnosnamensk.
Geographische Lage Saretschnoje mit seinen beiden Ortsteilen liegt am Nordufer der Scheschuppe (1939 bis 1945: Ostfluß, litauisch: Šešupė, russisch: Шешупе) an der Kommunalstraße 27K-104, die von der Rajonsstadt Krasnosnamensk (Lasdehnen/Haselberg) nach Pogranitschny (Schillehnen/Waldheide) führt. Bis nach Krasnosnamensk sind es sechs Kilometer, bis zur ehemaligen Kreisstadt Dobrowolsk (Pillkallen/Schloßberg) sind es 22 Kilometer. Zwischen 1902 und 1944 war Lasdehnen (Haselberg) die nächste Bahnstation und Endpunkt der von Pillkallen kommenden Bahnstrecke der Pillkaller Kleinbahn.
Geschichte Tulpeningken (Tulpeningen) mini|Die Gemeinde Tulpeningken auf einem Messtischblatt von 1936 Tulpenincken war um 1780 ein königliches Bauerndorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 171. 1874 wurde die Landgemeinde Tulpeningken in den neu gebildeten Amtsbezirk Jucknaten im Kreis Pillkallen eingegliedert.Rolf Jehke, Amtsbezirk Meißnersrode 1938 wurde Tulpeningken in Tulpeningen umbenannt.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867Die Gemeinden und Gutsbezirke des Preussischen Staates und ihre Bevölkerung nach den Urmaterialien der allgemeinen Volkszählung vom 1. December 1871, Berlin 1874 271 1871 257 1885Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, I. Provinz Ostpreußen, Berlin 1888 310 1905Gemeindelexikon für das Königreich Preußen, Heft 1, Provinz Ostpreußen, Berlin 1907 449 davon 196 litauischsprachige 1910 424 1933Amtliches Gemeindeverzeichnis für das Deutsche Reich, Teil I: Altreich und Land Österreich. Herausgegeben vom Statistischen Reichsamt, Vierte Auflage, 1939 420 1939 384
Woitekaten (Ostfurt) mini|Die Gemeinde Woitekaten auf einem Messtischblatt von 1936 Das nordöstlich von Tulpeningken gelegene kleinere Woitkathen wurde bereits 1625 erwähntDietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Ostfurt und war ebenfalls ein königliches Bauerndorf.Johann Friedrich Goldbeck: Volständige Topographie des Königreichs Preussen. Teil I, Königsberg/Leipzig 1785, Volständige Topographie vom Litthauischen Cammer-Departement, S. 185. 1874 wurde auch die Landgemeinde Woitekaten dem Amtsbezirk Jucknaten zugeordnet. Woitekaten wurde 1938 in Ostfurt umbenannt.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner Bemerkungen 1867 104 1871 96 1885 74 1905 103 davon 46 litauischsprachige 1910 107 1933 149 1939 134
Saretschnoje Die beiden ostpreußischen Dörfer Tulpeningken (Tulpeningen) und Woitekaten (Ostfurt) kamen in Folge des Zweiten Weltkrieges zur Sowjetunion und wurden im Jahr 1950 unter der russischen Bezeichnung Saretschnoje (sa = an, retschnoi = Fluss-) zusammengefasst und dem Dorfsowjet Nemanski selski Sowet im Rajon Krasnosnamensk zugeordnet.Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 5 июля 1950 г., №745/3, «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung 745/3 des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte des Gebiets Kaliningrad" vom 5. Juli 1950) Später (vor 1975) gelangte Saretschnoje in den Chlebnikowski selski Sowet. Von 2008 bis 2015 gehörte der Ort zur Landgemeinde Alexejewskoje selskoje posselenije, von 2016 bis 2021 zum Stadtkreis Krasnosnamensk und seither zum Munizipalkreis Krasnosnamensk.
Einwohnerentwicklung Jahr Einwohner 1984Sowjetische Topographische Karte 100k--n34-046 ~ 230 2002Allrussische Volkszählung von 2002 277 2010Allrussische Volkszählung von 2010 288 2021Allrussische Volkszählung von 2021 247
Kirche Fast ausnahmslos waren die Einwohner Tulpeningkens resp. Tulpeningens und Woitekatens resp. Ostfurts evangelischer Konfession. So waren die Orte in das Kirchspiel der Kirche Lasdehnen eingepfarrt, die zum Kirchenkreis Pillkallen (Schloßberg) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Heute liegt Saretschnoje im weitflächigen Einzugsbereich der evangelisch-lutherischen Gemeinde in Sabrodino innerhalb der Propstei Kaliningrad der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.
Weblinks Saretschnoje bei bankgorodov.ru Saretschnoje bei prussia39.ru Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Tulpeningen
Dietrich Lange, Geographisches Ortsregister Ostpreußen (2005): Ostfurt
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Rajon Krasnosnamensk